Thee Flanders – Graverobbing 2

Thee Flanders
„Graverobbing 2“
(Halb 7 Records)

Vor bald einer Dekade gruben die Potsdamer Psychobillysten Thee Flanders einen modrigen Haufen edler Klangode aus der geheiligten Musikgruft aus, um jene mit brummigem Kontrabass, fetzigem Schlagzeug, knarzender Gitarre und Normans rauem Gesangsorgan von den Toten zurückzuholen. „Graverobbing“ servierte 2007 bekannte Hits wie New Model Armys „51st State“, Yazoos „Only You“ oder Billy Idols „White Wedding“ – und das auf unnachahmliche Thee-Flanders-Art. Jetzt haben die vier Jungs erneut die Spaten aus dem Schuppen geholt, um ein weiteres mal den Friedhof der Evergreens umzugraben. Herausgekommen sind dreizehn brummig-spaßige Untotenklassiker beseelt durch eine flotte Mischung aus Punka- und Psychobilly. Reanimiert wurden artverwandte Klassiker wie u.a. „Dirty Lies“ von den Psychobillyheroen Mad Sin, „Pet Semetary“ von den unsterblichen Ramones oder „Dein Vampyr“ von der besten Bänd der Welt, Die Ärzte. Der stehende Ärzte-Schlagzeuger und Vokalist, Bela B., ist beim Achtzigerklassiker „You Spin Me Round“ von Dead Or Alive sogar im Duett mit Norman zu hören. Typische 1980er-Kracher gibt es aber mehr, wie das gelungene „She Bob“ von Cyndi Lauper oder das herrlich aufgepeppte „Don’t You Want Me“ von Human League – häufig angenehm beschleunigt und stets stilsicher verflandert. Rund wird die Sache überdies durch weitere Gaststars wie Brigitte Handley, Tom Toxic und sogar den Gurkenkönig Achim Menzel, der hier im „Enjoy The Silence“-Königsgewand sogar die CD verziert. Wie viel Spaß die vier Brandenburger bei den Aufnahmen hatten, kann man jedem einzelnen Song anhören, vor allem aber dem albernen Ghosttrack „Mutti“, einer tiefen und gleichsam ironischen Verneigung vor Glenn Danzig. „Graverobbing 2“ ist von Anfang bis Ende bravourös und dürfte sogar Punk- und Psychobilly-Muffeln eine Totenmaske auf’s Gesicht und einen Iro auf die Rübe zaubern.

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