The Walking Dead

Heikle Hetzjagd

Ein Beißer kommt selten alleine. Das wissen Kenner der Fernsehserie bzw. der Comic-Vorlage „The Walking Dead“ schon seit Ewigkeiten. Und so wird die Suche nach Utensilien zum erfolgreichen Überleben meist zu einem Wettrennen gegen Horden wankender Zombies. Bei der Brettspielvariante von „The Walking Dead“ aus dem Hause Kosmos müssen sich bis zu vier Spieler durch die Post-Apokalypse schlagen.

The Walking Dead“ kann zwar als Solovariante, zu zweit und zu dritt problemlos angegangen werden, wirklich empfehlenswert und spaßig ist es jedoch nur in der vollen Vier-Mann-Besetzung. Diese kann auf zwei unterschiedliche Arten bestritten werden, entweder im dynamischen Alle-Gegen-Alle-Wettstreit oder aber als kompetitive Team-Variante.

Im regulären Vier-Spieler-Gewusel sucht sich zu Beginn jeder Überlebende einen der sechs tragenden Serien-Charaktere aus, die jeweils mit einer Spezialfähigkeit gesegnet sind. Der junge Asiate Glenn darf einmal im Spiel einen abgelegten Ausrüstungsgegenstand wieder an sich bringen, Ex-Cop Rick darf einen versiebten Angriffswurf mit Bonus wiederholen und seine verblichene Angetraute Lori darf eine noch lebende Spielfigur ein Feld weit ziehen. Alle vier Überlebenden starten in der Mitte des Spielplans mit fünf Ausrüstungskarten auf der Hand. Hierzu gehören solch illustre Gegenstände wie Baseballschläger, Schrotflinten, aber auch die Abkürzung oder die Beeilung!-Karte.

Walking Dead-Inhalt

Nun müssen alle Spieler versuchen in beliebiger Reihenfolge die vier Eckfelder Polizeistation, Kaufhaus, Seuchenkontrollzentrum und Verlassener Parkplatz aufzusuchen und dann schleunigst zurück zum Camp in der Mitte zu gelangen. Wer an der Reihe ist, würfelt zuerst seine Bewegungsweite mit einem W6 aus und muss dann exakt so viele Felder über die in vier Regionen eingeteilte Karte laufen. Meistens landet der arme Filmheld auf einem Feld, das das Ziehen einer Begegnungskarte mit sich bringt. Aus 40 Karten wird die oberste vom gemischten Stapel gezogen. Mit viel Glück handelt es sich nur um Verlassene Straßen – in der Regel gibt es hier aber Beißer en masse, die mit Hilfe der eigenen Ausrüstung und einem Würfelwurf bezwungen werden müssen. Gelingt der Angriffswurf winken eventuell schicke Belohnungen (wie neue Ausrüstungskarten), misslingt er allerdings, verliert der arme Recke eines der seltenen Verbündetenplättchen (von denen zu Beginn jeder Überlebende zwei sein Eigen nennen darf). Beim Erreichen der Eckfelder müssen Rick und Co. sogar zwei Begegnungen nacheinander überstehen. Ist dies allerdings erledigt, winkt ein ordentlicher und spielentscheidender Bonus: im Kaufhaus lockt ein zusätzliches Verbündetenplättchen, bei der Polizei gibt es eine Angriffshilfe von +1, der Parkplatz bringt einen Bewegungspunkt mehr und bei der Seuchenzentrale hagelt es neue Ausrüstung.

Walking Dead-RückseiteDer eigentliche Clou von „The Walking Dead“ ist jedoch das Dahinscheiden eines Mitspielers. Hat der Überlebende nämlich keine Verbündetenplättchen mehr und erleidet erneut Schaden, verwandelt er sich und wird zum Beißer. Ab sofort darf er auf der Karte als Untoter herumflitzen, kann besondere Abkürzungen nutzen und darf mit den extrem mächtigen Beißer-Karten um sich werfen. Sein Ziel ist es nun, die anderen Überlebenden gekonnt um die Ecke zu bringen. Sollte er von seinen noch lebenden Mitstreitern aus den Latschen gepustet werden, steht er immer wieder als anderer Untoter auf.

Besonders interessant wird es aber erst, wenn der zweite Überlebende das Zeitliche segnet, denn dann wird das Spiel zum Team-Kampf. Die beiden Überlebenden agieren kooperativ und können sich gegenseitig den Rücken freihalten. Ihr Ziel ist es nach wie vor die vier Plättchen der Eckfelder einzusacken und zum Camp zurückzukehren. Es genügt aber, wenn einer von beiden diese schwierige Aufgabe meistert. Das Zombie-Team gewinnt, wenn alle Überlebenden Matsch sind.

Bei der bereits erwähnten Team-Variante beginnt das Spiel bereits mit zwei Überlebenden und zwei Beißern, die gegeneinander antreten.

The Walking Dead“ bietet keine innovativen Ideen, Tiefgang oder clevere Spielmechanismen, macht aber gerade als No-Brainer ordentlich Spaß. Taktische Entscheidungen sind zwar möglich und nötig, doch das Glück beim Würfeln und Ziehen der Karten herrscht überall vor und kann jede noch so gute Strategie zunichte machen. Dennoch ist es äußerst unterhaltsam, sich als Untote und Überlebende gegenseitig mit üblen Karten zu traktieren, vor allem dann, wenn das anfängliche Einzelspielergerangel zum Team-Spiel mutiert.

Geekometer:

tentakel_6v10

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.