Tausendundeine Nacht

„Tausendundeine Nacht – 1. bis 3. Nacht“ (1)
(Der Hörverlag/SPV)

Der ein oder andere wird sich an dieser Stelle fragen, warum wir „alberne Kindermärchen“ vorstellen, die eh schon jeder kennt – spontan werden den meisten Sindbad, Ali Baba und seine 40 Räuber und natürlich die Disney-Verfilmungen von Aladin und seiner Wunderleuchte einfallen. Aber die Originalgeschichten von „Tausendundeine Nacht“ haben nicht wirklich viel mit Gutenachtgeschichten für die Kleinen zu tun. Jeder, der schon einmal in die überlieferten Erzählungen hineingeschmökert hat, wird an der ein oder anderen Stelle gehörige Gesichtsentgleisungen erlitten haben, spätestens dann, wenn die Gefangene des Djinn die beiden Prinzen bittet, es ihr ordentlich zu besorgen, und zwar so richtig! Denn es war ein erklärtes Ziel von Helma Sanders-Brahms, die die Erzählungen für dieses Hörspiel komplett neu schrieb, die oftmals vergessene und von der christlichen Welt verdrängte erotische Komponente des Zyklus‘ wieder stärker in den Fokus zu rücken. Somit bleibt die hohe Liebe eben nicht nur eine stranguliert-verklemmte platonische, sondern wird zu einer natürlichen körperlichen Form: wild, sehnsuchtsvoll und zuweilen recht derb. Gleichzeitig wurde dem Ganzen eine gute Menge Humor injiziert, wodurch die 165 Minuten dieses ersten Teiles wie im Fluge vergehen und neugierig auf die nächste Märchenrunde machen. So ist es hier gelungen, den Original-Texten neues, modernes Leben einzuhauchen, sie für erwachsene Hörer interessanter zu machen und gleichzeitig ihren orientalischen, traditionellen Charme zu bewahren.

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