Beiträge

Elite Dangerous

Unendliche Weiten

Unzählige Tage, Wochen und Monate flogen Videospieler der ersten Generation mit dem innovativen Science-Fiction-Epos „Elite“ anno 1984 durch das monochrome Vektor-Weltall. Nun hat Urvater David Braben mit seiner Crew von Frontier Developments mit „Elite Dangerous“ nach erfolgreichem Crowdfunding und Jahren der Entwicklung einen vierten Vorstoß in das komplexe Universum gewagt – nach PC und Mac dürfen seit dem 06. Oktober auch Xbox One-Spieler handeln, forschen, kämpfen und staunen.

Elite Dangerous“ hat alles, was auch die Originalversion der Achtziger zu bieten hatte: einen schier unendlichen Kosmos, einen Haufen Gegner, zahlreiche aufrüstbare Schiffstypen, ein forderndes Handelssystem und ein süchtig machendes Spielprinzip. Leider wirkt der vierte Part der Reihe in mancherlei Hinsicht aber auch ein wenig altbacken. Gerade Neulinge, die dem Charme der Commodore-64- oder Apple-Version aus Altersgründen noch nicht erliegen konnten, werden ohne jegliche Vorbereitung und Sicherheitsvorkehrung ins All geschubst, um dort aus den eigenen Fehlern zu lernen und durch Ausprobieren klug zu werden … oder aber überfordert die Laserflinte ins Korn zu werfen. Ein Tutorial oder ein erstes Einstiegszenario wären wünschenswert gewesen, um Spieler langsam an den riesigen Umfang heranzuführen. Immerhin gibt es einige Trainingsmissionen, Hilfestellungen in Form von Videos und ein beratendes Handbuch – eine zeitgemäße Einführung ersetzt dies aber nicht.
Ist diese Hürde jedoch übersprungen, die Steuerung des eigenen Raumschiffs verinnerlicht und die erste Landung auf einer Raumstation gelungen, dann saugt „Elite Dangerous“ den Spieler vollkommen auf, lässt ihn teilhaben an einer riesigen, lebendigen Welt. Über ein Nachrichtensystem kann der Pilot sich über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden halten, sich in politische Konflikte einmischen und damit den Lauf der fiktiven Geschichte beeinflussen. Jeder einzelne Raumkapitän kann mit seinen Taten das Zünglein an der dynamisch regierenden Weltenwaage sein. Gelingt ein Aufstand oder wird er von der herrschenden Obrigkeit niedergeschlagen? All das wird von der Community entschieden.

Wer dem Trubel des Zeitenlaufs entfliehen will, kann aber einfach auch als Händler durch das grafisch beeindruckende Weltall segeln. Wer aber keine Lust auf langwierige Geschäftsreisen hat, versucht sich vielleicht lieber als Schmuggler – mit den jeweiligen strafrechtlichen Konsequenzen. Natürlich gibt es ausreichend Piraten, die die Handelsrouten unsicher machen und entweder geschickt umgangen oder mutig bekämpft werden müssen. Dabei ist vor allem die eigene Ausrüstung von Bedeutung, wobei nicht nur neue Schilde, Waffen und andere technische Gimmicks für den persönlichen Weltraumboliden erstanden werden können, sondern auch die Verteilung der Schiffsenergie auf Schilde oder Waffen von taktischer Bedeutung ist. Der Kampf ist letzten Endes zwar physikalisch nicht wirklich realistisch, macht aber eine Menge Spaß, geht vor allem mit dem Joypad gut von der Hand und lässt Veteranen angesichts der vielen Erinnerungen an zurückliegende Dogfights feuchte Äuglein bekommen. Wer diese Scharmützel liebt und meistert, kann gewiss auch die Laufbahn eines Freibeuters einschlagen und arglose Frachter und Händler in Stücke schießen. Auch als Kopfgeldjäger kann eine Menge Ansehen und Kohle gewonnen werden, denn das Verbrechen ist bekanntlich immer und überall.

Für Abwechslung sorgen zahllose Zufallsmissionen, die den Spieler gerade zu Beginn vor spannende Herausforderungen stellen. Allerdings nutzt sich die anfängliche Faszination der Aufträge schnell ab und „Elite Dangerous“ beginnt etwas an der kaum vorhandenen Story zu kranken. Es fehlt ein komplexer Rahmen, ein mitreißender Plot oder eine motivierende Meta-Geschichte. Sieht man jedoch über diese kleinen Mängel hinweg und erfreut sich an der grandiosen Cockpitaussicht, den zahlreichen steuerbaren und umrüstbaren Gefährten, dem tollen Fluggefühl, dem einzigartigen Flair und den endlosen Sternenerkundungen, entführt „Elite Dangerous“ in ein göttliches Weltraumnirwana in dem geflogene Stunden wie Minuten erscheinen.

Geekometer:

tentakel_8v10

 

 

 

Planetenkunde

Mit der Erweiterung „Elite Dangerous: Horizons“ dürfen PC- und Mac-Piloten Ende des Jahres planetare Landemissionen durchführen, um nach Mineralien, abgestürzten Schiffen, Notsignalen und Außenposten zu suchen. Sogar Angriffe können bei den Bodenmissionen koordiniert werden.
Mit dem Oberflächenfahrzeug „Scarab“ können die einzelnen Himmelskörper erforscht und weitere Bodenaktionen eingeleitet werden. Für 2016 kündigen Frontier Developments weitere zusätzliche Features an, um den gewaltigen Spielumfang noch weiter auszubauen.

Verlosung: Elite Dangerous

Elite_Dangerous_CoverAuf zu neuen Welten

Ian Bell und David Braben revolutionierten 1984 mit „Elite“ das Spielegenre. Die innovative Verknüpfung aus Wirtschaftssimulation und Weltraumballerei war einzigartig, bockschwer und faszinierend. Das Konzept wurde etliche Male kopiert, blieb aber unerreicht. Im letzten Jahr erschien mit „Elite Dangerous“ eine Portierung ins neue Jahrtausend – direkt aus der Hand des Meisters, David Braben. Anfangs kamen nur Windows-Jünger in den Genuss des komplexen SciFi-Epos, aber seit einigen Wochen dürfen auch Mac-OSX-Nutzer in die Weiten des Weltalls vordringen.

Der Publisher Frontier Developments hat uns drei Steamcodes für „Elite Dangerous“ zur Verfügung gestellt, die sowohl für die Mac- als auch für die Windows-Version genutzt werden können (jeweils im Wert von 49,99 Euro). Wer mitmachen möchte, trage sich am Ende dieser Seite ein und bete zu den großen Alten. Die Aktion läuft noch bis Freitag, 25. September 2015.

Wer Elite nicht kennt, der findet hier eine kurze offizielle Zuzsammenfassung:

„Entdecke in deinem eigenen Raumschiff eine unbarmherzige Galaxie.
Mit nichts als einem kleinen Raumschiff und ein paar Credits machst du dich auf, um dir das Können, das Wissen und die Macht anzueignen, die du brauchst, um zur Elite zu gehören.

400 Milliarden Sternensysteme. Unendliche Freiheit. Jeder ist ein Pionier.
Wir schreiben das Jahr 3300. Vor dir liegen die unvorstellbaren Weiten einer fantastischen, maßstabsgetreuen Nachbildung unserer Milchstraße. Interstellare Rivalitäten flackern auf, wenn die galaktischen Supermächte ihre Stellvertreterkriege führen.

Manche werden sich mit dir verbünden – für andere bist du ein Pirat, ein Kopfgeldjäger, ein Schmuggler, ein Erkunder, ein Mörder oder ein Held … Schlag dich allein durch oder fliege Seite an Seite mit deinen Freunden. Egal, ob du für eine Sache brennst oder deinen eigenen Weg gehst – durch dein Handeln veränderst du die Galaxie um dich herum und schreibst dein eigenes Kapitel ihrer unerschöpflichen Geschichte.“

Gewinnspielteilnahme

5 + 3 = ?

Total War: Attila

Total War: Attila

Die Welt wird brennen

Total War: Attila

Total War: Attila

Im Jahr 2000 verblüfften die Entwickler von The Creative Assembly erstmals mit ihrem vielschichtigen wie komplexen Strategie-Epos „Total War„, das seinerzeit ins feudale Japan entführte. Es folgten Ausflüge ins Mittelalter, in die Antike, ins Kolonialzeitalter und Schlachten an der Seite Napoleons. Jetzt geht es mit „Total War: Attila“ hinein in die turbulente Völkerwanderungsepoche, eine Zeit, in der Roms Macht mehr und mehr zu schwinden begann.

Nachdem die beiden Söhne Kaiser Theodosius‘ anno 395 n. Chr. das gewaltige römische Großreich unter sich aufgeteilt hatten, schritt der Verfall dieser beispiellosen Hochkultur weiter voran. Schon die vorherigen Jahrhunderte waren von Krisen und schweren innen- wie außenpolitischen Problemen gezeichnet – wie beispielsweise die Niederlage in Adrianopel im Jahre 378 –, aber Theodosius I. war es immerhin gelungen, den Osten des Imperium Romanum zu stabilisieren. Seine Söhne hatten weniger Glück und alleine Rom wurde 410 von den Westgoten und erneut 455 von den Vandalen geplündert – die einstige Millionenmetropole schrumpfte bis zum Ende des 5. Jahrhunderts auf etwa 200.000 Einwohner zusammen.

Erhalten oder niederreißen
In „Total War: Attila“ kann sich der Spieler entweder auf die Seite Roms stellen und das gewaltige Reich vor der drohenden Apokalypse bewahren, oder aber auf einem der Rösser der osteuropäischen Reitervölker Platz nehmen und mit einer riesigen Horde den Untergang Roms besiegeln. Sowohl das Ost- als auch das Weströmische Imperium können zu Beginn auf zahllose Ländereien und Ressourcen zurückgreifen, müssen sich dafür aber mit politischen Intrigen und Rangeleien herumschlagen. Als Hunnenkönig oder Gotenführer darf man dagegen von den neu entwickelten „Horde Mechanics“ des Spiels Gebrauch machen. Denn als mobiles Reitervolk ist man nicht an eine feste Siedlung oder Ländereien gebunden, sondern kann jederzeit und überall ein Lager aufschlagen – und wieder abbrechen, wenn es die strategische Lage erfordert. Sollte man dennoch einmal in einer eroberten Stadt sesshaft geworden sein, führt eine Zerstörung der Bleibe durch den Feind oder das Verlassen derselben nicht zum Untergang, sondern die eigenen Truppen kehren zu ihrem anfänglichen Hordenstatus zurück und können munter weiterziehen. Neu ist auch, dass die Reitervölker eine Stadt dem Erdboden gleichmachen können, um sie im Notfall nicht dem Gegner zu überlassen.

Tradition und Innovation
„‚Mit ‚Total War: Attila‚ haben wir ein ‚Total War‚-Spiel entwickelt, das Fans der Serie herausfordern und in seinen Bann ziehen wird“, so Janos Gaspar, der Projektleiter bei Creative Assembly. „Wir bringen einige Features zurück, die bei Fans der Serie sehr beliebt waren, wie beispielsweise Stamm- und Fähigkeitenbäume, und verbessern viele der ‚Total War‚-Kernaspekte, die ihnen ebenfalls wichtig sind. Aber um dieses Zeitalter wirklich zum Leben zu erwecken, bieten wir ihnen darüber hinaus viele neue strategische Optionen an, wie etwa ein erweitertes Straßenkampfsystem, Zivilisten, vollständige Zerstörung von Siedlungen und dynamische Feuer, die sich rasant in einer hart umkämpften Stadt ausbreiten können. Um allen Widrigkeiten zum Trotz zu überleben, werden Spieler an die Grenzen ihrer Fähigkeiten gehen müssen – und sie werden jede einzelne Minute davon genießen.“

Natürlich wurden die herausragenden Tugenden der Reihe beibehalten und so kann das eigene Volk und Reich wieder auf zweierlei Arten verwaltet werden. Das Hauptgeschehen findet in rundenbasierender Ruhe auf einer riesigen Weltkarte statt. Hier kann nach Belieben geschaltet und verwaltet werden. Diplomatie, Truppenbewegungen und andere strategische Optionen werden hier geplant und ausgeführt. Erst wenn es zu einer Schlacht kommt, schaltet das Spiel in den Echtzeit-Modus und der Herrscher muss sich auf Augenhöhe seiner Armeen begeben und unter massivem Zeitdruck bedeutende und schlachtenbestimmende taktische Entscheidungen fällen.

Die optimierte Geißel Gottes
Um von den zahlreichen Möglichkeiten von „Total War: Attila“ nicht erschlagen zu werden, helfen und begleiten den Spieler jederzeit etliche Berater. Diese überwachen das Spielgeschehen und mischen sich gegebenenfalls mit Tipps und Vorschlägen ein. Praktischerweise sind die Ratgeber justier- bzw. einstellbar, so dass diese an die Fähigkeiten des Herrschers angepasst werden können und erfahrenere „Total War„-Jünger nicht mit andauernden Kommentaren nerven.

Darüber hinaus hilft die neue „Aide de Camp“-Funktion dem Feldherrn, die Übersicht zu bewahren. Denn wer an verschiedenen Fronten in Belagerungen und Schlachten steckt, kann schnell einmal wichtige strategische Umbrüche übersehen. Kracht also irgendwo die Mauer einer beschossenen Feste ein, wird der Spieler nun entsprechend darauf hingewiesen. Belagerungen sind aber generell eine sehr aufreibende Angelegenheit, die von den Entwicklern ebenfalls deutlich optimiert wurde. So können längere Belagerungen dazu führen, dass es zu internen Problemen durch Unterversorgung oder den entsprechenden erhöhten sozialen Druck kommt. Eine Eskalation ist da nicht ausgeschlossen.

Erfreulich ist auch, dass der Spieler die Siegbedingungen des Spieles an die eigenen Wünsche anpassen kann. Das kriegerische Niederbrennen feindlicher Siedlungen ist zu brutal? Dann bietet sich ein Sieg durch kulturelle Überlegenheit an, oder möchte sich der Kaiser doch eher als erfolgreicher Ökonome hervortun? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten als Triumphator aus dem Weltgeschehen hervorzugehen! Neben dem Oströmischen Reich lassen sich übrigens auch u.a. Goten, Vandalen, Sassaniden, Sachsen und Franken durch die Völkerwanderung steuern – und mit der Erweiterung „Viking Forefathers“ kommen sogar noch Gauten, Dänen und Jüten hinzu.

Die viele Millionen Mal verkaufte „Total War„-Reihe geht am 17. Februar 2015 für Windows PCs und Macs in die nächste Runde und setzt ihre Erfolgsgeschichte mit „Attila“ eindrucksvoll fort. Historische Authentizität und ein packendes Spielerlebnis gehen einmal mehr Hand in Hand, gepaart mit einer atemberaubenden grafischen Pracht und einer dichten, beängstigenden Atmosphäre.

Geekometer:

tentakel_8v10

Blood Royale

Blood Royale - FrontDas Blut der Könige

Zu einer Zeit, als man in Deutschland noch immer den hundertsten Aufguss von Monopoly oder inhaltslose Gesellschaftsspiele für die ganze Familie rauf und runternudeln musste, blühte in Übersee bereits ein bunter und vielseitiger Spielemarkt. Ein Klassiker aus dem Jahre 1987 und nach wie vor gefragtes Brettspiel ist „Blood Royale“ vom Giganten Games Workshop, das auch nach über zwei Dekaden nichts von seinem vielseitigen Reiz eingebüßt hat.

3 bis 5 Spieler dürfen sich dabei tief ins Mittelalter des 14. Jahrhunderts stürzen, um dem Sieg in Form des majestätischsten Staatsschatzes entgegenzustreben. Jeder Mitstreiter übernimmt dabei eines der großen Reiche des Abendlandes – Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und England – und steuert ein ganzes Adelsgeschlecht samt seiner Nachkommen durch die Dekaden. Jede dieser Nationen unterteilt sich wiederum in zehn einzelne Regionen. Diese Ländereien bringen dem Herrschergeschlecht frei wählbare Steuern ein, die den Staatshaushalt stützen und das Ausheben von Truppen oder den Bau von Schiffen ermöglichen. Gleichzeitig erzeugen einige Regionen eines der fünf Handelsgüter wie Eisen, Wolle, Korn und Luxusgüter. Diese können allerdings nur in bestimmten Kombinationen zu Barem gemacht werden – und gemeiner Weise kann kein Reich ein solches Set alleine produzieren. Folglich ist man auf Handel und Diplomatie angewiesen und muss mit den anderen Spielern Verträge ausarbeiten.
Beginnend beim Jahre 1300 startet jeder Spieler mit einem eigenen fiktiven Adelshaus, bestehend aus einem König, seiner Gattin und einer unbestimmten Zahl an Kindern. In Fünfjahresschritten schreitet man Runde für Runde voran, darf dabei seine Familie vergrößern, muss aber gleichzeitig um seinen stetig alternden König bangen. Jeder Blaublütige hat wie in einem Rollenspiel Charakterwerte und kann das Herrschaftsgebiet auf dem Schlachtfeld durch Stärke und in der Politik durch Führungskraft unterstützen. Heiraten zwischen den einzelnen Reichen binden die Parteien an feste Verträge, sichern Frieden oder bilden Pakte gegen gemeinsame Feinde.
Natürlich dürfen auch Armeen in der Weltgeschichte herumbewegt und Handelsgüter über die Meere transportiert werden. Doch durch die abwechslungsreichen Ereigniskarten können die zahlreichen strategischen Planungen und Abkommen ins Wanken geraten. Eine Rebellion im Hinterland bremst einen Feldzug unschön aus, während der Ausbruch der Pest oder Hungersnöte ebenfalls nicht unbedingt für Freude sorgen. Der Papst kann zudem jederzeit junge Prinzen zum Kreuzzug beordern, Vasallen können sich lossagen und Stürme die Handelsflotten versenken.
Ein großartiges aber auch komplexes Spiel, das mehrere Stunden Spielspaß verspricht und Strategie und Diplomatie erfordert, dabei gleichzeitig auch rollenspielerische Elemente in sich trägt. Englischkenntnisse sind allerdings vorausgesetzt, da das schwer erhältliche mittelalterliche Epos leider nie in deutscher Sprache erschienen ist.

Bewertung:

tentakel_10v10