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Bard’s Tale

Bard's_Tale_GameSkara Brae ruft!

Es ist 3o Jahre her – eine ganze Generation an Gamern ist seither geboren worden -, da kämpften sich stolze Besitzer eines C-64 durch stickige Pixeldungeons und sangen sich quer durch monströse Gegnerhorden. Der erste Teil der „The Bard’s Tale“-Trilogie aus dem Hause Interplay lockte unzählige Rollenspielfans vor ihre 37-cm-Schwarz-Weiß-Fernseher, ließ sie Hausaufgaben vergessen, Schule schwänzen und Freunde versetzen. Nach dem zweiten (1986) und dritten Teil (1988) versank die Reihe in den Untiefen der umkämpften und stets im Wandel befindlichen digitalen Spielewelt, um einige Male neugierig den Kopf aus den Bits-und-Byte-Haufen zu stecken. Doch alle Versuche einer angemessenen Fortsetzung schlugen bisher fehl.

Das Entwicklerteam von inXile entertainment rund um Brian Fargo (bisher verantwortlich für das großartige „Wasteland 2“ und „Torment“) hat nun über Kickstarter einen neuen Anlauf gewagt, den Klassiker mit einem würdigen vierten Teil weiterzuführen. Und auch wenn die crowdgefundete Finanzierung mit knapp 30.000 Teilnehmern bereits in trockenen Tüchern ist, gilt es noch einige Stretch Goals, also Zusatzfeatures des Spiels, freizuschalten. Wer sich also an der Realisierung von „The Bard’s Tale IV“ beteiligen und schon jetzt eine Kopie des Spiels sichern möchte, der folge dem weißen Kaninchen oder klicke einfach hier.

 

Deus Ex: Mankind Divided

DXMD_Key_Art_-_ONLINE_-_wLogo_1434566402Es wird dystopisch

Anfang April hat Publisher Square Enix bereits erste Infos zu dem dystopischen Cyberspace-Actioner „Deus Es: Mankind Divided“ (wir berichteten) herausgegeben, jetzt haben sie zur E3 einen neuen Gameplay-Trailer veröffentlicht, den wir euch nicht vorenthalten wollen.

Bisher gehörte „Half Life“ zur Krönung der finsteren Science-Fiction-Settings, aber mit dem neuen „Deus Ex“ wird die Legende wohl endgültig den Platz räumen müssen. „Mankind Divided“ sieht nicht nur fantastisch aus, der Trailer offenbart auch, wie viel Liebe schon jetzt in dem Spiel steckt. William Gibsons „Neuromancer“ wird hier ebenso lebendig wie George Orwells „1984“. Beklemmung, Überwachung, Hoffnungslosigkeit, Gewalt … der Kanon düsterer Bauelemente ließe sich beliebig fortsetzen.

Doch „Deus Ex: Mankind Divided“ wird nicht nur mit einem unglaublich einnehmenden Setting überzeugen, sondern macht auch vom Gameplay her schon jetzt eine unglaublich gute Figur. Egal ob die Levels schleichend bestritten werden sollen der wild um sich ballernd – der Spieler hat stets die Wahl und die einzelnen Missionen bieten etliche Lösungsansätze. Wir zählen weiterhin die Tage …

 

Shadow Warrior 2

Shadow Warrior 2Lecker Monsterhack

Ego-Shooter sind zu einer komplizierten und komplexen Angelegenheit geworden. Aufträge und die damit verknüpften Level können auf unterschiedliche Weise angegangen und gelöst werden. Die Fertigkeiten des virtuellen Alter Egos können in rollenspielartiger Manier ausgebaut und gesteigert werden. Und sogar die eigenen Schießeisen lassen sich mannigfaltig aufrüsten. Das Remake des ursprünglich 1997 für MS DOS und Mac OS erschienene Ballerspiel „Shadow Warrior“ aus dem Hause 3D Realms („Duke Nukem“) macht einen weiten Bogen um diesen Firlefanz und serviert feinste Old-Shool-Action Marke Hirn-aus-Knarre-raus. Mit Katana und dickem Waffenarsenal bestückt, darf sich der Spieler durch eine spaßige Kampagne kämpfen und ganze Gegnerhorden in blutigen Pixelmatsch verwandeln. Dumme Sprüche gibt es zur heiteren Hackerei kostenlos dazu.

Nun haben die polnischen Entwickler Flying Wild Hog, die bereits für den gelungenen und ironischen Reboot verantwortlich zeichnen, einen neuen Teil angekündigt, der noch mehr Geschnetzel, noch mehr Monster und noch mehr Spieler ankündigt. „Shadow Warrior 2“ wird sich tatsächlich im kooperativen 4-Spieler-Modus gemeinsam bestreiten lassen – da bleibt zu hoffen, dass sich die Osteuropäer der Konsolentugenden erinnern und zumindest einen 2-Spieler-Splitscreen liefern.

Wer den ersten Teil noch nicht gespielt hat, der kann hier noch einmal einen Blick auf den Trailer zum Debüt werfen:

Total War Warhammer

Total War WarhammerRule the world

Segas „Total War“-Reihe gehört zur Speerspitze der Strategie- und Taktikgefechte. Auf clevere Weise kombinieren die Macher Echtzeitaction, Rundengeknobel, Diplomatie, Aufbau und Wirtschaft zu einem schlüssigen Ganzen und nicht zuletzt auch zu einem durch und durch packenden Erlebnis.

„Shogun: Total War“ legte anno 2000 den Grundstein für die Erfolgssaga und in regelmäßigen Abständen legten die Kreativköpfe bei The Creative Assembly Erweiterungen oder Fortsetzungen nach. So ließ sich in verschiedenen Epochen und Kulturen um die Weltherrschaft streiten. Nach all diesen historisch weitestgehend fundierten Ausflügen in die Vergangenheit, macht sich das Tochterunternehmen mit dem nächsten Teil der Serie in neue Gefilde auf: ins fantastische „Warhammer“-Setting. Und der neue E3-Trailer fasst diesen Wechsel gekonnt und bewegend zusammen. Jetzt heißt es nur noch warten …

Xbox One Abwärtskompatibilität

xbox360-03Mehr Platz im Wohnzimmer

Zocker kennen das Problem: das eigene Wohnzimmer wird zum heiligen Konsolentempel. Wo sich beim Gelegenheitsspieler gerade mal eine PlayStation4 in die Tiefen der aufgeräumten Fernsehmöbel verirrt hat, muss der Vielspieler mit überquellenden Regalen kämpfen. Wohin mit dem N64, was machen mit dem Sega Saturn? Und brauche ich noch meine Xbox 360, wenn ich die Xbox One schon hier stehen habe?

Immerhin ein Problem hat Microsoft jetzt gelöst und diesen kleinen aber feinen Geniestreich gestern auf der E3 in Los Angeles verkündet: zu Weihnachten schenken uns die Redmonder eine Abwärtskompatibilität der Xbox One zur Xbox 360. Sobald also die bunten Christbäumchen geschmückt werden, darf die eigene X1 mit zahllosen Spielen der Old-Gen-Ära zugestopft werden, ganz gleich ob online erworbene oder Disk-basierende Spiele. Damit lassen sich endlich auch einige 4-Spieler-Splitscreener zum gemeinschaftlichen Mehrspielerdaddeln auf die Xbox One zaubern, denn die Xbox 360 hat trotz schwächerer Rechen- und Grafikpower einige edle Werke im Programm. Wir sind der Meinung: das wird spitze!

DOOM kehrt zurück

Immer mitten in die Fresse rein

Morgen beginnt sie, die Electronic Entertainment Expo, kurz E3, die wohl wichtigste Computerspielmesse der Welt. Im Los Angeles Convention Center öffnet sich ein weiters Mal die Pforte in den Himmel der Zocker, in das Paradies der Bits und Bytes. Täglich werden etliche neue Titel vorgestellt, große Reden geschwungen und Spiele im Entstehungsprozess vorgeführt.

Ein absolutes Highlight dabei ist Bethesdas neuer Aufguss der Urgroßmutter der Ballerspiele: „Doom“. Zeit zum Verstecken, zum Taktieren oder zum Denken brauch es in dem First-Person-Shooter auch dieses Mal nicht, denn die Devise ist ein weiteres mal ballern und bollern! Ein dickes Waffenarsenal soll zum Launch im Frühjahr 2016 für große Freuden sorgen, denn mit jeder Knarre lassen sich die zahllosen dämonischen Horden anders zerpusten. Da spritzt nicht nur das Blut durch die Luft, sondern fliegende Körperteile gehören ebenfalls zum guten Ton. Aber es darf nicht nur im Fernkampf gesplattert werden, mit etlichen Nahkampfmoves lassen sich Dämonenschädel zermatschen, Gliedmaßen zerhacken und riesige Ungetüme zersägen.

Logisch, dass das Geschlachte auch wieder in flotten Mehrspielerarenen ausgetragen werden kann. Über den „SnapMap“-Editor lassen sich sogar eigene Levels ohne viel Aufwand kreieren, die dann leergefegt werden müssen. Ach ja, ein wenig Handlung gibt es sogar auch noch, wieder irgendwo auf dem Mars und wieder ist irgendeine Hölle aufgegangen. Egal, durchladen und amoklaufen.

Magicka 2

Zauber dir einen

Es ist wieder Zeit seine Kameraden zu grillen. Wahlweise mit einem ordentlichen Feuerball oder vielleicht mit einem arkanen Blitzgewitter? Im Januar 2011 ließ das von acht schwedischen Studenten entwickelte „Magicka“ die Herzen Hunderttausender Möchtegern-Zauberer höher schlagen. Jetzt legt Entwickler Paradox nach und holt zu einem zweiten Streich aus.

In Aldrheimto hat der große Krieg der Zauberer deutliche Spuren hinterlassen: Die wenigen Überlebenden sind verrückt oder feindselig geworden, das Böse liegt wie ein Fluch auf der schrulligen Fantasiewelt. Um die Dunkelheit zu bezwingen und ein sagenumwobenes Kind zu finden, übernehmen Spieler die Kontrolle eines Zauberers und verbünden sich mit anderen Magiebegabten.
Indem die Beteiligten ihre individuellen Zauberkräfte kombinieren, befreien sie die an die nordische Mythologie angelehnte Kulisse nach und nach von dem Bösen. Aber Vorsicht: Der Schuss kann auch nach hinten losgehen! Teilnehmer sind nämlich nicht vor den Angriffen ihrer Freunde geschützt – eine „Magicka 2„-Eigenheit, die vor allem in Gesellschaft für herrlich abstruse Situationen sorgt, lassen sich sämtliche Levels und Modi doch mit bis zu vier Benutzern spielen. Schadenfreude ist also vorprogrammiert, wenn sich Team-Mitglieder dank der stets aktiven Friendly-Fire-Funktion „rein zufällig“ gegenseitig niederstrecken. Gerade der Mehrspielerpart ist das Herzstück des Zauberspaßes und bietet eine ganze Reihe an Annehmlichkeiten und Modi.
„Millionen von Menschen haben das erste ‚Magicka‚ geliebt, sogar nachdem ihre Freunde sie mit einem ‚versehentlichen‘ Feuerstrahl in die Luft gejagt haben“, schwärmt Fredrik Wester, Geschäftsführer von Paradox. „Das neue Kapitel in der ‚Magicka‚-Saga bietet Neuerungen im Gameplay und Personalisierungsoptionen, wunderschön präsentiert und animiert für den PC. Unsere Spieler werden ihre Zauberer kontrollieren wie sie möchten, vorausgesetzt ihre Kameraden leben so lange.“
Magie ist, wie der Name bereits andeutet, das zentrale Element des Spiels. Denn die acht Elemente Wasser, Leben, Schild, Kälte, Blitz, Arkan, Erde und Feuer können vom Spieler nahezu beliebig kombiniert und damit zu einzelnen Sprüchen geformt werden. Nicht immer entsteht aus einer Verbindung verschiedener Elemente ein sinnvoller Effekt, aber mit viel Ausprobieren und Übung lassen sich so die verrücktesten Hexereien basteln.
Logisch müssen auch ein paar Rätsel gelöst und tonnenweise Monster aus dem Weg geräumt werden. Damit Trolle, Goblins, Ghoule, Baumgeister, Totenbeschwörer, Elementwesen und anderes Geschmeiß die Gemeinschaft der lustigen Magiere nicht zu schnell in Stücke hauen, dürfen sich die Zipfelmützenträger mit einer großen Auswahl an Roben, Stäben und Waffen ausstaffieren. Denn die Magier wurden nicht nur im Wirken von Magie unterwiesen, sie können sich durchaus auch mit den handelsüblichen Fantasywaffen zur Wehr setzen – und diese sogar noch mit den eigenen Kräften verstärken. Ein Feuerschwert oder eine Eisklinge macht doch mehr her als ein primitiver Stahlprügel. Wer sich die schicke Boxversion aus dem Hause Koch Media zulegt, bekommt gegenüber der reinen Steam-Variante noch die drei exklusiven Ingame-Items des Kriegsfürsten geschenkt: eine galante Robe, ein fetziger Stab und ein schnittiges Schwert.
Glitzernde Schilde, Kältebolzen, Erdwälle oder flammende Explosionen müssen natürlich knackig dargestellt werden. Um das fulminante Geschehen optisch eindrucksvoll präsentieren zu können, hat Paradox eigens eine neue Engine entwickelt, die „Magicka 2“ ordentlich funkeln lässt. „Das Feuer brennt heißer, Todesstrahlen glühen stärker und am wichtigsten ist natürlich, dass man sich jederzeit schnell und einfach mit seinen Freunden vereinen und flotter Unheil über Midgard bringen kann“, schwärmt der Entwickler. Bei alledem nimmt sich „Magicka 2“ – wie sein Vorgänger – selbst nicht allzu ernst und schafft so ein willkommenes Gegengewicht zu der im Hack’n’Slay- und Action-Rollenspiel-Bereich vorherrschenden Humorlosigkeit. Da ist beispielsweise der im ersten Teil als Erzähler fungierende Vlad, der gar nicht oft genug betonen kann kein Vampir zu sein, obwohl seine Zugehörigkeit zu den Blutsaugern offensichtlich ist. Kurzweiliges Fantasygeschnetzel!

Geekometer (im Mehrspielermodus):
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Halo vs. Call Of Duty

Halo_VS_Call_of_Duty_-_YouTubeKampf der Titanen

Der Krieg der Konsolen gehört zum guten Ton der Zockerszene. Ist die PlayStation 4 die beste Daddelkiste oder doch Microsofts Xbox One? Nintendos WiiU spielt dabei leider keine wirkliche Rolle mehr …

Danny und Michael Philippou haben die Streitereien in einem kleinen aber feinen Filmchen auf den Punkt gebracht und lassen stellvertretend für die Giganten ein paar „Call Of Duty“-Spieler gegen den Masterchief antreten. In dem kurzen Clip steckt viel Arbeit, Liebe und herrlicher Unfug.

 

Baldur’s Gate 2 Enhanced Edition

Schatten von Amn

Das Ende März erschienene und über Crowdfunding finanzierte Computerrollenspiel „Pillars Of Eternity“ ist der Beweis: Old-School-RPGs mit isometrischer „Obendraufsicht“ gehören noch lange nicht zum alten Eisen. Zu dieser Erkenntnis ist der deutsche Indie-Publisher Koch Media auch gelangt und hat den Klassiker „Baldur’s Gate II“ als Enhanced Edition von den Totgeglaubten zurückgeholt und neu belebt.

1998 sorgte „Baldur’s Gate“ für einen Boom der PC-Rollenspiele. Basierend auf dem Regelwerk des Pen & Paper-Urgroßvaters „Advanced Dungeons & Dragons“ entführte das erste Rollenspiel mit BioWares beliebter Infinity-Engine in die faszinierende Kampagnenwelt der Vergessenen Reiche, genauer gesagt auf den Kontinent Faerûn zur Schwertküste. Bereits zwei Jahre später legten die Jungs von BioWare mit „Baldur’s Gate II“ einen Nachfolger vor, der die Vorzüge des Erstlings konsequent ausbaute und kleine Schwächen eindämmte. Die kanadischen Entwickler hatten in jeder Hinsicht dazugelernt und servierten ein episches Spielerlebnis, das den Namen Rollenspiel – im Gegensatz zu den meisten Vertretern des Genres – wirklich verdient. Denn im Zentrum der Abenteuer steht nicht nur stupides Aufleveln, Monster Niederstrecken und Schätzehorten, sondern liebevoll ausgearbeitete Charaktere, deren (Hintergrund-)Geschichten und eine komplexe Story. Streitereien und Sticheleien sind in der bis zu sechs Helden zählenden Gruppe vorprogrammiert, da die unterschiedlichen Persönlichkeiten ihre eigenen Meinungen und Moralansichten haben und manchmal auch vehement vertreten.

Dabei hat der Protagonist Probleme genug – dieser kann übrigens neu entworfen oder von „Baldur’s Gate“ importiert werden. Er erwacht im Verließ des Magiers Joneleth Irenicus. Der ist aus der Gemeinschaft der Elfen von Suldanessalar geworfen worden und plant nun kurzerhand zum Gott aufzusteigen, um sich ganz fürchterlich an seinen Schmähern zu rächen. Zum Glück wird der Held aber von dessen Halbschwester Imoen befreit und entkommt nach Athkatla, in die Hauptstadt des südlich von Baldurs Tor gelegenen Reiches Amn. Und wie es sich für einen richtigen Helden gehört, beschließt er die finsteren Pläne des Herrn Irenicus zu vereiteln, wobei er selbst mit seiner Herkunft zu kämpfen hat. Schließlich ist er ein Erbe Bhaals, Gott des Mordes, und beginnt zunehmend seiner Abstammung zu verfallen …

„‚Baldur’s Gate II‚ gilt für ambitionierte Rollenspieler auch heute noch als Legende“, rühmt Koch Media den Titel und hat in jeder Hinsicht Recht. Die neue Enhanced Edition bindet das offizielle Add-on „Thron des Bhaal“ von 2001 ein, wurde aber um die neue „Black-Pit“-Kampagne erweitert, in der die Spieler verschiedene Arena-Kämpfe überstehen müssen. Vier neue Gefährten harren zudem in eigenen Nebenaufträgen ihrer Entdeckung. Aber auch technisch wurde die „Baldur’s Gate II Enhanced Edition“ runderneuert, so dass jetzt auch Breitbildschirme unterstützt werden und Mehrspieler-Matches möglich sind. Auf in die Vergessenen Reiche, das Abenteuer wartet.

Geekometer:

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Role Play Convention 2015

RPC-logoGrenzenlose Spielwelten

Seit 2007 gehört die jährlich stattfindende Role Play Convention zu den Höhepunkten der Spielwelt. Die Nerdonomicon-Crew war vor Ort, um den Zauber der fantastischen Zusammenkunft zu ergründen.

Am Samstag, den 16. Mai öffnete die Koelnmesse ihre Pforten für ein buntes und gespannt wartendes Völkchen, das nicht nur aus weiten Teilen Deutschlands, sondern auch aus den umliegenden Ländern angereist war. Leibhaftige Elfen und andere Fantasy-Vertreter gehörten ebenso dazu, wie Star-Wars-Persönlichkeiten, Manga-Charaktere, Comic-Helden, mittelalterlich Gewandete, Metal-Fans, bebrillte Vollnerds oder gewöhnliche Otto-Normal-Spieler. Sie alle sollten für das komplette Wochenende in Halle 10 ein vielseitiges An- und Aufgebot vorfinden, das Workshops, Turniere, Bandauftritte, Probespielrunden, Präsentationen, Lesungen, Filmvorführungen und vieles mehr beinhaltete und in seiner Gänze unmöglich vollständig wahrzunehmen war. Liebhaber komplexer Tabletop-Spiele kamen ebenso auf ihre Kosten wie Rollenspieler, LARPer oder auch Fans unterhaltsamer Brett- oder Kartenspiele. In kleinen Gruppen konnten Interessierte in einzelne Titel wie „Earthdawn„, „Pathfinder“ oder „Iron Kingdoms“ hineinschnuppern, durften sich in fordernden Partien (wie „Mage Wars„) bekämpfen, sich beim Kartenklopfen mit „Smash Up“ schieflachen oder aber sich sogar in die Geheimnisse des LARP einführen lassen. Besonders beeindruckend war die Präsentation des ursprünglich über Crowdfunding finanzierten Strategiespiels „Golem Arcana„. Auf variablen Schlachtfeldern und mit unterschiedlichen Missionsaufgaben müssen sich hier zwei Kontrahenten mit ihren detailliert designten Spielfiguren bekämpfen. Ihre Golems sind mit einer App auf dem Handy oder Tablet gekoppelt, das nicht nur das gesamte Spielgeschehen überwacht, sondern auch alle Regelmechanismen und die anfallenden „Buchhalteraufgaben“ übernimmt. Das Durchackern ellenlanger Regelwerke bleibt dem Golemlenker damit erspart und auch beim Gefecht bedarf es keiner schwierigen Berechnungen mehr – der Computer springt bei diesen Punkten zuverlässig ein. Bisher sind hierzulande zwei Erweiterungen über Pegasus erhältlich – in den USA gibt es jedoch schon deutlich mehr Material zum Nachlegen.

Aber auch Liebhaber rasanter Pixelwelten konnten sich über einige Höhepunkte freuen. Das brachiale Fantasy-Football-Gebolze „Blood Bowl 2“ konnte weltexklusiv auf Sonys PlayStation 4 angezockt werden – und machte schon im Beta-Stadium eine kernige Figur. Sehr imposant war auch der „Diablo„-ähnliche Actionkracher „Victor Vran“ vor schicker Steampunk-Kulisse, bei dem der Spieler aber auch über die Springentaste höhergelegene Levelbereiche erreichen oder kleine Hindernisse überwinden kann. Ungeschlagen war jedoch der neue Mehrspielermodus von „Giana Sisters Twisted Dreams“ bei dem die Entwickler von Black Forest Games ganze Arbeit geleistet haben. Bis zu vier Spieler dürfen sich in verschiedenen Levels eine pfiffige Jum’n’Run-Hetzjagd liefern. Dabei spielt sich das flotte Gehopse wie eine großartige Mischung aus „Mario Kart„, „Micro Machines“ und „Sonic„. Freudentränen und Zornesflüche sind hier vorprogrammiert.

Wer ein wenig den vom Knobeln überforderten Kopf oder die vom Daddeln überanspruchten Finger ausruhen wollte, konnte sich als Manga-Figur oder Zombie zeichnen lassen, über den angrenzenden Mittelaltermarkt im Freien schlendern oder aber bei einer Reihe von Bands der Musik frönen. Die Mittelalter-Crossover-Pioniere von Tanzwut waren ebenso vor Ort wie Harpyie, Tibetréa, Ye Banished Privateers, MacPiet oder Xandria. Und selbstverständlich gab es tonnenweise Zeugs zu kaufen, seien es nerdige Klamotten, Sammlerfiguren, Spiele, Bücher, Würfel, LARP-Zubehör oder ausreichend Leckereien für das leibliche Wohl. Wir sind auf jeden Fall auch 2016 wieder mit an Bord!