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Monster Brawl

Monster Brawl
(Splendid)

Welch drolliger Unfug! Man nehme sich ein paar Kumpels und Kumpelinen, ein paar Pizzen, Popcorn und beliebige Arten und Mengen von Alkohol und lasse den Kampf der lebenden Toten und Ungeheuer beginnen. Die Grundidee von „Monster Brawl“ ist so simpel wie bescheuert: In einem Wrestlingring irgendwo auf einem verfluchten Friedhof treten acht prominente Ungetüme gegeneinander an. Da das keine vollen 90 Minuten ergeben würde, stellt man jede der Kreaturen noch ausgiebig vor – ganz wie bei den Berühmtheiten des Ringsports – und lässt ein Rudel Kommentatoren albernen Irrsinn reden – sogar der Austragungsort wird in das sinnfreie Geschehen eingebunden. So darf man denn vergnügt beobachten, wie sich Cyclops, Swamp Gut, Frankensteins Monster, ein Werwolf, Zombie-Mann, Witch Bitch, Lady Vampire und die Mumie gegenseitig in Stücke reißen. Leider ist das erste Drittel des Schlachtfestes deutlich zu zaghaft und dürfte gerne mit mehr Splatterschweinereien aufwarten; zum Glück gibt es später aber noch genügend zerstampfte Schädel und abgerissene Körperteile. Dumm und albern, aber für Trash- Freunde ein Fest.

Geekometer:

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Sword Of Vengeance – Schwert der Rache

Sword Of Vengeance – Schwert der Rache
(Universal Pictures)

Der romanisierte Normanne Wilhelm der Eroberer hat nach der Schlacht von Hastings im Jahre 1066 den Landfrieden über England gebracht. Doch wie es Eroberungsfeldzüge und „Befriedungen“ so mit sich bringen, muss das dort lebende Volk erst einmal ordentlich verdroschen und unterdrückt werden. Inmitten jener verwüsteten und trögen Ödnis taucht zwischen den Ruinen ein fremder und namenloser Krieger auf. Als die normannischen Besatzer ihn nach seinem Wegzoll fragen, hackt er den Soldaten kurzerhand die Hände ab, durchbohrt sie mit seinen Schwertern und schneidet ihnen die Kehlen durch. Ein feiner Prolog mit umherfliegenden Gliedmaßen und meterweit spritzendem Blut in den ersten vier Minuten Laufzeit.

Das gefällt dem dortigen Landherrn Durant (Karel Roden) und seinen beiden Söhnen nicht so richtig, weshalb sie ihn suchen und töten wollen. Der fremde Brutalinski bringt aber die unterdrückten Stämme der Region gegen die Machthaber auf, einigt die Familien und zieht gemeinsam mit ihnen in den Krieg. Wie sich dann herausstellt, hat der wortkarge Superschlächter mit Durant noch eine persönliche und familiäre Rechnung offen, die nur mit Blut beglichen werden kann.

Das war bereits die gesamte Handlung on „Sword Of Vengeance„, die lose – Verzeihung: sehr lose – in den historischen Kontext des 11. Jahrhunderts eingebettet wurde. Um das blutige Rachemassaker visuell besonders eindrucksvoll zu gestalten, wählte Regisseur Jim Weedon eine monotone, nahezu schwarz-weiße Farbgebung, die den Vorteil hat, dass zwischendurch ein paar rot hervorblubbernde Gedärme für fesche Farbtupfer herhalten können. Und weil das Drehbuch und die Kampfchoreografien nur Stoff für eine Stunde hergeben, wurde einfach ein Großteil des Filmes in unterschiedlichen Zeitlupensequenzen gedreht. Wo slow-motion beispielsweise bei „Braveheart“ tatsächlich sinn- und effektvoll eingesetzt wird, um Spannung zu erzeugen, wirkt die permanente Dauerzeitlupenbombardierung zur Erhöhung der Dramatik der flachen Handlung und Coolness der Protagonisten über die gesamte Länge des Streifens eher ermüdend … und lächerlich. Um epischer, tragischer und monumentaler daherzukommen, legt das Drehbuch den handelnden Figuren ferner noch eine Reihe stumpfer „Terminator„-Phrasen in den Mund, so dass Arnold Schwarzenegger mit Conan als eloquenter Intellektueller durchgehen würde. Mit einer Reihe fetziger Kameraperspektiven und in den sehr häufig vorkommenden Gefechten mit dynamisch wackelnden Bildeinstellungen soll dann Action in die blutigen aber häufig einseitigen Gemetzel gebracht werden. „Sword Of Vengeance“ versucht die Ästhetik eines „300“ mit der Dramatik eines „Braveheart“ und der Harschness eines „Der 13. Krieger“ zu einem kultigen Ganzen zu verbinden, erreicht dabei aber nicht mehr als trashige Abgeschmacktheit. Hätte man die Optik und Stilmittel pointierter eingesetzt und den Figuren etwas mehr Tiefgang spendiert, wäre das brachiale Schlachtengetümmel durchaus schauenswert geworden. So bleibt es lediglich für absolute Genrefans interessant.

Geekometer:

tentakel_5v10

Meteor-Horror: Aliens in Raven Rock

„Meteor-Horror: Aliens in Raven Rock“ (2)
(Meteor/Edel)

Es gibt Menschen, die lieben anspruchsvolle Hörbücher, mit guten Textvorlagen, professionellen Sprechern und einer packenden musikalischen Untermalung – solcherlei Gesellen sollten hier auf keinen Fall weiterlesen, da sie der folgende Hörspielgenuss wahrscheinlich in tiefste Verzweiflung stürzen würde. Für Leute, die auf Blödsinn, Spaß und Trash stehen, die sich mit großer Vorliebe die grottenschlechtesten B- und C-Movies einverleiben, haben hier – und eigentlich mit der gesamten Horror-Serie aus dem Hause Meteor – vielleicht ein kleines Leckerli gefunden. Schon in der unterirdisch schlechten Intro wird mit Lebensweisheiten à la „Alte Traktoren sind wie Frauen – sie sind unberechenbar. Und manchmal machen sie komische Geräusche“, geglänzt, die den intellektuellen Tiefgang der Episode aufzeigen. Die Handlung selbst beginnt mit der Einführung der beiden Protagonistinnen Jodie und Kim, die mächtig die Schnauze voll haben vom Stress der Großstadt und deshalb in das kleine Kuhkaff Raven Rock fliehen wollen, in dem Jodie früher öfters die Sommerferien bei ihrem Onkel und ihrer Tante verbrachte. Als sie dort nach einigen haarsträubenden Dialogen angekommen sind, beginnt sich langsam das ganze Ausmaß dieser hanebüchenen Story zu offenbaren, denn als sie von albernen Blechklumpen mit spinnenartigen Beinen attackiert werden wird klar: Aliens treten der Menschheit mal wieder ordentlich in die Weichteile. Wobei hier nicht einmal von „Treten“ die Rede sein kann, denn die fiesen Metallbollen entpuppen sich als Luftstaubsauger, die die Menschen sozusagen totsaugen, und das nur wegen einem kleinen Programmierfehler. Wenn das mal kein Stoff für packenden Horror ist … nein, ist es auch nicht, aber man kann sich köstlich amüsieren.

Geekometer (für Trash-Fans):

tentakel_7v10

Ladybaby

LADYBABY「ニッポン饅頭」Music_Clip_-_YouTubeFrauen mit Bärten

Conchita Wurst ist ja schön und gut, aber der Australier Richard M. war zuerst da! Und wie! Als crossgedresster Pro-Wrestler, Metalhead und Partykanone mischt er schon seit einiger Zeit das Land der aufgehenden Sonne auf. Jetzt hat Mister Ladybeard noch ein paar kleine Schulmädchen huckepack genommen und macht sich als Trio auf den Weg in den japanischen Rock-Himmel …

Wir wissen nicht so ganz, ob wir weinen oder lachen sollen, aber einen gewissen Schauwert hat das neue Video auf jeden Fall. Viel Spaß!

Robocroc

Robocroc
(Concorde)

So was Dummes aber auch. Das amerikanische Militär kann wieder mal nicht auf seine ultrageheimen Superwaffen aufpassen und verliert über bewohntem Gebiet eine hochbrisante Rakete. Diese macht nicht einfach „bumm“, sondern ist mit einem Haufen stinkwütender Nanoroboter beladen, die aus ihrem aufgeplatzten Behältnis quellen, um allesamt in den nächstbesten Wirt zu krabbeln. Da das Weltraumvehikel ausgerechnet über einem Zoo für besonders unfreundliche Raubtiere abgeschmiert ist, ist der eher unfreiwillige Proband ein knapp acht Meter langes Salzwasserkrokodil. Kaum haben sich die kleinen Nanoblechkameraden in der gefräßigen Riesenhandtasche breit gemacht, verwandeln sie diese in eine Cyberkillermaschine. In bester Terminator- oder Predator-Manier erfasst das durch die Naniten bereitgestellte HUD-Display des Robocrocs sämtliche potentiellen Ziele in der Nähe und schon wuselt das gepanzerte Ungetüm los, um Tod und Verderben über die Menschheit zu bringen.

Aber zum Glück gibt es den mutigen und ebenso smarten Krokodilexperten Jim Duffy, der gemeinsam mit seiner neuen Kollegin, der paarungsbereiten Biologin Jane Spencer, zur Jagd bläst. Das Militär ist jedoch schneller vor Ort als gedacht und stellt seine eigenen Regeln auf: das befallene „Objekt“ darf nicht getötet, sondern soll untersucht werden. Selbst als die robotisierte Fressmaschine den nahegelegenen Freizeitwasserpark angreift und binnen 10 Minuten in ein Blutbad verwandelt, soll die Bionikbestie noch geschützt werden. Die verantwortlichen Armeechefs verhalten sich dabei so strunzdumm, dass es kein Wunder ist, dass die Superwaffe verlorengegangen ist … oder zum Feldversuch abgeworfen wurde?

Aber nicht tragisch, denn alle anderen Charaktere handeln gleichermaßen blöd oder auf klischeebehafteten Archetypspuren. Und natürlich ist der feuchtfröhliche Freizeitpark – der übrigens unterirdisch direkt mit dem Zoo verbunden ist (is klar, ne?) – angefüllt mit knackigen Mädels und Knaben, die nur darauf warten, sich von Robocroc fressen zu lassen. Oder eher nicht. Denn da das computergenerierte Krokodil tricktechnisch in etwa auf dem Stand der „Moorhuhnjagd“ von 1999 ist, hat man sich gorige Massensplattereien im wahrsten Sinne des Wortes gespart. So liegen nach dem geschickt ausgelassenen Massaker einfach ein paar Statisten planlos in der Gegend herum. Bisswunden? Abgetrennte Körperteile? Gedärme? Gehirn? Keine Spur! Lediglich ein wenig rote Farbe haben die Toten spendiert bekommen, mal am Knie oder am Arm oder einfach an irgendwelchen Wänden. Das war’s auch schon.

Ist vielleicht auch besser so, denn die sonstigen Kampfhandlungen und Aktionen des Robocroc sehen so dermaßen armselig aus, dass der Zuschauer beinahe schon Mitleid mit dem Special-Effects-Fritzen haben muss. Und mit dem Drehbuchschreiber erst recht. Denn der Plot erreicht nicht mal die Güte eines Disney Taschencomics und muss wohl von einem Hirnlosen oder aber im Vollsuff verfasst worden sein. Die Schauspieler sind über weite Strecken lediglich körperlich anwesend und haben wohl verzweifelt die Zeit bis zur Gage durchgekämpft. Und der Regisseur … aber lassen wir das.

Robocroc“ will ein lustiges Creature-Feature sein, versagt jedoch in allen Bereichen kläglich. Die Verantwortlichen sind um nackte Haut bemüht, bleiben jedoch spießig bedeckt, wollen blutigen Metzelspaß zeigen, bleiben aber auf Familienniveau hängen, sind bemüht um kecke Sprüche, sondern aber lediglich flache Plattitüden ab. Selbst Trash-Fans dürften im Rudel ihre Probleme bekommen, dafür ist „Robocroc“ einfach nicht kultig genug.

Geekometer:

tentakel_2v10

Wikinger – Das Schwert von Valhalla

„Wikinger – Das Schwert von Valhalla“
(KNM/Movie Power)

Eigentlich ist Nibelungenherrscher Sigmund ein netter Kerl, dessen heilige Aufgabe es ist, den Schatz und das Schwert seiner Vorväter im Auftrag Wotans zu beschützen. Als aber eine Horde Wikinger unter der Führung des machtgierigen Hunding trotz Friedensabkommen in den Schwarzwald vorstößt, wird Sigmund zum Äußersten gezwungen. Da die Wikinger mit allerlei List und Tücke vorgehen und den Nibelungen samt unterstützenden Walküren zahlenmäßig überlegen sind, zieht sich Sigmund mit seinen Kriegern in den Steinernen Wald zurück – jenen Ort, an dem Wotan den Schatz und das magische Walhallaschwert „eingelagert“ hat –, um die raubgierigen Horden der Nordmänner zu erwarten. Der italienische Schinken aus dem Jahre 1965 vermischt vollkommen willkürlich Historie, Nibelungensage und Fantasy, was eigentlich recht interessant sein könnte, wäre da nicht schon am Anfang ein löchriges und schwaches Drehbuch. Die wirre Story wird dann noch von einem schlechten Regisseur und einem Haufen minderbegabter Mimen mit grauenvollen Kostümen, lächerlichen Flügelhelmen und bekloppten Perücken stümperhaft in den Sand gesetzt. Besonders frech ist, dass der Publisher den unschuldigen Gelegenheitskäufer mit einem schicken Cover (eines vollkommen anderen Films) und einem zielpublikumswirksamen Namen (eigentlich heißt der Streifen „Der versteinerte Wald“) zum Kauf überlisten möchte. Trashfans könnten unter ausreichendem Alkoholeinfluss dennoch ihre Freude haben …

Geekometer:

tentakel_3v10

Sky Sharks – UPDATE –

skysharks_posterNazis auf Killerhaien

Die Zombiewelle scheint nicht abzureißen. Gerade im Trashfilmsektor erfreuen sich die wankenden Muffeluntoten größter Beliebtheit und lassen sich nicht von der gierigen Suche nach Frischhirn und leckeren Innereien abhalten. Nazis als böse Buben gehören ebenfalls seit Dekaden zu den Dauerbrennern des Pulp-Genres und geben hervorragende Zielscheiben für Hohn und Spott ab. Seit einigen Jahren mischt auch der Hai im Kreaturenhorrorfach wieder mit, gehörte er doch zu seiner Hochzeit als „Der Weiße Hai“ („Orig. „Jaws“), also Mitte der Siebziger, zu den beliebtesten Ungeheuern der Filmwelt. Danach geriet er trotz einiger Fortsetzungen jedoch bald wieder in Vergessenheit, um mit Müllfeuerwerken wie „Sand Sharks“, „Sharknado“ oder ähnlich grotesken Ablegern eine neue Renaissance zu erleben.

In „Sky Sharks“ verbindet Marc Fehse („Sex, Dogz and Rock ’n‘ Roll“) alle drei Gattungen des schlechten Geschmacks miteinander, um daraus eine wundervolle Trash-Schlachtplatte anzurichten. Mutierte Superuntote reiten da auf fliegenden Zombie-Haien, um die Menschheit ins Verderben zu stürzen. Mit dabei sind übrigens die beiden Damen Micaela Schäfer, bekannt aus Reality-Shows und dem Playboy, und Michaela Schaffrath, bekannt aus allerlei Pimperwerk.

Wie der junge Regisseur auf die Idee zu diesem kunterbunten Stelldichein kam, kommentiert er lachend: „Ich hab zu viel getrunken!“ Das klingt nach einem bombastischen Fundament. Allerdings müssen wir noch bis 2017 warten …

UPDATE: Mit dem Start des deutschen Ablegers der Crowdfunding-Plattform Kickstarter buhlt nun auch „Sky Sharks“ um die Unterstützung der Trash-Jünger. Wer dem Film unter die untoten Arme greifen und eine Realisierung ermöglichen möchte, der folge den fliegenden Zombie-Haien oder klicke hier.

Blob – Schrecken ohne Namen

Blob – Schrecken ohne Namen
(Capelight/Alive)

Es darf wieder gewabbelt werden. Die Filmfeinschmecker von Capelight Pictures haben den guten alten „Blob“ aus dem Jahre 1958 hochgewürgt und im edlen Mediabook formschön ausgerotzt. Damit ist die kultige Trashperle aus frühen Kinotagen sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray (wieder) verfügbar – und in dieser schicken Edition mit 24-seitigem Booklet vor allem für Sammler ein echtes Juwel. In dem ausgiebig bebilderten Heftchen findet der Cineast zahlreiche Infos zur Entstehungs- sowie Evolutionsgeschichte des schleimigen Kotzbrockens aus dem Weltall. Auch die Schauspieler und der Regiestuhl werden unter die Lupe genommen, vor allen Dingen aber auch die zahlreichen Ableger, die der „Blob“ nach sich zog. Drei wirklich hörenswerte Audiokommentare geben tiefere Einblicke in das Machwerk, bei dem der noch junge Steve McQueen in der Hauptrolle zu sehen ist. Außerdem wurden Ton und Bild eigens für diese Ausgabe restauriert – die Handlung bleibt allerdings genau so saublöd und unterhaltsam wie eh und je. In irgendeiner verschlafenen Kleinstadt in Pennsylvania brettert ein kleiner Meteorit in ein entlegenes Waldstück. Dort lebt ein alter Zausel, der nichts besseres zu tun hat, als mit einem alten Stöckchen in dem außerirdischen Klumpen herumzuwühlen. Dabei kommt er mit der schleimigen Aliensoße in Berührung, die sich prompt über seine Hand stülpt und dem neugierigen Rentner „ein wenig“ Unbehagen bereitet. Zum Glück rennt er aber schnurstracks dem anbändelnden Pärchen Steve Andrews und Jane Martin vors Auto, die den strubbeligen Alten zum nächsten Onkel Doktor fahren. Der ist von der klebrigen Gallertpampe überfordert und ruft seine Arzthelferin herbei, um dem Wachstum des Glibbers durch Amputation der befallenen Gliedmaßen entgegenzutreten. Doch der Blob hat sich schon an seinem ersten Wirtskörper satt geschlabbert und ist beträchtlich gewachsen. Mit jedem neuen Opfer, das er vollschleimen kann, wird er beängstigend größer – und so beginnt sein widerwärtiger Angriff auf die gesamte Menschheit …

Der „Blob“ – dargestellt durch eine klebrige Silikonmasse – ist ein in jeder Hinsicht ergötzend schlechter Streifen, dem es an haarsträubenden Dialogen und entzückenden Logiklöchern nicht mangelt. Unglaublich zähe aber spaßige Plot-Einschübe gehören zum guten Ton, ebenso wie (aus heutiger Sicht) lächerliche Handlungsweisen der Protagonisten. Ob der „Blob – Schrecken ohne Namen“ tatsächlich als Sinnbild für den Kommunismus gesehen werden kann oder den Generationenkonflikt der Fünfziger aufarbeiten soll ist bei diesem delikaten Monstermurks eigentlich egal. Hier wird feinste Pulp-Kost serviert, bei dem das Gehirn durchaus 83 Minuten auf Standby geschaltet werden kann.

Übrigens ist im Augenblick ein weiteres Remake im Anmarsch. Wer darüber hinaus ein paar Blicke auf die Neuauflage von 1988 werfen will, der erfreue sich am erfreulich ekligen Videozusammenschnitt ganz unten.

Geekometer:

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Sky Sharks

skysharks_posterNazis auf Killerhaien

Die Zombiewelle scheint nicht abzureißen. Gerade im Trashfilmsektor erfreuen sich die wankenden Muffeluntoten größter Beliebtheit und lassen sich nicht von der gierigen Suche nach Frischhirn und leckeren Innereien abhalten. Nazis als böse Buben gehören ebenfalls seit Dekaden zu den Dauerbrennern des Pulp-Genres und geben hervorragende Zielscheiben für Hohn und Spott ab. Seit einigen Jahren mischt auch der Hai im Kreaturenhorrorfach wieder mit, gehörte er doch zu seiner Hochzeit als „Der Weiße Hai“ („Orig. „Jaws“), also Mitte der Siebziger, zu den beliebtesten Ungeheuern der Filmwelt. Danach geriet er trotz einiger Fortsetzungen jedoch bald wieder in Vergessenheit, um mit Müllfeuerwerken wie „Sand Sharks“, „Sharknado“ oder ähnlich grotesken Ablegern eine neue Renaissance zu erleben.

In „Sky Sharks“ verbindet Marc Fehse („Sex, Dogz and Rock ’n‘ Roll“) alle drei Gattungen des schlechten Geschmacks miteinander, um daraus eine wundervolle Trash-Schlachtplatte anzurichten. Mutierte Superuntote reiten da auf fliegenden Zombie-Haien, um die Menschheit ins Verderben zu stürzen. Mit dabei sind übrigens die beiden Damen Micaela Schäfer, bekannt aus Reality-Shows und dem Playboy, und Michaela Schaffrath, bekannt aus allerlei Pimperwerk.

Wie der junge Regisseur Marc Fehse auf die Idee zu diesem kunterbunten Stelldichein kam, kommentiert er lachend: „Ich hab zu viel getrunken!“ Das klingt nach einem bombastischen Fundament. Allerdings müssen wir noch bis 2017 warten …

Angry Video Game Nerd

AVGN_PosterAuf den Spuren von ET

James Rolfe gehört zu den Pionieren der Video-Reviews und Let’s Plays. Als Angry Nintendo Nerd machte er sich schon vor mehr als zehn Jahren über alte SNES-Spiele her. Aus rechtlichen Gründen avancierte er später zum Angry Video Game Nerd und drehte fürderhin auch Titel für Atari 2600, Sega Master System, Sega Genesis, PlayStation und Nintendo 64 durch den Bytewolf.

Seit dem 28. April gibt es den „Angry Video Game Nerd“-Spielfilm, kurz „AVGN“, nun weltweit über Steam zu beziehen. Die Geschichte begleitet den Nerd auf der Suche nach der Wahrheit hinter einer urbanen Legende: dem Massenbegräbnis von Millionen von „E.T. The Extra-Terrestrial“-Spielkassetten für Atari 2600, die – ob bescheidener Qualität und falsch eingeschätzter Nachfrage – letztendlich in der Wüste verbuddelt wurden. Zum Launch gibt es den spaßigen Streifen mit einem Rabatt von 40% für 4,79 Euro anstelle der üblichen 7,99 Euro. Sean Keegan, der Produzent  von „AVGN“ dazu: „Steam ist natürlich die perfekte Plattform für einen Film über das schlechteste Videospiel aller Zeiten und wir sind sehr stolz, unser Projekt dort veröffentlichen zu können.“ Keegan, der zusammen mit Rolfe und Co-Autor und Regisseur Kevin Finn arbeitet, hat den Film komplett über Crowdfunding finanziert und dabei auf die Unterstützung der weltweiten „AVGN“-Fans zählen können, die dieses Projekt bereits seit 2012 begleiten und damals die zweitgrößte Summe aufgebracht haben, die zu diesem Zeitpunkt je bei einer Film-Crowdfunding-Aktion zusammengekommen ist.