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Until Dawn

Texas Screamsaw Descent on Friday the 13th

Das Horrorgenre ist – einem Superzombie gleich – nicht totzukriegen. Ganz im Gegenteil: Metzel-Slasher, Creature-Heimsuchungen und Untoten-Apokalypsen erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Schneller, härter, blutiger und ekliger ist da meist die Devise. Die britischen Entwickler von Supermassive Games haben im Gegensatz dazu mit „Until Dawn“ exklusiv für die PlayStation 4 einen ganz besonderen Gänsehaut-Cocktail angerührt und mit der Grundmechanik eines „Heavy Rain“ verwoben.

Mit den Gefühlen anderer sollte man nicht spielen, schon gar nicht, wenn es die eigenen Kumpels sind. So wird ein dummer Streich unter Freunden zu einer fürchterlichen Tragödie. Als die empfindsame Hannah von ihrer Clique wegen ihrer Liebe zu Mike gehänselt wird, läuft sie weinend und gekränkt in den nächtlichen Wald. Ihre Schwester Beth folgt ihr – und das ist das letzte Mal, dass die acht Freunde die beiden Mädels lebend zu Gesicht bekommen. Groß angelegte Suchaktionen in dem weitläufigen Gebirgsareal bleiben erfolglos und so werden die beiden für tot erklärt.
Ein Jahr später lädt der schwer traumatisierte Bruder der beiden Verschollenen die verbliebenen Freunde in das entlegene Anwesen in den Bergen ein, um die Vergangenheit ein für alle mal ruhen zu lassen und gemeinsam eine wundervolle Zeit zu verbringen. Doch die Zusammenkunft läuft anders als geplant und wird alles andere als entspannend.

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Die Qual der Wahl

Die Macher bedienen sich bewusst für ihre stimmungsvoll umgesetzte Story bei namhaften Filmvorbildern wie „Scream„, „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast„, „The Texas Chainsaw Massacre“ oder „Saw“ und mischen noch eine gehörige Portion Geistergrusel unter. Slasher-Elemente und Genrestandards werden geschickt eingesetzt, um sowohl eine dichte und bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, als auch Schrecken und Angst zu verbreiten. Immer wieder wird der Spieler mit gekonnt inszenierten Schockmomenten malträtiert und muss dabei unter teils massivem Zeitdruck herausfordernde Actioneinlagen meistern. So werden Verfolgungsjagden, Kletterpartien und andere spannende Szenen durch Quick-Time-Events umgesetzt, das heißt der Joypadhalter muss in kurzer Zeit eine Abfolge von vom Spiel geforderten Knöpfen drücken. Wird zu spät reagiert droht ein Sturz von einer Klippe oder der fliehende Protagonist stolpert in ein Hindernis hinein. Während Quick-Time-Events häufig sinnfrei zum Einsatz kommen, transportieren sie hier eben genau jenen Stress, der in typischen Horrorfilm-Situationen entsteht. Es bleiben nur Sekundenbruchteile um zu reagieren und um folgenschwere Entscheidungen zu fällen. Und genau das ist die eigentliche Essenz von „Until Dawn„: die zahlreichen Entscheidungen, die ein Spieler häufig unter massivem Zeitdruck fällen muss und die ihn nicht selten vor ein moralisches Dilemma stellen. Wird der eigene Charakter gerade von einem axtschwingenden und selbstverständlich maskierten Irren verfolgt, bleibt nur für wenige Augenblicke die Wahl zwischen einem Versteck im Schrank und der Flucht durch ein Fenster. Die Konsequenzen sind – wie in der Realität – nicht erkennbar und offenbaren sich erst Sekunden oder manchmal auch erst einige Spielstunden später. Schlimmer ist aber noch, wenn bewusst über Leben und Tod der insgesamt acht spielbaren Charaktere entschieden werden muss. Erschießt man die „infizierte“ Emily, um die Sicherheit der Gruppe zu gewährleisten oder lässt man es darauf ankommen und schlägt sich später mit den unbekannten Folgen der Infizierung herum? Lässt man die eigene Freundin in die Tiefe stürzen, um die eigene Haut zu retten oder wagt man gemeinsam mit der Herzensdame in den Tod gerissen zu werden? Solche Momente gibt es in „Until Dawn“ am laufenden Band – und sie machen das Spiel so fesselnd, da die Wirkung des eigenen Handelns nicht voraussehbar ist und häufig das gesamte Geschehen verändert.

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Schießen oder Nichtschießen, das ist hier die Frage

Neben schwerwiegenden Entscheidungen und Panik-Knopfdrück-Massakern gibt es auch noch eine weitere Actioneinlage, nämlich der gezielte Angriff. Hier muss der Until-Dawner in vorgegebener Zeit mit dem Joypad einen vorgegeben Zielpunkt anvisieren und eine entsprechende Aktionstaste drücken. Hierdurch werden Gewehrpatronen auf Feinde gelenkt, Schlösser aufgeschossen oder mit der Faust zugeschlagen. Häufig gibt es mehrere mögliche Ziele und der Spieler muss blitzschnell wählen, welches er anvisieren möchte. Manchmal ist es sogar besser nicht anzugreifen und die Füße stillzuhalten. Aber auch hier ist nie sicher, welche Reaktionen die Aktionen mit sich bringen.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Szenen, in denen der Zocker zum Zuschauer wird und gebannt der Handlung folgen kann. Diese dienen aber weniger der Entspannung, denn meist bringen sie neue Gruselmomente mit sich oder die grauenvolle Vergangenheit ans Licht. Außerdem dürfen die Hauptfiguren abwechselnd durch die detailliert gestalteten Szenerien gesteuert werden, müssen dabei einige Sammelobjekte aufspüren und kleine Aufgaben erledigen.

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Ich bin der Geist, der stets erscheint

Das Verhalten der Figuren ist stellenweise zwar ein wenig fragwürdig – warum zum Teufel müssen sich die Protagonisten in den blödesten Augenblicken trennen? –, aber das gehört wohl zum guten Ton des Genres und ist im Lauf der vielverzweigten und stets mitreißenden Handlung verschmerzbar. Denn es ist der Fortlauf der Geschichte und das Enträtseln der Vergangenheit, die „Until Dawn“ so fesselnd machen. Was ist mit den beiden Schwestern, Beth und Hannah, wirklich passiert? Wer jagt im Haus der Familie Washington die acht Freunde? Und was hat es mit der alten Mine und ihrer unheimlichen Vergangenheit auf sich? Sogar eine alte Klinik steht auf einem der Gipfel. Treibt sich dort ein kürzlich entlassener Straftäter herum, der sich an der wohlhabenden und einflussreichen Filmemacher-Familie rächen möchte? „Until Dawn“ spielt ganz bewusst mit den Standards des Horrorgenres. Da gibt es eine Séance mit einem Ouija (Hexenbrett), deutliche Anleihen bei Folter-Pornos und Klassikereinlagen Marke Stephen King. Doch was in den ersten Spielstunden als normierte aber gut zusammengefügte Symbiose typischer Klischees erscheint, wird im Lauf der Handlung zu einem wichtigen und (mehr oder weniger) logischen Plotpart. Aber Supermassive Games haben es sich nicht nehmen lassen, einen erschreckenden und überraschenden Umbruch einzubauen, der das Geschehen vom Teenie-Slasher zum indianischen „Descent“-Grauen macht …

Kurzum ist „Until Dawn“ ein hervorragend arrangiertes interaktives Horrorspiel, das mit einer bombastischen Präsentation schnell in die mysteriösen und später auch blutigen Ereignisse abtauchen lässt. Hervorzuheben sind auch die schauspielerischen Leistungen der Darsteller, die den Figuren glaubwürdiges Leben einhauchen. Allen voran ist hier Kultmime Peter Stormare („Hänsel und Gretel: Hexenjäger„, „Das Kabinett des Dr. Parnassus„, “ The Big Lebowski“ u.v.m.) zu nennen, der als Seelenklempner Dr. Hill einige Therapiesitzungen mit einer anfangs unbekannten Person und indirekt auch mit dem Spieler selbst durchführt.
Nicht zuletzt bleibt der extrem hohe Wiederspielwert ein Argument, „Until Dawn“ in die eigene Spielesammlung einzureihen, denn durch die zahllosen unwägbaren Wege, die in dem Gruselschocker eingeschlagen werden können, ist ein mehrfaches Durchspielen fast schon Pflicht. Da kommt einem die mit etwa 9 Stunden angegebene kurze Spieldauer sogar positiv entgegen.

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Ian Edginton u.a. – The Evil Within

Ian Edginton/Alex Sanchez/Ed Anderson
„The Evil Within“
(Titan/Panini)

Dana wird von Schuldgefühlen heimgesucht. Sie kann das ominöse Verschwinden ihrer besten Freundin Kate noch immer nicht verstehen und verkraften. Sie stand in der Menge vor ihr, keine 50 Meter entfernt und doch gelang es einem Unbekannten sie vor ihrer Nase zu entführen. Weder begreift Dana das Warum noch das Wie? So hängt sie seit Wochen Flugblätter überall in der Umgebung aus in der Hoffnung, Hinweise auf Kates Verbleib zu erhalten. Doch eines Nachts bleibt ihr Wagen mitten in der entlegensten Pampa liegen. Zum Glück gibt es in der Nähe eine beleuchtete Tankstelle, aber dort hetzt ihr ein panischer Fremder entgegen, der von fürchterlich zugerichteten Menschen verfolgt wird. Inmitten der scheinbar untoten Jäger entdeckt sie Kate, doch es bleibt keine Zeit für ein Gespräch. Plötzlich suchen sie rasende Kopfschmerzen heim und nur einen Wimpernschlag später findet sie sich in einer seltsamen Klinik wieder. Der mysteriöse Ort verwandelt sich jedoch schnell in einen wahren Alptraum, als sie furchtbare Krankenbetten voller Leichen entdeckt – zahllose verstümmelte Körper, gepfählt, gespalten, zerhauen. Kurz darauf taucht ein monströses Ungetüm mit einer gewaltigen Axt auf. Anstelle eines Schädels sitzt auf seinem Rumpf ein durch Stacheldraht festgezogener Safe. Angstgebeutelt versucht sie zu entkommen, muss Fallen umgehen und landet letzten Endes doch wieder in einem neuen Alptraum. Sie ist jedoch nicht die einzige Person, die in diesem skurrilen Land des Horrors gefangen ist. Auch andere müssen den grauenvollen Wahnsinn durchleben, und es scheint, als gebe es für jeden Einzelnen eine kleine Hölle. „The Evil Within“ ist die gelungene Comicumsetzung des gleichnamigen Survival-Horror-Videospiels aus dem Hause Bethesda. Interessant ist, dass der Comic weitaus besser auf den Punkt kommt und dichter erzählt wird als die virtuelle Vorlage und dabei dennoch einige Höhepunkte der Software-Variante vorweisen kann. Ein kurzer aber impulsiver Trip des Grauens!

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Cockneys vs. Zombies

Ein Zombie ging ins Altenheim

Der gemeine Haus- und Hinterhofzombie breitet sich aus wie eine Seuche. Früher geisterte er nur als glubschäugiges Voodoomonster umher, wurde dann von Altmeister Romero neu entdeckt, um im neuen Jahrtausend gehirnemampfend und sabbernd einer weiteren Erfolgswelle der Apokalypse entgegenzutaumeln. In der britischen Horrorkomödie „Cockneys Vs. Zombies“ haben es die Untoten auf das Londoner East-End abgesehen – doch da haben sie sich mit den Falschen angelegt.

Eigentlich wollten die beiden Brüder Andy und Terry nur ihrem Großvater helfen, doch der groß angelegte Rettungsplan gerät wegen unvorhergesehener Zombieaktivitäten ein wenig außer Kontrolle. Die Beiden verbindet ein enges Band mit ihrem Opa, denn nach dem unschönen Tod ihrer Eltern bei einer Schießerei mit der Polizei, zog der alte Herr die Zwei liebevoll auf und lehrte sie Anstand und Moral. Als nun aber die Stadtverwaltung sein kleines Altersheim schließen möchte, kommen die Geschwister auf die grandiose Idee, eine Bank zu überfallen. Hierzu laden sie ihre kesse Cousine Katy, einen etwas trotteligen Bekannten und einen durchgeknallten Irakveteranen ein, um das Ding durchzuziehen. Wie zu erwarten stellen sie sich nicht sonderlich klug an und werden von der Polizei mit den erbeuteten 2,5 Millionen Pfund im Geldtempel festgesetzt.

Als sich der Chaotentrupp mehr oder weniger freiwillig entscheidet Geiseln zu nehmen und die Flucht zu ergreifen, müssen sie feststellen, dass eine Horde Zombies bereits für die Beseitigung der Staatswächter gesorgt und den Straßenzug in eine Menschenfressmeile verwandelt hat.
Der wandelnden Wahrheit ins Auge blickend, fasst der planlose Haufen den Entschluss, Großvater und seine betagten Insassen aus der Seniorenbleibe zu befreien. Die rüstigen Rentner haben sich unterdessen aber ganz gut gegen das wankende Gammelfleisch zu wehren gewusst und schon so manche Zombierübe zermatscht. Denn Opi Ray hat im Zweiten Weltkrieg gelernt, wie man den bösen Nazisäcken zümftig den Garaus macht.

Cockneys Vs. Zombies“ ist nicht einfach nur eine weitere Zombiepersiflage, sondern ein kleines Meisterwerk, das dem Genre einerseits huldigt, sich zugleich ironisch über seine Standards auslässt. Dabei legt Regisseur Matthias Hoene ein fetziges Erzähltempo vor und glänzt mit einer ganzen Reihe fabelhafter Einfälle und Sprüche. Wie soll man beispielsweise einen Zombie erschießen, der aufgrund einer Kriegsverletzung eine Stahlplatte im Schädel hat? Der altbewährte Trick mit dem Schuss in die Birne bringt da wenig. Beliebt sind auch nervenaufreibende Verfolgungsjagden mit den Untoten. Hier findet sich ein aberwitziges „Wettschlurfen“ eines alten Greises mit Gehhilfe und einer strauchelnden Zombiehorde. Oder da wäre noch die Begegnung mit englischen Fußball-Hooligans, die sich sogar noch als blubbernde Wiedergänger die modrigen Fressen polieren wollen. Von zerschossenen Müttern und weggekickten Babyuntoten nicht zu reden … Ein blutiges und über Maßen freudvolles Geschnetzel mit kernigem Kultfaktor!

Die Horde

Harmagedon

Das europäische Kino etabliert sich zusehends als Gegenpol zum durchgestylten und massenkompatiblen Hollywoodeinheitsbrei. Gerade die französischen Filmemacher entdecken in letzter Zeit vermehrt die Freude am Horror für sich, wie das großartige Hinterwäldlermassaker „Frontier(s)“ als auch der eigenwillige Zombiestreifen „Mutants“ blutig vor Augen führen. Mit „Die Horde“ bricht ein weiteres Mal die Apokalypse über die Welt herein – schnell, brutal und unaufhaltsam.

Frankreich, das Land erlesener Rotweine, knuspriger Baguettes und leckerer Croissants. Doch diese Klischees haben die Macher von „Die Horde“ nicht im Sinn, ganz im Gegenteil. Sie zeigen das einst so stolze Frankreich von seiner kranken, verruchten und verdorbenen Seite. Die Städte sind vom Zerfall gezeichnet. Moral und Ethik sind längst der Selbstsucht und dem Hass zum Opfer gefallen.

So verwundert es nicht, dass Polizist Rivoallan bei seinen Ermittlungen gegen einen Verbrecherring von eben diesem auf grausame Weise hingerichtet und irgendwo im Müll der Großstadt aufgefunden wird. Seine Kollegen, ein eingeschworener Kreis, wollen diese Untat nicht hinnehmen und getreu dem Motto „Auge um Auge“ das Gesetz hinter sich lassen und Vergeltung üben. In einem kleinen Team stürmen sie maskiert und bewaffnet das desolate Hochhaus, in dem sich der Anführer und seine Gang aufhalten. Doch der Racheplan geht schon im Ansatz nach hinten los und aus den Angreifern werden Gefangene. Den korrupten Gesetzeshütern wird von den Verbrechern schwer zugesetzt und die Lage spitzt sich mehr und mehr zu.

Doch zeitgleich, anfangs noch wie ein leises Gewittergrollen in der Ferne, kündigt sich außerhalb des gewaltigen Wohnkomplexes ein noch viel größeres Unheil an. Zuerst denken die Drogenschieber, die Cops wären mit ihren Kollegen da, doch dann müssen sie feststellen, dass die gesamte Stadt brennt und die vermeintlichen Schüsse entpuppen sich als grollende Explosionen. Die Welt um das Hochhaus herum scheint in nur einem einzigen Atemzug in Trümmern zu liegen und die Schreie der Verzweifelten und Sterbenden hallen über den grauen, brüchigen Beton zu ihnen herüber.

Doch für Entsetzen und langes Überlegen bleibt dem ungleichen Haufen Menschen keine Zeit, denn schon rappelt sich der erste Leichnam auf und attackiert die Lebenden. Und „Die Horde“ geht nicht gerade zimperlich zu Werke. Blut spritzt durch die Luft, einige Untotenopfer krachen leblos zu Boden und erst ein beherzter Schrotflintenschuss beendet die erste Begegnung mit den wandelnden Toten.

Ab diesem Moment lässt das Regie-Duo aus Benjamin Rocher und Yannick Dahan, die übrigens bereits bei „Frontier(s)“ als Aktress mitgewirkt hat, tatsächlich die Hölle los und es bleibt weder den Protagonisten noch dem Zuschauer Zeit zum Verschnaufen. Die Apokalypse kommt schnell und hart und walzt grimmig über die Menschheit hinweg. Erfreulich ist dabei der Zwist innerhalb der Gruppe, denn plötzlich werden Feinde verschiedener Fronten zu Verbündeten wider Willen. Zur Gemütserheiterung in dieser rasanten und brachialen Geschichte taucht noch ein herrlicher Charakter mit fast schon trashigem Charme auf, der mit dem Beil und wahlweise dem MG der untoten Meute versucht Einhalt zu gebieten. Doch die Franzosen lassen ihre Protagonisten nicht zur Unterhaltungskost verkommen, sondern zeichnen von vorne herein ein bitteres Ende ab.

Das einzige Manko dieses Streifens sind die Dank deutscher Sittenwächter angebrachten Schnitte, die leider ein wenig das Salz aus der Suppe oder besser gesagt das Blut aus der Matsche nehmen. Darüber hinaus ist „Die Horde“ aber großartig und vielleicht sogar ein Sinnbild für den Zerfall der menschlichen Zivilisation, ein Symbol für den sich selbst vernichtenden Homo Sapiens, der durch die Apokalypse nur bekommt, was er verdient. Denn wie schon in der Offenbarung des Johannes (sinngemäß) geschrieben steht: „Und ich sah aus dem Mund des Tieres unreine Geister von Dämonen kommen.“ Amen.

 

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Death Valley

Death Valley
(Paramount)

Death Valley

Death Valley: Staffel 1 – unzensiert

Keiner weiß woher sie kamen oder warum sie hier sind – und eigentlich ist es völlig egal. Vor einem Jahr fielen plötzlich Zombies, Werwölfe und Vampire im San Fernando Valley ein, und seitdem müssen sich die Menschen dort mit den ungewöhnlichen Besuchern herumschlagen. Da infektiöse, herumlungernde Untote genauso wie außer Kontrolle geratene Blutsauger oder auf die Schiefe Bahn geratene Werwölfe ein öffentliches Ärgernis und Sicherheitsrisiko darstellen, wurde eigens die Undead Task Force (UTF) gegründet, die sich um die ungeheuerlichen Gäste kümmern muss. Die nicht ganz unblutige Arbeit der Cops wird von einem Reality-Show-Filmteam festgehalten, von dem hin und wieder mal beiläufig einer den Löffel abgeben muss. Ob es dabei um Werwölfe im Pornogeschäft, Vampirprostitution oder nervige Zombiehorden auf dem Spielplatz geht ist eigentlich egal, denn „Death Valley“ kombiniert Sarkasmus und Splatter so gekonnt, dass jede der nur etwa 20-minütigen Folgen einem Freudenfest gleichkommt. Die sechs Hauptcharaktere sind zudem schön schräg und geben dem makabren Durcheinander die nötige Würze. Zwölf haarsträubende und durch und durch begnadete Einsätze in einer Staffel – und ein absoluter Geheimtipp!

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Lollipop Chainsaw

Lollipop Chainsaw-Cover

Lollipop Chainsaw

Lollipop Chainsaw
(Warner Games)

Das knackige Blondchen Juliet Starling hatte sich ihren 18. Geburtstag ein wenig anders vorgestellt. Als sie an ihrem Ehrentag nämlich in der San Romero High School auftaucht, muss sie feststellen, dass eine kleine aber feine Zombieapokalypse hereingebrochen ist. Zum Glück hat die kesse Cheerleaderin aus einer Familie renommierter Monsterjäger aber immer ihre herzchenverzierte Kettensäge im Schulranzen und kann sich so hüpfend, tretend und sägend über die torkelnden Gegnermassen hermachen. Doch halt, zuerst gilt es ihren Freund aus der Untotenmisere zu befreien, obwohl es dafür leider mehr oder weniger zu spät ist, denn dieser wurde bereits von einem der Infizierten gebissen. Kein Problem für die sexy Sägenschwingerin: Mit ihrem rosanen Werkzeug trennt sie dem Geliebten kurzerhand die Rübe vom Rumpf, wirkt einen kleinen Zauber und hängt sich den nörgelnden Lover an die Hüfte. „Jetzt bin ich ganz schön am Arsch“, kommentiert dieser und schon geht das fröhliche Splatterfest weiter. Mit einer recht intuitiven Steuerung darf man den unterschiedlichen Wiedergängern ordentlich einschenken, kann sie mittels leichter Angriffe zusammentreiben oder benommen machen, um schließlich mit einer schweren Attacke die Köpfe durch die Luft segeln zu lassen. Je stylischer der Exitus der Leblosen vonstatten geht, desto mehr Punkte bekommt man, um die eigenen Fähigkeiten zu steigern. Ein kurzweiliges Hack-und-Säge-Spiel ohne viel Tiefgang, dafür aber mit herrlichen Anspielungen und trashigem Flair.

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The ABCs Of Death 2

„The ABCs Of Death 2“
(Capelight)

In den Siebzigern waberte mit „Gesichter des Todes“ ein pseudodokumentarisches Ungetüm durch die Reihen der Horrorfans. Das widerliche und kunstlose Machwerk stöpselte über weite Strecken authentische Todesarten wie Tierschlachtungen, Hinrichtungen, Morde und Kriegsszenen aneinander, präsentiert von dem fiktiven Pathologen Dr. Francis B. Gröss. Obwohl dieses voyeuristische Ausschlachten keinerlei Eigenwert besaß, erreichte es doch binnen kürzester Zeit Kultstatus – zumal der Film in einigen Ländern verboten wurde.

The ABC Of Death“ ist zwar kaum damit zu vergleichen, thematisiert aber auch die unterschiedlichsten Arten des Todes und avancierte blitzschnell zum Geheimtipp unter Kennern. In Deutschland mussten aus rechtlichen Gründen einige Episoden entfernt werden, weshalb der erste Teil als „22 Ways To Die“ auf den Markt kam – andernorts hatte das Todes-Alphabet ebenfalls mit Zensurproblemen zu kämpfen. Nun haben die Erfinder des Erstlings einen zweiten Teil veröffentlicht, der den ersten sogar noch in den Schatten stellt. Nach wie vor galt die Devise: 26 Regisseure bekamen einen Buchstaben des Alphabets zugewiesen und durften dann ein dazu passendes Wort auswählen und darüber einen Kurzfilm mit tödlichem Ausgang drehen.

Wie bei „Gesichter des Todes“ geht es hier zwar immer wieder um unterschiedliche Formen des Ablebens, diese wurden jedoch in skurrile, lyncheske, spaßige, unheimliche und sogar gesellschaftskritische Bahnen gelenkt. Auch die Stilmittel standen den Filmemachern frei, so dass es Zeichentrickbeiträge als auch Stop-Motion-Animationen gibt; der Spielfilm hat jedoch deutlich die Nase vorne.

Jeder einzelne Buchstabe ist somit ein vollkommen neues Erlebnis, das mal befremdlich, mal ekelhaft oder mal erheiternd ist. Robert Morgans „Deloused“ ist ein surrealer Ritt in eine beängstigende Cronenberg-Lynch-Dimension, ein bildgewordener Alptraum, der mit einem flauen Gefühl im Magen zurücklässt. Dagegen ist „Equilibrium“ von Alejandro Brugués reinste Freude. Auf einer Insel hausen zwei Überlebende. Als eines Tages eine fremde Schönheit angespült wird, kommt es zum Zwist zwischen den beiden Herren der Schöpfung. Die Lösung des Problems ist aber so naheliegend wie tödlich … Was der Konsum von Drogen mit einem anstellen kann, zeigt Robert Boocheck in seinem „Masticate“ und zwinkert dabei genüsslich mit dem Auge. In einer schönen neuen Welt ist für Andersartige und Nicht-Schöne kein Platz. Das zeigt der beeindruckende Beitrag „Utopia„, während „Wish“ Kinderträume real werden lässt – aber vorher kräftig mit Scheiße beschmiert.

The ABC Of Death 2“ ist eine gelungene Fortsetzung und eine erfrischend vielgesichtige Anthologie des Schreckens, die Trash-Fetischisten und Kunstliebhabern gleichermaßen ans Herzlein gelegt werden kann.

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Verlosung: Zombie Army Trilogy

ZAT_XONE_packshot_2D_GER_small1Hitler muss weg

„Wolfenstein“ hat es vorgemacht und „Zombie Army Trilogy“ legt noch ein paar Zombies und Dämonen oben drauf. Das Dritte Reich beginnt 1945 zusehends in sich zusammenzubrechen. Dem wahnsinnigen Führer bleibt nur noch eine Chance seine idiotischen und unmenschlichen Machtphantasien auszuleben: er bedient sich okkulter Mächte. Seine infernale Magie lässt die gefallenen Soldaten aus ihren Gräbern wiederauferstehen und gegen den Feind marschieren. Nur ein kleiner Haufen von, nein, nicht Galliern, sondern Elite-Soldaten wagt es gegen die Untotenheere anzutreten und Hitler endgültig zu vernichten.

Zombie Army Trilogy“ ist eigentlich „nur“ ein Spin-off von „Sniper Elite„, brachte es auf dem PC allerdings in den vergangenen Jahren auf zwei eigenständige Teile. Jetzt entert das Hirnfressergemetzel mit drei vollständigen Kampagnen und dem fetzigen Horden-Modus als Trilogie die Next-Gen-Konsolen – vollkommen überarbeitet und generalüberholt. Im Alleingang oder mit bis zu drei weiteren Teamkameraden (leider nur online und nicht über Splitscreen) darf mit einem reichhaltigen Sammelsurium an Ballermännern und Sprengstoffen gegen die modernde Naziseuche vorgegangen werden. Besonders erfreulich ist dabei die kultige Röntgen-Kill-Kamera …

Wir haben von Rebellion vier T-Shirts (in den Größen L und XL) und je ein Spiel für Xbox One und PlayStation4 zur Verfügung gestellt bekommen, die ihr bis zum Freitag, den 24. April 2015 bei uns gewinnen könnt. Die beiden Hauptpreise sind jeweils ein Spiel plus ein Shirt, die restlichen beiden T-Shirts gibt es als Trostpflaster. Bitte denkt daran, eure Wunschgröße (L oder XL) und die gewünschte Plattform (PlayStation 4 oder Xbox One) anzugeben.

Die Verlosungsaktion ist beendet.

The Walking Bit

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„Scarface“, Schweigen der Lämmer“, „Der Hobbit“ und viele andere Leinwandspektakel wurden von Cinefix bereits in 8-Bit-Retro-Clips „verspielifiziert“ und liebe- wie humorvoll auf die Essenz reduziert. Jetzt wird das 8-Bit Cinema endlich um die TV-Serie „The Walking Dead“ erweitert. Damit wagen sich die Kreativköpfe erstmals ans Fernsehformat – sehr erfolgreich wie wir finden.

In bester Achtziger-Spiele-Manier darf so der Handlung durch bunte Pixelwelten gefolgt werden – massig Zombies und Blut inklusive.

Verlosung: Wrong Turn 6

Wrong Turn 6 - Last Resort - Unrated (Blu-ray)_2DPMutanten im Unterholz

Der Horrorfilm lehrt uns schon seit Dekaden, dass insbesondere amerikanische Wälder ihre unschönen Nebenwirkungen haben können. Im Falle der „Wrong Turn„-Reihe sind diese ziemlich hässlich und tödlich. Durch Generationen von Inzest zurechtmutiert, hüpfen ein paar echt widerliche Burschen durch den Backwood und slashen vergnüglich vor sich hin.

Im sechsten Teil, „Wrong Turn 6 – Last Resort„, erbt der junge Danny unverhofft ein uraltes Anwesen irgendwo in den Hügeln von West Virginia. Gemeinsam mit seinen dynamischen und erfolgreichen Yuppie-Freunden fährt er zu dem schicken aber heruntergekommenen Herrenhaus, um sich seiner Vergangenheit zu stellen. Und die ist gar nicht mal so rosig … Es dauert nicht lange, da hüpfen die entstellten und entarteten „Stars“ der Reihe, Three Finger, Saw Tooth und Co., durch das Bild und begehen ein blutiges Gemetzel. In bester „Wrong Turn„- und Slasher-Manier spritzt aber nicht nur das Blut in rauen Mengen, sondern auch eher lendenorientierte Körpersäfte – mit nackter Haut wird ebenso wenig gespart wie mit glibbrigen Innereien.

Constantin Film hat uns zwei DVDs und zwei Blu-rays spendiert, die wir unter allen interessierten Volljährigen verlosen. Ihr müsst euch nur unten eintragen und hinter euren Nachnamen in Klammern „DVD“ oder „BD“ schreiben, damit wir euch das Wunsch-Format zusenden können – sofern ihr am 03. April gezogen werdet.

Danke für’s zahlreiche Mitmachen! Die Verlosung ist vorbei.