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Enterprise vs. Miley Cyrus

Raumschiff_Enterprise_LogoDer Menschraum. Unendliche Blödheit.

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

Ja, so die Theorie. Was aber wenn die Besatzung der Enterprise sich nicht nur mit feindseligen Aliens, sondern mit kackblöden Erdenbewohnern herumschlagen muss? Da nützen all die Jahre Spezialtraining nichts, denn gegen die Dekadenz und Oberflächlichkeit der Popkultur ist auch das „Star Trek“-Team machtlos …

Wir geben zu, der hier gezeigte Videoclip ist nicht mehr der neuste, aber er ist auch nach Monaten noch äußerst unterhaltsam.

Death Valley

Death Valley
(Paramount)

Death Valley

Death Valley: Staffel 1 – unzensiert

Keiner weiß woher sie kamen oder warum sie hier sind – und eigentlich ist es völlig egal. Vor einem Jahr fielen plötzlich Zombies, Werwölfe und Vampire im San Fernando Valley ein, und seitdem müssen sich die Menschen dort mit den ungewöhnlichen Besuchern herumschlagen. Da infektiöse, herumlungernde Untote genauso wie außer Kontrolle geratene Blutsauger oder auf die Schiefe Bahn geratene Werwölfe ein öffentliches Ärgernis und Sicherheitsrisiko darstellen, wurde eigens die Undead Task Force (UTF) gegründet, die sich um die ungeheuerlichen Gäste kümmern muss. Die nicht ganz unblutige Arbeit der Cops wird von einem Reality-Show-Filmteam festgehalten, von dem hin und wieder mal beiläufig einer den Löffel abgeben muss. Ob es dabei um Werwölfe im Pornogeschäft, Vampirprostitution oder nervige Zombiehorden auf dem Spielplatz geht ist eigentlich egal, denn „Death Valley“ kombiniert Sarkasmus und Splatter so gekonnt, dass jede der nur etwa 20-minütigen Folgen einem Freudenfest gleichkommt. Die sechs Hauptcharaktere sind zudem schön schräg und geben dem makabren Durcheinander die nötige Würze. Zwölf haarsträubende und durch und durch begnadete Einsätze in einer Staffel – und ein absoluter Geheimtipp!

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American Horror Story 3 – Coven

„American Horror Story 3 – Coven“
(20th Century Fox)

In den USA ist bereits die vierte Staffel, „Freak Show“, über die heimischen Bildschirme geflimmert und ein fünfter Teil wurde vor Wochen ebenfalls feierlich bestätigt – die „American Horror Storys“ befinden sich auf einem ruhmreichen Siegeszug, der bereits mit 18 Emmy-Nominierungen und zahlreichen anderen Auszeichnungen gewürdigt wurde. Der erste Part überraschte tatsächlich mit einer einzigartigen Melange verschiedener Gruselthemen, deren Haunted-House-Zentrum stimmig in diverse Richtungen ausgedehnt wurde. Mit der ebenfalls in sich abgeschlossenen zweiten Staffel entführten die Macher in eine Irrenanstalt der Sechzigerjahre, verquirlten erneut zahllose andere Gänsehaut-Gattungen, thematisierten sogar Sexismus und Rassismus. Im dritten Ableger können wir dem munteren Treiben des Hexenzirkels „Miss Robichaux‘ Akademie für außergewöhnliche junge Damen“ beiwohnen. Der hat seit Jahren mit immer geringeren Mitgliederzahlen zu kämpfen, was einerseits an der egozentrischen Oberhexe Fiona (Jessica Lange), andererseits an zahllosen widrigen Umständen liegt. Eine mächtige und einflussreiche Gemeinschaft von Hexenjägern will den magisch versierten Damen schon seit Jahrhunderten ans Leder. Nebenbei gibt es noch die generationenalte Fehde mit der unsterblichen Voodoo-Königin Marie Laveau (Angela Bassett), die nach langer Waffenruhe zu eskalieren droht. Obendrein buddelt Fiona auf ihrer Suche nach eigener Unsterblichkeit die lebendig begrabene und zu ewigem Leben verfluchte rassistische Sklaventreiberin Delphine LaLaurie (Kathy Bates) aus, die noch für ein wenig mehr Aufruhr sorgt. Das sind der Probleme aber noch lange nicht genug, denn im altehrwürdigen Gemäuer von Miss Robichaux hausen ein untoter Axtmörder und ein nekrophiler Butler. Die schwindenden Kräfte der Obersten kündigen zudem einen Wechsel in der Hexen-Hierarchie an – in irgendeiner auszubildenden Magieanwenderin reifen neue Fähigkeiten heran, die sie zur neuen Anführerin des Zirkels machen werden. Es entbrennt ein zickiger, grausamer und obskurer Streit um den Thron – doch Fiona gibt diesen nicht so leicht her …

Leichenschändung, Wiederbelebung, Coming-of-Age-Zwistigkeiten, Rassismus, Teufelspakte, Eifersucht, Serienschlächter, „American Horror Story 3 – Coven“ kleckert nicht, sondern klotzt mächtig ran. Zwischen Hass, Zweifel und Weiberrangeleien ist aber stets genügend Raum für ironische Anspielungen und sarkastische Kleinigkeiten. Darüber hinaus ist es für Serienkenner äußerst erfreulich, einen guten Teil der liebgewonnenen Schauspieler wieder mit an Bord zu sehen. Neueinsteiger haben wiederum keine Probleme sich einzufinden, denn auch der dritte Part der Gruselmären ist in sich abgeschlossen und steht für sich alleine.

Leider mangelt es „Coven“ jedoch an der Tiefgründigkeit, Abgründigkeit und schrägen Perversion der Vorgänger, weshalb das Hexentreiben auch für ein größeres Publikum und gealterte „Buffy„-Fans zugänglich ist. Alles ist ein wenig glatter, gewöhnlicher und vor allem auch „unterhaltsamer“. Für Genre-Profis ist Nummer 3 damit eher ein kleiner Snack zwischendurch, dem es an den einzigartigen Zutaten von einst fehlt.

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Geek

Nicolas Beaujouan
„Geek“
(Cross Cult)

In den Achtzigern war der Geek oder Nerd einfach nur ein schräger Außenseiter und Freak – ohne jegliche Klassifikation. Seine Vorlieben für Computer- und Konsolenspiele, Science-Fiction-, Horror- und Fantasy-Filme, Comics, Arcadehallen, Pen-&-Paper oder komplexe Brettspiele wurden von der Masse abfällig belächelt. In kleinen, gut versteckten Läden sammelten sie sich und tauschten die neuesten Geheimtipps aus – hier, in diesem elitären Refugium, fühlte sich der Geek und Nerd sicher und wohl. Niemand hätte damals im Traum daran gedacht, dass Videospiele irgendwann zu einem Millionen-Business mutieren oder Tolkiens Werke als Spielfilm-Trilogien umgesetzt würden.

Der 1977 geborene Nicolas Beaujouan ist zwar fast noch ein wenig zu jung, um die ersten, unsicheren Gehversuche des Nerdtums miterlebt zu haben, darf sich aber doch mit Fug und Recht zu der von ihm selbst so betitelten Generation „Geek 1.0“ zählen. Denn was ihm an Jahren fehlt, macht der Franzose mit Leidenschaft wett. In lockerem Tonfall und mit eindrucksvollem Detailwissen ausstaffiert, wühlt sich der Grafiker genüsslich durch die Weiten des Geekraums und beleuchtet das Phänomen aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Dabei beginnt er mit einer historischen Aufarbeitung, arbeitet sich vom „Geekus Prime“ (1960-1980), der primär den Comics und der Literatur frönte, über den Kino- und Videospiel-affinen „Geek 1.0“ der Achtziger zum bereits mit Internet bewaffneten Manga- und TV-Freak „Geek 2.0“ vor, um schließlich beim heutigen transmedialen „Homo Geekus“ zu landen.
Selbstverständlich wird auch der Versuch unternommen, „Geek“ und „Nerd“ sauber voneinander zu trennen und die Archetypen der einstigen Sub- und heute schon Leitkultur zu unterscheiden. Da gibt es den besessenen NoLife, den passionierten Rollenspieler, den schicken Cosplayer, gewandten Zocker usw. Und tatsächlich greifen diese humorvollen Kategorisierungen bestens, wobei auch hier die Grenzen – wie Nicolas betont – fließend sind.

Geek-1Doch es bleibt nicht bei einer Betrachtung der Geeks selbst, der Band konzentriert sich auch auf die Leitbilder, Grundsteine und die Entwicklung dieser Szene und ergründet damit die Essenz des Geekseins – in deutlicher Abgrenzung vom „Wannabe-Geek“. Als Urknall des Nerdtums setzt der Pariser das 19. Jahrhundert an. Schriftsteller wie Jules Verne und H.G. Wells liefern mit „Von der Erde zum Mond“ oder „Der Krieg der Welten“ die nötige Substanz für spätere fantastische Romane und die Pulp-Ära. Es folgen Betrachtungen zu Kino, Comics, Mangas, Serien und heutigen Franchises – auch die Musikwelt wird nicht ausgeklammert.
Lustige Grafiken und Schaubilder lockern das Ganze auf und liefern teilweise interessante Einblicke. Wer wollte nicht schon einmal wissen wie die Größenverhältnisse einer „Battlestar Galactica„-Viper zur „Alien„-Nostromo und zu einem „Star Wars„-Sternenzerstörer sind? Und welcher Filmemacher hat eigentlich wen beeinflusst? Wie kam es vom Untoten-Erstling „The White Zombie“ (1932) zu Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ (1968) und schließlich zum „Walking Dead„-Comic?

Nicolas Beaujouan zaubert eine ganze Menge an großen Fakten aus dem Hut, fummelt feine Details hervor und weiß immer wieder zum Schmunzeln zu bringen. Da verzeiht man gerne kleine Lücken oder auch mal eine falsche Darstellung des Xbox 1-Controllers.

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American Horror Story

American Horror Story
(20th Century Fox)

American Horror Story - Season 1Die Familie Harmon steckt in einer schweren Krise. Nach einer Totgeburt glitt Gattin Vivien in einen depressiven Abgrund, den Seelenklempner-Gatte Ben mit einer Affäre zu überwinden suchte – keine allzu konstruktive Idee. Gemeinsam mit ihrer pubertierenden Tochter Violet ziehen die entzweiten Ehepartner in eine schicke Edelvilla ein, die sie zu einem Spottpreis erworben haben. Wie sich später herausstellt, rührt die günstige Kaufsumme daher, da sich das Anwesen in der Gegend bereits den Titel „Mörder-Haus“ verdient hat und auf einer Touristentour der makabren Art zu den Attraktionen gehört. Es dauert auch nicht lange, da stellen sich die ersten Geistererscheinungen ein, die allesamt mit der traurigen wie erschütternden Geschichte des Gemäuers in Zusammenhang stehen. Denn so wie es scheint, verweilen hier alle Vorbesitzer – und sie alle verbinden grauenvolle Ereignisse. „Die komplette erste Season“ der amerikanischen Mystery-Serie geht bereits mit der Pilotfolge in die Vollen und weckt geschickt die Neugier auf die furchtbaren Dinge, die da noch kommen mögen – und es kommen etliche! Mit ihren skurrilen Charakteren und den geschickten Verknüpfungen verschiedener Zeitstränge gelingt dem TV-Horror eine durchweg mitreißende Atmosphäre. HD-Perfektionisten mussten bei Veröffentlichung (2013) noch draußen bleiben, denn aus unerfindlichen Gründen erschien die Staffel in Deutschland anfangs nur auf DVD. Mittlerweile hat 20th Century Fox das Flehen der Horror-Jünger jedoch erhört und eine Blu-ray-Fassung nachgelegt.

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Die X-Akten sind wieder geöffnet

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen

XFiles_Article_1Was einige Tage als Gerücht durch den virtuellen Äther geisterte, wurde jetzt endgültig von Fox bestätigt: „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ ist wieder da – und zwar in Originalbesetzung!

„Mulder, ich bin’s. Bist du bereit?“, twitterte Gillian Anderson. Und auch er ist es. Im Sommer sollen die Dreharbeiten für sechs neue Folgen beginnen. Neben den beiden Mimen David Duchovny als Fox Mulder und Madame Anderson als Dana Scully ist auch Serienschöpfer Chris Carter wieder mit dabei. „Für mich gab es jetzt eine Art 13 Jahre dauernde Werbepause“, flachst der X-Akten-Initiator, der mit keiner seiner Serien auch nur annähernd an den Erfolg der Mystery-Reihe anknüpfen konnte.

Die „X-Files“ wühlten sich durch etliche klassische Horrorsettings, mengten eine ordentliche Portion Verschwörungstheorie dazu, fügten ein paar Alien-Einzelteile ein und konnten das Erbe von „Twin Peaks“ auf individuelle Weise weitertragen. Von 1993 bis 2002 versuchte das Agentenduo in neun Staffeln mit insgesamt über 200 Folgen der Wahrheit auf die Schliche zu kommen. Vieles wurde aufgedeckt, doch einiges blieb stets im Dunkel. „Die gute Nachricht ist, dass die Welt viel merkwürdiger geworden ist“, erklärt Chris Carter zuversichtlich, „die perfekte Zeit, um diese sechs Geschichten zu erzählen.“

 

Life Is Strange

Das Mysterium des Erwachsenwerdens

Erwachsenwerden ist selten ein glorreicher Prozess. Gefangen zwischen zwei Welten – ungezwungene Kindlichkeit und rationale Vernunft –, taumelt der Teenager durch ein dämmriges Zwielicht undurchsichtiger Entscheidungen. So geht es auch der 18-jährigen Maxine Caulfield in dem atmosphärischen Mystery-Adventure „Life Is Strange„, das seit 30. Januar in fünf einzelnen Episoden für PC, Xbox One, Xbox 360, PlayStation 3 und 4 kapitelweise den virtuellen Äther flutet.

Der erste Teil darf dabei als Pilotfolge angesehen werden, die das Setting und seine Charaktere stimmungsvoll einführt und parallel dazu die Spielmechanik erklärt. Anfängliche Assoziationen mit den Telltale Games-Abenteuern à la „The Walking Dead“ oder „Game Of Thrones“ lösen sich im Verlauf des melancholischen und zugleich rätselhaften Geschehens auf, und „Life Is Strange“ emanzipiert sich zum eigenständigen und mutigen Adventure.

Life Is Strange 4Maxine Caulfield kehrt nach fünf Jahren in ihre Heimatstadt Arcadia Bay zurück, um an der renommierten Blackwell Academy Fotokunst zu studieren. Damals ließ der pubertierende und introvertierte Teenager seine beste Freundin Chloe zurück und musste sich in Seattle einer ganz neuen Umgebung stellen. Viel einfacher fällt Maxine aber auch ihre Rückkehr nicht. Sie hat Schwierigkeiten sich in den Seminaren durchzusetzen und auch mit den Freunden will es nicht so recht klappen. Lediglich ein nerdiger Außenseiter gibt sich mit der schüchternen „Neuen“ ab.
Wie aus dem Nichts taucht Chloe plötzlich wieder auf, doch das Mädchen hat sich verändert. Sie leidet unter ihrem kontrollsüchtigen Stiefvater, steckt voller Zorn und Zweifel – und sie hasst das verschlafene Kaff Arcadia Bay. Sie sehnt sich danach, diesen Fesseln zu entfliehen und alles hinter sich zu lassen.
Als die beiden Freundinnen von einst sich langsam wieder annähern, erfährt Maxine vom rätselhaften Verschwinden ihrer Mitschülerin Rachel Amber. Sie und Chloe waren viele Jahre wie ein Herz und eine Seele, und auch an der Schule und in der Stadt war Rachel mehr als beliebt. Von heute auf morgen war sie weg. Von Zuhause ausgerissen, sagen die meisten, doch Chloe traut der Sache nicht. Irgendwas scheint da faul und sie hat sich zum Ziel gesetzt, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Life Is Strange 7Doch da ist noch so viel mehr in „Life Is Strange„. Seit Maxine wieder in Arcada Bay ist, wird sie von düsteren Visionen heimgesucht. In ihnen sieht sie einen gewaltigen Sturm heraufziehen, der die Stadt zu verschlingen droht. Dem nicht genug, stellt sie während des Unterrichts fest, dass sie in der Lage ist die Zeit zu manipulieren. Wenn sie möchte, kann sie einige Sekunden oder auch Minuten in die Vergangenheit zurückspringen (was per Tastendruck gesteuert wird) und die eben erlebte Situation erneut angehen. Dabei kann sie völlig andere Entscheidungen treffen oder andere Dinge äußern (also Dialogoptionen wählen), behält aber alles Wissen und sämtliche gesammelte Gegenstände für sich. Durch diese Gabe kann sie per trial and error Informationen aus ihren Gesprächspartnern herauskitzeln oder misslungene Handlungen rückgängig machen – und zwar beliebig oft. Dies ist natürlich nicht in jeder Lage und Szene des Spiels verfügbar, sondern nur dann, wenn es erforderlich ist. Dabei gibt es keinen schweißtreibenden Zeitdruck und keine fordernden Quick-Time-Events – und doch ist jede Entscheidung eine schwere, denn Aktionen ziehen unweigerlich Reaktionen nach sich. Nicht immer – auch nach mehrmaligem „Zurückspulen“ – lässt sich abschätzen, welche Folgen eine Handlung oder ein gesagter Satz haben werden. Und wenn nicht in der ersten Episode, dann vielleicht in einer der weiteren? Aber Rätsel können damit hervorragend gelöst werden, denn im Endeffekt kann Maxine in die Zukunft sehen – wenn auch nur eine kurze Zeitspanne.

Life Is Strange 1Abseits dieser interessanten und gut umgesetzten Idee, punktet das erste Kapitel von „Life Is Strange“ vor allem durch seine herausragende Stimmung und die glaubwürdigen Protagonisten. Hier und da arbeiten die Entwickler von Dontnod zwar mit Klischeeversatzstücken des Coming-Of-Age-Genres, das tut der gesamten Story und seiner erzählerischen Dichte aber keinen Abbruch. „Life Is Strange“ fesselt mit seinen düsteren Andeutungen, mit dem eigenwilligen Geheimnis der verschwundenen Rachel und mit dem nachdenklichen, ja, fast schon schwermütigen Grundtenor. Der Spieler findet sich in einem einzigartigen Kosmos wieder, irgendwo zwischen Lynchs „Twin Peaks„, dem geisterhaften „The Returned“ (orig. „Les Revenants„) und Stephen Kings „Stand By Me„. Drama und Mystery umweben sich eng, werden umflossen von Alltäglichkeiten wie Drogenhandel an Schulen, Mobbing und der Schwierigkeit neue Freunde oder gar sich selbst zu finden. Und über alledem wabert eine schwarze Wolke, wie ein Damoklesschwert …

Am 24. März geht es mit Episode 2 „Out Of Time“ weiter.

 

 

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Grimm

Grimm
(Universal)

GrimmDie Gebrüder Grimm sind vor allen Dingen durch ihre Kinder- und Hausmärchen berühmt geworden, haben sie doch unzählige Geschichten aus der ganzen Welt zusammengetragen und für die Nachwelt erhalten. Glaubt man der US-Serie „Grimm„, dann hatte die Familie durchaus einen höheren Grund sich mit kinderfressenden Wölfen, Geistern und anderen unheimlichen Begebenheiten zu beschäftigen, denn sie waren die Vorfahren der „Ghostbusters„. Entsprechend haben sich die Grimms einen berüchtigten Ruf bei den monströsen Horden erarbeitet, die unbemerkt unter den gewöhnlichen Menschen leben. Nick Burkhardt wollte eigentlich nur Polizist werden und arbeitet bei der Mordkommission in Portland. Seit längerem wird er jedoch von seltsamen Visionen geplagt und nach einem widerlichen Mord an einer Joggerin offenbart sich schließlich sein Schicksal. Als Nachfahre der Grimms ist er mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet, um den wehrlosen Homo sapiens vor den abstrusen Ungeheuern zu beschützen. Zum Glück bekommt er Hilfe von einem kauzigen Wolfsmenschen, der ihm bei der Lösung ungewöhnlicher Kriminalfälle mit Bärenmenschen, Ziegendämonen, Rattenfängern oder Bienenköniginnen unterstützt. Alle 22 Episoden der ersten Staffel finden sich in einer Box, die zwar wenig Tiefgang und Innovationen bietet, dafür aber kurzweilige Finstermärchenunterhaltung.

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Die drei ??? – Die Villa der Toten (114)

Drei ??? 114Die drei ???
„Die Villa der Toten“ (114)
Europa/BMG
Ausnahmsweise müssen die ewig jung gebliebenen Schlaumeier aus Rocky Beach mal nicht ein Problem mit Gespenstern lösen, sondern werden engagiert, weil es in der noblen Villa einer verstorbenen Operndiva nicht spukt. „Mal was Neues“, wird da so manch einer denken, aber recht bald entwickelt sich die Plotline zu einem der üblichen Fälle der drei Fragezeichen, dessen Ausgang und Lösung sich für Fans der Serie schon bald im Verlauf der Geschichte andeutet. Nichts desto trotz verströmt auch die 114 den einzigartigen Charme der Jungdetektive, baut auf einer kurzweiligen und äußerst unterhaltsamen Story auf, bei der man auch problemlos nebenher das Zimmer aufräumen, Wäsche bügeln oder andere sportliche Betätigungen unternehmen kann, ohne gleich den Faden zu verlieren. Besonders schön ist, dass Tante Mathilda bei der Aufklärung des Spuks als Medium zum Einsatz kommt und auch Morton wieder ein wenig stärker in die Geschehnisse eingreift. Somit bleibt die neueste Folge eine nette Weiterführung bekannter Elemente, ist aber aufgrund der fehlenden Gruselmomente nicht zu den Spitzentiteln zu zählen.

Bewertung:

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