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Jupiter Ascending

Jupiter Ascending-CoverJupiter Ascending
(Warner Bros)

Heilige Scheiße! Die Wachowski-Geschwister haben mit der „Matrix“-Trilogie zweifellos Filmgeschichte geschrieben, sowohl stilistisch als auch inhaltlich. In der Zwischenzeit hatten sie ihre Fingerchen auch in einigen grandiosen Projekten wie „Cloud Atlas“ oder „V wie Vendetta“ drin. Was sie allerdings mit ihrer Science-Fiction-Oper „Jupiter Ascending“ erreichen wollten, bleibt eher nebulös. SciFi-Action für Teenies? Eine massentaugliche Synthese aus „Star Wars“, „Twilight“ und „Matrix“? Oder sollte einfach in möglichst kurzer Zeit so viel Kohle wie möglich für Spezialeffekte verpulvert werden?

Aber fangen wir vorne an. Die nicht unbedingt hässliche Jupiter Jones ist ein Kind großer Liebe. Dumm nur, dass ihr Vater noch vor ihrer Geburt ermordet wurde und sie nun bei ihrer etwas schrulligen russischen Familienbande aufwächst. Ihr Leben als Putze ist nicht unbedingt sonderlich erfüllend, jeder Tag der gleiche Trott. Als aber eines Tages der muskulöse Schönling Caine, eine Art menschlicher Wachhund auf zwei Beinen, auftaucht und ihr davon erzählt, dass die Erdenbewohner alles andere als alleine im Weltall sind, wird für die junge Frau ein Traum wahr. Mehr noch als das, denn sie erfährt von einem Verbündeten Caines, dass sie eine Königin und Alleinerbin der Erde ist. Flugs macht sie sich ins All auf, um ihre Ansprüche auf den Thron zu erheben – wenngleich ein wenig skeptisch und zögerlich. Dort läuft aber alles anders als gedacht und wenig geschmiert, denn die Mächtigsten der Reichen haben es ebenfalls auf den Blauen Planeten abgesehen. Nicht weil der so schön im Dunkeln leuchtet, sondern weil dort vor ein paar Jahrtausenden die Menschen als Erntegut angebaut wurden. Die aus 100 Homo sapiens gewonnene Lebensenergie reicht nämlich aus, um ein paar adligen Herrschern die ewige Jugend zu schenken. Dumm nur, dass die naive Jupiter auch auf jeden doofen Plan hereinfällt und ihr der gute Caine immer wieder aus der Patsche helfen muss. Natürlich verliebt sich das treudoofe Girlie in ihren humanoiden Leibwächter und der darf noch einen Haufen heldenhafter Ruhmestaten vollbringen, bis nach über zwei Stunden Spielzeit das ganze Spektakel zu Ende ist.

Was der geneigte Zuschauer in dieser Zeit zu Gesicht bekommt ist rein optisch atemberaubend schön und eindrucksvoll, denn die unterschiedlichen Schauplätze sind fantasievoll und detailliert in Szene gesetzt worden. Da gibt es gewaltige Raumschiffe, grandiose Planetenoberflächen, flotte Actioneinlagen, ein paar fulminante Ballereien und ähnliches. Was dem Film jedoch fehlt sind tolle Charaktere, ein sinnvoller Plot, generell ein gutes Drehbuch und eine homogene Verbindung von alledem. Aber Pustekuchen. „Jupiter Ascending“ trieft vor gähnenden Klischees, platten Handlungsbögen, oberflächlicher Spannungserzeugung oder tumben Konversationen. Auch die Idee, dass Menschen als Nahrungsgrundlage oder Energieerzeuger genutzt werden ist spätestens seit „Matrix“ nicht mehr spannend. Was damals aber noch knackig und clever konstruiert war, entpuppt sich hier als schales Hollywood-Konstrukt ohne jede Seele, publikumswirksam auf dem Reißbrett entworfen und dann x-beliebig zusammengefummelt. Was an Inhalt fehlt, wird mit dicken Effekten überstrichen – es bleibt am Schluss jedoch eine Geschichte, die George Lucas nicht kitschiger und schlechter hätte erzählen könnte.

Einst standen die Wachowskis für Innovation und Einfallsreichtun, hier gibt es ein Effektfeuerwerk ohne Sinn und Verstand. Ein hirnloser Grafikoverkill!

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Enterprise vs. Miley Cyrus

Raumschiff_Enterprise_LogoDer Menschraum. Unendliche Blödheit.

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

Ja, so die Theorie. Was aber wenn die Besatzung der Enterprise sich nicht nur mit feindseligen Aliens, sondern mit kackblöden Erdenbewohnern herumschlagen muss? Da nützen all die Jahre Spezialtraining nichts, denn gegen die Dekadenz und Oberflächlichkeit der Popkultur ist auch das „Star Trek“-Team machtlos …

Wir geben zu, der hier gezeigte Videoclip ist nicht mehr der neuste, aber er ist auch nach Monaten noch äußerst unterhaltsam.

Deus Ex: Mankind Divided

DXMD_Key_Art_-_ONLINE_-_wLogo_1434566402Es wird dystopisch

Anfang April hat Publisher Square Enix bereits erste Infos zu dem dystopischen Cyberspace-Actioner „Deus Es: Mankind Divided“ (wir berichteten) herausgegeben, jetzt haben sie zur E3 einen neuen Gameplay-Trailer veröffentlicht, den wir euch nicht vorenthalten wollen.

Bisher gehörte „Half Life“ zur Krönung der finsteren Science-Fiction-Settings, aber mit dem neuen „Deus Ex“ wird die Legende wohl endgültig den Platz räumen müssen. „Mankind Divided“ sieht nicht nur fantastisch aus, der Trailer offenbart auch, wie viel Liebe schon jetzt in dem Spiel steckt. William Gibsons „Neuromancer“ wird hier ebenso lebendig wie George Orwells „1984“. Beklemmung, Überwachung, Hoffnungslosigkeit, Gewalt … der Kanon düsterer Bauelemente ließe sich beliebig fortsetzen.

Doch „Deus Ex: Mankind Divided“ wird nicht nur mit einem unglaublich einnehmenden Setting überzeugen, sondern macht auch vom Gameplay her schon jetzt eine unglaublich gute Figur. Egal ob die Levels schleichend bestritten werden sollen der wild um sich ballernd – der Spieler hat stets die Wahl und die einzelnen Missionen bieten etliche Lösungsansätze. Wir zählen weiterhin die Tage …

 

Es ist schwer, ein Gott zu sein

Gott_PosterEin Monster von einem Film

Die ersten Rückmeldungen zu Aleksei Germans finsterer Dystopie „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ klingen mehr als nur vielversprechend. „Im Vergleich zu Aleksei Germans Obsessionen wirken die Filme Quentin Tarantinos zweifellos wie Märchenfilme von Walt Disney“, tönt Wissenschaftler und Autor Umberto Eco. Und auch Kino-zeit.de lobt: „Man kann Alexei Germans Opus Magnum als nichts anderes bezeichnen als ein visionäres Meisterwerk.“ Wirft man einen Blick auf den Trailer zu dieser einnehmenden Romanverfilmung, die mit expressiven Schwarz-Weiß-Bildern besticht, kann die Faszination der Rezensenten nur im Ansatz erahnt werden.

Die Story des Streifens beruht auf dem gleichnamigen Science-Fiction-Roman „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ von Arkadi und Boris Strugatzki und wird am 03. September 2015 in die deutschen Kinos kommen – selbstverständlich nur in ausgewählte Lichtspielhäuser. Die Geschichte erzählt der deutsche Feinschmeckerverleih Bildstörung wie folgt:

„Eine Gruppe Historiker wurde auf einen fremden Planeten entsandt, der in seiner Entwicklung 800 Jahre hinter der Erde zurückliegt. In der Hoffnung, in dieser mittelalterlichen Zivilisation die Geburt einer Renaissance hautnah miterleben zu können, mischen sich die Forscher unbemerkt als adlige Nachkommen lokaler Gottheiten unters Volk, um die dortigen Ereignisse aufzuzeichnen und zur Erde zu übertragen. Ihre oberste Direktive dabei lautet: Bleibe unerkannt und neutral, greife niemals in das Geschehen ein und töte unter keinen Umständen einen Planetenbewohner. So weit, so gut. Doch als in der Stadt Arkanar graue Truppen plötzlich ein blutiges Pogrom gegen Gelehrte und Bücherfreunde starten, nimmt die Geschichte unvermittelt einen völlig anderen Verlauf. Don Rumata, der vor Ort das Treiben hilflos mit ansehen muss, fällt es dabei zunehmend schwerer, dem brutalen Gemetzel einfach tatenlos zuzuschauen. Doch was tun als ein Gott, dem die Hände gebunden sind?“

 

Dishonored 2

DIS2_LOGO_RENDER_small_1434319077Zurück nach Dystopistan

Der dystopische Steampunk-Actioner „Dishonored“ machte vor drei Jahren eine äußerst gute Figur. Innovativ war er zwar nicht, aber die zahlreichen Genreelemente wurden von den Entwicklern der Arkane Studios vortrefflich zusammengefügt und mit einer packenden Geschichte verwoben. In einem völlig neuen Setting mit frischen Charakteren und neuen Herausforderungen wird „Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske“ indirekt an die Ereignisse des Vorgängers anknüpfen und in feinster Next-Gen-Optik für ein fulminantes First-Person-Feuerwerk sorgen – so zumindest der Plan. Im Februar 2016 soll der Titel erscheinen. Als Assassin hat der Spieler wieder einmal die Möglichkeit, die einzelnen Level auf unterschiedliche Art und Weise anzugehen. Verlässt man sich lieber auf Heimlichkeit oder wählt man doch den Weg des Brutalos? Hier soll nur die Kreativität des Spielers Grenzen setzen …

Zur Story lässt Publisher Bethesda verlautbaren:

„‚Dishonored 2‘ spielt 15 Jahre nach dem Tod des Lordregenten und die gefürchtete Rattenseuche ist Vergangenheit. Ein weltfremder Thronräuber hat Kaiserin Emily Kaldwin den Thron entrissen und das Schicksal des Inselreichs hängt in der Schwebe. Als Emily Kaldwin oder Corvo Attano verlassen Sie die legendären Straßen von Dunwall und reisen nach Karnaca, einer einst glanzvollen Küstenstadt, wo der Schlüssel zu Emilys Rückkehr auf den Thron verborgen liegt. Mit dem Zeichen des Outsiders versehen und mit mächtigen neuen übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet jagen Sie Ihre Feinde und nehmen das Schicksal des Kaiserreichs in die Hand.“

DOOM kehrt zurück

Immer mitten in die Fresse rein

Morgen beginnt sie, die Electronic Entertainment Expo, kurz E3, die wohl wichtigste Computerspielmesse der Welt. Im Los Angeles Convention Center öffnet sich ein weiters Mal die Pforte in den Himmel der Zocker, in das Paradies der Bits und Bytes. Täglich werden etliche neue Titel vorgestellt, große Reden geschwungen und Spiele im Entstehungsprozess vorgeführt.

Ein absolutes Highlight dabei ist Bethesdas neuer Aufguss der Urgroßmutter der Ballerspiele: „Doom“. Zeit zum Verstecken, zum Taktieren oder zum Denken brauch es in dem First-Person-Shooter auch dieses Mal nicht, denn die Devise ist ein weiteres mal ballern und bollern! Ein dickes Waffenarsenal soll zum Launch im Frühjahr 2016 für große Freuden sorgen, denn mit jeder Knarre lassen sich die zahllosen dämonischen Horden anders zerpusten. Da spritzt nicht nur das Blut durch die Luft, sondern fliegende Körperteile gehören ebenfalls zum guten Ton. Aber es darf nicht nur im Fernkampf gesplattert werden, mit etlichen Nahkampfmoves lassen sich Dämonenschädel zermatschen, Gliedmaßen zerhacken und riesige Ungetüme zersägen.

Logisch, dass das Geschlachte auch wieder in flotten Mehrspielerarenen ausgetragen werden kann. Über den „SnapMap“-Editor lassen sich sogar eigene Levels ohne viel Aufwand kreieren, die dann leergefegt werden müssen. Ach ja, ein wenig Handlung gibt es sogar auch noch, wieder irgendwo auf dem Mars und wieder ist irgendeine Hölle aufgegangen. Egal, durchladen und amoklaufen.

The Colony

The Colony
(Splendid)

Unser Hintern ist auf Grundeis gelaufen. Eine neue Eiszeit hat die Erde in einen toten Planeten verwandelt, auf dem nur noch existieren kann, was der frostigen Kälte zu trotzen vermag. Von der gesamten Menschheit haben vermutlich nur die zwei unterirdischen Kolonien 5 und 7 die winterliche Endzeit überdauert – und nun scheint es Probleme mit der 5 zu geben. Anführer Briggs (Lawrence Fishburne) entschließt sich einen Erkundungstrupp zu entsenden, um vor Ort nach dem Rechten zu sehen. Aber nicht jeder der etwa 40 Überlebenden ist mit seinem Plan einverstanden. Missgunst und Angst leiten den ehemaligen Soldaten Mason, der nach und nach beginnt, die Regeln des Bunkers auszuhebeln. Als Briggs mit zwei Begleitern durch die klirrende Kälte Richtung Lager 5 stapft, reißt Mason die Macht an sich – doch der Expeditionstrupp gerät an seinem Ziel in einen noch viel größeren Schlamassel.Entartete Menschenfresser haben die gesamte Kolonie abgeschlachtet und sind hocherfreut, neues Futter vor die Nase gesetzt zu bekommen. Es entbrennt eine panische Hetzjagd auf Leben und Tod. „The Colony“ punktet mit einem atmosphärischen Setting und spannenden Einfällen. Leider gelingt es dem Drehbuch nicht, eine durchgängig logische als auch packende Geschichte zu erzählen, was jedoch durch die zähnefletschende Kannibalenhorde wieder wett gemacht wird. Schicke Postapokalypse mit kleinen Hängern.

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Aliens vs. Predator 2

Monströse Dualität

Aliens Vs. Predator 2

Aliens vs. Predator 2

Alles begann mit einem abgetrennten Alienschädel in „Predator 2„. Als nämlich im zweiten Teil um die Furcht erregenden extraterrestrischen Jäger in deren Raumschiff unter ihren zahlreichen Trophäen fast beiläufig der Kopf eines Aliens zu sehen war, wurden die zwei grausamen Kreaturen das erste Mal in einen gemeinsamen Kosmos geworfen und kurz darauf von Dark Horse Comics in größerem Rahmen miteinander konfrontiert – bis heute bleibt die erste Ausgabe eines der erfolgreichsten Independent-Comics aller Zeiten. Und seit dem 26. Dezember 2006 tragen sie ihren Krieg direkt vor der menschlichen Haustüre aus – in dem verschlafenen amerikanischen Städtchen Gunnison: „Aliens vs. Predator 2„, kurz „AVP2“.

Den Regiestuhl teilen sich die beiden Brüder Colin und Greg Strause – und das kommt nicht von ungefähr, denn die zwei außerirdischen Spezies sind die hingebungsvolle Passion des Geschwisterpaares. „In gewisser Weise leben Colin und Greg quasi in einer Welt mit Aliens und Predatoren“, erzählt John Davis, der bereits „Predator“ als auch „Alien vs. Predator“ produziert hat. „Sie haben all diese Filme unzählige Male gesehen, kennen die AVP-Comics und die Videospiele. Sie verstehen diese Charaktere.“

Grundsätzlich war dem familiären Gespann wichtig, den Horror greif- und spürbarer zu machen als er beispielsweise beim ersten Teil des Monsterduells war, der in einer gewaltigen Pyramide spielte. „Was ist Furcht einflößender: Eine Bedrohung, die Millionen von Kilometern entfernt stattfindet oder eine, die vor der eigenen Türe steht? Wir fanden einfach, dass es höchste Zeit war, die Aliens und den Predator auf die Erde zu holen. Jetzt geht es ans Eingemachte, in diesem Film ist niemand mehr sicher“, gibt Greg mit hämischem Grinsen zu Protokoll und wird von John Davis ergänzt: „Die Idee bestand darin, die Geschichte in ‚Überall, USA‘ anzusiedeln – in einer schönen, ruhigen und wieder erkennbaren Kleinstadt. Plötzlich bricht hier ein Gemetzel los, eine blutrünstige Schlacht wie man sie sich eigentlich gar nicht vorstellen kann.“ Und eben diese brachialen Auseinandersetzungen, nicht nur zwischen den Überirdischen und den bedrohten Menschen, sondern auch zwischen den Aliens und den Predatoren selbst, sollten deutlich brutaler vonstatten gehen und den ersten Teil in den Schatten stellen. „Es geht wesentlich härter zu“, versprechen die Brüder schmunzelnd, „diesmal bringen sie sich besonders widerwärtig um.“

Um aber nicht nur den Hintergrund des Massakers zu verändern und die Gewaltschraube anzuziehen, wollte das Duo die Geschichte auch mit neuen Ideen anreichern, was in der Form des Predaliens hervorragend gelungen ist. Denn während bisher nur Menschen von den Aliens infiziert und als Brutkörper missbraucht wurden, dringt hier ein Alien in einen Predator-Körper ein, wodurch eine Art Hybrid-Monstrum entsteht, zu etwa 80% Alien, zu 20% Predator – und dieses furchteinflößende Ungetüm fällt gemeinsam mit seinen kreuchenden Alien-Geschwistern über die Einwohner von Gunnison her. Es verfügt noch immer über ein schier unzerstörbares Exoskelett, extrem säurehaltiges Blut, einen gewaltigen Schwanz, den es im Kampf zum Durchstoßen seiner Opfer einsetzen kann und eine gewaltige Zahn-Zunge, ist nun aber vom Körperbau her einem Predator ähnlich. Gleichzeitig benötigt es keine Eier mehr, um sich fortzupflanzen, sondern würgt den Chestburster direkt in den Mund seiner Kontrahenten.

Da genügt kein einfacher Predator-Jäger mehr, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen. Aus diesem Grund schicken die Predatoren einen „Cleaner“ los, ein überaus kampferprobter Predator, gezeichnet von endlosen Auseinandersetzungen auch mit den Aliens. Er ist allerdings nicht hier, um die Menschen zu retten, sondern vielmehr um die Spuren außerirdischer Existenzen zu tilgen. Während seine Brüder über einen Ehrenkodex verfügen und beispielsweise keine kranken, wehrlosen oder schwangeren Menschen attackieren, kennt der „Cleaner“ nur seine Aufgabe. Er ist nicht tugendhaft, sondern verschlagen, extrem gerissen und zudem mit mehreren Waffensystemen ausstaffiert.

Mit diesen Neuerungen und dem gleichzeitigen Einhalten der bisherigen Geschehnisse im „AVP“-Universum verspricht „Aliens vs. Predator 2“ seinen Vorgänger noch zu toppen. Ein atemberaubender Kampf der extraterrestrischen Titanen.

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Role Play Convention 2015

RPC-logoGrenzenlose Spielwelten

Seit 2007 gehört die jährlich stattfindende Role Play Convention zu den Höhepunkten der Spielwelt. Die Nerdonomicon-Crew war vor Ort, um den Zauber der fantastischen Zusammenkunft zu ergründen.

Am Samstag, den 16. Mai öffnete die Koelnmesse ihre Pforten für ein buntes und gespannt wartendes Völkchen, das nicht nur aus weiten Teilen Deutschlands, sondern auch aus den umliegenden Ländern angereist war. Leibhaftige Elfen und andere Fantasy-Vertreter gehörten ebenso dazu, wie Star-Wars-Persönlichkeiten, Manga-Charaktere, Comic-Helden, mittelalterlich Gewandete, Metal-Fans, bebrillte Vollnerds oder gewöhnliche Otto-Normal-Spieler. Sie alle sollten für das komplette Wochenende in Halle 10 ein vielseitiges An- und Aufgebot vorfinden, das Workshops, Turniere, Bandauftritte, Probespielrunden, Präsentationen, Lesungen, Filmvorführungen und vieles mehr beinhaltete und in seiner Gänze unmöglich vollständig wahrzunehmen war. Liebhaber komplexer Tabletop-Spiele kamen ebenso auf ihre Kosten wie Rollenspieler, LARPer oder auch Fans unterhaltsamer Brett- oder Kartenspiele. In kleinen Gruppen konnten Interessierte in einzelne Titel wie „Earthdawn„, „Pathfinder“ oder „Iron Kingdoms“ hineinschnuppern, durften sich in fordernden Partien (wie „Mage Wars„) bekämpfen, sich beim Kartenklopfen mit „Smash Up“ schieflachen oder aber sich sogar in die Geheimnisse des LARP einführen lassen. Besonders beeindruckend war die Präsentation des ursprünglich über Crowdfunding finanzierten Strategiespiels „Golem Arcana„. Auf variablen Schlachtfeldern und mit unterschiedlichen Missionsaufgaben müssen sich hier zwei Kontrahenten mit ihren detailliert designten Spielfiguren bekämpfen. Ihre Golems sind mit einer App auf dem Handy oder Tablet gekoppelt, das nicht nur das gesamte Spielgeschehen überwacht, sondern auch alle Regelmechanismen und die anfallenden „Buchhalteraufgaben“ übernimmt. Das Durchackern ellenlanger Regelwerke bleibt dem Golemlenker damit erspart und auch beim Gefecht bedarf es keiner schwierigen Berechnungen mehr – der Computer springt bei diesen Punkten zuverlässig ein. Bisher sind hierzulande zwei Erweiterungen über Pegasus erhältlich – in den USA gibt es jedoch schon deutlich mehr Material zum Nachlegen.

Aber auch Liebhaber rasanter Pixelwelten konnten sich über einige Höhepunkte freuen. Das brachiale Fantasy-Football-Gebolze „Blood Bowl 2“ konnte weltexklusiv auf Sonys PlayStation 4 angezockt werden – und machte schon im Beta-Stadium eine kernige Figur. Sehr imposant war auch der „Diablo„-ähnliche Actionkracher „Victor Vran“ vor schicker Steampunk-Kulisse, bei dem der Spieler aber auch über die Springentaste höhergelegene Levelbereiche erreichen oder kleine Hindernisse überwinden kann. Ungeschlagen war jedoch der neue Mehrspielermodus von „Giana Sisters Twisted Dreams“ bei dem die Entwickler von Black Forest Games ganze Arbeit geleistet haben. Bis zu vier Spieler dürfen sich in verschiedenen Levels eine pfiffige Jum’n’Run-Hetzjagd liefern. Dabei spielt sich das flotte Gehopse wie eine großartige Mischung aus „Mario Kart„, „Micro Machines“ und „Sonic„. Freudentränen und Zornesflüche sind hier vorprogrammiert.

Wer ein wenig den vom Knobeln überforderten Kopf oder die vom Daddeln überanspruchten Finger ausruhen wollte, konnte sich als Manga-Figur oder Zombie zeichnen lassen, über den angrenzenden Mittelaltermarkt im Freien schlendern oder aber bei einer Reihe von Bands der Musik frönen. Die Mittelalter-Crossover-Pioniere von Tanzwut waren ebenso vor Ort wie Harpyie, Tibetréa, Ye Banished Privateers, MacPiet oder Xandria. Und selbstverständlich gab es tonnenweise Zeugs zu kaufen, seien es nerdige Klamotten, Sammlerfiguren, Spiele, Bücher, Würfel, LARP-Zubehör oder ausreichend Leckereien für das leibliche Wohl. Wir sind auf jeden Fall auch 2016 wieder mit an Bord!

Dungeon Of The Endless

SciFi-Rollen-Strategie-Dungeoncrawler

Seit einigen Monaten können sich Windows- und Mac-Nutzer bereits mit „Dungeon Of The Endless“ durch sinistre Labyrinthe in die Freiheit kämpfen. Eigentlich wollten sich die Strafgefangenen des Transportschiffes Success auf dem Planeten Auriga Prime eine Rückkehr in die Arme der anständigen Gesellschaft erarbeiten, doch leider hat der Planet mehr als Wasser, gemäßigte Klimazonen, Pflanzen und viele Metalle in der Planetenkruste. Das uralte Verteidigungssystem der Infiniten, jener weltraumreisenden Ahnen, schoss das Gefängnisschiff kurzerhand ab, so dass die Crew in den Rettungskapseln zu Boden regnete. Dort aufgeschlagen, versuchen die überlebenden Delinquenten jetzt sich durch die Dungeon-artige Anlage der Infiniten zu manövrieren, die überfüllt ist von alten Relikten und massenweise Monstern.

Dungeon Of The Endless“ ist eine gelungene Kombination aus Rollen- und Strategiespiel, bei dem sich der Spieler von Raum zu Raum vorarbeiten und dabei auf seine begrenzten Ressourcen achten muss. Es können Generatoren für Nahrung und verschiedene andere Güter errichtet werden, ebenso wie zahllose Verteidigungsanlagen. Diese gilt es jedoch meist zuerst zu erforschen. In den Ruinen der Anlage befinden sich zum Glück neben etlichen Gegnern auch noch einige Ressourcen als auch hilfreiche technische Gimmicks, Ausrüstungsgegenstände und Forschungseinrichtungen. Bei Händlern können zudem neue Waffen, Rüstungen und technische Gerätschaften erworben oder verhökert werden, und hier und da stößt der Spieler auch auf einzelne Charaktere, die in die Gruppe integriert werden können. Bis zu vier Recken mit unterschiedlichen Fertigkeiten können so durch die Levels gesteuert werden, wobei jeder einzelne mit Hilfe der Ressourcen zusätzlich hochgelevelt werden kann.

Der Schwierigkeitsgrad ist knackig und es bedarf einiger Anläufe, um die erste „Kampagne“ zu meistern. Dabei entfaltet der Titel allerdings ein unglaubliches Suchtpotential, denn die strategischen und taktischen Möglichkeiten sind mannigfaltig und jeder Raum birgt neue Überraschungen. Um 3 Uhr morgens kommt es so häufig zum üblichen „Nur-Noch-Ein-Raum“-Syndrom …

Letzte Woche ist das Spiel endlich auch als Special Edition in einer schicken Box erschienen, die einige Extras beinhaltet: ein Artwork-Wendeposter, Sticker und der Soundtrack auf CD. Außerdem ist der Bookworm-DLC mit dem Held Josh N’Tello und dem Bibliotheksraumschiff enthalten. Vor allen Dingen der atmosphärische Soundtrack des Retro-haften Dungeoncrawlers hat es in sich.