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Peter F. Hamilton – Den Bäumen beim Wachsen zusehen

Peter F. Hamilton
„Den Bäumen beim Wachsen zusehen“
(LübbeAudio)

Alles beginnt mit einem Mord im Jahre 1832 n. Chr. an der Oxforder Universität – eine grausame Tat, die die Polizei und die beiden Abgesandten der Familie des Opfers zutiefst erschüttert. Schnell stellt sich heraus, dass diese Welt mit der unsrigen nur bedingt Gemeinsamkeiten aufweist, denn in ihr hat das römische Imperium niemals einen Untergang erlebt, und die technischen Möglichkeiten liegen weit über den damaligen unserer Erde. In dieser Realität hinterlässt ein solches Verbrechen sehr viel tiefere Spuren, wodurch der Protagonist der Geschichte noch über Jahre an diesem Fall knobelt. Denn innerhalb der 156 Minuten vergehen zwei Jahrhunderte, in denen sich die Menschen bis zu den Sternen aufgeschwungen haben und schließlich Herren über das Leben selbst und die Materie geworden sind – nahezu alles ist erschaffbar. Durch die immer wieder revolutionierten technischen Mittel wird das Verfahren über all die Dekaden am Leben gehalten, und man kommt dem Geheimnis immer näher … Was als gewöhnliche Detektiv-Story beginnt und ohne jegliche Actioneinlagen und Effekthaschereien auskommt, entwickelt sich zu einer hinterfragenden, philosophischen Betrachtung des menschlichen Daseins. Ein interessantes Hörerlebnis, das von Detlef Bierstedt, dem Synchronsprecher von u.a. George Clooney, spannendes Eigenleben eingehaucht bekommt.

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Hell

 

Hell 
(Paramount)

Der Mensch ist ein Meister der Zerstörung. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, Tierarten auszurotten oder die Umwelt zu vergiften, schändet er sich gerne auch selbst. Der deutsche Endzeitstreifen „Hell“ zeigt das Ende der Welt in zugleich spannenden wie niederschmetternden Bildern und kokettiert dabei sogar mit dem Horrorgenre, indem er gekonnt mit Hinterwäldler- Schlächter-Elementen spielt. Der Titel ist ein gelungenes Wortspiel, das nicht nur das destruktive Gleißen der Sonne beschreibt, sondern im Englischen unmissverständlich auf die Hölle (auf Erden) verweist. Der leuchtende Himmelskörper ist längst zu einer tödlichen Bedrohung geworden und hat mit seiner unbarmherzigen Hitze sowohl Fauna also auch Flora ausgedorrt. Wenige Augenblicke unter ihren stechenden Strahlen lassen Augen erblinden und Haut verbrennen. Die Zivilisation liegt in Trümmern, und der Mensch ringt um jeden verbleibenden Essensvorrat, vor allen Dingen aber um das seltene Gut Wasser. Phillip, Marie und ihre kleine Schwester tuckern in einem abgedunkelten Schrottwagen Richtung Gebirge, denn dort oben soll es noch Wasser geben. Auf ihrem Weg geraten sie jedoch in einen Hinterhalt und damit in die Fänge einer wahnsinnigen Familienbande, die ihre eigene, abscheuliche Weise gefunden hat, mit der Apokalypse umzugehen …

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The Divide

 The Divide 
(Universum)

Fassungslos steht Eva da und starrt auf die in einem Flammenmeer versinkende Stadt. Ein gewaltiger Atompilz breitet sich über der Metropole aus und verschlingt alles. Panisch fliehen die Menschen wie Ratten eines sinkenden Schiffes die Treppen des riesigen Hochhauses hinunter – an Mitgefühl und Menschlichkeit denkt dabei keiner mehr. Der Zufall will es, dass die junge Frau gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe im Keller des Hausmeisters Mickey landet, der die Flüchtlinge allerdings nur ungern bei sich aufnimmt. Regisseur Xavier Gens, der bereits bei „Frontier(s)“ mit der Endzeit liebäugelte und nur zu gerne in unmenschlichen Abgründen herumwühlt, nutzt die Apokalypse nicht für reißerisches Effektkino, sondern entwickelt ein diabolisches „Herr der Fliegen„-Szenario, das mit direkter und unverminderter Härte schwere Fausthiebe in die Magengrube und das Gewissen seiner Zuschauer austeilt. Ohne zu wissen, was draußen vor sich geht, findet sich die Gruppe Überlebender in einem Kellerloch wieder, auf engstem Raum zusammengepfercht, einem sicheren Tod durch Verhungern entgegenmodernd. Hass, Misstrauen, Perversion und Sadismus finden in dieser trostlosen Dunkelheit besten Nährboden – und was sich im Großen auf der Erde abspielte, wiederholt sich im Kleinen. Erschreckend genial!

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Elite Dangerous

Unendliche Weiten

Unzählige Tage, Wochen und Monate flogen Videospieler der ersten Generation mit dem innovativen Science-Fiction-Epos „Elite“ anno 1984 durch das monochrome Vektor-Weltall. Nun hat Urvater David Braben mit seiner Crew von Frontier Developments mit „Elite Dangerous“ nach erfolgreichem Crowdfunding und Jahren der Entwicklung einen vierten Vorstoß in das komplexe Universum gewagt – nach PC und Mac dürfen seit dem 06. Oktober auch Xbox One-Spieler handeln, forschen, kämpfen und staunen.

Elite Dangerous“ hat alles, was auch die Originalversion der Achtziger zu bieten hatte: einen schier unendlichen Kosmos, einen Haufen Gegner, zahlreiche aufrüstbare Schiffstypen, ein forderndes Handelssystem und ein süchtig machendes Spielprinzip. Leider wirkt der vierte Part der Reihe in mancherlei Hinsicht aber auch ein wenig altbacken. Gerade Neulinge, die dem Charme der Commodore-64- oder Apple-Version aus Altersgründen noch nicht erliegen konnten, werden ohne jegliche Vorbereitung und Sicherheitsvorkehrung ins All geschubst, um dort aus den eigenen Fehlern zu lernen und durch Ausprobieren klug zu werden … oder aber überfordert die Laserflinte ins Korn zu werfen. Ein Tutorial oder ein erstes Einstiegszenario wären wünschenswert gewesen, um Spieler langsam an den riesigen Umfang heranzuführen. Immerhin gibt es einige Trainingsmissionen, Hilfestellungen in Form von Videos und ein beratendes Handbuch – eine zeitgemäße Einführung ersetzt dies aber nicht.
Ist diese Hürde jedoch übersprungen, die Steuerung des eigenen Raumschiffs verinnerlicht und die erste Landung auf einer Raumstation gelungen, dann saugt „Elite Dangerous“ den Spieler vollkommen auf, lässt ihn teilhaben an einer riesigen, lebendigen Welt. Über ein Nachrichtensystem kann der Pilot sich über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden halten, sich in politische Konflikte einmischen und damit den Lauf der fiktiven Geschichte beeinflussen. Jeder einzelne Raumkapitän kann mit seinen Taten das Zünglein an der dynamisch regierenden Weltenwaage sein. Gelingt ein Aufstand oder wird er von der herrschenden Obrigkeit niedergeschlagen? All das wird von der Community entschieden.

Wer dem Trubel des Zeitenlaufs entfliehen will, kann aber einfach auch als Händler durch das grafisch beeindruckende Weltall segeln. Wer aber keine Lust auf langwierige Geschäftsreisen hat, versucht sich vielleicht lieber als Schmuggler – mit den jeweiligen strafrechtlichen Konsequenzen. Natürlich gibt es ausreichend Piraten, die die Handelsrouten unsicher machen und entweder geschickt umgangen oder mutig bekämpft werden müssen. Dabei ist vor allem die eigene Ausrüstung von Bedeutung, wobei nicht nur neue Schilde, Waffen und andere technische Gimmicks für den persönlichen Weltraumboliden erstanden werden können, sondern auch die Verteilung der Schiffsenergie auf Schilde oder Waffen von taktischer Bedeutung ist. Der Kampf ist letzten Endes zwar physikalisch nicht wirklich realistisch, macht aber eine Menge Spaß, geht vor allem mit dem Joypad gut von der Hand und lässt Veteranen angesichts der vielen Erinnerungen an zurückliegende Dogfights feuchte Äuglein bekommen. Wer diese Scharmützel liebt und meistert, kann gewiss auch die Laufbahn eines Freibeuters einschlagen und arglose Frachter und Händler in Stücke schießen. Auch als Kopfgeldjäger kann eine Menge Ansehen und Kohle gewonnen werden, denn das Verbrechen ist bekanntlich immer und überall.

Für Abwechslung sorgen zahllose Zufallsmissionen, die den Spieler gerade zu Beginn vor spannende Herausforderungen stellen. Allerdings nutzt sich die anfängliche Faszination der Aufträge schnell ab und „Elite Dangerous“ beginnt etwas an der kaum vorhandenen Story zu kranken. Es fehlt ein komplexer Rahmen, ein mitreißender Plot oder eine motivierende Meta-Geschichte. Sieht man jedoch über diese kleinen Mängel hinweg und erfreut sich an der grandiosen Cockpitaussicht, den zahlreichen steuerbaren und umrüstbaren Gefährten, dem tollen Fluggefühl, dem einzigartigen Flair und den endlosen Sternenerkundungen, entführt „Elite Dangerous“ in ein göttliches Weltraumnirwana in dem geflogene Stunden wie Minuten erscheinen.

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Planetenkunde

Mit der Erweiterung „Elite Dangerous: Horizons“ dürfen PC- und Mac-Piloten Ende des Jahres planetare Landemissionen durchführen, um nach Mineralien, abgestürzten Schiffen, Notsignalen und Außenposten zu suchen. Sogar Angriffe können bei den Bodenmissionen koordiniert werden.
Mit dem Oberflächenfahrzeug „Scarab“ können die einzelnen Himmelskörper erforscht und weitere Bodenaktionen eingeleitet werden. Für 2016 kündigen Frontier Developments weitere zusätzliche Features an, um den gewaltigen Spielumfang noch weiter auszubauen.

Alien – Das Archiv

Mark Salisbury
„Alien: Das Archiv“
(Cross Cult)

Mit „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ führte der damals noch junge Ridley Scott das Science-Fiction-Genre in neue Sphären. Zu jener Zeit waren vor allen Dingen die actionreichen und kunterbunten Weltraum-Operas à la „Star Wars“ en vogue deren schillernde Helden sich in hochtechnisierten Vehikeln spannende Raumgefechte lieferten. Ridley Scott nutzte den endlosen, schwarzen und schweigenden Kosmos jedoch als beklemmendes Settings für die menschliche Angst vor dem Unbekannten. Mit dem Erzfrachter Nostromo fing 1979 alles an. Auf seinem Rückweg zur Weyland-Yutani Corporation fängt das gewaltige Raumschiff im Jahre 2122 ein Funksignal auf und setzt – diesem folgend – zur Landung auf dem Mond Acheron an. Dort schleppt die Crew ein bis dato unbekanntes Wesen mit an Bord des vermeintlich sicheren Schiffes. Die fremde Kreatur durchläuft eine Reihe genetischer Entwicklungsstadien, passt sich blitzschnell an die Umgebung an und beginnt mit effizienter Tödlichkeit die Mannschaft abzuschlachten. Lediglich Ellen Louise Ripley (Sigourney Weaver) überlebt die Konfrontation mit dem Monster und wird so zu einer der ersten ernstzunehmenden weiblichen Heldenfiguren Hollywoods.
James Cameron ging 1986 in „Aliens – Die Rückkehr“ den tödlichen Außerirdischen mit viel Action und Spannung auf den Grund. Eine abgebrühte Einheit von Elitesoldaten soll eine Menschenkolonie auf Acheron untersuchen, zu der jeglicher Kontakt abgerissen ist. Ripley soll die Marines begleiten, da sie bereits Kontakt mit den Ungetümen hatte und dadurch beratend Unterstützung leisten kann. David Fincher verlagerte das Geschehen 1992 auf einen Gefängnisplaneten und damit in klaustrophobische Gefilde. „Alien 3“ verzichtete auf wilde Feuergefechte, sondern konzentrierte sich auf beengende Suspense-Momente. Einen völlig neuen Kurs schlug der französische Visionär Jean-Pierre Jeunet 1997 mit „Alien – Die Wiedergeburt“ ein. Er kombinierte Gen-Horror mit dem Alien-Franchise zu einem ungewöhnlichen Ganzen in dem die geklonte Ripley erneut den Killermaschinen aus dem All die Stirn bieten muss.

Auf mehr als 300 großformatigen Seiten lässt der Prachtband „Alien: Das Archiv“ hinter die Kulissen der vier Meisterwerke blicken. Ein Interview mit Sigourney Weaver führt auf das Thema hin , wonach sich der Wälzer fundiert durch alle vier Teile arbeitet. Zahlreiche Skizzen, Fragmente, Making-of-Berichte, Design-Entwürfe und Informationen beantworten dem Fan der „Aliens“ nahezu alle Fragen. Neben unzähligen Abbildungen vermitteln vor allen Dingen auch die vielen Originalzitate der beteiligten Schöpfer und die sauber recherchierten Artikel ein umfassendes Wissen über die Reihe und geben viele bisher wenig bekannte Fakten an die Hand. „Alien: Das Archiv“ ist nicht nur ein atemberaubender Hingucker, sondern auch reich an Fakten. So erfährt der Leser, dass Comiclegende Jean Giraud, alias Moebius, die Raumanzüge des ersten Teils entwarf, während sich der verstorbene Schweizer Ausnahmekünstler H.R. Giger um die außerirdische Brut kümmerte. Die Handlung, die Drehbücher, die Charaktere, die Schauspieler aber vor allen Dingen immer wieder die Spezialeffekte stehen im Zentrum dieser umfassenden Betrachtungen, so dass nach der Lektüre kaum mehr Fragen offen bleiben.

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Monsters: Dark Continent

Monsters: Dark Continent
(Universum Film)

Mit „Monsters“ schuf Gareth Edwards 2010 einen außergewöhnlichen Indiejuwel. In einer nicht näher bestimmten Zukunft muss ein Reporter die Tochter eines einflussreichen Medienmoguls von Mexiko in die USA bringen. Leider liegt zwischen den beiden Ländern nicht mehr einfach nur eine Mauer mit Stacheldraht, sondern die „Zona Infecta“, ein Bereich, in dem seit sechs Jahren außerirdische Ungetüme ihr Unwesen treiben. Wer damals ein spaßiges, actiongeladenes Kreaturengemetzel erwartete, wurde allerdings enttäuscht, denn der britische Kleinstbudgetstreifen konzentrierte sich vorwiegend auf die beiden Protagonisten, Samantha und Andrew. Die Monster wurden Metaphern, die Menschen wurden Monster und all das in ein bewegendes wie poetisches Roadmovie verpackt.

Jetzt holt Tom Green mit „Monsters: Dark Continent“ zu einem zweiten Streich aus, baut seine Vision der monsterbeladenen Zukunft jedoch vollständig anders auf. Er bedient sich der gleichen Hintergrundgeschichte, lässt noch einmal ein paar Jahre nach der „Monsterinvasion“ verstreichen und verlagert die Geschehnisse in die Wüstenregionen des Mittleren Ostens. Dort müssen ein paar junge Soldaten der US-Streitkräfte für Ruhe und Ordnung sorgen, jedoch weniger wegen der Aliens, sondern wegen der lokalen Bevölkerung, die die Intervention der Amis weder will noch tolerieren mag. Dementsprechend wehren sich die technisch unterlegenen Einwohner mit Anschlägen und Guerillakriegsführung. So lernen die unerfahrenen Rekruten – allesamt Freunde aus einer heruntergekommen Gegend der Vereinigten Staaten – den Ernstfall in einem feindlichen Umfeld, in dem jedes Kind und jede Frau ein potentieller Feind ist. Bei ihrem ersten großen Einsatz gerät der Trupp in einen Hinterhalt und einer nach dem anderen wird von den „Aufständischen“ getötet. Die letzten drei Überlebenden werden von den Gegnern gefangen genommen. Kurz vor ihrer Exekution tauchen jedoch die gigantischen Monster auf und es bietet sich eine letzte Möglichkeit zur Flucht …

Auch Tom Green nutzt die Monster als Metapher, setzt sie jedoch gleichzeitig als eindrucksvolle CGI-Kreaturen in Szene. Sie wurden – im Vergleich zum ersten Teil – den klimatischen Veränderungen der Wüste angepasst und wirken technisch wie aus einer großen Hollywoodproduktion. Dennoch bleiben sie im Hintergrund der Handlung und überlassen dem Homo sapiens den größten Teil der Bildfläche. Leider ist die gesamte Inszenierung jedoch inkonsistent und inkohärent. Denn die erste Hälfte von „Monsters: Dark Continent“ gestaltet sich als Anti-Kriegsdrama, das nahezu losgelöst von der eigentlichen Thematik steht. Erst dann rücken die Außerirdischen ein wenig mehr in den Fokus, wobei sie als passive Feindbilder für das menschliche Unvermögen herhalten müssen. Die Verquickung aus Kriegsthematik, militärischer Intervention, Drama, Völkerverständigung und Gesellschaftskritik bleibt unausgegoren. Zwar wird die gut gemeinte Intention des Drehbuchs erkennbar, die Ausführung bleibt aber mangelhaft.

Fans des ersten Teils und Science-Fiction-Jünger sollten dennoch einen Blick riskieren – immer unter Berücksichtigung des geringen Budgets und der genannten Schwächen.

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Verlosung: Elite Dangerous

Elite_Dangerous_CoverAuf zu neuen Welten

Ian Bell und David Braben revolutionierten 1984 mit „Elite“ das Spielegenre. Die innovative Verknüpfung aus Wirtschaftssimulation und Weltraumballerei war einzigartig, bockschwer und faszinierend. Das Konzept wurde etliche Male kopiert, blieb aber unerreicht. Im letzten Jahr erschien mit „Elite Dangerous“ eine Portierung ins neue Jahrtausend – direkt aus der Hand des Meisters, David Braben. Anfangs kamen nur Windows-Jünger in den Genuss des komplexen SciFi-Epos, aber seit einigen Wochen dürfen auch Mac-OSX-Nutzer in die Weiten des Weltalls vordringen.

Der Publisher Frontier Developments hat uns drei Steamcodes für „Elite Dangerous“ zur Verfügung gestellt, die sowohl für die Mac- als auch für die Windows-Version genutzt werden können (jeweils im Wert von 49,99 Euro). Wer mitmachen möchte, trage sich am Ende dieser Seite ein und bete zu den großen Alten. Die Aktion läuft noch bis Freitag, 25. September 2015.

Wer Elite nicht kennt, der findet hier eine kurze offizielle Zuzsammenfassung:

„Entdecke in deinem eigenen Raumschiff eine unbarmherzige Galaxie.
Mit nichts als einem kleinen Raumschiff und ein paar Credits machst du dich auf, um dir das Können, das Wissen und die Macht anzueignen, die du brauchst, um zur Elite zu gehören.

400 Milliarden Sternensysteme. Unendliche Freiheit. Jeder ist ein Pionier.
Wir schreiben das Jahr 3300. Vor dir liegen die unvorstellbaren Weiten einer fantastischen, maßstabsgetreuen Nachbildung unserer Milchstraße. Interstellare Rivalitäten flackern auf, wenn die galaktischen Supermächte ihre Stellvertreterkriege führen.

Manche werden sich mit dir verbünden – für andere bist du ein Pirat, ein Kopfgeldjäger, ein Schmuggler, ein Erkunder, ein Mörder oder ein Held … Schlag dich allein durch oder fliege Seite an Seite mit deinen Freunden. Egal, ob du für eine Sache brennst oder deinen eigenen Weg gehst – durch dein Handeln veränderst du die Galaxie um dich herum und schreibst dein eigenes Kapitel ihrer unerschöpflichen Geschichte.“

Gewinnspielteilnahme

3 + 0 = ?

Meteor-Horror: Aliens in Raven Rock

„Meteor-Horror: Aliens in Raven Rock“ (2)
(Meteor/Edel)

Es gibt Menschen, die lieben anspruchsvolle Hörbücher, mit guten Textvorlagen, professionellen Sprechern und einer packenden musikalischen Untermalung – solcherlei Gesellen sollten hier auf keinen Fall weiterlesen, da sie der folgende Hörspielgenuss wahrscheinlich in tiefste Verzweiflung stürzen würde. Für Leute, die auf Blödsinn, Spaß und Trash stehen, die sich mit großer Vorliebe die grottenschlechtesten B- und C-Movies einverleiben, haben hier – und eigentlich mit der gesamten Horror-Serie aus dem Hause Meteor – vielleicht ein kleines Leckerli gefunden. Schon in der unterirdisch schlechten Intro wird mit Lebensweisheiten à la „Alte Traktoren sind wie Frauen – sie sind unberechenbar. Und manchmal machen sie komische Geräusche“, geglänzt, die den intellektuellen Tiefgang der Episode aufzeigen. Die Handlung selbst beginnt mit der Einführung der beiden Protagonistinnen Jodie und Kim, die mächtig die Schnauze voll haben vom Stress der Großstadt und deshalb in das kleine Kuhkaff Raven Rock fliehen wollen, in dem Jodie früher öfters die Sommerferien bei ihrem Onkel und ihrer Tante verbrachte. Als sie dort nach einigen haarsträubenden Dialogen angekommen sind, beginnt sich langsam das ganze Ausmaß dieser hanebüchenen Story zu offenbaren, denn als sie von albernen Blechklumpen mit spinnenartigen Beinen attackiert werden wird klar: Aliens treten der Menschheit mal wieder ordentlich in die Weichteile. Wobei hier nicht einmal von „Treten“ die Rede sein kann, denn die fiesen Metallbollen entpuppen sich als Luftstaubsauger, die die Menschen sozusagen totsaugen, und das nur wegen einem kleinen Programmierfehler. Wenn das mal kein Stoff für packenden Horror ist … nein, ist es auch nicht, aber man kann sich köstlich amüsieren.

Geekometer (für Trash-Fans):

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Der Cthulhu Mythos

„Der Cthulhu Mythos – Horrorgeschichten von H.P. Lovecraft u.a.“
(LPL Records/AudioLübbe)

Der gute Lovecraft schrieb und schuf in seinem Leben nicht einfach nur Horrorgeschichten, sondern einen ganzen Kosmos des Schreckens, der nicht nur etliche Leser begeisterte, sondern auch bald viele Autoren in seinen Bann zog und animierte, selbst an diesem Mythos weiterzuarbeiten. So orientieren sich auch diese 275 kurzweiligen Minuten an Lovecrafts cthulhoidem Wahnsinn und stellen sechs Geschichten von und aus seinem Umfeld vor – darunter „Der Ruf des Cthulhu“ und „Dagon“ aus des Meisters eigener Hand, „Der Schwarze Stein“ von Conan-Erfinder Robert E. Howard, Lin Carters „Die Glocke im Turm“, D.R. Smiths „Warum Abdul Al Hazred dem Wahnsinn verfiel“ und schließlich noch Christian von Asters „Ein Porträt Torquemadas“. Keine der unheil- und geheimnisvollen Erzählungen kann als Füllmaterial eingestuft werden, überzeugen doch alle durch ihren ganz eigenen, beklemmenden Stil. David Nathan, unter anderem Synchronsprecher von Johnny Depp, schlüpft in die Rolle von Lovecraft selbst, um in einer Art Autobiographie, Einblicke und Reflexionen zu den einzelnen Werken zu verkünden und gleichzeitig mit dem Irrglauben um das „Necronomicon“ aufzuräumen. Hörspielkoryphäe Joachim Kerzel zeichnet für das stimmungsvolle Verlesen der einzelnen ungekürzten Geschichten verantwortlich und kann damit, wie immer, brillieren. Nicht umsonst bekam diese dicke Box den deutschen Phantastik-Preis 2003 als bestes Hörbuch verliehen.

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Space Pirate Captain Harlock

„Space Pirate Captain Harlock“
(Toei Animation/Universum)

Die Abenteuer des fantastischen Weltraumpiraten Captain Harlock“ faszinieren seit den Siebzigern Manga-, Anime- und Science-Fiction-Fans. 1977 hob das Freibeuterschiff Arcadia erstmals auf Papier ab, um seither immer wieder in unterschiedlichen Formaten die Leinwände zu entern. Die aufwändige, computeranimierte 3D-Neuauflage von Shinji Aramaki führt die Abenteuer des verwegenen „Allräubers“ in eine völlig neue Dimension und besticht mit einem fantastischen Look und einer ebenso fetzigen Inszenierung.

Die Menschheit hat die Erde längst verlassen, war aufgebrochen, das Universum zu besiedeln. Wie eine Flut wogte der Homo sapiens durch den Kosmos, aber dann setzte die Ebbe ein und die Erdenbewohner wollten zurück zu ihrer Heimat. Die gewaltige Zahl von 500 Milliarden Siedlern konnte der Blaue Planet jedoch nicht fassen. So entbrannte ein Streit um Mutter Erde, der Heimatkrieg. Um die Menschheit vor einem sicheren Niedergang zu bewahren, wurde die Gaia Sanction gegründet, die die Erde für heilig erklärte und eine Neubesiedelung verbot. Die Erdenkinder sollten fortan auf ihren Kolonien verweilen, fernab von ihrer Heimat, verdammt und verlassen.

Dieses oberste Gebot der neuen Ordnung will Harlock, einst ein Diener der Machthaber, nicht akzeptieren. Mit seinem unbesiegbaren Schiff, der Arcadia, zieht der melancholische und unsterbliche Antiheld durch die endlose Leere, um an 100 verschiedenen Punkten spezielle Bomben zu zünden, um das Raum-Zeit-Gefüge aus den Angeln zu heben und der Menschheit einen Neuanfang zu bescheren. Die Gaia Sanction weiß von dem Unterfangen des berüchtigten Kaperfahrers und schleust einen fähigen Spion auf die Arcadia ein, um die Zündung der Sprengköpfe zu verhindern und Harlock unschädlich zu machen. Doch der Maulwurf, Yama, tut nicht wirklich was er soll, sondern erkennt die hehren Ziele Harlocks und schließt sich dem Depri-Freibeuter an. Als der jedoch einen letzten Sprengsatz auf der Erde platzieren will, mobilisiert die Gaia Sanction nicht nur ihre ganze Flotte, sondern auch noch eine uralte Superwaffe …

Die Handlung von „Space Pirate Captain Harlock“ folgt keinen europäischen oder amerikanischen Mustern, sondern ist zutiefst der japanischen Erzähltradition verpflichtet. So müssen hier und da Verstand und Logik aus- und der Bauch eingeschaltet werden. Hinterfragen ist nicht angebracht, vielmehr muss sich der Zuschauer einfach von der Story mitnehmen lassen und akzeptieren, dass es hier und da ein wenig holpert und manchmal sogar der Plot hinter der edlen und anspruchsvollen Bildästhetik zurücktreten muss. Dafür fegt „Space Pirate Captain Harlock“ seine Betrachter um, glänzt mit imposanten Bild-Ton-Arrangements, wuchtigen Action-Sequenzen und griffigen Szenarien irgendwo zwischen Endzeit, Steampunk und High-SciFi. „Star Trek„- und „Star Wars„-Jünger finden sogar die ein oder andere Reminiszenz …

Leider merkt man dem eindrucksvollen Anime aber an, dass versucht wurde, möglichst viel „Harlock„-Stoff in knapp zwei Stunden Film zu pressen, weshalb wichtige Hintergrundinformationen zu kurz geraten oder die Charaktere eben doch nur archetypischen Mustern folgen. Spaß machen die Abenteuer mit Captain Harlock aber allemal! Und stylish sind die obendrein.

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