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Der Kopf, der weiterlebte

Meteor-Horror
„Der Kopf, der weiterlebte“ (4)
(Meteor/Edel)

Da sind sie wieder, die lustig-schlechten Schauergeschichten aus dem Hause Meteor, und mit Folge 4 verhält es sich keinesfalls anders, als mit den zuvor erschienenen Titeln. Was macht man als Wissenschaftler, wenn es die eigene Frau bei einem Autounfall zerbröselt hat und nur noch der Kopf zu gebrauchen ist? Richtig, man behält die olle Rübe und legt sie in ein hochmodernes Super-Lebenserhaltungsdingenskirchen und macht sich schnurstracks auf die Suche nach einem neuen, ansprechenden Körper. Da es diese nur äußerst selten im Aldi im Dreierpack zu ergattern gibt, muss eben eine dralle Prostituierte herhalten, deren beide großen Argumente den Weißkittel sofort zu überzeugen wissen … Klingt wie immer saublöd, und ist es uneingeschränkt auch.
Die Story kann durchaus noch einige andere lustige Nebenhandlungen vorweisen, die dann zusammen auf ein fulminantes, wie übertriebenes Ende hinauslaufen. Bis auf wenige Sprecher können die Leistungen der Stimmgeber allerhöchstens zum Schmunzeln anregen – was allerdings auch schon an den grottenschlechten Dialogen und der klischeeüberladenen Plotline liegt. Wer allerdings gerne mal zu Trash-Filmen und ähnlichem greift, der kann sich hier fürstlich amüsieren, denn Meteor schafft es einmal mehr die B-Filme des vergangenen Jahrhunderts perfekt in ein Hörspiel zu verwandeln. Und das ist fast schon Kunst!

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Die drei @@@ und ihre 5-Minuten-Fälle 2

Die drei @@@ 2

Die drei @@@ und ihre 5-Minuten-Fälle 2

Die drei @@@ und ihre 5-Minuten-Fälle
„Die komplette zweite Staffel“
(Meteor/Edel)

Silvester ist eine gefährliche Angelegenheit, vor der selbst die Polizei nicht sicher ist. Nicht nur, dass die Nichte von Inspektor Cotton verschwunden ist, der arme Cop wird von herumsurrenden Feuerwerkskörpern, die ihm jeden Arm einzeln zerlegen und schließlich auch noch die Glotzer wegdröhnen, bei seiner Ermittlungsarbeit – wörtlich genommen – behindert. Justin, der Oberseppel der drei Klammeraffen, folgert haarscharf, dass das Mädchen somit im All sein muss, da die Polizei schließlich schon überall auf der Erde ihre Nasen reingehängt hat. Nachdem sich das idiotische Trio aus herumfahrenden Raketen und Krachern noch schnell ein eigenes Raumschiff zusammengebastelt hat, und McGuyver damit alt aussehen lässt, machen sich die Drei zu einer mehr als bescheuerten Irrfahrt auf.
Die neuesten Abenteuer der Drei-Fragezeichen-Persiflierer zeichnen sich wieder einmal durch äußerst abstruse und brüllkomische Ideen aus, erweitern gleichzeitig das Grundkonzept. Wenn also eine Episode den Spuren von Buffys Musical-Folge hinterhertorkelt und sämtliche Protagonisten singend durch die fünf Minuten hüpfen, dann ist das nur eine der zahlreichen Seitenhiebe auf unterschiedlichste Formate. Ansonsten müssen sich die Klammeraffen noch mit einer verquerten Parallelwelt herumschlagen und einen Edelsteinschmuggel in einer Bäckerei aufdecken, dessen Besitzer allerdings ein wenig untot ist. Der zweite Teil der Ulkserie ist abermals hervorragend gelungen und dürfte all jenen Spaß bereiten, die das ein oder andere Kinder-Hörspiel ihr Eigen nennen können oder in ihrer Jugend damit malträtiert wurden.

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Helge Schneider – Aprikose, Banane, Erdbeer

Helge Schneider
„Aprikose, Banane, Erdbeer“
(Tacheles!/Indigo)

Gleich vorweggenommen: Die Konstante Schneiderschen Schaffens ist es Geschmäcker zu polarisieren – was nämlich die einen dazu verleitet, wild brüllend vor Lachen unter dem Tisch hin- und herzurollen, lässt den anderen lediglich gelangweilt das Gesicht einfrieren. Mit der ungekürzten Lesung seines fünften Romans um den bekloppten Kultkommissar Schneider, schafft Helge es ein weiteres Mal Wahn-, Un- und Blödsinn gekonnt mit künstlerischer Genialität zu paaren. Zwar wurde das Buch recht flott – natürlich von ihm höchstpersönlich – heruntergeleiert, so dass so mancher Hänger und Lesefehler zu vernehmen ist, aber gerade diese Unperfekt- und Natürlichkeit machen Herrn Schneider mitunter aus. Wer mutig genug ist, sich diesem surrealen Krimi zu stellen, der bekommt es mit der Satanskralle von Singapur zu tun, die zwar mir-nichts-dir-nichts irgendwelchen Leuten die Gedärme aus dem Leib schnetzelt, aber dennoch ein ganz netter Knuffelbär ist und eigentlich nur Schauspieler werden möchte. Gleichzeitig lernt man, auf recht abstruse Weise, wie unsere Welt entstanden ist und erhält Einblicke in begnadet-bekloppte Dimensionstheorien. Da man die verbalen Abstrusitäten, die über drei Stunden auf einen herniedergehen, aber unmöglich beschreiben kann, hier zum Abschluss noch ein kleiner Auszug zum neugierigmachen oder abschrecken: „Der Polizeipräsident saß da mit seinem Billardstock, der im Hals steckte. […] Ein Verrückter hatte ihm einen Billardstock ins Essen getan. Dieser Billardstock konnte, nachdem er ihn unbeabsichtigt heruntergeschluckt hatte, nicht mehr entfernt werden.“

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Mara und der Feuerbringer

Mara und der Feuerbringer
(Constantin)

Die vierzehnjährige Mara Lorbeer ist eigentlich eine ganz gewöhnliche Jugendliche. Okay, ihre Mutter redet mit Bäumen, atmet Sonnenlicht ein und hat auch ansonsten einen an der esoterisch verquirlten Waffel, aber sie hat das Herz am rechten Fleck. In der Schule hat Mara die gleichen Sorgen wie viele andere auch, wird gemobbt und zudem als Träumerin verspottet. Letzteres nicht ganz zu unrecht, denn schon seit einiger Zeit wird sie von äußerst düsteren Visionen heimgesucht. Als ihr dann auch noch ein quasselnder Ast prophezeit (übrigens von Mattscheiben-Kritiker Oliver Kalkofe gesprochen), dass sie eine Spákona, also eine junge Seherin, ist, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Denn irgendwie vermag sie in der Geschichte umherzureisen und den mit einer Schlange an einen Felsen gebundenen Loki und dessen blondhaarige Gattin zu besuchen. Und mehr als das. Mit der Unterstützung des unkonventionellen Universitätsprofessors Dr. Reinhold Wissinger stürzt sie sich in ein Abenteuer jenseits der realen Welt, dort wo Drachentöter und Götter umhertappen – und dort wo das Ende der Welt bevorsteht. Dieses wird aber gar nicht durch die üblichen Verdächtigen eingeläutet, sondern durch einen ziemlichen heißen Typen … „Mara und der Feuerbringer“ ist eine Jugendbuchverfilmung mit starkem Fantasyeinschlag und ironischem Grundtenor. Erfreulich ist in erster Linie der saloppe Umgangston bei dem durchaus mal ein böser Gott oder ein Drachen als Bossgegner tituliert wird. Aber trotz der beachtlichen Besetzung mit Esther Schweins oder Christoph Maria Herbst bleibt der deutsche Streifen lediglich nett anzusehen, hinterlässt aber keinerlei bleibenden Eindruck.

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Monster Brawl

Monster Brawl
(Splendid)

Welch drolliger Unfug! Man nehme sich ein paar Kumpels und Kumpelinen, ein paar Pizzen, Popcorn und beliebige Arten und Mengen von Alkohol und lasse den Kampf der lebenden Toten und Ungeheuer beginnen. Die Grundidee von „Monster Brawl“ ist so simpel wie bescheuert: In einem Wrestlingring irgendwo auf einem verfluchten Friedhof treten acht prominente Ungetüme gegeneinander an. Da das keine vollen 90 Minuten ergeben würde, stellt man jede der Kreaturen noch ausgiebig vor – ganz wie bei den Berühmtheiten des Ringsports – und lässt ein Rudel Kommentatoren albernen Irrsinn reden – sogar der Austragungsort wird in das sinnfreie Geschehen eingebunden. So darf man denn vergnügt beobachten, wie sich Cyclops, Swamp Gut, Frankensteins Monster, ein Werwolf, Zombie-Mann, Witch Bitch, Lady Vampire und die Mumie gegenseitig in Stücke reißen. Leider ist das erste Drittel des Schlachtfestes deutlich zu zaghaft und dürfte gerne mit mehr Splatterschweinereien aufwarten; zum Glück gibt es später aber noch genügend zerstampfte Schädel und abgerissene Körperteile. Dumm und albern, aber für Trash- Freunde ein Fest.

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Cooties

Cooties
(Universal Pictures)

Für das Lehrerkollegium einer amerikanischen Grundschule wird dieser Montagmorgen zum mit Abstand beschissensten Tag des Lebens. Über ekelhafte Umwege schleicht sich ein widerlicher Virus in eine Portion frittierter Fastfood-Hähnchenpampe, die über den genüsslichen Verzehr kurzerhand im Blutkreislauf eines harmlosen Schulmädchens landet. Das kleine Blondchen sitzt am nächsten Vormittag mit Fieber und Ausschlag im Klassenzimmer und fällt nach einigen Hänselungen kurzerhand seine Mitschüler an. Über Kratzen, Beißen und Spucken gelangt der „Cooties„-Erreger in neue Wirtskörper und verwandelt diese binnen weniger Minuten in gehirn- und gedärmfressende Zombies.
Die Pädagogen sind von der ungewohnten Epidemie-Situation und dem daraus resultierenden Blutbad grenzenlos überfordert bzw. so sehr mit ihren eigenen Zipperlein beschäftigt, dass sie dem Ausbruch eher tatenlos zusehen – oder ihn partiell nicht einmal bemerken. Erst als es zu spät ist und nahezu alle Schüler zombifiziert wurden und es damit dem Kollegium an den Kragen geht, müssen sich die verstörten und sichtlich gestörten Pauker zur Wehr setzen … oder besser gesagt das Weite suchen.
A003_C003_0413L8Ein Unterfangen, das für die Pädagogen nicht so einfach zu bewerkstelligen ist, denn sie alle sind eher skurril als souverän, und „exaltiert“ wäre noch eine beschönigende Beschreibung für den verschrobenen Haufen. Der Sportlehrer ist ein machohafter Rambo ohne Hirn, der eigens angereiste Vertretungslehrer Clint (Elijah Wood) wäre lieber Schriftsteller, der nächste kämpft mit seiner Homosexualität, wieder eine andere hält sich für eine Politikerin und so ließe sich der Reigen des Irrsinns beliebig weiterführen. Hinzu kommt ein übergewichtiger Schulhofwachmann, der allerdings eine Handvoll Pilze eingeworfen hat und mit Giraffen auf seinem Beifahrersitz korrespondiert. Später taucht ein japanischer Sicherheitsbeamter der Bildungsstätte auf, der eine alte Legende mit einem Frosch und einer Raupe zum Besten gibt und ein paar Zombieblagen mit seinen Katanas in Streifen schnetzelt …

Cooties“ hat übrigens nichts mit den „Goonies“ zu tun, auch wenn es hier ebenfalls um eine Reihe süßer Knirpse geht. Diese bestehen aber keine spannenden Abenteuer, sondern mutieren zu sabbernden und blutrünstigen Untoten, die gerne mal mit einem Darm Seilspringen oder mit Lehrerüberresten spielen. Obskure Szenen gibt es dabei zuhauf. Ihnen gegenüber stehen die unfähigen Pädagogen, die dem Film seinen besonderen Liebreiz verleihen. Sie sind traumatisiert, verklemmt und durchweg behämmert. Alleine durch die Interaktionen und Gespräche des Kollegiums wäre „Cooties“ eine charmant-überzogene Komödie; doch der kleine Zombievirus tut sein Übriges aus dem von Elijah Wood produzierten Streifen etwas Besonderes zu machen. Ein wenig schade ist, dass außer einem knapp 15-minütigen Interview (mit Elijah Wood) keine weiteren Bonus-Materialien auf der Blu-ray und DVD vorhanden sind. Outtakes oder ein kleines Making-of wären hier wünschenswert gewesen. Dieses Versäumnis schmälert aber den Spaß an den „Cooties“ und ihren zahlreichen kernigen Sprüchen und schrägen Ideen nicht.

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Sword Of Vengeance – Schwert der Rache

Sword Of Vengeance – Schwert der Rache
(Universal Pictures)

Der romanisierte Normanne Wilhelm der Eroberer hat nach der Schlacht von Hastings im Jahre 1066 den Landfrieden über England gebracht. Doch wie es Eroberungsfeldzüge und „Befriedungen“ so mit sich bringen, muss das dort lebende Volk erst einmal ordentlich verdroschen und unterdrückt werden. Inmitten jener verwüsteten und trögen Ödnis taucht zwischen den Ruinen ein fremder und namenloser Krieger auf. Als die normannischen Besatzer ihn nach seinem Wegzoll fragen, hackt er den Soldaten kurzerhand die Hände ab, durchbohrt sie mit seinen Schwertern und schneidet ihnen die Kehlen durch. Ein feiner Prolog mit umherfliegenden Gliedmaßen und meterweit spritzendem Blut in den ersten vier Minuten Laufzeit.

Das gefällt dem dortigen Landherrn Durant (Karel Roden) und seinen beiden Söhnen nicht so richtig, weshalb sie ihn suchen und töten wollen. Der fremde Brutalinski bringt aber die unterdrückten Stämme der Region gegen die Machthaber auf, einigt die Familien und zieht gemeinsam mit ihnen in den Krieg. Wie sich dann herausstellt, hat der wortkarge Superschlächter mit Durant noch eine persönliche und familiäre Rechnung offen, die nur mit Blut beglichen werden kann.

Das war bereits die gesamte Handlung on „Sword Of Vengeance„, die lose – Verzeihung: sehr lose – in den historischen Kontext des 11. Jahrhunderts eingebettet wurde. Um das blutige Rachemassaker visuell besonders eindrucksvoll zu gestalten, wählte Regisseur Jim Weedon eine monotone, nahezu schwarz-weiße Farbgebung, die den Vorteil hat, dass zwischendurch ein paar rot hervorblubbernde Gedärme für fesche Farbtupfer herhalten können. Und weil das Drehbuch und die Kampfchoreografien nur Stoff für eine Stunde hergeben, wurde einfach ein Großteil des Filmes in unterschiedlichen Zeitlupensequenzen gedreht. Wo slow-motion beispielsweise bei „Braveheart“ tatsächlich sinn- und effektvoll eingesetzt wird, um Spannung zu erzeugen, wirkt die permanente Dauerzeitlupenbombardierung zur Erhöhung der Dramatik der flachen Handlung und Coolness der Protagonisten über die gesamte Länge des Streifens eher ermüdend … und lächerlich. Um epischer, tragischer und monumentaler daherzukommen, legt das Drehbuch den handelnden Figuren ferner noch eine Reihe stumpfer „Terminator„-Phrasen in den Mund, so dass Arnold Schwarzenegger mit Conan als eloquenter Intellektueller durchgehen würde. Mit einer Reihe fetziger Kameraperspektiven und in den sehr häufig vorkommenden Gefechten mit dynamisch wackelnden Bildeinstellungen soll dann Action in die blutigen aber häufig einseitigen Gemetzel gebracht werden. „Sword Of Vengeance“ versucht die Ästhetik eines „300“ mit der Dramatik eines „Braveheart“ und der Harschness eines „Der 13. Krieger“ zu einem kultigen Ganzen zu verbinden, erreicht dabei aber nicht mehr als trashige Abgeschmacktheit. Hätte man die Optik und Stilmittel pointierter eingesetzt und den Figuren etwas mehr Tiefgang spendiert, wäre das brachiale Schlachtengetümmel durchaus schauenswert geworden. So bleibt es lediglich für absolute Genrefans interessant.

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Giana Sisters: Dream Runners

Lauf Forrest, lauf!

Das Jump ’n‘ Run-Spiel „The Great Giana Sisters“ wirbelte bei seinem Erscheinen 1987 mächtig Pixelstaub auf. Da es zu große Ähnlichkeiten zu Nintendos „Super Mario Bros.“ aufwies, wurde es kurz nach Veröffentlichungen wieder aus den Regalen genommen. Der Kultplattformer bekommt mit „Giana Sisters: Dream Runners“ nun einen flottenUr-Enkel, der die aktuelle Konsolengeneration um ein launiges 4-Spieler-Couch-Gewusel bereichert.

Es ist so eine Sache mit den Next-Gen-Boliden. Flüssige Frameraten, bombastische Spezialeffekte und realitätsnahe Animationen lassen die meisten Spiele schon beinahe wirklich erscheinen. Leider bleibt bei dem ganzen Grafikoverkill kein Platz mehr für die ursprünglichen Tugenden der Spielkonsole, nämlich Mehrspieler-Splitscreens und offline Multiplayerspaß. Waren das noch Zeiten, als man auf der PlayStation zu siebt „Micro Machines“ zocken, sich bei „Goldeneye“ zu viert vor das N64 und den Röhrenfernseher knallen oder sogar „Call Of Duty II“ auf der Xbox 1 (nicht der One) mit drei Freunden gemeinsam bestreiten konnte. Heute darf zwar im Internet über PSN, Xbox Live oder Steam gegen Massen von Gamern gezockt werden, aber es macht eben einen deutlichen Unterschied, ob man sich mit seinen Freunden bei Bier, Cola, Chips und Pizza trifft und damit seinen „Feinden“ ins Angesicht schauen kann, oder ob man gegen gesichtslose Gegner spielt.

Giana Sisters: Dream Runners“ holt den Flair von einst zurück, ohne dabei die modernen Möglichkeiten eines Online-Wettstreits zu verleugnen. Vier Spieler – wahlweise Bots in drei Schwierigkeitsstufen, Online-Spieler oder lokal anwesende Freunde – dürfen sich gemeinsam in neun unterschiedliche Levels stürzen, um sich um den Verstand zu rennen. Dabei kombiniert das spaßige Hopsgeflitze „Super Mario„-Grundsteine, „Mario Kart„-Werte und „Micro Machines„-Elemente, um den maximalen Spielspaß zu garantieren. Auf das Startzeichen hin müssen die Joypad-Akrobaten ihre virtuellen alter Egos durch die zunehmend komplexen Levels steuern, wobei vor allen Dingen geschickt gesprungen, taktisch klug gesprintet und im rechten Moment propellert werden muss. Über die üblichen „Giana Sisters„-Kristalle kann der Spieler seinen Geschwindigkeitsboost aufladen, kann aber darüber hinaus an bestimmten Punkten in den Levels zufällig ermittelte Specials aufsammeln, die es erlauben, den Mitläufern gehörig das Gerenne zu vermasseln. Da gibt es zielgelenkte Riesenbrocken, störend herumrennende Eulen, Feuerballattacken, hinterhältige Platzwechsel oder eine ganze Salve von Ballgeschossen.

Dem nicht genug, kann allerdings auch der gesamte Level über Schalter transformiert werden, wodurch kurzerhand Plattformen verschwinden, Barrieren den Weg versperren oder helfende Trampoline auftauchen … oder verschwinden. Dabei sind die neun Kurse, die in klassischer Seitenscrolleransicht durchhüpft werden, und sich immer wieder zu einem Kreis schließen, an sich schon knifflig genug. Da gibt es rotierende Plattformen, herumtappende Gegner, verwirrende Aufzüge, wilde Luftströmungen, schmerzende Fontänen und allerlei andere Hindernisse und Schwierigkeiten, die gemeistert werden wollen – ganz zu schweigen von den drei mitlaufenden Spielern. Denn der Bildschirm folgt – wie bei „Micro Machines“ immer dem vordersten also ersten Spieler. Wer dessen Tempo nicht folgen kann und somit aus dem Blickfeld gerät, wird kurzerhand aus der Runde eliminiert. Sobald allerdings einer der Spieler auf diese Weise rausgeflogen ist, schaltet sich kurze Zeit später ein Timer an, der die verbleibenden Sekunden der Runde herunterzählt. Wer bei Erreichen der Null vorne liegt gewinnt einen der begehrten Sterne – und bei insgesamt drei dieser Trophäen darf sich der glückliche Spring-und-Renn-Heroe auf das Siegertreppchen stellen.

Giana Sisters: Dream Runners“ kombiniert bekannte Ingredienzien zu einem bunten, flotten und vor allen Dingen äußerst witzigen Spaßspiel für die ganze Familie. Es wird garantiert ausgiebig gelacht, gebrüllt, geflucht, gelästert und geschwitzt. Die Eingewöhnungszeit in die Steuerung ist kaum nennenswert und auch die Mechaniken des Spiels sind schnell durchschaut, so dass auf gleicher Höhe gerannt und gehopst werden kann. Leider läuft der Titel noch nicht 100%ig rund. Nachdem ein Stern gewonnen wurde starten die Spieler an einem Punkt des Levels gemeinsam neu – dieses Rücksetzungspunkte sind nicht immer optimal gewählt, denn es kann vorkommen, dass einzelne Spieler schon vor dem Start durch herumirrende Monster gelähmt werden oder aber auf einem Fließband landen und schlichtweg aus dem Level getragen werden. Darüber hinaus sind Partien gegen Bots nur bedingt erfreulich und dienen lediglich der Übung. Zur ganzen Größe läuft „Giana Sisters: Dream Runners“ eben mit drei Freunden vor der gleichen Konsole auf der Couch auf. Aber dann gibt es kein Halten mehr!

Geekometer (im 4-Spieler-Offline-Modus):

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Reign

Reign
(Warner)

Während hierzulande gerade „Die komplette erste Staffel“ der amerikanischen TV-Serie den Heimkinomarkt entert, hat Warner in Übersee bereits eine dritte Staffel angekündigt. Das als Kostümdrama angekündigte Machwerk handelt von der jungen Schottin Mary Stuart, die ihre jungen Jahre auf einem abgelegenen Kloster verbringt, bis der englische Erzfeind sie entdeckt und mit einem Giftanaschlag aus dem Weg räumen will. Danach geht es direkt zu ihrem zukünftigen Gatten an den französischen Hof, wo sie die Zukunft ihres Landes sichern soll. Hier wird sie mit höfischen Intrigen, Machtspielen und vor allem pubertärem Unfug konfrontiert, was ihre Vorbereitungen auf den Thron ein wenig erschwert. Während sich alle irgendwie irgendwann mal unter den Rock fassen, alle paar Minuten irgendwo munter koitiert wird und die Dialoge eines Groschenromans unwürdig wären, stellt sich die Frage, für wen „Reign“ eigentlich konzipiert wurde? Dazu kommen geleckte Abziehbildschönheiten und schwachsinnige Figuren wie der arme Nostradamus. Letzten Endes scheint die „Twilight„-Seuche nun auch den Historienfilm erreicht zu haben, denn hier wird weichgezeichnet, hochgeglänzt und auf oberflächliche Reize gesetzt. Die Handlung selbst verkommt zum trivial-banalen Kampf gegen die Intelligenz der Zuschauer und nicht zuletzt gegen die Würde der Frau.

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Die drei Klammeraffen und ihre 5-Minuten-Fälle

„Die drei @@@ und ihre 5-Minuten-Fälle: Die komplette erste Staffel“ (1)
(Meteor/Edel)

Die drei Fragezeichen scheinen kein Leben außerhalb ihres Detektivdaseins genießen zu können, denn wo immer sie sich rumtreiben, lümmelt gerade ein Verbrecher in der Gegend herum, den es zu überführen gilt. In den Anfangstagen arbeiteten die drei Lausebengel noch für Herrn Hitchcock, der sie per Telefon beauftragte, und auf sein Bitten hin konnte das tugendhafte Trio sich dann mit mysteriösen Fällen herumschlagen. Mit einer gehörigen Portion Humor erweisen Sascha Gutzeit und Nikolaus Hartmann den drei Oberschnüfflern alle Ehre und ziehen in zehn tatsächlich knapp fünfminütigen Episoden Justus , Peter und Bob gehörig durch die Jauchegrube. Erfreulicherweise trifft der Liebhaber auf viele alte Bekannte, die aus sämtlichen (damals noch 114)  Teilen des Originals bekannt sind – allerdings auf geniale Weise verzerrt. So stürzen sich Justin, Dieter und Rob, die drei Klammeraffen, in die hanebüchensten Fälle, die die Hörspielgeschichte vermutlich je vernommen hat, wobei Justin natürlich immer „so eine Ahnung“ hat, einen Plan schmiedet und die tumben Bösewichter – wie ihr Erzfeind Jimmy Boris – längst überführt hat, bevor diese es überhaupt begriffen haben. In den köstlichen Storys steckt so viel Liebe und Bosheit im Detail, dass alte Dreifragezeichen-Hasen bestens unterhalten werden und sich „eine halbe Stunde später“ nur noch lachend die Wampe halten können. Einziges Problem an dieser Angelegenheit: „Die drei @@@“ sind mittlerweile eine vielgesuchte und begehrte Sammlerrarität geworden, da der Hörspielverlag mittlerweile eingegangen ist.

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