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Mario Kart 8 gibt Vollgas

Mario Kart 8-CoverHochgeschwindigkeit mit 200ccm

Die Liste spaßiger Mehrspielertitel im Splitscreen wird immer kleiner – und das trotz Next-Gen-Ungetümen mit immer dickeren Grafikkarten, Prozessoren und Datenträgern. Dabei war die Spielekonsole einst das Paradies für gemeinsame Multiplayerwettstreite im Wohnzimmer, mit Freunden, Pizza und Softdrinks und anderen ungesunden Wundermitteln der Nahrungsmittelindustrie. Klassiker wie „Goldeneye“, „Micro Machines“ oder „Call Of Duty 2“ lassen heute noch Zockeraugen leuchten. Einer der wenigen Helden vergangener Tage ist immer noch „Mario Kart 8“ auf Nintendos WiiU, der zu viert vor der eigenen Daddelkiste noch immer genauso viel hämisches Kichern und verbittertes Fluchen verursacht wie in den Achtzigern.

Nintendo hat der Klempnerflitzerei vor kurzem bereits ein kleines Download-Paket spendiert, jetzt rutscht die „Animal Crossing X“-Erweiterung nach, bei der drei neue Charaktere, vier neue Fahrzeuge und ganze acht neue Rennstrecken für 8 Euro geboten werden.

Gleichzeitig gibt es ab dem 23. April 2015 ein Gratis-Update für alle „Mario Kart 8“-Besitzer mit der neuen 200 ccm-Klasse für die Spielmodi Grand Prix (nachdem man alle 150 ccm-Cups auf Platz 1 beendet hat), Versus-Rennen und Online-Modus sowie neun freischaltbaren Mii-Rennanzüge der amiibo-Charaktere Wario, Pac-Man, Olimar, Bowser, Sonic, Toad, Rosalina, Mega Man und Bewohner. Let’s-a go!

 

 

 

Geek

Nicolas Beaujouan
„Geek“
(Cross Cult)

In den Achtzigern war der Geek oder Nerd einfach nur ein schräger Außenseiter und Freak – ohne jegliche Klassifikation. Seine Vorlieben für Computer- und Konsolenspiele, Science-Fiction-, Horror- und Fantasy-Filme, Comics, Arcadehallen, Pen-&-Paper oder komplexe Brettspiele wurden von der Masse abfällig belächelt. In kleinen, gut versteckten Läden sammelten sie sich und tauschten die neuesten Geheimtipps aus – hier, in diesem elitären Refugium, fühlte sich der Geek und Nerd sicher und wohl. Niemand hätte damals im Traum daran gedacht, dass Videospiele irgendwann zu einem Millionen-Business mutieren oder Tolkiens Werke als Spielfilm-Trilogien umgesetzt würden.

Der 1977 geborene Nicolas Beaujouan ist zwar fast noch ein wenig zu jung, um die ersten, unsicheren Gehversuche des Nerdtums miterlebt zu haben, darf sich aber doch mit Fug und Recht zu der von ihm selbst so betitelten Generation „Geek 1.0“ zählen. Denn was ihm an Jahren fehlt, macht der Franzose mit Leidenschaft wett. In lockerem Tonfall und mit eindrucksvollem Detailwissen ausstaffiert, wühlt sich der Grafiker genüsslich durch die Weiten des Geekraums und beleuchtet das Phänomen aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Dabei beginnt er mit einer historischen Aufarbeitung, arbeitet sich vom „Geekus Prime“ (1960-1980), der primär den Comics und der Literatur frönte, über den Kino- und Videospiel-affinen „Geek 1.0“ der Achtziger zum bereits mit Internet bewaffneten Manga- und TV-Freak „Geek 2.0“ vor, um schließlich beim heutigen transmedialen „Homo Geekus“ zu landen.
Selbstverständlich wird auch der Versuch unternommen, „Geek“ und „Nerd“ sauber voneinander zu trennen und die Archetypen der einstigen Sub- und heute schon Leitkultur zu unterscheiden. Da gibt es den besessenen NoLife, den passionierten Rollenspieler, den schicken Cosplayer, gewandten Zocker usw. Und tatsächlich greifen diese humorvollen Kategorisierungen bestens, wobei auch hier die Grenzen – wie Nicolas betont – fließend sind.

Geek-1Doch es bleibt nicht bei einer Betrachtung der Geeks selbst, der Band konzentriert sich auch auf die Leitbilder, Grundsteine und die Entwicklung dieser Szene und ergründet damit die Essenz des Geekseins – in deutlicher Abgrenzung vom „Wannabe-Geek“. Als Urknall des Nerdtums setzt der Pariser das 19. Jahrhundert an. Schriftsteller wie Jules Verne und H.G. Wells liefern mit „Von der Erde zum Mond“ oder „Der Krieg der Welten“ die nötige Substanz für spätere fantastische Romane und die Pulp-Ära. Es folgen Betrachtungen zu Kino, Comics, Mangas, Serien und heutigen Franchises – auch die Musikwelt wird nicht ausgeklammert.
Lustige Grafiken und Schaubilder lockern das Ganze auf und liefern teilweise interessante Einblicke. Wer wollte nicht schon einmal wissen wie die Größenverhältnisse einer „Battlestar Galactica„-Viper zur „Alien„-Nostromo und zu einem „Star Wars„-Sternenzerstörer sind? Und welcher Filmemacher hat eigentlich wen beeinflusst? Wie kam es vom Untoten-Erstling „The White Zombie“ (1932) zu Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ (1968) und schließlich zum „Walking Dead„-Comic?

Nicolas Beaujouan zaubert eine ganze Menge an großen Fakten aus dem Hut, fummelt feine Details hervor und weiß immer wieder zum Schmunzeln zu bringen. Da verzeiht man gerne kleine Lücken oder auch mal eine falsche Darstellung des Xbox 1-Controllers.

Geekometer:

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Star Wars: Das Erwachen der Macht

SWTFA_GERMANYDie Macht erwacht ist …

Am 17. Dezember 2015 ist es  so weit: „Star Wars“ kehrt zurück. Dieses Mal nicht mit Schöpfer George Lucas auf dem Regiestuhl, sondern mit J.J. Abrams, der schon „Star Trek“ eine erfolgreiche Renaissance bescherte. Gemeinsam mit Lawrence Kasdan hat Abrams auch am Drehbuch gesessen – für uns ein gutes Zeichen, dass „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ da weitermacht, wo einst „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ 1983 aufhörte.

Die Crew bei der Arbeit

Die Crew bei der Arbeit

Die kultige Sternen-Saga kommt mit einigen alten Bekannten daher, bietet aber auch zahlreiche Neuerungen und zeitgemäße Anpassungen. Die generalüberholten Sturmtruppen sind schicker denn je, und auch der kugelrunde Droide BB-8, der im Film an der Seite von R2D2 zu sehen sein wird, sieht knuffig aus. Der erfolgreiche und mehrfache Oscar-Gewinner John Williams steuert übrigens ein weiteres Mal die Filmmusik bei. Der zweite Teaser macht auf jeden Fall schon Lust auf den Winter …

Guitar Hero Live

Guitar Hero Live LogoYou rock!

„Guitar Hero“ revolutionierte Ende 2005 den Markt der Musikvideospiele. Harmonix Music Systems entwickelte den bahnbrechenden Titel ursprünglich für die PlayStation 2 und wurde bald darauf mit Auszeichnungen überschüttet. Die spielerische Innovation, der großartige Gitarren-Controller und die 47 Rock- und Metalsongs aus den unterschiedlichsten Epochen machten das Spiel zu einem Renner, der zahlreiche Fortsetzungen nach sich zog. Doch auch der erweiterte Nachfolger „Rock Band“ liegt schon seit Jahren brach, ebenso wie „Guitar Hero“ selbst.

Tastenjongleure und Musikliebhaber können jetzt aber aufatmen, denn mit „Guitar Hero Live“ wird das Saitengeschrabbel wiederbelebt. Ab Herbst 2015 soll der Titel auf Xbox One, Xbox 360, PlayStation 4, PlayStation 3 , Wii U und für ausgewählte Mobilgeräte erhältlich sein. Das stilistische Repertoire wurde jedoch deutlich erweitert, wie Activision verkündet: „‚Guitar Hero Live‘ macht es wie moderne Musikfestivals, mit Rock-, Folk-, EDM-, Hip-Hop-, Country- und Pop-Künstlern auf ein und derselben Bühne. Das Spiel bietet Hunderte von spielbaren Songs aus einer abwechslungsreichen Auswahl von Interpreten wie den The Black Keys, Fall Out Boy, My Chemical Romance, Gary Clark, Jr., Green Day, Ed Sheeran, The War on Drugs, The Killers, Skrillex, The Rolling Stones, The Lumineers, Pierce the Veil und Blitz Kids.“ Was für die einen grauenvoll klingt, dürfte dafür viele neue Zocker an die Plastikgitarre locken. Aber auch diese wurde maßgeblich verändert und hat jetzt nicht mehr wie früher 5 Knöpfe, sondern zwei Reihen mit je drei Tasten, um die natürliche Spielweise besser zu reflektieren. In den nächsten Wochen und Monaten wird es weitere Details geben.

GOG-Bundle-Turm

Bundle-TowerNoch sechs Tage Spiele-Segen

Am Montag begann der Turmbau zu GOG. Das solide Fundament bestand aus Hasbro-Rollenspielen wie „Planescape: Torment“, „Neverwinter Nights“, „Baldur’s Gate“ oder „Icewind Dale“ und einem Haufen Lucasfilm-Adventures wie „Sam & Max Hit the Road“, „Secret of Monkey Island“ und „Indiana Jones and The Fate of Atlantis“.
Alle 24 Stunden legt GOG, der Spezialist für DRM-freie Spiele, ein neues Stockwerk aus Spieleklassikern nach – jeweils kunstvoll verbaut in bis zu vier preisgünstigen Bundles. Dazu sollen auch Neuveröffentlichungen gehören! „Wer den Bau des Turms in den nächsten Tagen aufmerksam verfolgt, der kann nicht nur diverse Spieleschnäppchen machen, sondern bekommt zum Baueende hin noch ein ganz besonderes Angebot“, merken die Verantwortlichen an. Bis zum Sonntag, den 19. April 2015 um 14:59 Uhr deutscher Zeit wird noch gebaut – und kann gewühlt und gespart werden.

Alone In The Dark: Illumination

Alone In The Dark: IlluminationResident in the Dark

Dieses Wochenende widmen sich die Entwickler des Survival-Horrors „Alone In The Dark: Illumination“ in einer geschlossenen Beta dem Mehrspielermodus ihres Babys. Vorbesteller der Fortsetzung der Urgroßmutter aller Gänsehaut-Games aus dem Jahre 1992, „Alone In The Dark“, dürfen dabei schon drei der vier verschiedenen Charakterklassen für das spaßige Geschlachte ausprobieren. Hunter, Witch und Engineer verfügen über vollkommen unterschiedliche Fähigkeiten, setzen sich mal mit mechanischen Gadgets mal mit übernatürlichen Blitzen zur Wehr. In den drei Levels Mines of Lorwich: Ghost Town, Beneath the Graves: The Coffinmaker und The Factory of Fear: Spectral Railway dürfen sich die Beta-Tester zu Teams zusammenrotten und gegenseitig in Stücke blasen.

Auch wenn das Spiel selbst mehr einem „Resident Evil“ ähnelt, nur bedingt an die Wurzeln der Infogrames-Schmiede anknüpft und noch nicht so richtig überzeugend aussieht, können Allein-Im-Dunkeln-Altmeister noch kurzfristig über eine Vorbestellung in die Beta einsteigen. Wir warten derweil geduldig auf die finale Fassung.

The Thing

Das kalte Grauen

Trotz Zombies, Serienschlächtern, Poltergeistern und Dämonen bedient sich das Horrorgenre gerne auch außerirdischer Lebensformen. Spätestens seit „Alien“ hat das Weltall eine erschreckende Dimension bekommen. John Carpenter holte die Ungeheuer des Universums 1982 mit seinem grandiosen „The Thing“ auf unsere Erde und legte damit den Grundstein für die gelungene gleichnamige Neuverfilmung, die seit dem Frühling 2012 die Heimtheater erzittern lässt.

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Dabei ist John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt„, so der deutsche Titel aus den Achtzigern, selbst nicht das Original. Vielmehr versteht sich der Streifen als Umsetzung der Erzählung „Who Goes There?“ von John W. Campbell Jr., die erstmals 1951 in Schwarzweiß verfilmt worden war. Matthijs van Heijningen Jr. nahm sich im letzten Jahr jedoch gezielt dem Carpenter-Vorbild an und drehte eine detailverliebte Vorgeschichte zu dessen Gänsehautszenario.
Obwohl der Erfinder von Michael „Halloween“ Myers mit seinem „Ding aus einer anderen Welt“ 1982 rein kinokassentechnisch ein Desaster erlebte, kann man seine Schreckensvision über einen außerirdischen Besucher der ekligen Art als einen der großen Momente des Horrorkinos bezeichnen. Mit seinen genialen Spezialeffekten und einem herrlich-widerlichen Splatterfaktor erzeugte er in Kombination mit bitterbösen Thriller-Elementen eine ganz außergewöhnliche und unbehagliche Atmosphäre. „The Thing“ anno 2012 versteht es gekonnt in eben jene Fußstapfen zu treten.

In der Antarktis haben norwegische Wissenschaftler eine bahnbrechende Entdeckung gemacht. Nicht nur, dass man ein absonderliches „Bauwerk“ im ewigen Eis entdeckt hat, auch eine neue Spezies liegt unweit davon im gefrorenen Nass begraben. Es war ein Fehler der amerikanischen Wissenschaftlerin Kate Lloyd, eben diesen verlockenden Informationshappen zu folgen, die ihr Dr. Sander Halvorson unter strengster Geheimhaltung um die Ohren gesäuselt hat.

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Denn so findet sie sich nur kurze Zeit später an Bord eines Helikopters wieder und wird zur Thule Forschungsstation am Südpol geflogen. Die Freude der dortigen Crew über die Neuankunft einer jungen Frau hält nur kurz, denn mit Ankunft der beiden Experten geht es ans Eingemachte – und schon bald auch an die Eingeweide. Man besucht in den Tiefen des Eises eine riesige, fremdartige Struktur, die wohl nichts anderes als ein gewaltiges UFO ist, das dort Jahrtausende in stiller Einsamkeit ruhte. Das ist allerdings noch nicht alles, denn in direkter Nachbarschaft kann auch der außerweltliche Pilot im kalten Weiß ausgemacht werden. Dieser wird in einem riesigen Eisblock geborgen und erst einmal vorsichtig untersucht. Man ist frohen Mutes, Teil einer so wundervollen Entdeckung zu sein und beschließt erst einmal Stillschweigen zu wahren. Kaum hat man das „Ding“ aber angebohrt, bricht die Kreatur aus dem schmelzenden Gefängnis aus und flieht in die bitterkalte Nacht. Keine fünf Minuten später krallt sich das Ungetüm den ersten der Nordmänner und verschlingt ihn fast mit Haut und Haaren. Bevor es auch die Beine seines ersten menschlichen Opfers herunterwürgen kann, wird es von den Skandinaviern und Amis mit Blei vollgepumpt und schließlich mit Benzin abgefackelt.

Ganz im Dienste der Wissenschaft macht man sich an die Untersuchung des versengten Kadavers, in dessen abstoßenden Innereien man den seltsam veränderten Leichnam des Norwegers findet. Es scheint so, als würde der Außerirdische den Menschen absorbieren. Bei mikroskopischen Untersuchungen kommt indes eine noch schrecklichere Wahrheit ans Tageslicht: Die Zellen des Monsters imitieren auf verblüffende Weise die des Homo sapiens und fertigen eine Kopie davon an, einen beängstigen Klon.

Von nun an verwandelt sich alles in eine grauenvolle Hölle in der niemand mehr dem anderen vertraut, da keiner mehr weiß, wer Mensch und wer Alien ist. Herausgerissene Organe, schmorendes Fleisch, verschmelzende Leiber und psychische Schwerlasten: „The Thing“ ist eine würdige Hinleitung zu Carpenters Kreaturenhorror.

Geekometer:

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Twin Peaks ohne Schöpfer

Save_Twin_PeaksRettet „Twin Peaks“

Noch am ersten April haben wir euch einen Bären aufgebunden und behauptet, Peter Jackson würde die Regie bei dem Remake von „Twin Peaks“ übernehmen, weil David Lynch selbst nicht mehr mit dabei sein wolle – und nur wenige Tage später twittert Filmvisionär Lynch tatsächlich: „Nach einem Jahr und vier Monaten Verhandlungen bin ich ausgestiegen, weil nicht genug Geld geboten wurde, um das Drehbuch nach meinen Vorstellungen zu realisieren.“

Geplant war eine dritte Staffel der Mystery-Serie, um „Twin Peaks“ wiederzubeleben, aber der Kabelsender Showtime und Erfinder David Lynch konnten sich auch nach mehreren Monaten nicht auf ein für alle Seiten erfreuliches Budget einigen. „Ich liebe die Welt von ‚Twin Peaks‘ und wünschte, die Dinge hätten sich anders ergeben“, ergänzt der 69-Jährige. Es stellt sich nun aber die Frage, wie ein „Twin Peaks“ ohne seinen Erfinder werden soll? Schafft es Ko-Schöpfer Mark Frost im Alleingang, das einzigartige Flair der Serie neu aufleben zu lassen? Immerhin hat Kyle MacLachlan, der Originaldarsteller von FBI-Agent Dale Cooper, bereits Anfang des Jahres bestätigt, dass er wieder im verschlafenen Städtchen Twin Peaks ermitteln werde.

Inzwischen gibt es über change.org eine Petition, um Showtime unter Druck zu setzen David Lynch doch noch ins Boot zu holen. Bisher haben schon mehr als 10.000 Fans unterschrieben. „Wir fordern von Showtime, David Lynch den Vertrag zu geben, den er möchte – oder HBO, Netflix oder einem anderen Sender die Möglichkeit zu geben, ‚Twin Peaks‘ zu retten, um der Welt das zu geben, was sie will“, ist das Credo dort. Es wird sich zeigen, ob der Sender einlenkt. Und auch die Besatzung des Nerdonomicons fordert: #nolynchnopeaks

Wika und Oberons Zorn

Thomas Day/Olivier Ledroit
„Wika und Oberons Zorn“ (1)
(Splitter)

Der Elfenkönig Oberon hat schon viele Künstler zu Höhenflügen oder ikarus’schen Abstürzen animiert. In William Shakespeares „Sommernachtstraum“ taucht er ebenso auf wie in Goethes „Faust“ bei der Goldenen Hochzeit mit der holden Titania. Und eine Oper von Carl Maria von Weber gibt es ebenso, um nur einige wenige zu nennen. Das neue Werk von Autor Thomas Day und Pinselakrobat Olivier Ledroit mag zwar nicht ganz als Meisterwerk in die Geschichte eingehen, doch das Duo ist mit dem ersten Band der vierteiligen Saga auf einem guten Weg.

Wika“ ist ein sowohl sprach- wie bildgewaltiger Auftakt in ein einzigartiges Fantasy-Steampunk-Feen-Abenteuer. Jedes einzelne Panel ist ein Hingucker, auf dem der Betrachter zahllose Details ausfindig machen kann. Schnörkel, Ranken und Kringel hier, detaillierte Szenarien und Charaktere dort – man kommt gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Diese Bildgewalt wird von einer schönen wie auch – den Protagonisten entsprechend – derben Sprache begleitet, die das faszinierende Setting zwischen Feenzauber und mechanischen Spielereien lebendig werden lassen. Schon der Auftakt und die Vorgeschichte der Elfentochter Wika sind phänomenal und bombastisch zugleich. Sie ist es, die sich den dunklen Elfen anschließt, um der Zerstörungswut von Oberon Einhalt zu gebieten …

Geekometer:

Twin Peaks Reloaded

Twin_Peaks_–_The_Entire_Mystery_72Verdammt guter Kaffee

Am 24. Februar um 11:30 Uhr sprach Special Agent Dale Bartholomew Cooper in sein Diktiergerät: „Entering the town of Twin Peaks“. Dies war der Auftakt zu einer der erfolgreichsten und meist verehrten Fernsehserien der Filmgeschichte – und zugleich die Wiedergeburt des Mystery-Genres. Und auch wenn es anfänglich vordergründig lediglich um die Untersuchung des Mordes an der überall beliebten Laura Palmer ging, war schnell klar: „Die Eulen sind nicht was sie scheinen.“

David Lynch schuf mit „Twin Peaks“ ein einmaliges Filmerlebnis, das gewöhnliche TV-Formate und Zuschauererwartungen gekonnt ignorierte und einen ganz eigenen Kosmos erschuf. Die Protagonisten waren so schräg wie schrullig und häufig arteten Szenen in absurdes Theater aus. Es wurde ein furchtbares Schach gespielt, widerliche Wahrheiten aufgedeckt und tonnenweise Kuchen gegessen und Kaffee getrunken.

Laura Palmer sagte damals zu Dale Cooper: „I’ll see you again in 25 years.“ Das war am 27. März 1989. Und tatsächlich hat Paramount Pictures jetzt verkündet, dass es eine Neuverfilmung von „Twin Peaks“ geben soll. Da David Lynch sich selbst aus dem Projekt zurückgezogen hat, wird Michael Bay die Produktion übernehmen. Keine Sorge, Transformers werden deshalb noch lange nicht über die Kinoleinwand tappen, aber ein wenig mehr Action soll geboten werden. Aus dem Grund wurde auch Arnold Schwarzenegger für die Hauptrolle des Special Agents vorgesehen, während Laura Palmer von Pamela Anderson verkörpert werden soll. Peter Jackson hat bereits Interesse am Regiestuhl bekundet, verlangt aber, dass Legolas stimmig ins Drehbuch eingearbeitet wird …

April, April!