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Der Kopf, der weiterlebte

Meteor-Horror
„Der Kopf, der weiterlebte“ (4)
(Meteor/Edel)

Da sind sie wieder, die lustig-schlechten Schauergeschichten aus dem Hause Meteor, und mit Folge 4 verhält es sich keinesfalls anders, als mit den zuvor erschienenen Titeln. Was macht man als Wissenschaftler, wenn es die eigene Frau bei einem Autounfall zerbröselt hat und nur noch der Kopf zu gebrauchen ist? Richtig, man behält die olle Rübe und legt sie in ein hochmodernes Super-Lebenserhaltungsdingenskirchen und macht sich schnurstracks auf die Suche nach einem neuen, ansprechenden Körper. Da es diese nur äußerst selten im Aldi im Dreierpack zu ergattern gibt, muss eben eine dralle Prostituierte herhalten, deren beide großen Argumente den Weißkittel sofort zu überzeugen wissen … Klingt wie immer saublöd, und ist es uneingeschränkt auch.
Die Story kann durchaus noch einige andere lustige Nebenhandlungen vorweisen, die dann zusammen auf ein fulminantes, wie übertriebenes Ende hinauslaufen. Bis auf wenige Sprecher können die Leistungen der Stimmgeber allerhöchstens zum Schmunzeln anregen – was allerdings auch schon an den grottenschlechten Dialogen und der klischeeüberladenen Plotline liegt. Wer allerdings gerne mal zu Trash-Filmen und ähnlichem greift, der kann sich hier fürstlich amüsieren, denn Meteor schafft es einmal mehr die B-Filme des vergangenen Jahrhunderts perfekt in ein Hörspiel zu verwandeln. Und das ist fast schon Kunst!

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ATM – Tödliche Falle

ATM – Tödliche Falle
(Universum)

Irgendwo in einem kleinen Kabuff sitzt ein unerkannt bleibender Knilch und studiert akribisch ein Parkplatzgelände – seine Absichten scheinen dabei nicht ehrenhaft zu sein. Davon weiß der junge Anlagenberater David nichts, der sich gerade mit seiner von ihm verehrten Kollegin Emily von der Weihnachtsfeier seines Arbeitgebers abseilen will. Aber ein weiteres Näherkommen wird durch den nervigen Mitarbeiter Corey verhindert. In der Hoffnung, ihn loszuwerden, halten die drei auf dem Heimweg an einem ATM-Häuschen, einem kleinen Bank-Container, um dort ein bisschen Geld abzuheben. Als sie bei der klirrenden Kälte den Automaten bedienen wollen, taucht ein Fremder in einem Parka vor dem Tempel des Kommerzes auf und tötet kurzerhand einen gassigehenden Passanten. Dann bleibt er demonstrativ draußen stehen und beobachtet das Trio, das in helle Panik ausbricht. Was will der Fremde? Ist er ein Irrer oder hat er mit einem von ihnen eine Rechnung offen? Unterdes erkennen die Belagerten, dass ihr Peiniger genau weiß, was er tut, und nichts dem Zufall überlässt – und er geht über Leichen, um zu bekommen, was er will. Ein über weite Strecken stimmig aufgebauter Nervenzerrer, der zwar mit einigen Schwächen zu kämpfen hat, aber dennoch eine anderthalbstündige Zitterpartie verspricht.

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Monster Brawl

Monster Brawl
(Splendid)

Welch drolliger Unfug! Man nehme sich ein paar Kumpels und Kumpelinen, ein paar Pizzen, Popcorn und beliebige Arten und Mengen von Alkohol und lasse den Kampf der lebenden Toten und Ungeheuer beginnen. Die Grundidee von „Monster Brawl“ ist so simpel wie bescheuert: In einem Wrestlingring irgendwo auf einem verfluchten Friedhof treten acht prominente Ungetüme gegeneinander an. Da das keine vollen 90 Minuten ergeben würde, stellt man jede der Kreaturen noch ausgiebig vor – ganz wie bei den Berühmtheiten des Ringsports – und lässt ein Rudel Kommentatoren albernen Irrsinn reden – sogar der Austragungsort wird in das sinnfreie Geschehen eingebunden. So darf man denn vergnügt beobachten, wie sich Cyclops, Swamp Gut, Frankensteins Monster, ein Werwolf, Zombie-Mann, Witch Bitch, Lady Vampire und die Mumie gegenseitig in Stücke reißen. Leider ist das erste Drittel des Schlachtfestes deutlich zu zaghaft und dürfte gerne mit mehr Splatterschweinereien aufwarten; zum Glück gibt es später aber noch genügend zerstampfte Schädel und abgerissene Körperteile. Dumm und albern, aber für Trash- Freunde ein Fest.

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The Divide

 The Divide 
(Universum)

Fassungslos steht Eva da und starrt auf die in einem Flammenmeer versinkende Stadt. Ein gewaltiger Atompilz breitet sich über der Metropole aus und verschlingt alles. Panisch fliehen die Menschen wie Ratten eines sinkenden Schiffes die Treppen des riesigen Hochhauses hinunter – an Mitgefühl und Menschlichkeit denkt dabei keiner mehr. Der Zufall will es, dass die junge Frau gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe im Keller des Hausmeisters Mickey landet, der die Flüchtlinge allerdings nur ungern bei sich aufnimmt. Regisseur Xavier Gens, der bereits bei „Frontier(s)“ mit der Endzeit liebäugelte und nur zu gerne in unmenschlichen Abgründen herumwühlt, nutzt die Apokalypse nicht für reißerisches Effektkino, sondern entwickelt ein diabolisches „Herr der Fliegen„-Szenario, das mit direkter und unverminderter Härte schwere Fausthiebe in die Magengrube und das Gewissen seiner Zuschauer austeilt. Ohne zu wissen, was draußen vor sich geht, findet sich die Gruppe Überlebender in einem Kellerloch wieder, auf engstem Raum zusammengepfercht, einem sicheren Tod durch Verhungern entgegenmodernd. Hass, Misstrauen, Perversion und Sadismus finden in dieser trostlosen Dunkelheit besten Nährboden – und was sich im Großen auf der Erde abspielte, wiederholt sich im Kleinen. Erschreckend genial!

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Shadow

Shadow
(Koch Media)

David sucht in den einsamen Bergen die Ruhe nach dem Sturm. Erst kürzlich ist er aus dem Irak-Krieg heimgekehrt und probiert nun mit einer Mountainbike-Tour durch die idyllische Waldlandschaft die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Dass er der attraktiven Angeline in einer entlegenen Berghütte zwei rüpelhafte Wilderer vom Leib hält und mit ihr gemeinsam deren Jagderfolg sabotiert, erweist sich als bösartiger Bumerang. Denn die beiden Amis scheinen nicht nur Spaß daran zu haben, Tieren eine Kugel zu verpassen. Panisch fliehen David und Angeline durch die bewaldete Gebirgsgegend vor den beiden Killern, um schließlich in einem sagenumwobenen Landstrich vom Backwood-Slasher-Regen in die Gruseltraufe zu geraten. Hier werden Jäger und Gejagte schließlich zur Beute eines viel größeren und unmenschlicheren Bösen, das in einer alten Bunkeranlage haust. Unausweichlich geraten sie allesamt in die Fänge des abartigen Mortis, ein Überbleibsel von Hitlers Drittem Reich, der seine drei männlichen Opfer furchtbarer Folter aussetzt. Doch es kommt anders als gedacht und der italienische Regisseur hat noch eine kleine Überraschung parat, die die bisherigen Ungereimtheiten am Rande letztlich auflöst. Mit 75 Minuten Spielzeit ein kurzer aber dennoch intensiver Trip, dem es jedoch an Individualität mangelt.

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Frozen

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(Universum)

Vermutlich hat jeder Skifahrer oder Boarder schon einmal daran gedacht was passieren würde, wenn der Sessellift einfach stehenbliebe und man bei frostigen Minusgraden zum passiven Warten in luftigen Höhen verdammt wäre. Dass man daraus aber einen anderthalbstündigen Nervenhorror machen kann, ist angesichts des limitierten Szenarios und des minimalistisches Plots nur schwer vorstellbar. Aber aller Zweifel zum Trotze hat Regisseur Adam Green diesen Versuch gewagt und einen spannenden und ebenso dramatischen Überlebenskampf kreiert, bei dem die zwei besten Kumpels Dan und Joe erstmals ihren alljährlichen Skiausflug mit Damenbegleitung begehen. Als sie kurz vor Liftschließung noch eine letzte Fahrt in der Dunkelheit wagen wollen, kommt es zu einer Verkettung ungünstiger Ereignisse und sie werden mitten im Sessellift hockend vergessen. In unüberwindbarer Höhe sitzen die Drei nun fest, einsam und ohne Chance auf Rettung, denn die Piste bleibt erst einmal für einige Tage geschlossen. Verzweifelt versucht das Trio sich am Leben zu halten, auch wenn alle Versuche, der Situation zu entfliehen, zum Scheitern verdammt scheinen. Mitreißend inszeniert, durchlebt der Zuschauer das Grauen dieser furchtbaren Lage, um immer wieder von kleinen Hoffnungsschimmern gewärmt zu werden. Bewegend von Anfang bis Ende!

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Martyrium

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(Störkanal)

Die 2010 noch junge Störkanal-Reihe gehört zu den erlesensten Sammlungen der jüngsten Filmgeschichte. Mit verstörenden und schmerzhaften Werken wie „In My Skin“ oder „7 Days“ werden gezielt Gourmets der bewegten Bilder angesprochen, die es wagen in die Abgründe des menschlichen Daseins abzutauchen und sich in einer Welt des Bizarren, des Schmerzes und des Abartigen zu verlieren. Da kann es durchaus passieren, dass der Betrachter vor die eigenen Belastungsgrenzen geführt wird, denn „Spaß“ machen die Störstreifen allesamt keinen, verstehen sich vielmehr als hochwertige Kunst abseits leichter Kost. So wandelt „Martyrium“, im französisch-sprachigen Original „Calvaire“, auf den Pfaden des Wahnsinns. Dabei wollte der smarte Alleinunterhalter Marc doch nur zu seinem nächsten Auftritt fahren, als sein kleiner Bus mitten im bewaldeten Niemandsland liegen bleibt. Dort wird er von dem vereinsamten Bartel in dessen heruntergekommener Pension aufgenommen. Doch nicht nur der Herbergsvater ist psychisch daneben, das gesamte Volk aus dem benachbarten Kuhdorf (in dem nebenbei keine Frauen leben) scheint äußerst skurril. Bevor sich Marc versieht, wird er zum Objekt der Begierde und zu einem Opfer von Irrsinn und Gewalt. Stimmungsvoll erzählter und in dräuend-finstere Bilder verpackter Hinterwaldhorror auf europäisch – jedoch einer der gewöhnlicheren Störkanal-Ableger.

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Thee Flanders – Graverobbing 2

Thee Flanders
„Graverobbing 2“
(Halb 7 Records)

Vor bald einer Dekade gruben die Potsdamer Psychobillysten Thee Flanders einen modrigen Haufen edler Klangode aus der geheiligten Musikgruft aus, um jene mit brummigem Kontrabass, fetzigem Schlagzeug, knarzender Gitarre und Normans rauem Gesangsorgan von den Toten zurückzuholen. „Graverobbing“ servierte 2007 bekannte Hits wie New Model Armys „51st State“, Yazoos „Only You“ oder Billy Idols „White Wedding“ – und das auf unnachahmliche Thee-Flanders-Art. Jetzt haben die vier Jungs erneut die Spaten aus dem Schuppen geholt, um ein weiteres mal den Friedhof der Evergreens umzugraben. Herausgekommen sind dreizehn brummig-spaßige Untotenklassiker beseelt durch eine flotte Mischung aus Punka- und Psychobilly. Reanimiert wurden artverwandte Klassiker wie u.a. „Dirty Lies“ von den Psychobillyheroen Mad Sin, „Pet Semetary“ von den unsterblichen Ramones oder „Dein Vampyr“ von der besten Bänd der Welt, Die Ärzte. Der stehende Ärzte-Schlagzeuger und Vokalist, Bela B., ist beim Achtzigerklassiker „You Spin Me Round“ von Dead Or Alive sogar im Duett mit Norman zu hören. Typische 1980er-Kracher gibt es aber mehr, wie das gelungene „She Bob“ von Cyndi Lauper oder das herrlich aufgepeppte „Don’t You Want Me“ von Human League – häufig angenehm beschleunigt und stets stilsicher verflandert. Rund wird die Sache überdies durch weitere Gaststars wie Brigitte Handley, Tom Toxic und sogar den Gurkenkönig Achim Menzel, der hier im „Enjoy The Silence“-Königsgewand sogar die CD verziert. Wie viel Spaß die vier Brandenburger bei den Aufnahmen hatten, kann man jedem einzelnen Song anhören, vor allem aber dem albernen Ghosttrack „Mutti“, einer tiefen und gleichsam ironischen Verneigung vor Glenn Danzig. „Graverobbing 2“ ist von Anfang bis Ende bravourös und dürfte sogar Punk- und Psychobilly-Muffeln eine Totenmaske auf’s Gesicht und einen Iro auf die Rübe zaubern.

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Alien – Das Archiv

Mark Salisbury
„Alien: Das Archiv“
(Cross Cult)

Mit „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ führte der damals noch junge Ridley Scott das Science-Fiction-Genre in neue Sphären. Zu jener Zeit waren vor allen Dingen die actionreichen und kunterbunten Weltraum-Operas à la „Star Wars“ en vogue deren schillernde Helden sich in hochtechnisierten Vehikeln spannende Raumgefechte lieferten. Ridley Scott nutzte den endlosen, schwarzen und schweigenden Kosmos jedoch als beklemmendes Settings für die menschliche Angst vor dem Unbekannten. Mit dem Erzfrachter Nostromo fing 1979 alles an. Auf seinem Rückweg zur Weyland-Yutani Corporation fängt das gewaltige Raumschiff im Jahre 2122 ein Funksignal auf und setzt – diesem folgend – zur Landung auf dem Mond Acheron an. Dort schleppt die Crew ein bis dato unbekanntes Wesen mit an Bord des vermeintlich sicheren Schiffes. Die fremde Kreatur durchläuft eine Reihe genetischer Entwicklungsstadien, passt sich blitzschnell an die Umgebung an und beginnt mit effizienter Tödlichkeit die Mannschaft abzuschlachten. Lediglich Ellen Louise Ripley (Sigourney Weaver) überlebt die Konfrontation mit dem Monster und wird so zu einer der ersten ernstzunehmenden weiblichen Heldenfiguren Hollywoods.
James Cameron ging 1986 in „Aliens – Die Rückkehr“ den tödlichen Außerirdischen mit viel Action und Spannung auf den Grund. Eine abgebrühte Einheit von Elitesoldaten soll eine Menschenkolonie auf Acheron untersuchen, zu der jeglicher Kontakt abgerissen ist. Ripley soll die Marines begleiten, da sie bereits Kontakt mit den Ungetümen hatte und dadurch beratend Unterstützung leisten kann. David Fincher verlagerte das Geschehen 1992 auf einen Gefängnisplaneten und damit in klaustrophobische Gefilde. „Alien 3“ verzichtete auf wilde Feuergefechte, sondern konzentrierte sich auf beengende Suspense-Momente. Einen völlig neuen Kurs schlug der französische Visionär Jean-Pierre Jeunet 1997 mit „Alien – Die Wiedergeburt“ ein. Er kombinierte Gen-Horror mit dem Alien-Franchise zu einem ungewöhnlichen Ganzen in dem die geklonte Ripley erneut den Killermaschinen aus dem All die Stirn bieten muss.

Auf mehr als 300 großformatigen Seiten lässt der Prachtband „Alien: Das Archiv“ hinter die Kulissen der vier Meisterwerke blicken. Ein Interview mit Sigourney Weaver führt auf das Thema hin , wonach sich der Wälzer fundiert durch alle vier Teile arbeitet. Zahlreiche Skizzen, Fragmente, Making-of-Berichte, Design-Entwürfe und Informationen beantworten dem Fan der „Aliens“ nahezu alle Fragen. Neben unzähligen Abbildungen vermitteln vor allen Dingen auch die vielen Originalzitate der beteiligten Schöpfer und die sauber recherchierten Artikel ein umfassendes Wissen über die Reihe und geben viele bisher wenig bekannte Fakten an die Hand. „Alien: Das Archiv“ ist nicht nur ein atemberaubender Hingucker, sondern auch reich an Fakten. So erfährt der Leser, dass Comiclegende Jean Giraud, alias Moebius, die Raumanzüge des ersten Teils entwarf, während sich der verstorbene Schweizer Ausnahmekünstler H.R. Giger um die außerirdische Brut kümmerte. Die Handlung, die Drehbücher, die Charaktere, die Schauspieler aber vor allen Dingen immer wieder die Spezialeffekte stehen im Zentrum dieser umfassenden Betrachtungen, so dass nach der Lektüre kaum mehr Fragen offen bleiben.

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Spring – Love Is A Monster

Spring – Love Is A Monster
(Koch Media)

Evans kleine und wenig heile Welt bricht in sich zusammen. Nach dem Tod seiner kranken Mutter verliert er auch noch seinen Job als Koch in einer heruntergekommenen Bar. Nachdem selbst Alkohol und Sex nicht mehr ausreichen, um über sein marodes Leben hinwegzutäuschen, zieht er die Reisleine und verlässt die Vereinigten Staaten, um als Backpacker nach Europa zu entfliehen. Über Umwege spült es ihn schließlich in eine lauschige italienische Küstenstadt am Mittelmeer, wo er die äußerst attraktive und ebenso sonderbare Louise kennenlernt.
Nach einem etwas hakeligen Start, landen die beiden in der Kiste und es beginnt eine ebenso ungewöhnliche wie warmherzige Liebesgeschichte. Um ein Auskommen zu haben, arbeitet der frisch verliebte Evan in der ländlichen Pampa bei einem alten Olivenbauer, dessen Herz von einer einzigartigen Frau gebrochen wurde. Bald muss Evan am eigenen Leib feststellen, dass Liebe äußerst schmerzhaft sein kann – in diesem Fall sogar im wahrsten Sinne des Wortes ein Monster. Louise verbirgt ein unheimliches Geheimnis und eine bizarre wie blutige Vergangenheit. Evan begibt sich dennoch unerschrocken in große Gefahr und wird vor eine ungewöhnliche Wahl gestellt …

Spring – Love Is A Monster“ ist ein ungewöhnliches Kleinod, das in keine Schublade passen möchte. Was als hartes Sozialdrama beginnt und in eine Art Roadmovie mündet, verwandelt sich kurz darauf in eine charmante Romanze, die jedoch mehr und mehr in fantastische Gefilde abtaucht. Mit einem Male werden Erinnerungen an das grausige Innsmouth und generell an H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos wach – und dennoch bleibt „Spring“ eine ungewöhnliche Geschichte über die Liebe und das Leben. Poetische Bilder und Dialoge geben der Handlung Raum und Ruhe, überhöhen das Geschehen bewusst ins Philosophische. Leider deckt das Regieduo, Justin Benson und Aaron Moorhead, die Hintergrundgeschichte der unheimlichen Schönen im weiteren Verlauf der Story bis ins Detail auf und nivelliert somit die bis dahin schwelende Angst vor dem Unbekannten. Wissenschaftlich akkurat wird der Grusel in seine Schranken verwiesen, dabei stellt die Handlung aber erneut hintergründige Fragen. Was heißt es zu leben? Was macht das menschliche Dasein wertvoll?
Zu guter Letzt rundet das Drehbuch den Plot großartig ab. Denn wo der Film mit einem tragischen Tod beginnt, endet er mit einer obskuren Geburt. Ein ungewöhnlicher Horrorfilm mit zwei beachtenswerten Hautdarstellern: Nadia Hilker („Autobahn“) als Louise und Lou Tayler Pucci („Carriers“) als Evan. Sensibel, geheimnisvoll und clever.

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