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The Tunnel

The Tunnel
(Turbine Medien)

The Tunnel

The Tunnel – Fürchte die Dunkelheit

Den Australiern geht das Wasser aus. Aus diesem Grund sollte ein natürliches H2O-Reservoir in den Tiefen von Sydney angezapft werden, doch das staatliche Vorhaben wurde aus wenig plausiblen Gründen eingestellt. Leben dort in den alten Tunneln wirklich noch Obdachlose – oder gibt es andere, geheime Gründe? Die junge Reporterin Natasha stellt ein vierköpfiges Team zusammen, um eine Reportage über die uralten Gangsysteme zu drehen, da sie dort unten eine großartige Story wittert. Als ihr die Stadt jedoch keine offizielle Dreherlaubnis erteilt, muss sich das Journalistenquartett mit Kameras bewaffnet auf illegale Weise Zutritt zu dem unterirdischen Komplex verschaffen. Tatsächlich finden sie in der beängstigenden Dunkelheit Spuren von Landstreichern, doch in der klaustrophobischen Stille lauern noch ganz andere Bewohner auf die Eindringlinge. „Der Tunnel“ präsentiert sich als gelungener Found-Footage-Kracher, der die Tugenden von „Blair Witch Project“ und „Paranormal Activity“ eint und eine unheimliche Gänsehautatmosphäre erzeugt. Zwar brauch der Streifen eine ganze Weile, um auf Touren zu kommen, dies fördert allerdings das Gefühl einer tatsächlichen Dokumentation zu folgen. Als es dann in das beklemmende Labyrinth geht, zieht Regisseur Carlo Ledesma mit viel Fingerspitzengefühl die Nervenschraube enger und enger. Der Schrecken bleibt dabei gekonnt gesichtslos und überlässt damit der eigenen Fantasie genügend Raum.

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5 Zimmer Küche Sarg

5 Zimmer Küche Sarg
(Weltkino)

Der Vampirfilm ist tot. „Twilight“ hat ihm jede Würde geraubt, ihn zu einer seelenlosen Schmonzette degradiert. Doch in Neuseeland regt sich etwas, da rumpelt es in den Särgen und flattert es fledermausig durch die Lüfte. Und tatsächlich gelingt den beiden Drehbuchautoren und Regisseuren Taika Waititi und Jemaine Clement in nur 85 Minuten Spielzeit eine ganz bezaubernde Wiedergeburt des Genres. Vielleicht nicht ganz so blutig wie „30 Days Of Night“ oder romantisch wie Coppolas „Dracula„, aber sogar noch eine Spur kerniger und spaßiger als Polanskis „Tanz der Vampire„.

In einer etwas verwahrlosten Villa in Wellington haust eine ganz außergewöhnliche WG, jedoch mit sehr trivialen Problemen. Denn wie in jeder Wohngemeinschaft wird auch hier um den Abwasch und die Putzordnung gestritten. Das ist bei den vier Vampiren Viago, Vladislav, Deacon und Petyr nicht anders. Viago, der Dandy, hält mit seinem Ordnungssinn und Putzfimmel alles zusammen, während der aus dem Mittelalter stammende Vladislav, der Stecher, eher durch seine Folterkammer glänzt – die allerdings ein wenig heruntergekommen ist. Ex-Nazi-Vampir Deacon, der Rebell, wanderte mit seinen 183 Jahren nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches aus Deutschland aus und zog sich ins ruhige Neuseeland zurück. Er sorgt meist für Unordnung. Der Dienstälteste und eindeutig mit nosferatischen Wurzeln gesegnete ist der gut 8000-jährige Petyr, der jedoch lieber seine Zeit im Sarg im Keller verbringt und dort seine Opfer verdrückt. Der „ein wenig“ altmodische Haufen legt sich zwar manchmal mit einem Rudel von Werwölfen an, geht aber ansonsten einem routinierten und eher unspektakulären Nachtwerk nach. Neben mehr oder weniger fetzigen Discobesuchen gibt es auch mal eine Runde nette Kammermusik, ein von Deacon selbst gestricktes Accessoire oder eine spannende Dinnerparty. Bei einer solchen war auch der knackige Nick anwesend, wurde dann aber von Petyr gebissen und selbst zum Vampir gemacht. Aber so ein frisches Blutsaugerdasein ist gar nicht so ohne. Mit dem Pommes-Mampfen ist nämlich Schluss und auch das Fliegen will gelernt sein. Gemeinsam mit seinem besten Freund Stu, stellt er das eingerostete Dasein des Vampir-Quartetts gehörig auf den Kopf und führt sie nebenbei noch in die Welt der modernen Medienlandschaft mit Sonnenaufgängen über YouTube und ähnlichen Annehmlichkeiten ein.

5 Zimmer Küche Sarg“ punktet neben den zahllosen grandiosen Einfällen durch seinen witzigen Mockumentary-Stil. Stetig von einem mutigen Filmteam begleitet, lassen die vier (und später fünf) Vampire einen ganz intimen Blick auf ihre gar nicht mal so aufsehenerregende Existenz mit all ihren kleinen Unebenheiten und Ärgernissen zu. Der neuseeländische Streifen ist durch und durch kultig, herrliche morbide und in einem genialen Maße albern, wie es nur wenige vermögen. Großartig!

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American Horror Story 3 – Coven

„American Horror Story 3 – Coven“
(20th Century Fox)

In den USA ist bereits die vierte Staffel, „Freak Show“, über die heimischen Bildschirme geflimmert und ein fünfter Teil wurde vor Wochen ebenfalls feierlich bestätigt – die „American Horror Storys“ befinden sich auf einem ruhmreichen Siegeszug, der bereits mit 18 Emmy-Nominierungen und zahlreichen anderen Auszeichnungen gewürdigt wurde. Der erste Part überraschte tatsächlich mit einer einzigartigen Melange verschiedener Gruselthemen, deren Haunted-House-Zentrum stimmig in diverse Richtungen ausgedehnt wurde. Mit der ebenfalls in sich abgeschlossenen zweiten Staffel entführten die Macher in eine Irrenanstalt der Sechzigerjahre, verquirlten erneut zahllose andere Gänsehaut-Gattungen, thematisierten sogar Sexismus und Rassismus. Im dritten Ableger können wir dem munteren Treiben des Hexenzirkels „Miss Robichaux‘ Akademie für außergewöhnliche junge Damen“ beiwohnen. Der hat seit Jahren mit immer geringeren Mitgliederzahlen zu kämpfen, was einerseits an der egozentrischen Oberhexe Fiona (Jessica Lange), andererseits an zahllosen widrigen Umständen liegt. Eine mächtige und einflussreiche Gemeinschaft von Hexenjägern will den magisch versierten Damen schon seit Jahrhunderten ans Leder. Nebenbei gibt es noch die generationenalte Fehde mit der unsterblichen Voodoo-Königin Marie Laveau (Angela Bassett), die nach langer Waffenruhe zu eskalieren droht. Obendrein buddelt Fiona auf ihrer Suche nach eigener Unsterblichkeit die lebendig begrabene und zu ewigem Leben verfluchte rassistische Sklaventreiberin Delphine LaLaurie (Kathy Bates) aus, die noch für ein wenig mehr Aufruhr sorgt. Das sind der Probleme aber noch lange nicht genug, denn im altehrwürdigen Gemäuer von Miss Robichaux hausen ein untoter Axtmörder und ein nekrophiler Butler. Die schwindenden Kräfte der Obersten kündigen zudem einen Wechsel in der Hexen-Hierarchie an – in irgendeiner auszubildenden Magieanwenderin reifen neue Fähigkeiten heran, die sie zur neuen Anführerin des Zirkels machen werden. Es entbrennt ein zickiger, grausamer und obskurer Streit um den Thron – doch Fiona gibt diesen nicht so leicht her …

Leichenschändung, Wiederbelebung, Coming-of-Age-Zwistigkeiten, Rassismus, Teufelspakte, Eifersucht, Serienschlächter, „American Horror Story 3 – Coven“ kleckert nicht, sondern klotzt mächtig ran. Zwischen Hass, Zweifel und Weiberrangeleien ist aber stets genügend Raum für ironische Anspielungen und sarkastische Kleinigkeiten. Darüber hinaus ist es für Serienkenner äußerst erfreulich, einen guten Teil der liebgewonnenen Schauspieler wieder mit an Bord zu sehen. Neueinsteiger haben wiederum keine Probleme sich einzufinden, denn auch der dritte Part der Gruselmären ist in sich abgeschlossen und steht für sich alleine.

Leider mangelt es „Coven“ jedoch an der Tiefgründigkeit, Abgründigkeit und schrägen Perversion der Vorgänger, weshalb das Hexentreiben auch für ein größeres Publikum und gealterte „Buffy„-Fans zugänglich ist. Alles ist ein wenig glatter, gewöhnlicher und vor allem auch „unterhaltsamer“. Für Genre-Profis ist Nummer 3 damit eher ein kleiner Snack zwischendurch, dem es an den einzigartigen Zutaten von einst fehlt.

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Night Terrors

Night_Terrors_-_ARG_Survival_Horror_-_Crowdfunding_Video_-_YouTubeDer Alptraum daheim

Das Schöne an Gruselfilmen und Horrorspielen ist, dass sie sich jeweils nur auf unseren Bildschirmen abspielen, während wir gemütlich mit dem Pad oder der Pizza in der Hand dem Geschehen folgen. Mit dem passiven Erleben ist jetzt aber Schluss, zumindest wenn den Entwicklern des ersten Augmented Reality Survival-Horror-Spiels „Night Terrors“ die praktische Umsetzung dessen gelingt, was sie vorhaben. Finanziert werden soll das ehrgeizige Indie-Spiel über Indiegogo. Hier muss aber noch kräftig unterstützt werden, denn von den 70.000 benötigten US-Dollars sind erst 22.000 im Säckel.

20150407105524-mZiel des Augmented Reality-Gruslers ist es lediglich ein Mädchen zu finden … und zu überleben. Aber dieses Mädchen befindet sich in eurer eigenen Wohnung. Und euer Handy oder Tablet ist euer einziges Hilfswerkzeug. Mithilfe des LED-Lichts stapft ihr so durch die eigenen vier Wände, während das Spiel das vertraute Heim in ein angstschweißtreibendes Horror-Szenario verwandelt. Ein paar komplexe Routinen erkennen dabei nicht nur bewegliche Objekte und interagieren mit diesen, sondern analysieren auch die Räume genau. Geistererscheinungen, furchterregende Geräusche, herumfliegende Vasen und andere unheimliche Begegnungen sind die Folge. Wir würden uns sehr wünschen, dass „Night Terrors“ realisiert werden kann und wir uns mit dem Handy in der Hand die Hosen vollmachen können …

American Horror Story

American Horror Story
(20th Century Fox)

American Horror Story - Season 1Die Familie Harmon steckt in einer schweren Krise. Nach einer Totgeburt glitt Gattin Vivien in einen depressiven Abgrund, den Seelenklempner-Gatte Ben mit einer Affäre zu überwinden suchte – keine allzu konstruktive Idee. Gemeinsam mit ihrer pubertierenden Tochter Violet ziehen die entzweiten Ehepartner in eine schicke Edelvilla ein, die sie zu einem Spottpreis erworben haben. Wie sich später herausstellt, rührt die günstige Kaufsumme daher, da sich das Anwesen in der Gegend bereits den Titel „Mörder-Haus“ verdient hat und auf einer Touristentour der makabren Art zu den Attraktionen gehört. Es dauert auch nicht lange, da stellen sich die ersten Geistererscheinungen ein, die allesamt mit der traurigen wie erschütternden Geschichte des Gemäuers in Zusammenhang stehen. Denn so wie es scheint, verweilen hier alle Vorbesitzer – und sie alle verbinden grauenvolle Ereignisse. „Die komplette erste Season“ der amerikanischen Mystery-Serie geht bereits mit der Pilotfolge in die Vollen und weckt geschickt die Neugier auf die furchtbaren Dinge, die da noch kommen mögen – und es kommen etliche! Mit ihren skurrilen Charakteren und den geschickten Verknüpfungen verschiedener Zeitstränge gelingt dem TV-Horror eine durchweg mitreißende Atmosphäre. HD-Perfektionisten mussten bei Veröffentlichung (2013) noch draußen bleiben, denn aus unerfindlichen Gründen erschien die Staffel in Deutschland anfangs nur auf DVD. Mittlerweile hat 20th Century Fox das Flehen der Horror-Jünger jedoch erhört und eine Blu-ray-Fassung nachgelegt.

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The Thing

Das kalte Grauen

Trotz Zombies, Serienschlächtern, Poltergeistern und Dämonen bedient sich das Horrorgenre gerne auch außerirdischer Lebensformen. Spätestens seit „Alien“ hat das Weltall eine erschreckende Dimension bekommen. John Carpenter holte die Ungeheuer des Universums 1982 mit seinem grandiosen „The Thing“ auf unsere Erde und legte damit den Grundstein für die gelungene gleichnamige Neuverfilmung, die seit dem Frühling 2012 die Heimtheater erzittern lässt.

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Dabei ist John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt„, so der deutsche Titel aus den Achtzigern, selbst nicht das Original. Vielmehr versteht sich der Streifen als Umsetzung der Erzählung „Who Goes There?“ von John W. Campbell Jr., die erstmals 1951 in Schwarzweiß verfilmt worden war. Matthijs van Heijningen Jr. nahm sich im letzten Jahr jedoch gezielt dem Carpenter-Vorbild an und drehte eine detailverliebte Vorgeschichte zu dessen Gänsehautszenario.
Obwohl der Erfinder von Michael „Halloween“ Myers mit seinem „Ding aus einer anderen Welt“ 1982 rein kinokassentechnisch ein Desaster erlebte, kann man seine Schreckensvision über einen außerirdischen Besucher der ekligen Art als einen der großen Momente des Horrorkinos bezeichnen. Mit seinen genialen Spezialeffekten und einem herrlich-widerlichen Splatterfaktor erzeugte er in Kombination mit bitterbösen Thriller-Elementen eine ganz außergewöhnliche und unbehagliche Atmosphäre. „The Thing“ anno 2012 versteht es gekonnt in eben jene Fußstapfen zu treten.

In der Antarktis haben norwegische Wissenschaftler eine bahnbrechende Entdeckung gemacht. Nicht nur, dass man ein absonderliches „Bauwerk“ im ewigen Eis entdeckt hat, auch eine neue Spezies liegt unweit davon im gefrorenen Nass begraben. Es war ein Fehler der amerikanischen Wissenschaftlerin Kate Lloyd, eben diesen verlockenden Informationshappen zu folgen, die ihr Dr. Sander Halvorson unter strengster Geheimhaltung um die Ohren gesäuselt hat.

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Denn so findet sie sich nur kurze Zeit später an Bord eines Helikopters wieder und wird zur Thule Forschungsstation am Südpol geflogen. Die Freude der dortigen Crew über die Neuankunft einer jungen Frau hält nur kurz, denn mit Ankunft der beiden Experten geht es ans Eingemachte – und schon bald auch an die Eingeweide. Man besucht in den Tiefen des Eises eine riesige, fremdartige Struktur, die wohl nichts anderes als ein gewaltiges UFO ist, das dort Jahrtausende in stiller Einsamkeit ruhte. Das ist allerdings noch nicht alles, denn in direkter Nachbarschaft kann auch der außerweltliche Pilot im kalten Weiß ausgemacht werden. Dieser wird in einem riesigen Eisblock geborgen und erst einmal vorsichtig untersucht. Man ist frohen Mutes, Teil einer so wundervollen Entdeckung zu sein und beschließt erst einmal Stillschweigen zu wahren. Kaum hat man das „Ding“ aber angebohrt, bricht die Kreatur aus dem schmelzenden Gefängnis aus und flieht in die bitterkalte Nacht. Keine fünf Minuten später krallt sich das Ungetüm den ersten der Nordmänner und verschlingt ihn fast mit Haut und Haaren. Bevor es auch die Beine seines ersten menschlichen Opfers herunterwürgen kann, wird es von den Skandinaviern und Amis mit Blei vollgepumpt und schließlich mit Benzin abgefackelt.

Ganz im Dienste der Wissenschaft macht man sich an die Untersuchung des versengten Kadavers, in dessen abstoßenden Innereien man den seltsam veränderten Leichnam des Norwegers findet. Es scheint so, als würde der Außerirdische den Menschen absorbieren. Bei mikroskopischen Untersuchungen kommt indes eine noch schrecklichere Wahrheit ans Tageslicht: Die Zellen des Monsters imitieren auf verblüffende Weise die des Homo sapiens und fertigen eine Kopie davon an, einen beängstigen Klon.

Von nun an verwandelt sich alles in eine grauenvolle Hölle in der niemand mehr dem anderen vertraut, da keiner mehr weiß, wer Mensch und wer Alien ist. Herausgerissene Organe, schmorendes Fleisch, verschmelzende Leiber und psychische Schwerlasten: „The Thing“ ist eine würdige Hinleitung zu Carpenters Kreaturenhorror.

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Die X-Akten sind wieder geöffnet

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen

XFiles_Article_1Was einige Tage als Gerücht durch den virtuellen Äther geisterte, wurde jetzt endgültig von Fox bestätigt: „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ ist wieder da – und zwar in Originalbesetzung!

„Mulder, ich bin’s. Bist du bereit?“, twitterte Gillian Anderson. Und auch er ist es. Im Sommer sollen die Dreharbeiten für sechs neue Folgen beginnen. Neben den beiden Mimen David Duchovny als Fox Mulder und Madame Anderson als Dana Scully ist auch Serienschöpfer Chris Carter wieder mit dabei. „Für mich gab es jetzt eine Art 13 Jahre dauernde Werbepause“, flachst der X-Akten-Initiator, der mit keiner seiner Serien auch nur annähernd an den Erfolg der Mystery-Reihe anknüpfen konnte.

Die „X-Files“ wühlten sich durch etliche klassische Horrorsettings, mengten eine ordentliche Portion Verschwörungstheorie dazu, fügten ein paar Alien-Einzelteile ein und konnten das Erbe von „Twin Peaks“ auf individuelle Weise weitertragen. Von 1993 bis 2002 versuchte das Agentenduo in neun Staffeln mit insgesamt über 200 Folgen der Wahrheit auf die Schliche zu kommen. Vieles wurde aufgedeckt, doch einiges blieb stets im Dunkel. „Die gute Nachricht ist, dass die Welt viel merkwürdiger geworden ist“, erklärt Chris Carter zuversichtlich, „die perfekte Zeit, um diese sechs Geschichten zu erzählen.“

 

Die Fliege

Die Fliege
(20th Century Fox)

Zum 55. Jubiläum des Science-Fiction-Horror-Klassikers „Die Fliege“ erscheint Kurt Neumanns Verfilmung einer Kurzgeschichte von George Langelaan als aufwändig restaurierte Blu-ray-Variante. Alles beginnt mit einem dubiosen Mord. Eines Nachts wird der bahnbrechende Wissenschaftler André Delambre unter einer Presse aufgefunden – sein Kopf und sein Arm sind zur Unkenntlichkeit zermatscht. Seine Frau Helene bekennt sich der schändlichen Tat für schuldig, doch ihr Schwager Francois (Vincent Price) hegt Zweifel an ihrer Missetat. Aber Inspektor Charas benötigt mehr als einfache Bedenken. In Rückblenden wird berichtet, wie es zu dem unmenschlichen Mord kam: André arbeitete wie besessen an einem Teleportationsgerät. Erste Versuche verschlangen leblose Objekte, spätere auch mal das Familienmeerschweinchen. Doch was wäre die Wissenschaft, ließe sie sich so schnell aus der Ruhe bringen? Als die Technologie ausgereift erschien, wagte der Forscher einen Selbstversuch. Leider befand sich eine Fliege im Teleporter und so wurden die genetischen Codes von Mensch und Insekt partiell vermengt. André musste fortan mit einem Fliegenkopf und -arm weiterleben und irgendwo im Garten surrte eine Fliege mit winzigem Menschenschädel herum. In dieser aufpolierten HD-Fassung macht der alte Schinken gleich doppelt Spaß, auch wenn die Tricktechnik und Erzählweise natürlich nicht annähernd zeitgemäß sind.

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Silent Hill: Revelation 3D

Silent Hill: Revelation 3D
(Concorde)

Silent Hill: RevelationDie Spieleschmiede Konami legte mit „Silent Hill“ einen Meilenstein der Gänsehautgattung vor. Noch nie zuvor war das Grauen in einer virtuellen Welt so verstörend, beängstigend und greifbar umgesetzt worden wie hier. Entsprechend skeptisch waren die Fans, als es eine Verfilmung geben sollte. Doch dem französischen Filmemacher Christophe Gans gelang ein hervorragender Wurf, der sowohl Kenner als auch Neulinge überzeugte. Nun legt der Brite Michael J. Bassett einen zweiten Teil nach, der trotz einiger Glanzmomente nicht auf ganzer Linie überzeugen kann. Er strickt die Geschichte des ersten Films weiter und stützt sich dabei lose auf die Ereignisse des dritten Parts der Videospielreihe. Protagonistin ist Heather Mason, die, seit sie denken kann, mit ihrem Vater auf der Flucht ist. Ihre einzige Bezugsperson ist ihr Vater, doch auch der kann ihre schrecklichen Alpträume nicht erklären. Als er zu ihrem 18. Geburtstag verschwindet, muss sie sich auf eine schreckliche Odyssee in das verfluchte Silent Hill aufmachen und sich ihrer Vergangenheit stellen. „Revelation“ verströmt eine bedrückende Atmosphäre und weiß mit etlichen beklemmenden und abgründigen Szenerien zu gefallen. Leider kann die Geschichte und Erzählweise mit der visuellen Ästhetik nicht mithalten und wirkt teils kryptisch und stark konstruiert. Für Liebhaber der einzigartigen Geisterstadt bleibt aber auch diese Fortsetzung sehenswert, alleine schon wegen Pyramid Head …

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Grimm

Grimm
(Universal)

GrimmDie Gebrüder Grimm sind vor allen Dingen durch ihre Kinder- und Hausmärchen berühmt geworden, haben sie doch unzählige Geschichten aus der ganzen Welt zusammengetragen und für die Nachwelt erhalten. Glaubt man der US-Serie „Grimm„, dann hatte die Familie durchaus einen höheren Grund sich mit kinderfressenden Wölfen, Geistern und anderen unheimlichen Begebenheiten zu beschäftigen, denn sie waren die Vorfahren der „Ghostbusters„. Entsprechend haben sich die Grimms einen berüchtigten Ruf bei den monströsen Horden erarbeitet, die unbemerkt unter den gewöhnlichen Menschen leben. Nick Burkhardt wollte eigentlich nur Polizist werden und arbeitet bei der Mordkommission in Portland. Seit längerem wird er jedoch von seltsamen Visionen geplagt und nach einem widerlichen Mord an einer Joggerin offenbart sich schließlich sein Schicksal. Als Nachfahre der Grimms ist er mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet, um den wehrlosen Homo sapiens vor den abstrusen Ungeheuern zu beschützen. Zum Glück bekommt er Hilfe von einem kauzigen Wolfsmenschen, der ihm bei der Lösung ungewöhnlicher Kriminalfälle mit Bärenmenschen, Ziegendämonen, Rattenfängern oder Bienenköniginnen unterstützt. Alle 22 Episoden der ersten Staffel finden sich in einer Box, die zwar wenig Tiefgang und Innovationen bietet, dafür aber kurzweilige Finstermärchenunterhaltung.

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