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Alien – Das Archiv

Mark Salisbury
„Alien: Das Archiv“
(Cross Cult)

Mit „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ führte der damals noch junge Ridley Scott das Science-Fiction-Genre in neue Sphären. Zu jener Zeit waren vor allen Dingen die actionreichen und kunterbunten Weltraum-Operas à la „Star Wars“ en vogue deren schillernde Helden sich in hochtechnisierten Vehikeln spannende Raumgefechte lieferten. Ridley Scott nutzte den endlosen, schwarzen und schweigenden Kosmos jedoch als beklemmendes Settings für die menschliche Angst vor dem Unbekannten. Mit dem Erzfrachter Nostromo fing 1979 alles an. Auf seinem Rückweg zur Weyland-Yutani Corporation fängt das gewaltige Raumschiff im Jahre 2122 ein Funksignal auf und setzt – diesem folgend – zur Landung auf dem Mond Acheron an. Dort schleppt die Crew ein bis dato unbekanntes Wesen mit an Bord des vermeintlich sicheren Schiffes. Die fremde Kreatur durchläuft eine Reihe genetischer Entwicklungsstadien, passt sich blitzschnell an die Umgebung an und beginnt mit effizienter Tödlichkeit die Mannschaft abzuschlachten. Lediglich Ellen Louise Ripley (Sigourney Weaver) überlebt die Konfrontation mit dem Monster und wird so zu einer der ersten ernstzunehmenden weiblichen Heldenfiguren Hollywoods.
James Cameron ging 1986 in „Aliens – Die Rückkehr“ den tödlichen Außerirdischen mit viel Action und Spannung auf den Grund. Eine abgebrühte Einheit von Elitesoldaten soll eine Menschenkolonie auf Acheron untersuchen, zu der jeglicher Kontakt abgerissen ist. Ripley soll die Marines begleiten, da sie bereits Kontakt mit den Ungetümen hatte und dadurch beratend Unterstützung leisten kann. David Fincher verlagerte das Geschehen 1992 auf einen Gefängnisplaneten und damit in klaustrophobische Gefilde. „Alien 3“ verzichtete auf wilde Feuergefechte, sondern konzentrierte sich auf beengende Suspense-Momente. Einen völlig neuen Kurs schlug der französische Visionär Jean-Pierre Jeunet 1997 mit „Alien – Die Wiedergeburt“ ein. Er kombinierte Gen-Horror mit dem Alien-Franchise zu einem ungewöhnlichen Ganzen in dem die geklonte Ripley erneut den Killermaschinen aus dem All die Stirn bieten muss.

Auf mehr als 300 großformatigen Seiten lässt der Prachtband „Alien: Das Archiv“ hinter die Kulissen der vier Meisterwerke blicken. Ein Interview mit Sigourney Weaver führt auf das Thema hin , wonach sich der Wälzer fundiert durch alle vier Teile arbeitet. Zahlreiche Skizzen, Fragmente, Making-of-Berichte, Design-Entwürfe und Informationen beantworten dem Fan der „Aliens“ nahezu alle Fragen. Neben unzähligen Abbildungen vermitteln vor allen Dingen auch die vielen Originalzitate der beteiligten Schöpfer und die sauber recherchierten Artikel ein umfassendes Wissen über die Reihe und geben viele bisher wenig bekannte Fakten an die Hand. „Alien: Das Archiv“ ist nicht nur ein atemberaubender Hingucker, sondern auch reich an Fakten. So erfährt der Leser, dass Comiclegende Jean Giraud, alias Moebius, die Raumanzüge des ersten Teils entwarf, während sich der verstorbene Schweizer Ausnahmekünstler H.R. Giger um die außerirdische Brut kümmerte. Die Handlung, die Drehbücher, die Charaktere, die Schauspieler aber vor allen Dingen immer wieder die Spezialeffekte stehen im Zentrum dieser umfassenden Betrachtungen, so dass nach der Lektüre kaum mehr Fragen offen bleiben.

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Role Play Convention 2015

RPC-logoGrenzenlose Spielwelten

Seit 2007 gehört die jährlich stattfindende Role Play Convention zu den Höhepunkten der Spielwelt. Die Nerdonomicon-Crew war vor Ort, um den Zauber der fantastischen Zusammenkunft zu ergründen.

Am Samstag, den 16. Mai öffnete die Koelnmesse ihre Pforten für ein buntes und gespannt wartendes Völkchen, das nicht nur aus weiten Teilen Deutschlands, sondern auch aus den umliegenden Ländern angereist war. Leibhaftige Elfen und andere Fantasy-Vertreter gehörten ebenso dazu, wie Star-Wars-Persönlichkeiten, Manga-Charaktere, Comic-Helden, mittelalterlich Gewandete, Metal-Fans, bebrillte Vollnerds oder gewöhnliche Otto-Normal-Spieler. Sie alle sollten für das komplette Wochenende in Halle 10 ein vielseitiges An- und Aufgebot vorfinden, das Workshops, Turniere, Bandauftritte, Probespielrunden, Präsentationen, Lesungen, Filmvorführungen und vieles mehr beinhaltete und in seiner Gänze unmöglich vollständig wahrzunehmen war. Liebhaber komplexer Tabletop-Spiele kamen ebenso auf ihre Kosten wie Rollenspieler, LARPer oder auch Fans unterhaltsamer Brett- oder Kartenspiele. In kleinen Gruppen konnten Interessierte in einzelne Titel wie „Earthdawn„, „Pathfinder“ oder „Iron Kingdoms“ hineinschnuppern, durften sich in fordernden Partien (wie „Mage Wars„) bekämpfen, sich beim Kartenklopfen mit „Smash Up“ schieflachen oder aber sich sogar in die Geheimnisse des LARP einführen lassen. Besonders beeindruckend war die Präsentation des ursprünglich über Crowdfunding finanzierten Strategiespiels „Golem Arcana„. Auf variablen Schlachtfeldern und mit unterschiedlichen Missionsaufgaben müssen sich hier zwei Kontrahenten mit ihren detailliert designten Spielfiguren bekämpfen. Ihre Golems sind mit einer App auf dem Handy oder Tablet gekoppelt, das nicht nur das gesamte Spielgeschehen überwacht, sondern auch alle Regelmechanismen und die anfallenden „Buchhalteraufgaben“ übernimmt. Das Durchackern ellenlanger Regelwerke bleibt dem Golemlenker damit erspart und auch beim Gefecht bedarf es keiner schwierigen Berechnungen mehr – der Computer springt bei diesen Punkten zuverlässig ein. Bisher sind hierzulande zwei Erweiterungen über Pegasus erhältlich – in den USA gibt es jedoch schon deutlich mehr Material zum Nachlegen.

Aber auch Liebhaber rasanter Pixelwelten konnten sich über einige Höhepunkte freuen. Das brachiale Fantasy-Football-Gebolze „Blood Bowl 2“ konnte weltexklusiv auf Sonys PlayStation 4 angezockt werden – und machte schon im Beta-Stadium eine kernige Figur. Sehr imposant war auch der „Diablo„-ähnliche Actionkracher „Victor Vran“ vor schicker Steampunk-Kulisse, bei dem der Spieler aber auch über die Springentaste höhergelegene Levelbereiche erreichen oder kleine Hindernisse überwinden kann. Ungeschlagen war jedoch der neue Mehrspielermodus von „Giana Sisters Twisted Dreams“ bei dem die Entwickler von Black Forest Games ganze Arbeit geleistet haben. Bis zu vier Spieler dürfen sich in verschiedenen Levels eine pfiffige Jum’n’Run-Hetzjagd liefern. Dabei spielt sich das flotte Gehopse wie eine großartige Mischung aus „Mario Kart„, „Micro Machines“ und „Sonic„. Freudentränen und Zornesflüche sind hier vorprogrammiert.

Wer ein wenig den vom Knobeln überforderten Kopf oder die vom Daddeln überanspruchten Finger ausruhen wollte, konnte sich als Manga-Figur oder Zombie zeichnen lassen, über den angrenzenden Mittelaltermarkt im Freien schlendern oder aber bei einer Reihe von Bands der Musik frönen. Die Mittelalter-Crossover-Pioniere von Tanzwut waren ebenso vor Ort wie Harpyie, Tibetréa, Ye Banished Privateers, MacPiet oder Xandria. Und selbstverständlich gab es tonnenweise Zeugs zu kaufen, seien es nerdige Klamotten, Sammlerfiguren, Spiele, Bücher, Würfel, LARP-Zubehör oder ausreichend Leckereien für das leibliche Wohl. Wir sind auf jeden Fall auch 2016 wieder mit an Bord!

Post-Punk Superhelden

Billy_IdolRebel Yell

Die Helden unserer Kindheit. In hautengen Kostümen haben sie den bösen Buben den Hintern versohlt und unzählige Male die Welt vor dem Untergang gerettet. Batman, Superman und wie sie alle heißen mögen.

Aber da waren auch die Helden unserer Jugend, die uns über Weltschmerz und Liebeskummer hinweggetröstet haben. Die sich mit oder für uns erhoben haben, um dem gutsituierten, vollgefressenen Spießertum mit dem blanken Gesäß ins Gesicht zu springen. Joy Division, Billy Idol sind nur einige von ihnen.

Der brasilianische Bildkünstler Butcher Billy hat sie für uns geeint, hat Cure-Sänger, Robert Smith, in einen Superhelden transformiert, PIL in Wolverine verwandelt und Joy Division-Frontmann Ian Curtis verspidermannt!

Wer mehr von Butcher Billy sehen möchte, der folge dem weißen Kaninchen oder klicke hier.

Kunstvolle Bossgegner

Wood_TheDestroyerofAllLife+copyFinal Gear Zelda

Bossgegner – in vielen Spielen sind sie das A und O. Sie sind cool, eindrucksvoll, ehrfurchtgebietend, manchmal sogar lustig und nicht selten bringen sie den Homo Zockus zur Weißglut. Zahllose Joypads wurden wegen ihnen gegen Wände geschmettert, Kabel vor Wut zerbissen und Pizzakartons vor Verzweiflung zerkaut.

Auf Light Grey Art Lab gibt es jetzt eine neue Ausstellung zu jenen einzigartigen Bösewichtern der Videospielgeschichte. Für „Boss Rush!“ haben mehr als 115 Künstler die Pinsel geschwungen, um ihre ganz individuellen Visionen der finalen Feinde festzuhalten. Wer sich an den virtuellen Versionen von Pyramid Head („Silent Hill“), Psycho Mantis („Meal Gear Solid“), Kefka („Final Fantasy“) oder Ganon („Zelda“) nicht sattsehen kann, der hat sogar die Möglichkeit, die Kunstwerke über den Shop käuflich zu erwerben.

Das Elfenbestimmungsbuch

Benjamin Lacombe/Sébastien Perez
„Das Elfenbestimmungsbuch“
(Jacoby Stuart)

Erst vor Kurzem hat Benjamin Lacombe die „Unheimliche Geschichten“ von Edgar Allan Poe auf zauberhafte Weise bebildert und damit ein weiteres Mal bewiesen, dass er ein außergewöhnliches Händchen für überirdische Motive hat. Sein „Elfenbestimmungsbuch“ hat zwar schon ein paar Monate auf dem moosbewachsenen Buckel, aber für Liebhaber fantastischer Wort- und Bildkunst ist der großformatige Band nach wie vor aktuell. Der Leser dieser verträumten wie fantasievollen Seiten begibt sich mit dem (fiktiven) russischen Forscher Alexander Bogdanowitsch in den berühmten Wald von Brocéliande in der Bretagne, um dort nach Wichteln und Kobolden zu suchen. Im Auftrag von Rasputins geheimer Kammer der okkulten Wissenschaften fand der renommierte Agrarwissenschaftler 1914 hier ein magisches Reich mit einer fantastischen Fauna und Flora vor. Seine Aufzeichnungen, Skizzen und Notizen finden sich in diesem prachtvollen Almanach versammelt und laden kleine wie große Kinder zum Schwärmen und Schwelgen ein. Lacombe setzt dabei auf etliche Stilmittel, malt seine wundervollen Kreaturen mal mit Tusche oder Feder, arbeitet mit Öl, Pastellkreide oder gestaltet die Szenarien als Aquarelle. Halbtransparentes Papier und Lasercuts machen den Band überdies faszinierender und zu einem erwärmenden Hingucker.

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Game Of Thrones: Pop-Up-Guide

Matthew Reinhart/Michael Komarck
„Game Of Thrones: Pop-Up-Guide für Westeros“
(Panini)

Für Fans der Serie „Game Of Thrones“ geht mit dem „Pop-Up-Guide“ zu George R.R. Martins Fantasywelt Westeros ein kleiner Traum in Erfüllung – wenngleich kein günstiger. Schlägt der Leser nämlich eine der Seiten auf, entfaltet sich vor ihm einer der vielen beeindruckenden Lokalitäten des fiktiven Reiches. Neben Winterfell, der Eismauer im Norden oder Königsmund lassen sich am Blattrand noch etliche kleine Besonderheiten ausbreiten, auffalten oder herausziehen. Auf jeder Seite gibt es Etliches zu entdecken – und neben schicken Papp-Pop-Ups auch zu lesen. Hintergründe zum Kontinent Essos werden erläutert, die Sklavenarmee der Unbefleckten beschrieben, die einzelnen Häuser mit ihren Wappen vorgestellt – überall ploppen Bauwerke, Armeen, Städte und bedeutende Gegenstände hervor, stets begleitet von interessanten Informationen. Wer genügend Platz auf dem Boden hat, kann sogar das gesamte Buch auf einen Rutsch ausfalten und sich so ein kleines Stückchen Westeros in die eigenen vier Wände holen. Ein spannendes Kompendium für große Kinder.

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Westeros – Die Welt von Eis und Feuer

Das Lied von Eis und Feuer“ wird immer lauter und immer variantenreicher gesungen. Es gibt kaum mehr ein Medium, das nicht von George R.R. Martins Fantasy-Saga beflügelt wurde. Der bekappte und hosenträgerbewährte Erfolgsautor könnte sich eigentlich in seinen Sessel zurücklehnen und gemütlich beobachten, wie sein Imperium vor seinen Augen erblüht. Gut, er muss natürlich noch sein Epos zu einem stilvollen und sicherlich blutigen Ende bringen … und das dauert!

In der Zwischenzeit halten den Fan Videospiele, Comics, Pop-up-Guides, Brettspiele und nun auch ein hochoffizieller Weltenführer bei Laune. „Westeros – Die Welt von Eis und Feuer“ ist ein schicker Bildband, der die Geschichte von „Game Of Thrones“ erzählt. Mit den ersten Menschen, die ihre Füßchen auf den Kontinent setzten fängt alles an, hangelt sich über Aegon den Eroberer und seine Drachen bis zur Rebellion des beleibten Robert Baratheon gegen den wahnsinnigen König Aerys II. Targaryen. Neugierig geworden?

Ein paar Bilder dürfen wir hier schon präsentieren:

The Best Of Clint Langley

Clint Langley
„The Best Of Clint Langley“
(Dark Dragon Books)

Clint LangleyFleisch und Stahl, Keltentum und Fantasy, Science Fiction und Horror – die britische Zeichenlegende Clint Langley eint mit seinen Kunstwerken die Gegensätze und Genres. Mit Kultcomics wie „Slaine“ oder „ABC Warriors“ hat sich der Engländer längst unsterblich gemacht, hat aber auch Reihen wie „Judge Dredd“ oder etlichen Covern seinen Stift geliehen. Seine düsteren, teils ekelhaften und beängstigenden Bilder hat er aber auch für Computerspielgrößen wie „World Of Warcraft“ oder „Ever Quest“ gemalt oder verlieh Rollen- und Kartenspielen wie „Werewolf„, „SLA Industries“ und „Magic: The Gathering“ ihren einzigartigen Look. Die vorliegende „Art Collection“ vereint einige seiner eindrucksvollsten Arbeiten und schafft so einen gelungenen Überblick über sein Schaffen. Vorwiegend finstere und martialische Farbzeichnungen zieren die Hochglanzseiten, aber auch einige Schwarzweißgemälde sorgen für herunterfallende Kinnladen. Bedrohlich und ehrfurchtgebietend sind seine Geschöpfe, brachial und archaisch seine (Anti-)Helden. Jede einzelne Seite bietet etliche Details, lässt Staunen und Raunen, ganz gleich ob man mehr der Science-Fiction oder dem Fantasy frönt. Fantastisch!

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Zeit des Bösen: Apokalypse

Luis Royo/Romulo Royo
„Zeit des Bösen: Apokalypse“
(Cross Cult)

Zeit des BösenDer spanische Zeichner Luis Royo hat mit seinem Endzeit-Romantik-Stil bereits etliche Medien beflügelt. Zahlreiche Cover von Büchern, Videospielen, Filmen oder Magazinen stammen aus seiner Feder, seine Bildbände verkaufen sich wie warme Semmeln und nahezu jedes Versandhaus im Bereich Gothic hat seine Poster im Sortiment. Der Weltuntergang und die Frauen sind dabei stets Konstanten seines Schaffens gewesen, grelle Farben sind ihm fremd, vielmehr hält er sich an Grau- und Brauntöne. Gemeinsam mit seinem Sohn Romulo bringt er nun den ersten Teil der „Zeit des Bösen„-Trilogie heraus, die sich als Verbindung aus Artbook und Grafiknovelle entpuppt. Der edle Hardcoverband bietet auf 128 Seiten eine enge Verknüpfung von Story und sagenhaften Bildern, wobei vor allen Dingen der visuelle Aspekt im Vordergrund steht. Im Jahr 2038 ist die Apokalypse über die Welt hereingebrochen und der Mensch vegetiert nur noch im Untergrund dahin. Auf der Oberfläche haben geflügelte Wesen die Kontrolle übernommen und fordern die Unterwerfung der Menschheit. Interessant an diesem Konzept ist jedoch, dass die „Zeit des Bösen“ auf mehrere Medien übergreift. So liegt dem Buch eine Multimedia-DVD mit Interviews, Making-Of-Szenen und exklusiven Metaltracks bei. Darüber hinaus ist gleichzeitig der Manga „Soum“ von Kenny Ruiz erschienen, der ebenfalls in Royos Endzeitsetting spielt. Die Essenz der „Apokalypse“ bleiben jedoch die bildgewaltigen Zeichnungen.

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The Art Of Petar Meseldzija

Petar Meseldzija
„The Art Of Petar Meseldzija“
(Dark Dragon Books)
The Art Of Petar MeseldzijaDer serbische Bildkünstler, Petar Meseldzija, dürfte den Wenigsten namentlich geläufig sein, und doch haben Fantasy-, Märchen- und Mythenliebhaber vermutlich schon zumindest eines seiner kostbaren Werke gesehen. Seine Karriere begann in den frühen Achtzigern als Comiczeichner. Während seines Studiums an der Kunstakademie in Novi Sad begann er zudem als Illustrator zu arbeiten, ein Gebiet, in dem er ab 1991 ausschließlich aufging. Am bekanntesten dürfte er wohl durch seine Mitarbeit an den europäischen Tarzan-Comics sein, obwohl er darüber hinaus an etlichen Poster- und Kartenmotiven im fantastischen Bereich arbeitete, später gar 33 einzigartige Bilder zu „King Arthur And The Knights Of The Round Table“ beisteuerte oder die „Children Of The Lamp„-Reihe bebilderte. Ganz gleich ob er bildschöne Prinzessinnen in Burgen, schwer berüstete Drachentöter in Aktion, fürchterliche Ungetüme der osteuropäischen Sagenwelt oder zauberhafte Märchenmotive zu Papier bringt, seiner Kunst wohnt eine ganz eigene Form der Ästhetik inne. Ein großartiger Bildband, der darüber hinaus etliche Informationen zum Wirken des Autors liefert – wobei diese ausschließlich in Englisch gehalten sind. Der Band ist allerdings regulär hierzulande erhältlich.

Bewertung:

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