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Elite Dangerous

Unendliche Weiten

Unzählige Tage, Wochen und Monate flogen Videospieler der ersten Generation mit dem innovativen Science-Fiction-Epos „Elite“ anno 1984 durch das monochrome Vektor-Weltall. Nun hat Urvater David Braben mit seiner Crew von Frontier Developments mit „Elite Dangerous“ nach erfolgreichem Crowdfunding und Jahren der Entwicklung einen vierten Vorstoß in das komplexe Universum gewagt – nach PC und Mac dürfen seit dem 06. Oktober auch Xbox One-Spieler handeln, forschen, kämpfen und staunen.

Elite Dangerous“ hat alles, was auch die Originalversion der Achtziger zu bieten hatte: einen schier unendlichen Kosmos, einen Haufen Gegner, zahlreiche aufrüstbare Schiffstypen, ein forderndes Handelssystem und ein süchtig machendes Spielprinzip. Leider wirkt der vierte Part der Reihe in mancherlei Hinsicht aber auch ein wenig altbacken. Gerade Neulinge, die dem Charme der Commodore-64- oder Apple-Version aus Altersgründen noch nicht erliegen konnten, werden ohne jegliche Vorbereitung und Sicherheitsvorkehrung ins All geschubst, um dort aus den eigenen Fehlern zu lernen und durch Ausprobieren klug zu werden … oder aber überfordert die Laserflinte ins Korn zu werfen. Ein Tutorial oder ein erstes Einstiegszenario wären wünschenswert gewesen, um Spieler langsam an den riesigen Umfang heranzuführen. Immerhin gibt es einige Trainingsmissionen, Hilfestellungen in Form von Videos und ein beratendes Handbuch – eine zeitgemäße Einführung ersetzt dies aber nicht.
Ist diese Hürde jedoch übersprungen, die Steuerung des eigenen Raumschiffs verinnerlicht und die erste Landung auf einer Raumstation gelungen, dann saugt „Elite Dangerous“ den Spieler vollkommen auf, lässt ihn teilhaben an einer riesigen, lebendigen Welt. Über ein Nachrichtensystem kann der Pilot sich über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden halten, sich in politische Konflikte einmischen und damit den Lauf der fiktiven Geschichte beeinflussen. Jeder einzelne Raumkapitän kann mit seinen Taten das Zünglein an der dynamisch regierenden Weltenwaage sein. Gelingt ein Aufstand oder wird er von der herrschenden Obrigkeit niedergeschlagen? All das wird von der Community entschieden.

Wer dem Trubel des Zeitenlaufs entfliehen will, kann aber einfach auch als Händler durch das grafisch beeindruckende Weltall segeln. Wer aber keine Lust auf langwierige Geschäftsreisen hat, versucht sich vielleicht lieber als Schmuggler – mit den jeweiligen strafrechtlichen Konsequenzen. Natürlich gibt es ausreichend Piraten, die die Handelsrouten unsicher machen und entweder geschickt umgangen oder mutig bekämpft werden müssen. Dabei ist vor allem die eigene Ausrüstung von Bedeutung, wobei nicht nur neue Schilde, Waffen und andere technische Gimmicks für den persönlichen Weltraumboliden erstanden werden können, sondern auch die Verteilung der Schiffsenergie auf Schilde oder Waffen von taktischer Bedeutung ist. Der Kampf ist letzten Endes zwar physikalisch nicht wirklich realistisch, macht aber eine Menge Spaß, geht vor allem mit dem Joypad gut von der Hand und lässt Veteranen angesichts der vielen Erinnerungen an zurückliegende Dogfights feuchte Äuglein bekommen. Wer diese Scharmützel liebt und meistert, kann gewiss auch die Laufbahn eines Freibeuters einschlagen und arglose Frachter und Händler in Stücke schießen. Auch als Kopfgeldjäger kann eine Menge Ansehen und Kohle gewonnen werden, denn das Verbrechen ist bekanntlich immer und überall.

Für Abwechslung sorgen zahllose Zufallsmissionen, die den Spieler gerade zu Beginn vor spannende Herausforderungen stellen. Allerdings nutzt sich die anfängliche Faszination der Aufträge schnell ab und „Elite Dangerous“ beginnt etwas an der kaum vorhandenen Story zu kranken. Es fehlt ein komplexer Rahmen, ein mitreißender Plot oder eine motivierende Meta-Geschichte. Sieht man jedoch über diese kleinen Mängel hinweg und erfreut sich an der grandiosen Cockpitaussicht, den zahlreichen steuerbaren und umrüstbaren Gefährten, dem tollen Fluggefühl, dem einzigartigen Flair und den endlosen Sternenerkundungen, entführt „Elite Dangerous“ in ein göttliches Weltraumnirwana in dem geflogene Stunden wie Minuten erscheinen.

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Planetenkunde

Mit der Erweiterung „Elite Dangerous: Horizons“ dürfen PC- und Mac-Piloten Ende des Jahres planetare Landemissionen durchführen, um nach Mineralien, abgestürzten Schiffen, Notsignalen und Außenposten zu suchen. Sogar Angriffe können bei den Bodenmissionen koordiniert werden.
Mit dem Oberflächenfahrzeug „Scarab“ können die einzelnen Himmelskörper erforscht und weitere Bodenaktionen eingeleitet werden. Für 2016 kündigen Frontier Developments weitere zusätzliche Features an, um den gewaltigen Spielumfang noch weiter auszubauen.

Guns, Gore & Cannoli

Der Zombie-Pate

Was passiert, wenn man einen schicken handgezeichneten 2D-Sidescroller Marke „Metal Slug“ mit dem „Paten“ und einer kleinen Zombieapokalypse verquirlt? Das Ergebnis heißt „Guns, Gore & Cannoli“ und ist seit Ende April für Mac und PC erhältlich, seit kurzem auch für die Xbox One und in Bälde für die PlayStation4.

Während der Prohibitionszeit muss Vinnie Cannoli, ein waschechter Mafioso, in dem lauschigen Städtchen Thugtown nach seinem verschwundenen Kumpel suchen. Dummerweise findet das eine rivalisierende Verbrecherfamilie nicht wirklich erfreulich und hetzt ihm einen Haufen grantiger Gangster auf die Pelle. Doch die Goldenen Zwanzigerjahre sind davon abgesehen gar nicht so glänzend, denn wie aus dem Nichts bricht plötzlich noch eine Zombieapokalypse los und Vinnie muss sich mit einer Reihe widerlicher Untoter herumschlagen.

Zum Glück kann er bei seinem schwierigen Auftrag auf eine ganze Latte Waffen zurückgreifen, wobei er im Laufe des bleihaltigen und vor allem auch herrlich blutigen Abenteuers zusehends mehr Ballermänner einsacken kann. Zu Beginn steht ihm lediglich eine kleine Knarre (mit unendlich viel Munition) zur Verfügung; es folgen unterschiedliche Schrotflinten, Maschinengewehre, Flammenwerfer, Bazookas und ähnliche Spielereien – selbstverständlich dürfen auch Handgranaten und Molotov-Cocktails nicht fehlen, um der Zombiebrut ordentlich einzuheizen. Um sich durch die Levels zu manövrieren, kann der virtuelle Mafioso mit einer intuitiven Steuerung gelenkt werden, per Knopfdruck über Hindernisse (oder Feinde) hüpfen, sich geschickt hinter Objekten in Deckung abknien und mit einem beherzten Tritt Schalter umlegen, Türen auftreten und ekelige Kontrahenten auf Distanz halten.

GGC_IconDie einzelnen Kapitel der Geschichte werden abwechslungsreich in Szene gesetzt, sowohl in Bezug auf die Story als auch vom Design her. Jedes neue Level bietet skurrile neue Gegnertypen, zu denen an Luftballons schwebende mit Gasgranaten um sich werfende Zwuggel, ehemalige Footballspieler, schießwütige Soldaten, verweste Dominas aber später auch mutierte Riesenratten gehören. Jeder Feind hat seine individuellen Angriffsmuster, Stärken und Schwächen und lässt sich am besten mit einem speziellen Waffentyp beseitigen. So nützt es wenig, dem Soldaten auf seinen Helm zu ballern, während schildtragende Mafiosi nahezu über einen Ganzkörperschutz verfügen und einer besonderen Behandlung bedürfen.
Davon abgesehen stehen aber noch genügend interaktive Objekte wie Autos oder Fässer in der Gegend herum, die bei Beschuss explodieren, um sich Scharen von heranstürmenden Widersachern vom Leib zu halten. Häufig hilft dabei wildes Umherballern, aber vielerorts – vor allem bei den knackigen Bossgegnern – muss mit Taktik und Köpfchen vorgegangen werden, um beispielsweise die Soldaten aus ihren Schützengräben und Wachtürmen zu bekommen.

 

Vierfacher Bumm

Die Grafik ist herzallerliebst und fängt den Trash-Charme perfekt ein. Begleitend zu den handgezeichneten Hintergründen und schön animierten Protagonisten gibt es passende Klänge aus den 1920ern. Zu besonderer Hochform läuft „Guns, Gore & Cannoli“ allerdings im lokalen Mehrspielermodus auf, denn bis zu vier Zocker können sich gemeinsam gegen die feindlichen Horden werfen. Dies ermöglicht mehr taktisches Vorgehen und ist überdies bei den Bossgegnern sehr hilfreich.

Die Entwickler haben dem kooperativen Kampagnenmodus allerdings noch einen äußerst spaßigen „Vs Mode“ hinzugefügt, bei dem sich bis zu vier Mafiosi gegenseitig um die Ecke bringen müssen. Dazu zoomt das Geschehen perspektivisch deutlich heraus, um die verschiedenen kleinen Levels in Gänze auf dem Bildschirm darzustellen. Hier dürfen die Ganoven über – je nach Level mehr oder weniger – verschachtelte Plattformen hüpfen, Waffen aufsammeln und sich gegenseitig zerblasen. Wer als erster Spieler eine bestimmte Punktzahl erreicht, geht als Patenkönig aus dem Wettkampf hervor. Aber Vorsicht, das flotte und chaotische Gemetzel von den belgischen Entwicklern der Crazy Monkey Studios macht schnell süchtig!

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Verlosung: Elite Dangerous

Elite_Dangerous_CoverAuf zu neuen Welten

Ian Bell und David Braben revolutionierten 1984 mit „Elite“ das Spielegenre. Die innovative Verknüpfung aus Wirtschaftssimulation und Weltraumballerei war einzigartig, bockschwer und faszinierend. Das Konzept wurde etliche Male kopiert, blieb aber unerreicht. Im letzten Jahr erschien mit „Elite Dangerous“ eine Portierung ins neue Jahrtausend – direkt aus der Hand des Meisters, David Braben. Anfangs kamen nur Windows-Jünger in den Genuss des komplexen SciFi-Epos, aber seit einigen Wochen dürfen auch Mac-OSX-Nutzer in die Weiten des Weltalls vordringen.

Der Publisher Frontier Developments hat uns drei Steamcodes für „Elite Dangerous“ zur Verfügung gestellt, die sowohl für die Mac- als auch für die Windows-Version genutzt werden können (jeweils im Wert von 49,99 Euro). Wer mitmachen möchte, trage sich am Ende dieser Seite ein und bete zu den großen Alten. Die Aktion läuft noch bis Freitag, 25. September 2015.

Wer Elite nicht kennt, der findet hier eine kurze offizielle Zuzsammenfassung:

„Entdecke in deinem eigenen Raumschiff eine unbarmherzige Galaxie.
Mit nichts als einem kleinen Raumschiff und ein paar Credits machst du dich auf, um dir das Können, das Wissen und die Macht anzueignen, die du brauchst, um zur Elite zu gehören.

400 Milliarden Sternensysteme. Unendliche Freiheit. Jeder ist ein Pionier.
Wir schreiben das Jahr 3300. Vor dir liegen die unvorstellbaren Weiten einer fantastischen, maßstabsgetreuen Nachbildung unserer Milchstraße. Interstellare Rivalitäten flackern auf, wenn die galaktischen Supermächte ihre Stellvertreterkriege führen.

Manche werden sich mit dir verbünden – für andere bist du ein Pirat, ein Kopfgeldjäger, ein Schmuggler, ein Erkunder, ein Mörder oder ein Held … Schlag dich allein durch oder fliege Seite an Seite mit deinen Freunden. Egal, ob du für eine Sache brennst oder deinen eigenen Weg gehst – durch dein Handeln veränderst du die Galaxie um dich herum und schreibst dein eigenes Kapitel ihrer unerschöpflichen Geschichte.“

Gewinnspielteilnahme

0 + 3 = ?

Sword Of Vengeance – Schwert der Rache

Sword Of Vengeance – Schwert der Rache
(Universal Pictures)

Der romanisierte Normanne Wilhelm der Eroberer hat nach der Schlacht von Hastings im Jahre 1066 den Landfrieden über England gebracht. Doch wie es Eroberungsfeldzüge und „Befriedungen“ so mit sich bringen, muss das dort lebende Volk erst einmal ordentlich verdroschen und unterdrückt werden. Inmitten jener verwüsteten und trögen Ödnis taucht zwischen den Ruinen ein fremder und namenloser Krieger auf. Als die normannischen Besatzer ihn nach seinem Wegzoll fragen, hackt er den Soldaten kurzerhand die Hände ab, durchbohrt sie mit seinen Schwertern und schneidet ihnen die Kehlen durch. Ein feiner Prolog mit umherfliegenden Gliedmaßen und meterweit spritzendem Blut in den ersten vier Minuten Laufzeit.

Das gefällt dem dortigen Landherrn Durant (Karel Roden) und seinen beiden Söhnen nicht so richtig, weshalb sie ihn suchen und töten wollen. Der fremde Brutalinski bringt aber die unterdrückten Stämme der Region gegen die Machthaber auf, einigt die Familien und zieht gemeinsam mit ihnen in den Krieg. Wie sich dann herausstellt, hat der wortkarge Superschlächter mit Durant noch eine persönliche und familiäre Rechnung offen, die nur mit Blut beglichen werden kann.

Das war bereits die gesamte Handlung on „Sword Of Vengeance„, die lose – Verzeihung: sehr lose – in den historischen Kontext des 11. Jahrhunderts eingebettet wurde. Um das blutige Rachemassaker visuell besonders eindrucksvoll zu gestalten, wählte Regisseur Jim Weedon eine monotone, nahezu schwarz-weiße Farbgebung, die den Vorteil hat, dass zwischendurch ein paar rot hervorblubbernde Gedärme für fesche Farbtupfer herhalten können. Und weil das Drehbuch und die Kampfchoreografien nur Stoff für eine Stunde hergeben, wurde einfach ein Großteil des Filmes in unterschiedlichen Zeitlupensequenzen gedreht. Wo slow-motion beispielsweise bei „Braveheart“ tatsächlich sinn- und effektvoll eingesetzt wird, um Spannung zu erzeugen, wirkt die permanente Dauerzeitlupenbombardierung zur Erhöhung der Dramatik der flachen Handlung und Coolness der Protagonisten über die gesamte Länge des Streifens eher ermüdend … und lächerlich. Um epischer, tragischer und monumentaler daherzukommen, legt das Drehbuch den handelnden Figuren ferner noch eine Reihe stumpfer „Terminator„-Phrasen in den Mund, so dass Arnold Schwarzenegger mit Conan als eloquenter Intellektueller durchgehen würde. Mit einer Reihe fetziger Kameraperspektiven und in den sehr häufig vorkommenden Gefechten mit dynamisch wackelnden Bildeinstellungen soll dann Action in die blutigen aber häufig einseitigen Gemetzel gebracht werden. „Sword Of Vengeance“ versucht die Ästhetik eines „300“ mit der Dramatik eines „Braveheart“ und der Harschness eines „Der 13. Krieger“ zu einem kultigen Ganzen zu verbinden, erreicht dabei aber nicht mehr als trashige Abgeschmacktheit. Hätte man die Optik und Stilmittel pointierter eingesetzt und den Figuren etwas mehr Tiefgang spendiert, wäre das brachiale Schlachtengetümmel durchaus schauenswert geworden. So bleibt es lediglich für absolute Genrefans interessant.

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Rocket League

Motorball Madness

Arcade- und Spaßmotorsport Marke „Twisted Metal“ oder „Micro Machines“ fesselt seit Jahren Scharen von Mehrspielerverrückten vor die Mattscheibe. Die neueste Konsolengeneration scheint die Tugenden des 4-Spieler-Splitscreens und den damit verbundenen Spielspaß jedoch zugunsten von verschiedenen Onlinemodi ad acta gelegt zu haben. PlayStation 4- und PC-Besitzer mit handfesten Freunden vor Ort dürfen jetzt aber in jauchzendes Jubilieren ausbrechen, denn die Jungs von Psyonix legen mit „Rocket League“ einen fetzigen, ideenreichen und vor allen Dingen außerordentlich lustigen Multiplayerkracher vor.

Das Spielprinzip ist so simpel wie fordernd: zwei Teams müssen in unterschiedlichen Stadien einen übergroßen Ball in das gegnerische Tor bugsieren. Dabei rennen sie aber nicht etwa zu Fuß über den schicken Rasen, sondern brettern in stylischen Rennmaschinen über das Grün. Die individuell anpassbaren Flitzer können aber nicht einfach nur Gas geben oder eine kernige Vollbremsung hinlegen, sie verfügen über einen äußerst effektiven Raketenboost und können imposante Sprungmanöver vollführen. Per Knopfdruck hebt die eigene Karre lockerflockig vom Boden ab, kann mit einem weiteren Knopfdruck sogar noch höher aufsteigen und dann mit der Zündung des Boosts einer Rakete gleich durch die Luft heizen. Solcherlei gewagte Manöver sind jedoch den geübten Spielern vorbehalten. Am Anfang genügt es vollends den eigenen Boliden über den Platz zu manövrieren, den Ball im richtigen Winkel anzuschubsen und mit einem Boost „zu kicken“. Um aber auch einem Torwart ausreichend Beweglichkeit zu verleihen, gibt es noch vier Standardmoves, um das Vehikel schnell nach vorne, hinten, rechts oder links schnellen zu lassen. Hierdurch kann ein heranfliegender Ball aus der Bahn „geköpft“ oder sogar mit einem gewissen Effet versehen werden. Torschüsse mit Drall sind so kein Problem.
Die Steuerung ist intuitiv und wird von einem kleinen Tutorial gut vermittelt. Die Grundlagen lassen sich entsprechend leicht erlernen. Bis allerdings alle Manöver sauber beherrscht werden, bedarf es einiger Runden. Vor allem das Trägheitsmoment des eigenen Schlittens ist anfangs ein wenig ungewohnt, macht aber den Reiz von „Rocket League“ aus.
Ein einzelnes Match kann wahlweise mit Mannschaftsstärken von je einem bis vier Fahrern ausgetragen werden. Wer ausreichend Joypads und Freunde hat kann einen flotten 4-Spieler-Splitscreen genießen (2 gegen 2 oder zusammen gegen die Maschine), über das Internet sind sogar Partien zu acht (4 gegen 4) möglich. Wer möchte kann fehlende Kumpels durch computergesteuerte Mitspieler ersetzen – hier darf selbstverständlich deren Können eingestellt werden, um nicht gnadenlos in Grund und Boden gestampft zu werden. Darüber hinaus spielen PC- und PS4-Jünger gemeinsam auf den gleichen Servern – ein Feature, das es leider viel zu selten gibt.

Auch wenn der Mehrspielerspaß eindeutig im Vordergrund steht, macht „Rocket League“ auch im Alleingang gegen den Computer Spaß. Hier lässt sich neben einem Freundschaftsspiel auch ein Turnier bestreiten, dessen Saisonlänge zu Beginn festgesetzt werden kann. Die fünf Minuten pro Partie verstreichen auf jeden Fall wie im Fluge und stecken jederzeit voller harter Herausforderungen. Sollte es nach der abgelaufenen Zeit einen Gleichstand nach Toren geben, geht es bis zum „Golden Goal“ weiter, d.h. das nächste Tor ist entscheidend. Panik, Schweißausbrüche und Zornesflüche gehören logischerweise zum guten Ton.
Neben den unterschiedlichen Stadien mit verschiedenen Wetterbedingungen gibt es im Spielverlauf unzählige kleine Modifikationen freizuschalten. Da wären erst einmal allerlei fahrbare Untersätze (wobei PS4-Besitzer in den Genuss von „Sweet Tooth“ aus dem Arcade-Ballerfahrspaß „Twisted Metal“ kommen können), die allesamt mannigfaltig lackiert werden können. Dann gibt es noch diverse Felgenmodelle, Boostfarben und andere Wagenverzierungen, so dass sich jeder Vehikelführer sein eigenes Wunschauto zusammenbasteln kann.

Kurzum gehört „Rocket League“ mit seiner frischen Idee und nahezu perfekten Umsetzung zu den Highlights aktueller Spaßspiele – vor allem für Splitscreen-Liebhaber. Mit voll gezündetem Raketenboost in seinen Mitspieler zu rasen und diesen aus dem Spiel zu katapultieren ist ebenso erhebend wie ein gelungener Fallrückzieher mit anschließender Torbelohnung. Und wenn vier Autos einem einzelnen Ball hinterherjagen, kommt sogar fast schon „Destruction Derby„-Feeling auf.

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Stretch

„Stretch“
(Universal/Koch Media)

Stretch hatte einen Traum: er wollte Schauspieler werden. Doch anstatt champagnerschlürfend im schicken Smoking auf einer Premierenfeier in Hollywood über den roten Teppich zu schlawenzeln, kutschiert der abgehalfterte Träumer nun die Sternchen in einer Limousine von Termin zu Termin. Er hasst sein Leben, seinen Job als Chauffeur, seinen Chef … eigentlich alles. Um das Unglück zu kompensieren, fängt er an zu spielen, nimmt Drogen und säuft wie ein Loch. Eines schönen Tages – und da beginnt die äußerst pfiffige und überdrehte Action-Komödie von Joe Carnahan („The Grey – Unter Wölfen„) – übersieht die bezaubernde Candace kurz mal eine rote Ampel und brettert ungebremst in den Wagen des zugedröhnten Stretch hinein, der zwar fast das Zeitliche segnet, stattdessen aber über Umwege mit der Holden im Bett landet. Ein Jahr gönnt ihm seine Herzensdame, ein Jahr in dem er Abstand nimmt von Drogen und all den dunklen Lastern des Lebens, doch nach einer lustigen Nummer im Bett serviert sie ihn kurzerhand ab. Es gibt eben erfolgreicherer Männer als ihn …

Als wäre das nicht schon schlimm genug, gerät sein Chef in starke Bedrängnis durch die Konkurrenz und erhöht den Druck auf seine Mitarbeiter. Es müssen mehr Promis gefahren und aggressiver auf Kundenfang gegangen werden. Gleichzeitig sitzen dem Unglücksraben noch ein paar alte Bekannte im Nacken, die innerhalb der nächsten Stunden 6000 Dollar von ihm haben wollen – ansonsten droht ihm ein vorzeitiger und vermutlich auch schmerzvoller Exitus. Doch gerade als Stretchs Leben komplett in sich zusammenzubröseln droht und er nichts mehr zu verlieren hat, packt er sein Schicksal voller Wucht bei den Eiern und stürzt sich kopfüber in eine hanebüchene, verworrene und vollkommen chaotische Geschichte. Als ihm der stinkreiche und ebenso exzentrische Roger Karos quasi als Kunde zufliegt, wittert er seine Chance, die vermaledeiten Schulden abzubezahlen. Er soll einfach einen Koffer aus einer Bar holen. Was in der Theorie recht unkompliziert klingt, stellt sich in der Praxis jedoch als beinhartes Abenteuer heraus, bei dem ihm bald das FBI und ein paar der schwersten Bösewichter der Stadt im Nacken sitzen. Jetzt bekommt Stretch erstmals die Möglichkeit, seine schauspielerischen Leistungen in Extremsituationen unter Beweis zu stellen – und das klappt hin und wieder sogar besser als erwartet.

Vollkommen überdrehte Protagonisten, skurrile Situationen, abstruse Handlungsverläufe und saudumme Sprüche führen den kalifornischen Regisseur zurück zu seinen Wurzeln wie „Smokin‘ Aces“ oder sogar sein Debüt „Blut, Blei, Bullen und Benzin“. Der Zuschauer spürt schnell mit wie viel Spaß Carnahan an „Stretch“ herangeht und wie genüsslich er die absurden und ausgeflippten Szenen auskostet. Über weite Strecken funktioniert das wunderbar, nur hier und da holpert und ruckelt der Plot ein wenig. Aber angesichts zahlloser kultiger wie herrlich-blöder Einfälle fallen diese kleinen Schwächen nicht weiter auf.

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Jupiter Ascending

Jupiter Ascending-CoverJupiter Ascending
(Warner Bros)

Heilige Scheiße! Die Wachowski-Geschwister haben mit der „Matrix“-Trilogie zweifellos Filmgeschichte geschrieben, sowohl stilistisch als auch inhaltlich. In der Zwischenzeit hatten sie ihre Fingerchen auch in einigen grandiosen Projekten wie „Cloud Atlas“ oder „V wie Vendetta“ drin. Was sie allerdings mit ihrer Science-Fiction-Oper „Jupiter Ascending“ erreichen wollten, bleibt eher nebulös. SciFi-Action für Teenies? Eine massentaugliche Synthese aus „Star Wars“, „Twilight“ und „Matrix“? Oder sollte einfach in möglichst kurzer Zeit so viel Kohle wie möglich für Spezialeffekte verpulvert werden?

Aber fangen wir vorne an. Die nicht unbedingt hässliche Jupiter Jones ist ein Kind großer Liebe. Dumm nur, dass ihr Vater noch vor ihrer Geburt ermordet wurde und sie nun bei ihrer etwas schrulligen russischen Familienbande aufwächst. Ihr Leben als Putze ist nicht unbedingt sonderlich erfüllend, jeder Tag der gleiche Trott. Als aber eines Tages der muskulöse Schönling Caine, eine Art menschlicher Wachhund auf zwei Beinen, auftaucht und ihr davon erzählt, dass die Erdenbewohner alles andere als alleine im Weltall sind, wird für die junge Frau ein Traum wahr. Mehr noch als das, denn sie erfährt von einem Verbündeten Caines, dass sie eine Königin und Alleinerbin der Erde ist. Flugs macht sie sich ins All auf, um ihre Ansprüche auf den Thron zu erheben – wenngleich ein wenig skeptisch und zögerlich. Dort läuft aber alles anders als gedacht und wenig geschmiert, denn die Mächtigsten der Reichen haben es ebenfalls auf den Blauen Planeten abgesehen. Nicht weil der so schön im Dunkeln leuchtet, sondern weil dort vor ein paar Jahrtausenden die Menschen als Erntegut angebaut wurden. Die aus 100 Homo sapiens gewonnene Lebensenergie reicht nämlich aus, um ein paar adligen Herrschern die ewige Jugend zu schenken. Dumm nur, dass die naive Jupiter auch auf jeden doofen Plan hereinfällt und ihr der gute Caine immer wieder aus der Patsche helfen muss. Natürlich verliebt sich das treudoofe Girlie in ihren humanoiden Leibwächter und der darf noch einen Haufen heldenhafter Ruhmestaten vollbringen, bis nach über zwei Stunden Spielzeit das ganze Spektakel zu Ende ist.

Was der geneigte Zuschauer in dieser Zeit zu Gesicht bekommt ist rein optisch atemberaubend schön und eindrucksvoll, denn die unterschiedlichen Schauplätze sind fantasievoll und detailliert in Szene gesetzt worden. Da gibt es gewaltige Raumschiffe, grandiose Planetenoberflächen, flotte Actioneinlagen, ein paar fulminante Ballereien und ähnliches. Was dem Film jedoch fehlt sind tolle Charaktere, ein sinnvoller Plot, generell ein gutes Drehbuch und eine homogene Verbindung von alledem. Aber Pustekuchen. „Jupiter Ascending“ trieft vor gähnenden Klischees, platten Handlungsbögen, oberflächlicher Spannungserzeugung oder tumben Konversationen. Auch die Idee, dass Menschen als Nahrungsgrundlage oder Energieerzeuger genutzt werden ist spätestens seit „Matrix“ nicht mehr spannend. Was damals aber noch knackig und clever konstruiert war, entpuppt sich hier als schales Hollywood-Konstrukt ohne jede Seele, publikumswirksam auf dem Reißbrett entworfen und dann x-beliebig zusammengefummelt. Was an Inhalt fehlt, wird mit dicken Effekten überstrichen – es bleibt am Schluss jedoch eine Geschichte, die George Lucas nicht kitschiger und schlechter hätte erzählen könnte.

Einst standen die Wachowskis für Innovation und Einfallsreichtun, hier gibt es ein Effektfeuerwerk ohne Sinn und Verstand. Ein hirnloser Grafikoverkill!

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Deus Ex: Mankind Divided

DXMD_Key_Art_-_ONLINE_-_wLogo_1434566402Es wird dystopisch

Anfang April hat Publisher Square Enix bereits erste Infos zu dem dystopischen Cyberspace-Actioner „Deus Es: Mankind Divided“ (wir berichteten) herausgegeben, jetzt haben sie zur E3 einen neuen Gameplay-Trailer veröffentlicht, den wir euch nicht vorenthalten wollen.

Bisher gehörte „Half Life“ zur Krönung der finsteren Science-Fiction-Settings, aber mit dem neuen „Deus Ex“ wird die Legende wohl endgültig den Platz räumen müssen. „Mankind Divided“ sieht nicht nur fantastisch aus, der Trailer offenbart auch, wie viel Liebe schon jetzt in dem Spiel steckt. William Gibsons „Neuromancer“ wird hier ebenso lebendig wie George Orwells „1984“. Beklemmung, Überwachung, Hoffnungslosigkeit, Gewalt … der Kanon düsterer Bauelemente ließe sich beliebig fortsetzen.

Doch „Deus Ex: Mankind Divided“ wird nicht nur mit einem unglaublich einnehmenden Setting überzeugen, sondern macht auch vom Gameplay her schon jetzt eine unglaublich gute Figur. Egal ob die Levels schleichend bestritten werden sollen der wild um sich ballernd – der Spieler hat stets die Wahl und die einzelnen Missionen bieten etliche Lösungsansätze. Wir zählen weiterhin die Tage …

 

Shadow Warrior 2

Shadow Warrior 2Lecker Monsterhack

Ego-Shooter sind zu einer komplizierten und komplexen Angelegenheit geworden. Aufträge und die damit verknüpften Level können auf unterschiedliche Weise angegangen und gelöst werden. Die Fertigkeiten des virtuellen Alter Egos können in rollenspielartiger Manier ausgebaut und gesteigert werden. Und sogar die eigenen Schießeisen lassen sich mannigfaltig aufrüsten. Das Remake des ursprünglich 1997 für MS DOS und Mac OS erschienene Ballerspiel „Shadow Warrior“ aus dem Hause 3D Realms („Duke Nukem“) macht einen weiten Bogen um diesen Firlefanz und serviert feinste Old-Shool-Action Marke Hirn-aus-Knarre-raus. Mit Katana und dickem Waffenarsenal bestückt, darf sich der Spieler durch eine spaßige Kampagne kämpfen und ganze Gegnerhorden in blutigen Pixelmatsch verwandeln. Dumme Sprüche gibt es zur heiteren Hackerei kostenlos dazu.

Nun haben die polnischen Entwickler Flying Wild Hog, die bereits für den gelungenen und ironischen Reboot verantwortlich zeichnen, einen neuen Teil angekündigt, der noch mehr Geschnetzel, noch mehr Monster und noch mehr Spieler ankündigt. „Shadow Warrior 2“ wird sich tatsächlich im kooperativen 4-Spieler-Modus gemeinsam bestreiten lassen – da bleibt zu hoffen, dass sich die Osteuropäer der Konsolentugenden erinnern und zumindest einen 2-Spieler-Splitscreen liefern.

Wer den ersten Teil noch nicht gespielt hat, der kann hier noch einmal einen Blick auf den Trailer zum Debüt werfen:

Wikinger – Das Schwert von Valhalla

„Wikinger – Das Schwert von Valhalla“
(KNM/Movie Power)

Eigentlich ist Nibelungenherrscher Sigmund ein netter Kerl, dessen heilige Aufgabe es ist, den Schatz und das Schwert seiner Vorväter im Auftrag Wotans zu beschützen. Als aber eine Horde Wikinger unter der Führung des machtgierigen Hunding trotz Friedensabkommen in den Schwarzwald vorstößt, wird Sigmund zum Äußersten gezwungen. Da die Wikinger mit allerlei List und Tücke vorgehen und den Nibelungen samt unterstützenden Walküren zahlenmäßig überlegen sind, zieht sich Sigmund mit seinen Kriegern in den Steinernen Wald zurück – jenen Ort, an dem Wotan den Schatz und das magische Walhallaschwert „eingelagert“ hat –, um die raubgierigen Horden der Nordmänner zu erwarten. Der italienische Schinken aus dem Jahre 1965 vermischt vollkommen willkürlich Historie, Nibelungensage und Fantasy, was eigentlich recht interessant sein könnte, wäre da nicht schon am Anfang ein löchriges und schwaches Drehbuch. Die wirre Story wird dann noch von einem schlechten Regisseur und einem Haufen minderbegabter Mimen mit grauenvollen Kostümen, lächerlichen Flügelhelmen und bekloppten Perücken stümperhaft in den Sand gesetzt. Besonders frech ist, dass der Publisher den unschuldigen Gelegenheitskäufer mit einem schicken Cover (eines vollkommen anderen Films) und einem zielpublikumswirksamen Namen (eigentlich heißt der Streifen „Der versteinerte Wald“) zum Kauf überlisten möchte. Trashfans könnten unter ausreichendem Alkoholeinfluss dennoch ihre Freude haben …

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