Sword Of Vengeance – Schwert der Rache

Sword Of Vengeance – Schwert der Rache
(Universal Pictures)

Der romanisierte Normanne Wilhelm der Eroberer hat nach der Schlacht von Hastings im Jahre 1066 den Landfrieden über England gebracht. Doch wie es Eroberungsfeldzüge und „Befriedungen“ so mit sich bringen, muss das dort lebende Volk erst einmal ordentlich verdroschen und unterdrückt werden. Inmitten jener verwüsteten und trögen Ödnis taucht zwischen den Ruinen ein fremder und namenloser Krieger auf. Als die normannischen Besatzer ihn nach seinem Wegzoll fragen, hackt er den Soldaten kurzerhand die Hände ab, durchbohrt sie mit seinen Schwertern und schneidet ihnen die Kehlen durch. Ein feiner Prolog mit umherfliegenden Gliedmaßen und meterweit spritzendem Blut in den ersten vier Minuten Laufzeit.

Das gefällt dem dortigen Landherrn Durant (Karel Roden) und seinen beiden Söhnen nicht so richtig, weshalb sie ihn suchen und töten wollen. Der fremde Brutalinski bringt aber die unterdrückten Stämme der Region gegen die Machthaber auf, einigt die Familien und zieht gemeinsam mit ihnen in den Krieg. Wie sich dann herausstellt, hat der wortkarge Superschlächter mit Durant noch eine persönliche und familiäre Rechnung offen, die nur mit Blut beglichen werden kann.

Das war bereits die gesamte Handlung on „Sword Of Vengeance„, die lose – Verzeihung: sehr lose – in den historischen Kontext des 11. Jahrhunderts eingebettet wurde. Um das blutige Rachemassaker visuell besonders eindrucksvoll zu gestalten, wählte Regisseur Jim Weedon eine monotone, nahezu schwarz-weiße Farbgebung, die den Vorteil hat, dass zwischendurch ein paar rot hervorblubbernde Gedärme für fesche Farbtupfer herhalten können. Und weil das Drehbuch und die Kampfchoreografien nur Stoff für eine Stunde hergeben, wurde einfach ein Großteil des Filmes in unterschiedlichen Zeitlupensequenzen gedreht. Wo slow-motion beispielsweise bei „Braveheart“ tatsächlich sinn- und effektvoll eingesetzt wird, um Spannung zu erzeugen, wirkt die permanente Dauerzeitlupenbombardierung zur Erhöhung der Dramatik der flachen Handlung und Coolness der Protagonisten über die gesamte Länge des Streifens eher ermüdend … und lächerlich. Um epischer, tragischer und monumentaler daherzukommen, legt das Drehbuch den handelnden Figuren ferner noch eine Reihe stumpfer „Terminator„-Phrasen in den Mund, so dass Arnold Schwarzenegger mit Conan als eloquenter Intellektueller durchgehen würde. Mit einer Reihe fetziger Kameraperspektiven und in den sehr häufig vorkommenden Gefechten mit dynamisch wackelnden Bildeinstellungen soll dann Action in die blutigen aber häufig einseitigen Gemetzel gebracht werden. „Sword Of Vengeance“ versucht die Ästhetik eines „300“ mit der Dramatik eines „Braveheart“ und der Harschness eines „Der 13. Krieger“ zu einem kultigen Ganzen zu verbinden, erreicht dabei aber nicht mehr als trashige Abgeschmacktheit. Hätte man die Optik und Stilmittel pointierter eingesetzt und den Figuren etwas mehr Tiefgang spendiert, wäre das brachiale Schlachtengetümmel durchaus schauenswert geworden. So bleibt es lediglich für absolute Genrefans interessant.

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