Spring – Love Is A Monster

Spring – Love Is A Monster
(Koch Media)

Evans kleine und wenig heile Welt bricht in sich zusammen. Nach dem Tod seiner kranken Mutter verliert er auch noch seinen Job als Koch in einer heruntergekommenen Bar. Nachdem selbst Alkohol und Sex nicht mehr ausreichen, um über sein marodes Leben hinwegzutäuschen, zieht er die Reisleine und verlässt die Vereinigten Staaten, um als Backpacker nach Europa zu entfliehen. Über Umwege spült es ihn schließlich in eine lauschige italienische Küstenstadt am Mittelmeer, wo er die äußerst attraktive und ebenso sonderbare Louise kennenlernt.
Nach einem etwas hakeligen Start, landen die beiden in der Kiste und es beginnt eine ebenso ungewöhnliche wie warmherzige Liebesgeschichte. Um ein Auskommen zu haben, arbeitet der frisch verliebte Evan in der ländlichen Pampa bei einem alten Olivenbauer, dessen Herz von einer einzigartigen Frau gebrochen wurde. Bald muss Evan am eigenen Leib feststellen, dass Liebe äußerst schmerzhaft sein kann – in diesem Fall sogar im wahrsten Sinne des Wortes ein Monster. Louise verbirgt ein unheimliches Geheimnis und eine bizarre wie blutige Vergangenheit. Evan begibt sich dennoch unerschrocken in große Gefahr und wird vor eine ungewöhnliche Wahl gestellt …

Spring – Love Is A Monster“ ist ein ungewöhnliches Kleinod, das in keine Schublade passen möchte. Was als hartes Sozialdrama beginnt und in eine Art Roadmovie mündet, verwandelt sich kurz darauf in eine charmante Romanze, die jedoch mehr und mehr in fantastische Gefilde abtaucht. Mit einem Male werden Erinnerungen an das grausige Innsmouth und generell an H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos wach – und dennoch bleibt „Spring“ eine ungewöhnliche Geschichte über die Liebe und das Leben. Poetische Bilder und Dialoge geben der Handlung Raum und Ruhe, überhöhen das Geschehen bewusst ins Philosophische. Leider deckt das Regieduo, Justin Benson und Aaron Moorhead, die Hintergrundgeschichte der unheimlichen Schönen im weiteren Verlauf der Story bis ins Detail auf und nivelliert somit die bis dahin schwelende Angst vor dem Unbekannten. Wissenschaftlich akkurat wird der Grusel in seine Schranken verwiesen, dabei stellt die Handlung aber erneut hintergründige Fragen. Was heißt es zu leben? Was macht das menschliche Dasein wertvoll?
Zu guter Letzt rundet das Drehbuch den Plot großartig ab. Denn wo der Film mit einem tragischen Tod beginnt, endet er mit einer obskuren Geburt. Ein ungewöhnlicher Horrorfilm mit zwei beachtenswerten Hautdarstellern: Nadia Hilker („Autobahn“) als Louise und Lou Tayler Pucci („Carriers“) als Evan. Sensibel, geheimnisvoll und clever.

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