Skin Trade: In der Haut des Wolfes

George R.R. Martin
„Skin Trade: In der Haut des Wolfes“
(Avatar/Panini)

Der bärtige Bestsellerautor George R.R. Martin dürfte den meisten durch sein gigantisches Fantasyepos „Das Lied von Eis und Feuer“ oder zumindest durch die entsprechende TV-Adaption „Game Of Thrones“ ein Begriff sein. Aber der zauselige Comicfan hat sich schon Jahre zuvor im Science-Fiction- und Horrorgenre seine Sporen verdient und einige Preise verliehen bekommen.

In der 1989 erschienenen Anthologie „Nightvisions“ brillierte Martin neben Stephen King und Dan Simmons mit seiner Kurzgeschichte „Skin Trade: In der Haut des Wolfes“ und wurde dafür mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Daniel Abraham, der bereits für Martins „Game Of Thrones„-Comic-Umsetzung zuständig ist, hat sich nun dieser ungewöhnlichen Werwolf-Story angenommen und diese gemeinsam mit Zeichner Mike Wolfer („Lady Death“, „Stitched“ u.a.) in packende Panels verwandelt – mit Erfolg.
Geschichten über Lykanthropie gibt es wie Deppen auf einem Onkelz-Konzert, aber diese hier ist erfrischend anders. Ein grauenvoller Mord, bei dem das im Rollstuhl sitzende Opfer angekettet und lebendig gehäutet wurde, weckt bei der jungen Privatdetektivin Randi Wade böse Erinnerungen. Vor mehr als zwanzig Jahren wurde ihr eigener Vater, ein ehrenvoller Polizist, von einem wilden Tier zerfleischt – und er war nicht der einzige in der Stadt. Wieso verschweigt ihr Freund Willie ihr einige wichtige Details und weshalb lügt der Polizeiinformant und ehemalige Kollege ihres Vaters? Ist der Täter ein vor kurzem aus der Anstalt entlassener Irrer und doch einer der Mächtigen vor Ort?

Skin Trade“ setzt nicht auf oberflächliche Gore-Blubbereien, sondern lebt von seinem spannend erzählten Plot, der immer wieder neue Verdachtsmomente offeriert, aber fast bis zum Schluss alle essentiellen Geheimnisse für sich behält. Die Zeichnungen sind ansprechend, aber nicht weltbewegend, vermitteln dennoch eine dräuende Atmosphäre und fangen die Protagonisten glaubwürdig ein. Die in sich abgeschlossene Story ist für Mystery- und Horrorfans mit Comicfaible durchaus empfehlenswert.

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