Sex Criminals: Komm Welt (Band 1)

Matt Fraction/Chip Zdarsky
„Sex Criminals – Guter Sex zahlt sich aus: Komm, Welt“ (1)
(Panini)

Sex ist eine feine Sache, vorausgesetzt man hat welchen – und er ist gut und vielleicht sogar schmutzig. Aber Sex muss reifen und gedeihen. Erinnern wir uns an unsere ersten präpubertären Selbstexperimente unterhalb der Gürtellinie. Da war Verwunderung und Neugier, Drang und Durcheinander – bis es irgendwann für all die Mühen und Intimerforschungen zur Belohnung einen ersten mehr oder weniger ordentlichen Orgasmus gab. Auch Suzie war einmal klein und unschuldig. Als ihr der Wasserstrahl in der Badewanne aber ein erstes Hochgefühl bescherte, begann für sie eine langwierige und von Rückschlägen gesäumte Testphase, ihr persönliches „Projekt“. Denn ihre eigenen Höhepunkte definieren sich nicht einfach nur durch ein wenig Gekreisch, ein paar Muskelkontraktionen und ein verzerrtes Gesicht, sondern für sie bleibt wortwörtlich die Zeit stehen.

Diese Gabe versucht sie näher zu untersuchen, vor allem als sie Jahre später zur attraktiven Dame gereift ist. So wirft sie sich mit so manchem Typen ins Bett, meist jedoch mit enttäuschendem Ergebnis. Die Erfüllung findet sie nicht. Bis sie auf einer ihrer Partys zur Rettung der städtischen Bibliothek den smarten Jon kennenlernt. Als die beiden im Bett landen entdecken sie, dass sie die gleiche orgiastische Superfähigkeit besitzen. In feuchtfröhlicher Eintracht experimentieren die Zwei mit dem Einfrieren der Zeit und kommen irgendwann auf die Idee, das nötige Geld für die bankrotte Bibliothek einfach bei der verhassten Bank zu stehlen. Nach einigen Testläufen soll es schließlich so weit sein, aber dann findet das Coitus-Duo ein wenig unsanft heraus, dass es auch andere Menschen mit dieser ungewöhnlichen Fähigkeit gibt … und sogar eine Sexpolizei.

Sex Criminals“ ist vollkommen unverbraucht und schafft es trotz des extravaganten Themas jegliche plumpen Peinlichkeiten und platte Obszönitäten augenzwinkernd zu umgehen, die Dinge aber dennoch direkt beim Namen zu nennen. Dies gelingt einerseits durch die ungewöhnliche Erzählweise, die den Leser direkt anspricht und somit in das Geschehen einbezieht, andererseits durch die liebevoll und witzig konstruierte Geschichte, die auf zwei Handlungsebenen abläuft. In der Gegenwart haben wir das Paar mit seinem Plan, die niederträchtige Bank zu überfallen. In Rückblenden reisen wir zudem in die Kindheit und Jugend der beiden Protagonisten und erfahren von ihren peinlichen wie lustigen sexuellen Gehversuchen. „Sex Criminals“ strotzt vor Einfallsreichtum, ist peppig geschrieben und zudem toll gezeichnet. Der zweite Band kann also kommen …

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