Rocket League

Motorball Madness

Arcade- und Spaßmotorsport Marke „Twisted Metal“ oder „Micro Machines“ fesselt seit Jahren Scharen von Mehrspielerverrückten vor die Mattscheibe. Die neueste Konsolengeneration scheint die Tugenden des 4-Spieler-Splitscreens und den damit verbundenen Spielspaß jedoch zugunsten von verschiedenen Onlinemodi ad acta gelegt zu haben. PlayStation 4- und PC-Besitzer mit handfesten Freunden vor Ort dürfen jetzt aber in jauchzendes Jubilieren ausbrechen, denn die Jungs von Psyonix legen mit „Rocket League“ einen fetzigen, ideenreichen und vor allen Dingen außerordentlich lustigen Multiplayerkracher vor.

Das Spielprinzip ist so simpel wie fordernd: zwei Teams müssen in unterschiedlichen Stadien einen übergroßen Ball in das gegnerische Tor bugsieren. Dabei rennen sie aber nicht etwa zu Fuß über den schicken Rasen, sondern brettern in stylischen Rennmaschinen über das Grün. Die individuell anpassbaren Flitzer können aber nicht einfach nur Gas geben oder eine kernige Vollbremsung hinlegen, sie verfügen über einen äußerst effektiven Raketenboost und können imposante Sprungmanöver vollführen. Per Knopfdruck hebt die eigene Karre lockerflockig vom Boden ab, kann mit einem weiteren Knopfdruck sogar noch höher aufsteigen und dann mit der Zündung des Boosts einer Rakete gleich durch die Luft heizen. Solcherlei gewagte Manöver sind jedoch den geübten Spielern vorbehalten. Am Anfang genügt es vollends den eigenen Boliden über den Platz zu manövrieren, den Ball im richtigen Winkel anzuschubsen und mit einem Boost „zu kicken“. Um aber auch einem Torwart ausreichend Beweglichkeit zu verleihen, gibt es noch vier Standardmoves, um das Vehikel schnell nach vorne, hinten, rechts oder links schnellen zu lassen. Hierdurch kann ein heranfliegender Ball aus der Bahn „geköpft“ oder sogar mit einem gewissen Effet versehen werden. Torschüsse mit Drall sind so kein Problem.
Die Steuerung ist intuitiv und wird von einem kleinen Tutorial gut vermittelt. Die Grundlagen lassen sich entsprechend leicht erlernen. Bis allerdings alle Manöver sauber beherrscht werden, bedarf es einiger Runden. Vor allem das Trägheitsmoment des eigenen Schlittens ist anfangs ein wenig ungewohnt, macht aber den Reiz von „Rocket League“ aus.
Ein einzelnes Match kann wahlweise mit Mannschaftsstärken von je einem bis vier Fahrern ausgetragen werden. Wer ausreichend Joypads und Freunde hat kann einen flotten 4-Spieler-Splitscreen genießen (2 gegen 2 oder zusammen gegen die Maschine), über das Internet sind sogar Partien zu acht (4 gegen 4) möglich. Wer möchte kann fehlende Kumpels durch computergesteuerte Mitspieler ersetzen – hier darf selbstverständlich deren Können eingestellt werden, um nicht gnadenlos in Grund und Boden gestampft zu werden. Darüber hinaus spielen PC- und PS4-Jünger gemeinsam auf den gleichen Servern – ein Feature, das es leider viel zu selten gibt.

Auch wenn der Mehrspielerspaß eindeutig im Vordergrund steht, macht „Rocket League“ auch im Alleingang gegen den Computer Spaß. Hier lässt sich neben einem Freundschaftsspiel auch ein Turnier bestreiten, dessen Saisonlänge zu Beginn festgesetzt werden kann. Die fünf Minuten pro Partie verstreichen auf jeden Fall wie im Fluge und stecken jederzeit voller harter Herausforderungen. Sollte es nach der abgelaufenen Zeit einen Gleichstand nach Toren geben, geht es bis zum „Golden Goal“ weiter, d.h. das nächste Tor ist entscheidend. Panik, Schweißausbrüche und Zornesflüche gehören logischerweise zum guten Ton.
Neben den unterschiedlichen Stadien mit verschiedenen Wetterbedingungen gibt es im Spielverlauf unzählige kleine Modifikationen freizuschalten. Da wären erst einmal allerlei fahrbare Untersätze (wobei PS4-Besitzer in den Genuss von „Sweet Tooth“ aus dem Arcade-Ballerfahrspaß „Twisted Metal“ kommen können), die allesamt mannigfaltig lackiert werden können. Dann gibt es noch diverse Felgenmodelle, Boostfarben und andere Wagenverzierungen, so dass sich jeder Vehikelführer sein eigenes Wunschauto zusammenbasteln kann.

Kurzum gehört „Rocket League“ mit seiner frischen Idee und nahezu perfekten Umsetzung zu den Highlights aktueller Spaßspiele – vor allem für Splitscreen-Liebhaber. Mit voll gezündetem Raketenboost in seinen Mitspieler zu rasen und diesen aus dem Spiel zu katapultieren ist ebenso erhebend wie ein gelungener Fallrückzieher mit anschließender Torbelohnung. Und wenn vier Autos einem einzelnen Ball hinterherjagen, kommt sogar fast schon „Destruction Derby„-Feeling auf.

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