Robocroc

Robocroc
(Concorde)

So was Dummes aber auch. Das amerikanische Militär kann wieder mal nicht auf seine ultrageheimen Superwaffen aufpassen und verliert über bewohntem Gebiet eine hochbrisante Rakete. Diese macht nicht einfach „bumm“, sondern ist mit einem Haufen stinkwütender Nanoroboter beladen, die aus ihrem aufgeplatzten Behältnis quellen, um allesamt in den nächstbesten Wirt zu krabbeln. Da das Weltraumvehikel ausgerechnet über einem Zoo für besonders unfreundliche Raubtiere abgeschmiert ist, ist der eher unfreiwillige Proband ein knapp acht Meter langes Salzwasserkrokodil. Kaum haben sich die kleinen Nanoblechkameraden in der gefräßigen Riesenhandtasche breit gemacht, verwandeln sie diese in eine Cyberkillermaschine. In bester Terminator- oder Predator-Manier erfasst das durch die Naniten bereitgestellte HUD-Display des Robocrocs sämtliche potentiellen Ziele in der Nähe und schon wuselt das gepanzerte Ungetüm los, um Tod und Verderben über die Menschheit zu bringen.

Aber zum Glück gibt es den mutigen und ebenso smarten Krokodilexperten Jim Duffy, der gemeinsam mit seiner neuen Kollegin, der paarungsbereiten Biologin Jane Spencer, zur Jagd bläst. Das Militär ist jedoch schneller vor Ort als gedacht und stellt seine eigenen Regeln auf: das befallene „Objekt“ darf nicht getötet, sondern soll untersucht werden. Selbst als die robotisierte Fressmaschine den nahegelegenen Freizeitwasserpark angreift und binnen 10 Minuten in ein Blutbad verwandelt, soll die Bionikbestie noch geschützt werden. Die verantwortlichen Armeechefs verhalten sich dabei so strunzdumm, dass es kein Wunder ist, dass die Superwaffe verlorengegangen ist … oder zum Feldversuch abgeworfen wurde?

Aber nicht tragisch, denn alle anderen Charaktere handeln gleichermaßen blöd oder auf klischeebehafteten Archetypspuren. Und natürlich ist der feuchtfröhliche Freizeitpark – der übrigens unterirdisch direkt mit dem Zoo verbunden ist (is klar, ne?) – angefüllt mit knackigen Mädels und Knaben, die nur darauf warten, sich von Robocroc fressen zu lassen. Oder eher nicht. Denn da das computergenerierte Krokodil tricktechnisch in etwa auf dem Stand der „Moorhuhnjagd“ von 1999 ist, hat man sich gorige Massensplattereien im wahrsten Sinne des Wortes gespart. So liegen nach dem geschickt ausgelassenen Massaker einfach ein paar Statisten planlos in der Gegend herum. Bisswunden? Abgetrennte Körperteile? Gedärme? Gehirn? Keine Spur! Lediglich ein wenig rote Farbe haben die Toten spendiert bekommen, mal am Knie oder am Arm oder einfach an irgendwelchen Wänden. Das war’s auch schon.

Ist vielleicht auch besser so, denn die sonstigen Kampfhandlungen und Aktionen des Robocroc sehen so dermaßen armselig aus, dass der Zuschauer beinahe schon Mitleid mit dem Special-Effects-Fritzen haben muss. Und mit dem Drehbuchschreiber erst recht. Denn der Plot erreicht nicht mal die Güte eines Disney Taschencomics und muss wohl von einem Hirnlosen oder aber im Vollsuff verfasst worden sein. Die Schauspieler sind über weite Strecken lediglich körperlich anwesend und haben wohl verzweifelt die Zeit bis zur Gage durchgekämpft. Und der Regisseur … aber lassen wir das.

Robocroc“ will ein lustiges Creature-Feature sein, versagt jedoch in allen Bereichen kläglich. Die Verantwortlichen sind um nackte Haut bemüht, bleiben jedoch spießig bedeckt, wollen blutigen Metzelspaß zeigen, bleiben aber auf Familienniveau hängen, sind bemüht um kecke Sprüche, sondern aber lediglich flache Plattitüden ab. Selbst Trash-Fans dürften im Rudel ihre Probleme bekommen, dafür ist „Robocroc“ einfach nicht kultig genug.

Geekometer:

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