Perkeros

JP Ahonen/KP Alare
„Perkeros“
(Panini)

Akseli hat einen Traum. Er will seine avantgardistische Metal-Band Perkeros nach vorne bringen, von der Musik leben können und künstlerische Perfektion erreichen. Doch diese hehren Ziele scheitern an der harschen Realität. Von seinen gleichaltrigen Bekannten wird er als Kindskopf und Träumer abgestempelt und müde belächelt. Sogar seine eigene Freundin wendet sich zusehends von ihm ab und wünscht sich, dass der langhaarige Finne endlich auf den Boden der Tatsachen findet. Doch Akseli gibt nicht auf. Nach jedem Sturz rappelt er sich erneut auf und versucht seine Truppe auf die Bühnen der größeren Festivals zu bringen. Als die Formation kurz vor dem Aus steht, schleppt Keyboarderin Lilja den „Dönermann“ Aydin an. Akselis anfängliche Skepsis, rassistische Vorurteile und die Angst, seinen Posten als Frontmann aufgeben zu müssen weichen jedoch bald, als der Türke seine Stimmbänder schwingen lässt. Nicht nur stimmlich fegt der Fastfood-Verkäufer die Band um, er hat auch Charisma und strahlt unbändige Energie aus. In neuer Besetzung und mit neuem Logo wagt das frisch gebackene Quintett daraufhin einen neuen Anlauf …

Perkeros_0Perkeros_1Perkeros“ ist eine Ode an die Kunst, an ein Universum aus Tönen in dem alles möglich scheint. Die beiden finnischen Schöpfer, Ahonen und Alare, wissen durchaus von was sie da „reden“. Die Geschichte spielt in der finnischen Stadt Tampere, aus der auch die beiden Jungs stammen. Die Stadt ist über die Jahrzehnte zu einer kulturellen Hochburg des Landes gewachsen und legt sogar Vergleiche mit Manchester nahe. Die dortige einzigartige Atmosphäre überträgt das Duo gekonnt auf ihr eigenes Szenario und bevölkert es mit realistischen wie gleichermaßen fantastischen Charakteren. Neben Akseli und Lilja spielt nämlich auch Althippie Kervinen bei Perkeros mit – und der hat zu jeder passenden und unpassenden Begebenheit einen Rückblick zu den Anfängen der Rockmusik auf Lager. Da wäre aber auch noch der Schlagzeuger der Formation, der nicht nur Bär heißt, sondern tatsächlich einer ist.

Perkeros_2Aber Perkeros, deren Name übrigens durch ein kleines Missgeschick entstand, müssen nicht nur den Unwegbarkeiten der kommerzialisierten, überschleunigten Lebenswelt trotzen, sondern auch der Dunkelheit in der Musikwelt – verkörpert durch die finsteren Musiker von Diablotus. Langweilig wird es mit „Perkeros“ auf jeden Fall nie und die charmanten Zeichnungen tun ihr übriges, diesen Comic zu einem Kleinod werden zu lassen.

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