Outcast – Die letzten Tempelritter

 

Outcast – Die letzten Tempelritter
(Universum)

Nicolas Cage ist zwar nicht mehr jung, aber so wie es scheint, braucht er das Geld – und zwar dringend. Zuletzt konnte man ihn in dem peinlich schlechten und christlich-versülzten Apokalypsen-Thriller „Left Behind“ bewundern, der den einst würdigen Schauspieler in biblischem Ausmaß in die Hölle des schlechten Geschmacks hinabschleuderte.

Und weil sich Onkel Cage bei seinem Auftritt als „Der letzte Tempelritter“ (2011) vermutlich bereits an heilige Kriege gewöhnt hatte, durfte er einmal mehr in „Outcast“ ins Morgenland stapfen, um im Namen des einzig wahren Gottes ein paar Heiden zu vermöbeln. Dort fallen den Ungläubigen nach liebevollem Schwerteinsatz nicht nur einige Köpfe ab, sondern Mister Cage auch von seinem Glauben. Warum es den tugendhaften Ritter nach all dem Töten dann ins ferne China verschlägt ist so abstrus wie egal. Die Handlung trägt sowieso erst einmal sein ehemaliger Schützling Jacob – gespielt von Star Wars-Nasenbär Hayden Christensen –, der auch irgendwie in China angekommen ist und dort den Königsgeschwistern Lian und Zhao aus der Patsche helfen muss. Deren älterer Bruder ist nämlich ein ausgebufftes Schlitzohr, das sogar über familiäre Leichen geht, um den Thron erklimmen zu können. Da die Hochkultur der Chinesen offenbar nicht imstande ist, die innenpolitischen Probleme selbst zu lösen, wird der öde Ritter Jacob zum Retter in der Not und gemeinsam mit seinen zwei Schützlingen dümpelt er fürderhin durch ein beklopptes wie löchriges Drehbuch. Schon nach kurzer Zeit schlafen dem Zuschauer nicht nur die Gesichtszüge ein, es könnten sich auch erste Sabberfäden der Langeweile aus dem offen Mund abseilen … Lustig und gleichermaßen peinlich wird es erst, als der gute alte Nicolas als einäugiger Bandit Gallain erneut aus dem Cast-Ärmel gezaubert wird und mit fürchterlichem Overacting das Ruder an sich reißt. Es scheint, der einst Oscar-nominierte Mime spiele um sein Leben und so hüpft, kämpft, brüllt und jammert sich Nicolas Cage um Kopf und Kragen. Ein paar Kämpfe später ist dann in jeder Hinsicht endlich Ruhe und „Outcast“ ist überstanden.

Dazwischen gibt es noch einen Haufen nicht weiter nennenswerter Actioneinlagen – sowohl vermeintlich wilde Verfolgungsjagden als auch nicht hochspannende Kampfszenen. Da diese zusätzlich noch mit einer Wackelkamera Deluxe eingefangen wurden, wird dem Betrachter kein Hochgefühl, sondern allerhöchstens Übelkeit beschert.

Trash-Fans und Hartgesottene Cage-Fetischisten könnten dennoch ihren Gefallen an „Outcast“ finden und dürften die Bierindustrie parallel dazu um ein paar Euro reicher machen (denn ohne Alkohol lässt sich das Machwerk nur schwer ertragen). Alle anderen sollten stattdessen lieber zum Zahnarzt gehen oder die Wohnung mit einer Zahnbürste putzen, das ist unterhaltsamer.

Geekometer:

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