Omnia – Starke Krieger, weise Magier

Omnia – Starke Krieger, weise Magier
(Ascot Elite)

Omnia-FilmIrgendwo im fränkischen oder bayrischen Teil Deutschlands hausen ein paar dubiose Wissenschaftler in noch viel dubioseren Hinterzimmern. Dort verabreichen sie dubiosen Probanden extrem dubiose Substanzen für ein – Überraschung – abartig dubioses Experiment. Mit Hilfe jener seltsamen Brühe und ein paar lustigen Kabeln erwachen die menschlichen Versuchskarnickel in einer kunterbunten Anderswelt, in der das Meer gerne mal gelb, der Himmel lustig pink und die Haare mal strähnig-grün sein können. Ansonsten hat die Landschaft allerdings verdächtige Ähnlichkeit mit der irdischen Realität, nur, dass die einzelnen Testpersonen in albernen LARP-Outfits von der Stange, Möchtegern-BDSM-Kostümen für Karneval oder ganz gruftig-gruseligen Gruftieklamotten herumlatschen müssen und plötzlich kitschige Waffen vom Online-Rollenspiel-Shop schwingen können. Alle schlüpfen dabei in ausgelutschte Klischeerollen und leiern fürderhin platte Sprüche herunter, aus denen sich manchmal sogar langweilige Dialoge ergeben. Alles in allem wirkt das ebenso statisch wie die meisten Online-Rollenspiele, allerdings sehen die wenigstens besser aus.

Omnia_09Richtig schlimm wird es aber erst, wenn die Bösewichter losgelassen werden, die jene komplett unmagische Sphäre bewohnen. Selbst der unbegabteste Standard-Ork auf einem Live-Rollenspiel-CON sieht überzeugender aus als jener Haufen geschmackslegasthenischer Ungetüme. Vermutlich haben die Kreativköpfe des Streifens alles ins räudige Rennen geschickt, was bei 3 nicht auf den Bäumen war … oder doch eher bei 1. Da diese dann aber auch noch so agieren, als seien sie der letzten Gothic-Fetisch-Party für Baumschulabsolventen entsprungen, verliert der Streifen spätestens dann jegliche Güte. Selbst „Sharknado“-Trash-Liebhaber, die sich bei billigen „Riesensackratte vs. Nacktmulchzilla“-Filmen vor Freude (und zu viel Bier) einnässen, dürften hier eine Gesichtslähmung mit schwerem Anfall von Fremdschämen erleiden.

Omnia_10Nicht besser macht es die Story von „Omnia“, die in etwa so einfallsreich ist, wie „Das Wirtshaus zum Schwarzen Keiler“, jenem ersten albernen Dungeon-Abenteuer für das deutsche Vorzeige-Pen-&-Paper-System „Das Schwarze Auge“. Denn klaro muss dieses Experiment aus dem Ruder laufen und es gibt unerfreuliche Nebenwirkungen … Aber das will der nicht komplett amöbenhafte Zuschauer nach 20 Minuten Spielzeit vermutlich gar nicht mehr so genau wissen, denn leider mangelt es dem gesamten Team an einer für Kunst wichtigen Eigenschaft: Talent. Schauspiel: würg. Drehbuch: schnarch. Regie: schmatz … Lediglich einige Kulissen wurden schön eingefangen. Aber das ändert nichts daran, dass die No- bis Low-Budget-Produktion aus dem Hause Brandl Pictures über 133 Minuten hinweg das eigene Hirn in ein Schwarzes Loch verwandeln kann. Vor weiteren schweren Nebenwirkungen wird gewarnt!

 

Geekometer (mit Drogen):

tentakel_3v10

 

 

 

 

Geekometer (auf nüchternen Magen):

tentakel_1v10

 

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.