Monsters: Dark Continent

Monsters: Dark Continent
(Universum Film)

Mit „Monsters“ schuf Gareth Edwards 2010 einen außergewöhnlichen Indiejuwel. In einer nicht näher bestimmten Zukunft muss ein Reporter die Tochter eines einflussreichen Medienmoguls von Mexiko in die USA bringen. Leider liegt zwischen den beiden Ländern nicht mehr einfach nur eine Mauer mit Stacheldraht, sondern die „Zona Infecta“, ein Bereich, in dem seit sechs Jahren außerirdische Ungetüme ihr Unwesen treiben. Wer damals ein spaßiges, actiongeladenes Kreaturengemetzel erwartete, wurde allerdings enttäuscht, denn der britische Kleinstbudgetstreifen konzentrierte sich vorwiegend auf die beiden Protagonisten, Samantha und Andrew. Die Monster wurden Metaphern, die Menschen wurden Monster und all das in ein bewegendes wie poetisches Roadmovie verpackt.

Jetzt holt Tom Green mit „Monsters: Dark Continent“ zu einem zweiten Streich aus, baut seine Vision der monsterbeladenen Zukunft jedoch vollständig anders auf. Er bedient sich der gleichen Hintergrundgeschichte, lässt noch einmal ein paar Jahre nach der „Monsterinvasion“ verstreichen und verlagert die Geschehnisse in die Wüstenregionen des Mittleren Ostens. Dort müssen ein paar junge Soldaten der US-Streitkräfte für Ruhe und Ordnung sorgen, jedoch weniger wegen der Aliens, sondern wegen der lokalen Bevölkerung, die die Intervention der Amis weder will noch tolerieren mag. Dementsprechend wehren sich die technisch unterlegenen Einwohner mit Anschlägen und Guerillakriegsführung. So lernen die unerfahrenen Rekruten – allesamt Freunde aus einer heruntergekommen Gegend der Vereinigten Staaten – den Ernstfall in einem feindlichen Umfeld, in dem jedes Kind und jede Frau ein potentieller Feind ist. Bei ihrem ersten großen Einsatz gerät der Trupp in einen Hinterhalt und einer nach dem anderen wird von den „Aufständischen“ getötet. Die letzten drei Überlebenden werden von den Gegnern gefangen genommen. Kurz vor ihrer Exekution tauchen jedoch die gigantischen Monster auf und es bietet sich eine letzte Möglichkeit zur Flucht …

Auch Tom Green nutzt die Monster als Metapher, setzt sie jedoch gleichzeitig als eindrucksvolle CGI-Kreaturen in Szene. Sie wurden – im Vergleich zum ersten Teil – den klimatischen Veränderungen der Wüste angepasst und wirken technisch wie aus einer großen Hollywoodproduktion. Dennoch bleiben sie im Hintergrund der Handlung und überlassen dem Homo sapiens den größten Teil der Bildfläche. Leider ist die gesamte Inszenierung jedoch inkonsistent und inkohärent. Denn die erste Hälfte von „Monsters: Dark Continent“ gestaltet sich als Anti-Kriegsdrama, das nahezu losgelöst von der eigentlichen Thematik steht. Erst dann rücken die Außerirdischen ein wenig mehr in den Fokus, wobei sie als passive Feindbilder für das menschliche Unvermögen herhalten müssen. Die Verquickung aus Kriegsthematik, militärischer Intervention, Drama, Völkerverständigung und Gesellschaftskritik bleibt unausgegoren. Zwar wird die gut gemeinte Intention des Drehbuchs erkennbar, die Ausführung bleibt aber mangelhaft.

Fans des ersten Teils und Science-Fiction-Jünger sollten dennoch einen Blick riskieren – immer unter Berücksichtigung des geringen Budgets und der genannten Schwächen.

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