Martyrium

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(Störkanal)

Die 2010 noch junge Störkanal-Reihe gehört zu den erlesensten Sammlungen der jüngsten Filmgeschichte. Mit verstörenden und schmerzhaften Werken wie „In My Skin“ oder „7 Days“ werden gezielt Gourmets der bewegten Bilder angesprochen, die es wagen in die Abgründe des menschlichen Daseins abzutauchen und sich in einer Welt des Bizarren, des Schmerzes und des Abartigen zu verlieren. Da kann es durchaus passieren, dass der Betrachter vor die eigenen Belastungsgrenzen geführt wird, denn „Spaß“ machen die Störstreifen allesamt keinen, verstehen sich vielmehr als hochwertige Kunst abseits leichter Kost. So wandelt „Martyrium“, im französisch-sprachigen Original „Calvaire“, auf den Pfaden des Wahnsinns. Dabei wollte der smarte Alleinunterhalter Marc doch nur zu seinem nächsten Auftritt fahren, als sein kleiner Bus mitten im bewaldeten Niemandsland liegen bleibt. Dort wird er von dem vereinsamten Bartel in dessen heruntergekommener Pension aufgenommen. Doch nicht nur der Herbergsvater ist psychisch daneben, das gesamte Volk aus dem benachbarten Kuhdorf (in dem nebenbei keine Frauen leben) scheint äußerst skurril. Bevor sich Marc versieht, wird er zum Objekt der Begierde und zu einem Opfer von Irrsinn und Gewalt. Stimmungsvoll erzählter und in dräuend-finstere Bilder verpackter Hinterwaldhorror auf europäisch – jedoch einer der gewöhnlicheren Störkanal-Ableger.

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