Life After Beth

Love never dies

Es hätte alles so schön sein können. Aber ein tödlicher Schlangenbiss beim Wandern reißt die junge Beth (Aubrey Plaza) urplötzlich aus ihrem Friede-Freude-Eierkuchen-Dasein. Zurück bleibt ihr niedergeschlagener Ex Zach (Dane DeHaan), der über den Tod seiner Geliebten nicht hinwegkommt. Seine distanzierten und unterkühlten Eltern sind nicht in der Lage, seine Trauer zu verstehen, geschweige denn sie zu lindern. Alleingelassen und voller Seelenpein wendet sich Zach an die Eltern der Verstorbenen. Die sind jedoch plötzlich wie ausgewechselt, denn eines Nachts steht Beth wieder vor der Haustüre als wäre nie etwas gewesen. Endlich hat Zach Zeit, seiner Herzensdame all jene Dinge zu sagen, die er schon längst mit sich herumschleppt, und er gesteht ihr seine immerwährende Liebe. Ganz zu seiner Freude wird diese von der Wiederauferstandenen erwidert und die beiden verbringen eine wunderschöne und romantische Zeit.
Doch das Geheimnis der wiedergekehrten Angebeteten wiegt schwer auf Zachs Schultern, zumal ihre Eltern ihm verbieten, dem Mädchen die Wahrheit zu sagen – nämlich, dass sie eigentlich schon tot war … oder ist? Ganz im Gegenteil hüllen ihre Erzeuger einen Mantel des Schweigens über die Realität und versuchen auf naive Art die zweite Chance mit ihrer Tochter zu genießen.
Als diese aber anfängt sich eigenartig zu verhalten, auf Smooth-Jazz zu stehen und eine etwas bedrohliche Art sexuellen Verlangens an den Tag zu legen, wird es Zach ein wenig mulmig. Die Rendezvous mit Beth werden zunehmend schräger und sie entwickelt überdies übermenschliche Kräfte und nimmt aus Zorn schon mal eine kleine Strandhütte auseinander. Zeit zu handeln und ihr die Wahrheit zu sagen. Doch dazu ist es eigentlich schon zu spät, denn längst steigen auch andere Menschen aus ihren Gräbern und wackeln putzmunter unter den Lebenden herum …

Life After Beth“ ist weder eine übliche Zombiekomödie, noch eine schnulzige Untotenromanze à la „Warm Bodies„. Irgendwo zwischen der französischen Mystery-Serie „The Returned“ und „Harald & Maude“ pendelt sich der ruhige und melancholische Streifen ein, glänzt mit skurrilen Ideen, überforderten Charakteren und einer eigenwilligen wie liebevollen Inszenierung. Erwartungshaltungen werden gebrochen, die oberflächliche Erwachsenenwelt demaskiert und hemmungslos über den Tod hinaus geliebt. Platz für Kitsch bleibt nicht, denn dieser wird in schwarz-humorigem Sarkasmus ertränkt. Wo „Warm Bodies“ seinem jungen Publikum zu sehr gefallen möchte, bleibt „Life After Beth“ herrlich verschroben und damit mehr als liebenswert. Und wo hat man schon einmal eine Romanze zwischen einem verstörten jungen Mann und einer Zombiedame mit einem Herd auf dem Rücken gesehen?

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