Interstellar

Interstellar
(Warner Home Video)

Die Erde ist zu einem wüsten und kargen Ort geworden. Nachdem alle natürlichen Ressourcen erfolgreich geplündert und die Natur nach ökonomischen Maßstäben effizient ausgebeutet wurde, verhungern die Menschen in Massen. Der tote Boden gibt nur noch Mais her und die Erträge reichen nur für die Wenigsten aus. Durch die geschädigte Biosphäre vermehren sich außerdem auch Pilze und Schädlinge und machen das Überleben zusätzlich schwieriger.

Der idealistische Farmer Cooper weiß um den Niedergang seiner Spezies. Die gewaltigen Sandstürme werden nicht nur häufiger, sondern auch heftiger und über kurz oder lang wird auch sein Landgut nichts mehr abwerfen – oder schlichtweg von den Staubmassen verschlungen. Dennoch gibt er die Hoffnung nicht auf und kämpft für seine junge Tochter Murphy und seinen Sohn Tom.

Als es auf dem Hof zu ungewöhnlichen magnetischen Anomalien kommt, entschlüsselt er mit seiner begabten Tochter aus den unheimlichen Sandanhäufungen ein paar Koordinaten. Kurzerhand macht sich das Vater-Tochter-Gespann auf den Weg und findet dort eine versteckte Forschungsstation der NASA. Seit der Mensch sein Augenmerk auf einen einigermaßen gefüllten Bauch und nicht mehr auf Luxusgüter und Wissenschaft richtet, muss die Organisation im Geheimen operieren. Cooper erfährt, dass bereits vor zehn Jahren zwölf tollkühne Astronauten durch ein Wurmloch in der Nähe des Saturn geschickt wurden, um dort in einer anderen Galaxis nach bewohnbaren Planeten zu suchen. Cooper soll nun ein Raumschiff ins All steuern, um die erfolgversprechendsten Neuwelten anzusteuern und neuen Lebensraum für die Menschheit zu sichern. Plan A sieht vor, die Erdenbevölkerung auf diese schöne neue Welt umzusiedeln. Sollte der Transfer jedoch nicht gelingen, hat das Raumvehikel für Plan B eine Batterie von DNS an Bord, um vor Ort eine neue Kolonie zu gründen.

Interstellar-5Schweren Herzens lässt Cooper seine Familie zurück und tritt die Reise ins Unbekannte an, in der Hoffnung seine Lieben in einigen Jahren nachholen zu können. Allerdings kommt alles anders als geplant. Schon beim ersten potentiell bewohnbaren Planeten gibt es erhebliche Komplikationen und das Team verliert nicht nur einen Wissenschaftler, sondern auch wichtige Zeit; denn die wenigen auf dem Planeten verbrachten Stunden entsprechen mehr als zwei verstrichenen Dekaden auf der Erde. Coopers Kinder sind also längst Erwachsene, vielleicht auch schon verhungert oder vom Sand begraben? Außerdem bleibt nur noch ausreichend Treibstoff, um nach dem ersten Fehlschlag einen weiteren Planeten anzusteuern. Und auch dort erwartet die verbleibende Crew eine unschöne Überraschung …

Interstellar“ lebt von einer bewegenden und dichten Inszenierung, die trotz knapp drei Stunden Spielzeit keine Minute Langeweile aufkommen lässt – und das, obwohl der Film einen äußerst ruhigen Tonfall anschlägt. Eine dichte Atmosphäre trägt den Streifen auch weit über die Grenzen der bekannten Realität hinaus, vorbei an Relativitätstheorie und Quantenphysik. Und obgleich dieses spekulativen Freiflugs, der die Grenzen des Vorstellbaren auslotet und sich nicht um physikalische Beweisbarkeiten kümmert, gelingt dem Regisseur Christopher Nolan („Inception„, „The Dark Knight„) ein kleines, aber feines Science-Fiction-Kunstwerk ganz im Stile von Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum„. Nicht ganz unbeteiligt an den eindrucksvollen Momenten und faszinierenden Szenarien ist Klangkünstler Hans Zimmer, der dem Epos einen würdigen Soundtrack zur Seite stellt, der immer wieder für Gänsehaut sorgt. „Interstellar“ zieht seine beeindruckende Kraft darüber hinaus aus dem stetigen Wechselspiel zwischen Resignation und Hoffnung, wird dabei getragen von einer ansehnlichen wie überzeugenden Schauspielerriege. Faszinierend!

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