Guns, Gore & Cannoli

Der Zombie-Pate

Was passiert, wenn man einen schicken handgezeichneten 2D-Sidescroller Marke „Metal Slug“ mit dem „Paten“ und einer kleinen Zombieapokalypse verquirlt? Das Ergebnis heißt „Guns, Gore & Cannoli“ und ist seit Ende April für Mac und PC erhältlich, seit kurzem auch für die Xbox One und in Bälde für die PlayStation4.

Während der Prohibitionszeit muss Vinnie Cannoli, ein waschechter Mafioso, in dem lauschigen Städtchen Thugtown nach seinem verschwundenen Kumpel suchen. Dummerweise findet das eine rivalisierende Verbrecherfamilie nicht wirklich erfreulich und hetzt ihm einen Haufen grantiger Gangster auf die Pelle. Doch die Goldenen Zwanzigerjahre sind davon abgesehen gar nicht so glänzend, denn wie aus dem Nichts bricht plötzlich noch eine Zombieapokalypse los und Vinnie muss sich mit einer Reihe widerlicher Untoter herumschlagen.

Zum Glück kann er bei seinem schwierigen Auftrag auf eine ganze Latte Waffen zurückgreifen, wobei er im Laufe des bleihaltigen und vor allem auch herrlich blutigen Abenteuers zusehends mehr Ballermänner einsacken kann. Zu Beginn steht ihm lediglich eine kleine Knarre (mit unendlich viel Munition) zur Verfügung; es folgen unterschiedliche Schrotflinten, Maschinengewehre, Flammenwerfer, Bazookas und ähnliche Spielereien – selbstverständlich dürfen auch Handgranaten und Molotov-Cocktails nicht fehlen, um der Zombiebrut ordentlich einzuheizen. Um sich durch die Levels zu manövrieren, kann der virtuelle Mafioso mit einer intuitiven Steuerung gelenkt werden, per Knopfdruck über Hindernisse (oder Feinde) hüpfen, sich geschickt hinter Objekten in Deckung abknien und mit einem beherzten Tritt Schalter umlegen, Türen auftreten und ekelige Kontrahenten auf Distanz halten.

GGC_IconDie einzelnen Kapitel der Geschichte werden abwechslungsreich in Szene gesetzt, sowohl in Bezug auf die Story als auch vom Design her. Jedes neue Level bietet skurrile neue Gegnertypen, zu denen an Luftballons schwebende mit Gasgranaten um sich werfende Zwuggel, ehemalige Footballspieler, schießwütige Soldaten, verweste Dominas aber später auch mutierte Riesenratten gehören. Jeder Feind hat seine individuellen Angriffsmuster, Stärken und Schwächen und lässt sich am besten mit einem speziellen Waffentyp beseitigen. So nützt es wenig, dem Soldaten auf seinen Helm zu ballern, während schildtragende Mafiosi nahezu über einen Ganzkörperschutz verfügen und einer besonderen Behandlung bedürfen.
Davon abgesehen stehen aber noch genügend interaktive Objekte wie Autos oder Fässer in der Gegend herum, die bei Beschuss explodieren, um sich Scharen von heranstürmenden Widersachern vom Leib zu halten. Häufig hilft dabei wildes Umherballern, aber vielerorts – vor allem bei den knackigen Bossgegnern – muss mit Taktik und Köpfchen vorgegangen werden, um beispielsweise die Soldaten aus ihren Schützengräben und Wachtürmen zu bekommen.

 

Vierfacher Bumm

Die Grafik ist herzallerliebst und fängt den Trash-Charme perfekt ein. Begleitend zu den handgezeichneten Hintergründen und schön animierten Protagonisten gibt es passende Klänge aus den 1920ern. Zu besonderer Hochform läuft „Guns, Gore & Cannoli“ allerdings im lokalen Mehrspielermodus auf, denn bis zu vier Zocker können sich gemeinsam gegen die feindlichen Horden werfen. Dies ermöglicht mehr taktisches Vorgehen und ist überdies bei den Bossgegnern sehr hilfreich.

Die Entwickler haben dem kooperativen Kampagnenmodus allerdings noch einen äußerst spaßigen „Vs Mode“ hinzugefügt, bei dem sich bis zu vier Mafiosi gegenseitig um die Ecke bringen müssen. Dazu zoomt das Geschehen perspektivisch deutlich heraus, um die verschiedenen kleinen Levels in Gänze auf dem Bildschirm darzustellen. Hier dürfen die Ganoven über – je nach Level mehr oder weniger – verschachtelte Plattformen hüpfen, Waffen aufsammeln und sich gegenseitig zerblasen. Wer als erster Spieler eine bestimmte Punktzahl erreicht, geht als Patenkönig aus dem Wettkampf hervor. Aber Vorsicht, das flotte und chaotische Gemetzel von den belgischen Entwicklern der Crazy Monkey Studios macht schnell süchtig!

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