God Of War: Ascension

God Of War - AscensionGötterfunken

Wie kaum eine andere Figur der Videospielgeschichte ließ der spartanische Heerführer Kratos im Frühjahr 2005 die Welt erzittern. Unter seinen Chaosklingen, geschmiedet in den infernalen Tiefen des Hades, erzitterte selbst der Olymp und so mancher Gott der griechischen Götterwelt verlor durch seine mächtigen Hände das Leben. Nach dem atemberaubenden Finale der Trilogie legen die Entwickler der Santa-Monica-Studios nun mit „God Of War: Ascension“ ein fulminantes Prequel vor, das erzählt, wie der tapfere Recke zu einem zornigen und verzweifelten Halbgott wurde.

God Of War“ schlug vor acht Jahren ein wie der Kriegshammer eines Titanen und überraschte mit einer Reihe innovativer Ideen, um das bis dato angestaubte Action-Adventure-Genre bis zu den digitalen Grundmauern zu erschüttern. In der einzigartigen Geschichte um den verfluchten Protagonisten Kratos vereinten sich etliche Tugenden der Spielekunst: eine umwerfende grafische Präsentation, ein fesselndes Gameplay, ein mitreißender Soundtrack und nicht zuletzt eine epische Erzählung.

God Of War - Ascension_5Der Spartaner wurde einst von Ares, dem Gott des Krieges, getäuscht. Er verschrieb dem Unsterblichen seine Seele – im Gegenzug musste dieser sein Reich vor den feindlichen Barbarenhorden retten. Mit unbändiger Macht ausgestattet, wütete Kratos durch das Land, beflügelt vom Funken des Ares, mordete und brandschatzte. Bis er eines Tages in einem Dorf seine eigene Frau und seine Tochter im Wahn des Krieges niedermetzelte und fortan als gequälte Kreatur weiterleben musste. In zwei Fortsetzungen tobte der vom Blut seiner Opfer gezeichnete Krieger weiter durch die antike Sagenwelt, um seinem unbändigen Zorn und seiner Verzweiflung Luft zu machen. Hydras, Medusen, Minotauren, Untote des Hades und andere Monstren ließ er auf seinen Questen in ihrem Blute liegen, aber selbst die Götter und die gewaltigsten Titanen erschauderten vor seinem Antlitz.

God Of War - Ascension_2Kratos ist kein Mann der Worte. Sein Weg ist gesäumt von den Leichen seiner Feinde – besser gesagt von deren Einzelteilen. Nicht umsonst hatte es der erste Teil in Deutschland schwer und erschien erst ein Jahr später als in den USA. „God Of War“ watet im Blut und lebt von seinen brachialen Kämpfen und Schlachten. In bester Hack’n’Slay-Manier kann der griechische Recke eine Reihe todbringender Combos auf seine Widersacher niederprasseln lassen. Diese rohen Darstellungen sind aber nie plumpes Mittel zum Zweck, sondern dienen der finsteren und bitteren Geschichte des tragischen Helden.

Die Spiele definierten eine ganze eigene Form der Brachialästhetik, wie sie später auch in monumentalen Filmwerken wie „300“ zu sehen war. Kombiniert wurde dies mit clever eingewobenen Rätseln, Sammeltrophäen und kniffligen Geschicklichkeitspassagen. Innerhalb der Geschichte konnte Kratos nicht nur verschiedene Gegenstände einsammeln, um seinen Lebens- und Magiebalken zu erweitern, er lernte stets auch neue Zauber hinzu und konnte sogar durch eingesammelte rote „Orbs“ seine Waffen erweitern und verbessern.

Die Himmelfahrt

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Nach dem düsteren und niederschmetternden Ausgang von „God Of War 3“ (2010) war das Ende der Trilogie perfekt. Nun reisen die Entwickler in die Vergangenheit Kratos‘ zurück und erzählen die Geschichte, wie Kratos zu einem solch unbarmherzigen Schlächter werden konnte. „God Of War“ erzählte die Begebenheiten zehn Jahre nach Kratos‘ Mord an seiner geliebten Gattin und seiner Tochter; in „Ascension“ erfährt man, was sich in diesem Interregnum abspielt. Doch den Bluteid mit einem Olymper zu brechen, bedeutet ein Opfer der Furien zu werden, die schrecklichen Vollstrecker der hohen Götter. So findet sich der Spieler zu Beginn von „God Of War: Ascension“ im Netz dieser grausamen Kreaturen wieder und muss sich seinen Weg in die Freiheit und zur Erlösung erst erkämpfen. Schon in den ersten Minuten lassen die Santa-Monica-Studios die Hölle los und trumpfen mit den Tugenden der Reihe auf. Denn gemütliche Spaziergänge und gemächliche Erforschungen statischer Welten sind keine Herausforderung für griechische Halb-Götter. So verwandeln sich hier ganze Levelabschnitte in riesige Bossgegner, Kämpfe finden auf durch den Raum wirbelnden Bruchstücken statt und die ganze Welt scheint im Wandel und sich gegen Kratos zu stellen. Während grafisch alle Register gezogen und brillante Feuerwerke des Leveldesigns gezündet werden, donnert ein epischer Soundtrack in glasklarem 7.1-Ton aus den Boxen. Muss man sich dann noch mit berggroßen Ungetümen herumschlagen, etliche knifflige Quicktime-Events bestehen und seine kämpferischen Fertigkeiten und Combos geschickt einsetzen, dann bleibt schon einmal der Mund vor Spannung, Entsetzen oder schlichtweg Faszination offen stehen. Schon zuvor musste man auf Gegnern wie der riesigen Titanin Gaia herumklettern, gleichzeitig kämpfen, klettern und tödlichen Angriffen ausweichen, aber es scheint, als wollte „Ascension“ die Messlatte noch einmal höher legen.

Die Legende beginnt

God Of War - Ascension_5Kratos hat bereits etliche Abenteuer hinter sich gebracht, aber rrstmals in der Historie der Reihe darf man den Kriegshelden mit dem Prequel auch in rasante Mehrspieler-Gefechte schicken. Hierbei gibt es einerseits die Möglichkeit, sich mit anderen Streitern in weitläufigen, offenen Arealen zu messen oder aber in kompakten Arenen, die Non-Stop-Action versprechen und den Controller zum Glühen bringen. In einigen Modi muss sich jeder Spieler beispielsweise der Gnade der Götter als würdig erweisen und Gunst ansammeln, mit der der eigene Gladiator den eigenen Wünschen angepasst und in den Kategorien Rüstung, Waffen und Fertigkeiten verstärkt werden kann.

Unabhängig von den vorherigen Teilen können sich Neulinge mit „God Of War: Ascension“ in die Spielwelt von Kratos stürzen, denn das Prequel benötigt keinerlei Vorkenntnisse der Geschichte. Für gestandene Veteranen bietet dieser Teil die Chance endlich mehr über den blutrünstigen Griechen zu erfahren und ein weiteres Mal in den einzigartigen Kosmos des Kriegsgottes einzutauchen.

God Of War-Historie

GOD OF WAR (PS2) – 2005
GOD OF WAR II (PS2) – 2007
GOD OF WAR: CHAINS OF OLYMPUS (PSP) – 2008
GOD OF WAR III (PS3) – 2010
GOD OF WAR COLLECTION (PS3) – 2010
GOD OF WAR: GHOST OF SPARTA (PSP) – 2010
GOD OF WAR COLLECTION VOL. 2 (PS3) – 2011
GOD OF WAR: ASCENSION (PS3) – 2013

Geekometer:

tentakel_8v10

3 Kommentare
  1. Carsten
    Carsten sagte:

    wie kann man diesem spiel denn eine gute bewertung geben?
    das einzige + bei diesem spiel ist die grafik. zu mehr taugt aber das game bei weitem nicht!
    wir haben eine viel zu kurze (und wie ich finde 0815) story, die bei weitem nicht an die vorgänger rankommt. dann ist die kameraführung sehr schlecht gemacht (kratos ist bei mir gerne mal während den kämpfen irgendwo in der deko verschwunden!) und mit dieser rage anzeige konnte ich mich auch nicht wirklich anfreunden. wenn man mit gegnern zugemüllt wird wird man ja zwangsläufig irgendwann getroffen und da nervt es einfach wenn man dadurch ausgebremst wird…

    meiner meinung nach hat das spiel max 5 tentakel verdient. eher 4…

    Antworten
    • Peter Sailer
      Peter Sailer sagte:

      Lieber Carsten, wir haben auch lange diskutiert, welche Wertung für „Ascension“ angemessen ist. Und wir geben dir uneingeschränkt recht, dass dies nicht der beste Titel der „GOW“-Reihe ist – an den zweiten Teil kommt für uns nichts ran. Aber ungeachtet der anderen Teile hat uns sowohl die Story recht gut gefallen und sehr gut bei Laune gehalten (auch wenn sie keinen Innovationspreis bekommt) als auch die Steuerung nach wie vor überzeugt. Kleine Gameplay-Schwächen haben wir zwar auch beobachtet, aber die waren im tolerierbaren Rahmen – vor allem angesichts der erneut bombastischen Settings.

      Dennoch bleibt bei all diesen (z.T. kleinen) Schwächen ein gutes Spiel übrig. Um auf 4 oder 5 Tentakel zu kommen, müssten schon eklatantere Mängel vorhanden sein. Hast du es denn durchgespielt?

      Und was meinen die anderen Leser? Wie hat euch „Ascension“ gefallen?

      Antworten
      • Carsten
        Carsten sagte:

        ja ich habe es durchgespielt und wie gesagt:
        wirklich was positives konnte ich dem spiel nicht abgewinnen (bis auf die grafik)

        Antworten

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