Friedhof der Kuscheltiere

Stephen King
„Friedhof der Kuscheltiere“
(Hörverlag)

Was als gewöhnliche Erzählung über eine amerikanische Familie, die aus der Großstadt in das Nest Ludlow zieht, beginnt und sich anfangs in banalen Nebensächlichkeiten erschöpft, windet sich langsam und kreisend um einen immer schwärzer werdenden Höhepunkt des Grauens. Anfangs bewundern die Creeds noch das schnuckelige Landhäuschen, inmitten einer traumhaften Landschaft gelegen, umgeben von endlosen Wäldern, doch bald beginnt ein unabwendbarer schrecklicher Untergang der trauten Glückseligkeit. Schuld daran ist der vielbefahrene Highway, der direkt vor dem Grundstück des Universitätsarztes vorbeiläuft und schon in der Vergangenheit für einen Haufen Matsch unter den Haustieren sorgte. Als die Katze der Tochter ebenfalls plattgewalzt wird, beerdigt der Familienvater sie auf dem nahegelegenen, unheimlichen Indianerfriedhof – am nächsten Tag ist sie zurück, aber in einer bösartigen, teuflischen Form. Als schließlich auch noch der kleine Sohn unter die Räder gerät, kann sich der aufmerksame Leser bzw. Zuhörer schon vorstellen, welch schreckliches Ende diese Geschichte nehmen muss. Mit einer stimmungsvollen musikalischen Untermalung, einer gelungenen Geräuschkulisse und einer ganzen Reihe hochkarätiger Sprecher wird dieses Hörspiel zu einem wirklich genussvollen Alptraum. Während sich die erste CD noch gemäßigt gestaltet, wird der dritte Tonträger zu einem echten Höllentrip in den Wahnsinn. Über Rückblenden und innere Monologe wird eine so dichte Atmosphäre geschaffen, dass sogar bekennende Stephen-King-Verachter (wie der Verfasser dieser Zeilen) nach kurzer Zeit die Hosen gestrichen voll haben. Ist also der King-typisch zähe Einstieg überstanden, können die drei Stunden ohne Reue genossen werden.

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