Edgar Allan Poe – Der Bericht des Arthur Gordon Pym

Der Bericht des Arthur Gordon PymEdgar Allan Poe
„Der Bericht des Arthur Gordon Pym“
(Der Hörverlag/SPV)
Wer Poe noch nie gelesen oder, wie in diesem Falle, gehört hat, der sollte mit Herrn Pym beginnen und sich knapp zwei Stunden Zeit für dieses abenteuerliche Schauerspiel nehmen. Was anfänglich wie ein gewöhnlicher, zu dieser Zeit (1838) üblicher Seefahrerroman beginnt, wird bald durch poe-typischen Horror angereichert: Lebendig-Begraben-Sein, Menschenfresserei und allerlei Leckereien mehr. Gegen Ende des Berichtes sticht um so deutlicher hervor, weshalb sich H.P. Lovecraft so sehr zu den Werken Poes hingezogen fühlte, denn aus der Erzählung dringt eine kriechende Furcht vor dem unbekannten Grauen, vor einem nicht näher erklärten Bösen. So begleitet man auf diesen beiden CDs den zu Beginn sechzehnjährigen Protagonisten Pym, der seine Heimat verlässt, um als blinder Passagier auf dem Walfangschiff Grampus mitzufahren – aus reiner Lust am Abenteuer. Versteckt wird er dort in einem finsteren Loch, bis es auf dem Schiff des Vaters seines Freundes Augustus zu einer Meuterei kommt. Doch möchte ich an dieser Stelle nicht weiter auf die Handlung eingehen, kann aber im voraus jeden Hörer vertrösten, der bei dem überraschenden letzten Kapitel verwirrt in sich hineinstarrt. Denn wie bei David Lynch-Filmen ist das Ende vielseitig deutbar und lässt den Poe-Fan mit einer Reihe furchterregender, ungeklärter Fragen zurück. Aber genau das macht die Angst vor dem Ungewissen aus! Die Sprecher, sowie die hervorragend gelungene musikalische Untermalung und atmosphärische Soundkulisse tun ihr übriges, um die pym’schen Abenteuer zu einem spannenden und unheimlichen Hörerlebnis zu machen.

Bewertung:

tentakel_9v10

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