Dead Space

Dead SpaceIm Weltraum hört dich niemand schreien

Eigentlich begann alles mit einer gewöhnlichen Reparaturmission. Denn um das riesige Abbau-Schiff USG Ishimura, das in den fernen Weiten des Weltalls wertvolle Substanzen fördert, ist es mit einem Male verdächtig still geworden. Aus diesem Grund ist der Auftrag von Ingenieur Issac Clarke und seiner Crew, die Kommunikationseinrichtungen der Raumstation wieder instand zu setzen und dann Feierabend zu machen. Doch in Electronic Arts nervenzerreißendem Horror-Action-Abenteuer „Dead Space“ kommt natürlich alles anders, als geplant.

Denn schon beim Andocken an die Ishimura gibt es die ersten Probleme und die Lage verbessert sich im weiteren Verlauf der Geschehnisse nicht wirklich. Vielmehr dauert es nicht lange, bis die Reparatureinheit erste Tote findet und damit in eine Hölle unvorstellbaren Ausmaßes gerät. Mit einem Mal stürzen sich abscheuliche Monstren aus den Lüftungsschächten und attackieren die Mannschaft und der eigentlich friedliche Einsatz wird zu einem grausamen Kampf ums nackte Überleben.

Dabei kombiniert „Dead Space“ auf gelungene Weise Elemente aus Filmen wie „The Thing„, der „Aliens„-Reihe oder „Event Horizon“ mit Spielehits a la „Resident Evil“ oder „Bioshock„, erschafft sich aber dennoch einen eigenständigen und packenden Kosmos. Dieser überzeugt vor allen Dingen mit einer unvorstellbar dichten Atmosphäre, die ab dem ersten Spielmoment fesselt. Dolby Digital 5.1-Ton vorausgesetzt, zaubern die Spieledesigner ein beängstigendes und bestechendes Klangerlebnis, das nicht nur Spannung, sondern tatsächliche Furcht verbreitet. Da surren Generatoren, knarzen die metallenen Bordwände, schlagen freihängende Kabel gegen Metall und überall aus dem Dunkel dringen beängstigende Geräusche. Mal schreien Menschen, dann hört man ein Trippeln – Zeit zum Ausruhen und Durchschnaufen gibt es nicht. Dazu kommt die atemberaubende grafische Darstellung des Settings, die keinerlei Wünsche offen lässt. Obwohl einige Teile der Ishimura öfters durchlaufen werden müssen, bleibt repetitive Ödnis vollkommen aus. Immer wieder erfreuen neue Raumdesigns und Abschnitte das Auge, besser gesagt, beängstigen die Seele. Denn auch hier herrscht allzeit eine bedrückende Stimmung – der Tod lauert überall.

Davon künden etliche grausam verstümmelte Leichen oder Teile selbiger. Wände und Böden triefen vom roten Lebenssaft und man wird immer wieder Zeuge von grässlichen Geschehnissen, wie dem schockierenden Selbstmord eines Besatzungsmitgliedes der Ishimura, der seinem ausweglosen Schicksal selbst ein Ende bereitet. Denn tötet er sich nicht selbst, wird er Opfer einer widerwärtigen Spezies, die das gesamte Schiff überrannt hat. Schlimmer noch, diese Monstren verleiben sich menschliche Opfer ein und wandeln sie in abnorme Ungetüme um, die ein wenig an Carpenters „Ding aus einer anderen Welt“ erinnern. Humane Züge sind bei den kriechenden, taumelnden oder mit Wänden verwachsenen Schrecken noch vage zu erkennen, doch ihr einziges Bestreben ist der Tod unseres Alter Egos. Zum Glück gibt es da an Bord noch einige Waffen, mit denen man den Viechern zu Leibe rücken kann, wobei man dabei nicht einfach kopflos ballern darf, sondern chirurgisch präzise deren Gliedmaßen abtrennen muss, denn nur so kann man die Bestien wirklich stoppen. Somit ist ein ruhiges Händchen gefragt und ein kühler Kopf zugleich, denn die grotesken Gegner treten nicht immer alleine auf.

Neben der atemberaubenden Grusel-Action haben die Entwickler vor allem aber auch eine packende Story ersonnen, die glaubwürdig präsentiert wird. Kleine, selten wirklich anspruchsvolle, Rätseleinlagen sorgen für etwas Abwechslung. Auch die Idee sämtliche Waffensysteme und Rüstungen aufwerten zu können, ermöglicht immer wieder neue Herangehensweisen im Spiel. Zudem gibt es die Möglichkeit über sogenannte Stase-Module kurzfristig die Zeit zu verlangsamen, was besonders knifflige Situationen besser lösbar macht. Gut gelungen sind auch die Abschnitte in völliger Schwerelosigkeit, als auch immer wieder Bereiche, in denen keine Luftversorgung zur Verfügung steht – da ist Schnelligkeit gefragt.

Die Kombination aus alledem macht „Dead Space“ zu einem der besten Spiele des Jahres 2008 und vor allem auch zu einem der herausragendsten Horror-Spielerlebnisse für PC, Xbox360 und PS3 aller Zeiten!

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