Blob – Schrecken ohne Namen

Blob – Schrecken ohne Namen
(Capelight/Alive)

Es darf wieder gewabbelt werden. Die Filmfeinschmecker von Capelight Pictures haben den guten alten „Blob“ aus dem Jahre 1958 hochgewürgt und im edlen Mediabook formschön ausgerotzt. Damit ist die kultige Trashperle aus frühen Kinotagen sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray (wieder) verfügbar – und in dieser schicken Edition mit 24-seitigem Booklet vor allem für Sammler ein echtes Juwel. In dem ausgiebig bebilderten Heftchen findet der Cineast zahlreiche Infos zur Entstehungs- sowie Evolutionsgeschichte des schleimigen Kotzbrockens aus dem Weltall. Auch die Schauspieler und der Regiestuhl werden unter die Lupe genommen, vor allen Dingen aber auch die zahlreichen Ableger, die der „Blob“ nach sich zog. Drei wirklich hörenswerte Audiokommentare geben tiefere Einblicke in das Machwerk, bei dem der noch junge Steve McQueen in der Hauptrolle zu sehen ist. Außerdem wurden Ton und Bild eigens für diese Ausgabe restauriert – die Handlung bleibt allerdings genau so saublöd und unterhaltsam wie eh und je. In irgendeiner verschlafenen Kleinstadt in Pennsylvania brettert ein kleiner Meteorit in ein entlegenes Waldstück. Dort lebt ein alter Zausel, der nichts besseres zu tun hat, als mit einem alten Stöckchen in dem außerirdischen Klumpen herumzuwühlen. Dabei kommt er mit der schleimigen Aliensoße in Berührung, die sich prompt über seine Hand stülpt und dem neugierigen Rentner „ein wenig“ Unbehagen bereitet. Zum Glück rennt er aber schnurstracks dem anbändelnden Pärchen Steve Andrews und Jane Martin vors Auto, die den strubbeligen Alten zum nächsten Onkel Doktor fahren. Der ist von der klebrigen Gallertpampe überfordert und ruft seine Arzthelferin herbei, um dem Wachstum des Glibbers durch Amputation der befallenen Gliedmaßen entgegenzutreten. Doch der Blob hat sich schon an seinem ersten Wirtskörper satt geschlabbert und ist beträchtlich gewachsen. Mit jedem neuen Opfer, das er vollschleimen kann, wird er beängstigend größer – und so beginnt sein widerwärtiger Angriff auf die gesamte Menschheit …

Der „Blob“ – dargestellt durch eine klebrige Silikonmasse – ist ein in jeder Hinsicht ergötzend schlechter Streifen, dem es an haarsträubenden Dialogen und entzückenden Logiklöchern nicht mangelt. Unglaublich zähe aber spaßige Plot-Einschübe gehören zum guten Ton, ebenso wie (aus heutiger Sicht) lächerliche Handlungsweisen der Protagonisten. Ob der „Blob – Schrecken ohne Namen“ tatsächlich als Sinnbild für den Kommunismus gesehen werden kann oder den Generationenkonflikt der Fünfziger aufarbeiten soll ist bei diesem delikaten Monstermurks eigentlich egal. Hier wird feinste Pulp-Kost serviert, bei dem das Gehirn durchaus 83 Minuten auf Standby geschaltet werden kann.

Übrigens ist im Augenblick ein weiteres Remake im Anmarsch. Wer darüber hinaus ein paar Blicke auf die Neuauflage von 1988 werfen will, der erfreue sich am erfreulich ekligen Videozusammenschnitt ganz unten.

Geekometer:

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