Benjamin Wallfisch – Hours

HoursBenjamin Wallfisch
Hours
(Varèse Sarabande/Colloseum)
Filmmusik darf sich dann als herausragend bezeichnen, wenn es ihr gelingt – auch bei einem Kino-unkundigen Hörer – eine Geschichte zu erzählen, die Atmosphäre der Leinwandvorlage zu transportieren und Bilder vor dem inneren Auge zu erschaffen. Benjamin Wallfisch hat ein besonderes Talent für ausgefeilte Stimmungen und vermag immer wieder in die verschiedensten Drehbücher hineinzuschlüpfen und deren Essenz zum Klingen zu bringen. Seine Scores wurden mehrfach nominiert, ganz gleich ob er sich einem Werk Lars von Triers, Terry Gilliams oder Joe Wrights angenommen hat. Für den emotional aufreibenden Thriller „Hours“ zaubert er ein eindringliches, feinfühliges und fragiles Notengerüst, das von seinen zarten Melodiebögen und einer in sich gekehrten Gemütslage lebt. Erzählt wird das Schicksal von Paul Walker, der durch die vorzeitige Geburt seiner Tochter seine Frau Abigail verliert. Zurück bleibt er mit einem lebensunfähigen Winzling, der für zwei Tage durchweg an Maschinen angeschlossen werden muss. Als wäre dieser Schlag nicht schon hart genug, braust auch noch der Hurrikan Katrina auf die Stadt zu und zwingt den Vater selbst für Strom zu sorgen und das evakuierte Hospital gegen Plünderer zu verteidigen. Diese Verzweiflung, diese tiefgründige Emotionalität findet in den zwölf wundervoll arrangierten Stücken bewegenden Ausdruck.

Bewertung:

tentakel_8v10

 

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