American Horror Story 3 – Coven

„American Horror Story 3 – Coven“
(20th Century Fox)

In den USA ist bereits die vierte Staffel, „Freak Show“, über die heimischen Bildschirme geflimmert und ein fünfter Teil wurde vor Wochen ebenfalls feierlich bestätigt – die „American Horror Storys“ befinden sich auf einem ruhmreichen Siegeszug, der bereits mit 18 Emmy-Nominierungen und zahlreichen anderen Auszeichnungen gewürdigt wurde. Der erste Part überraschte tatsächlich mit einer einzigartigen Melange verschiedener Gruselthemen, deren Haunted-House-Zentrum stimmig in diverse Richtungen ausgedehnt wurde. Mit der ebenfalls in sich abgeschlossenen zweiten Staffel entführten die Macher in eine Irrenanstalt der Sechzigerjahre, verquirlten erneut zahllose andere Gänsehaut-Gattungen, thematisierten sogar Sexismus und Rassismus. Im dritten Ableger können wir dem munteren Treiben des Hexenzirkels „Miss Robichaux‘ Akademie für außergewöhnliche junge Damen“ beiwohnen. Der hat seit Jahren mit immer geringeren Mitgliederzahlen zu kämpfen, was einerseits an der egozentrischen Oberhexe Fiona (Jessica Lange), andererseits an zahllosen widrigen Umständen liegt. Eine mächtige und einflussreiche Gemeinschaft von Hexenjägern will den magisch versierten Damen schon seit Jahrhunderten ans Leder. Nebenbei gibt es noch die generationenalte Fehde mit der unsterblichen Voodoo-Königin Marie Laveau (Angela Bassett), die nach langer Waffenruhe zu eskalieren droht. Obendrein buddelt Fiona auf ihrer Suche nach eigener Unsterblichkeit die lebendig begrabene und zu ewigem Leben verfluchte rassistische Sklaventreiberin Delphine LaLaurie (Kathy Bates) aus, die noch für ein wenig mehr Aufruhr sorgt. Das sind der Probleme aber noch lange nicht genug, denn im altehrwürdigen Gemäuer von Miss Robichaux hausen ein untoter Axtmörder und ein nekrophiler Butler. Die schwindenden Kräfte der Obersten kündigen zudem einen Wechsel in der Hexen-Hierarchie an – in irgendeiner auszubildenden Magieanwenderin reifen neue Fähigkeiten heran, die sie zur neuen Anführerin des Zirkels machen werden. Es entbrennt ein zickiger, grausamer und obskurer Streit um den Thron – doch Fiona gibt diesen nicht so leicht her …

Leichenschändung, Wiederbelebung, Coming-of-Age-Zwistigkeiten, Rassismus, Teufelspakte, Eifersucht, Serienschlächter, „American Horror Story 3 – Coven“ kleckert nicht, sondern klotzt mächtig ran. Zwischen Hass, Zweifel und Weiberrangeleien ist aber stets genügend Raum für ironische Anspielungen und sarkastische Kleinigkeiten. Darüber hinaus ist es für Serienkenner äußerst erfreulich, einen guten Teil der liebgewonnenen Schauspieler wieder mit an Bord zu sehen. Neueinsteiger haben wiederum keine Probleme sich einzufinden, denn auch der dritte Part der Gruselmären ist in sich abgeschlossen und steht für sich alleine.

Leider mangelt es „Coven“ jedoch an der Tiefgründigkeit, Abgründigkeit und schrägen Perversion der Vorgänger, weshalb das Hexentreiben auch für ein größeres Publikum und gealterte „Buffy„-Fans zugänglich ist. Alles ist ein wenig glatter, gewöhnlicher und vor allem auch „unterhaltsamer“. Für Genre-Profis ist Nummer 3 damit eher ein kleiner Snack zwischendurch, dem es an den einzigartigen Zutaten von einst fehlt.

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