Altar – Das Portal zur Hölle

Altar
(Koch Media)

Die Hamiltons sind pleite. Künstlergatte Alec hatte schon zu lange keine erfolgreiche Ausstellung seiner Skulpturen mehr. Da kommt der große Sanierungs- und Restaurationsauftrag eines amerikanischen Investors für Ehefrau Meg wie gerufen. Zwar müssen die beiden Kinder der Familie in den sauren Apfel beißen und gemeinsam mit ihren Eltern ihre Heimat für ein halbes Jahr verlassen, um ins britische Hinterland zu ziehen, aber der Auftrag ist in jeder Hinsicht überlebenswichtig.
Irgendwo in Küstennähe zwischen nebligen Feldern, unheimlichen Baumskeletten und weit weg vom Schuss liegt das gespenstische Herrenhaus. Der Start verläuft jedoch alles andere als reibungslos, denn der eigentlich eingeplante Handwerker ist durch einen Unfall verhindert und so muss Meg in der Gegend nach Ersatz suchen. Keine leichte Aufgabe, da sich um das Anwesen einige unschöne Mythen ranken. So soll der entrückte Besitzer seine Frau rituell geopfert haben, dann von ihr heimgesucht worden und schließlich in Panik aus dem Fenster in den Tod gesprungen sein.
Entsprechend dauert es nicht lange, da huschen weiße Frauen vor dem Haus herum und es knarzt und knirscht überall im Gemäuer. Als dann die Tochter eines Nachts einen weniger erfreulichen Besuch von der unheimlichen Dame erhält und dabei beinahe durch einen Asthmaanfall einen kurzen Anfall von Tod erleidet, beginnt sich die Situation zuzuspitzen. Göttergatte Alec wird von neuen körperlichen Gelüsten und künstlerischer Inspiration beflügelt und verkriecht sich tage- und nächtelang im Gesindehaus. Ein vom Töchterchen herbeigerufener Geisterjäger warnt die Familie vor der okkulten Bruchbude und seiner bösen Vergangenheit, doch Meg will nicht darauf hören. Erst als die Kinder verschwinden und Alec schließlich vollkommen den Verstand verliert, will sie die Flucht antreten, aber da scheint alles schon zu spät …

Altar – Das Portal zur Hölle“ ist in jeder Hinsicht ein klassischer Gespensterhausgrusler mit umherhuschenden Schatten, unheimlichen Stimmen, Telefonanrufen von eigentlich toten Apparaten, verborgenen Opferräumen, einer ominösen Vergangenheit und kreischenden Kindern. Wer den Haunted-House-Horror bisher nur tangiert hat, der dürfte sich über diesen bunten Mix und die zahlreichen Versatzstücke aus üblichen Schauerzutaten freuen. Kennern des Genres werden jene ausgelatschten Standards aber bald ein gelangweiltes Gähnen entlocken, denn „Altar“ bedient sich zwar bewusst all jener schönen Gruselmomente, kann aber nicht mit Individualität oder gar neuen Ideen glänzen. Der besessene Ehemann ist bereits seit „Shining“ ein alter Hut und Blut als Wiederbelebungssaft wirkte auch in „Hellraiser“ schon ekelhafte Wunder … Überraschungen bleiben auch storytechnisch gänzlich aus. Bei dem zu routinierten und normierten Drehbuch schafft nicht einmal Schauspielerin Olivia Williams („The Sixth Sense„) ihrer Figur noch Tiefe zu verleihen. Schade um die stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen und das wahrlich großartige viktorianische Herrenhaus.

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