Angry Video Game Nerd

AVGN_PosterAuf den Spuren von ET

James Rolfe gehört zu den Pionieren der Video-Reviews und Let’s Plays. Als Angry Nintendo Nerd machte er sich schon vor mehr als zehn Jahren über alte SNES-Spiele her. Aus rechtlichen Gründen avancierte er später zum Angry Video Game Nerd und drehte fürderhin auch Titel für Atari 2600, Sega Master System, Sega Genesis, PlayStation und Nintendo 64 durch den Bytewolf.

Seit dem 28. April gibt es den „Angry Video Game Nerd“-Spielfilm, kurz „AVGN“, nun weltweit über Steam zu beziehen. Die Geschichte begleitet den Nerd auf der Suche nach der Wahrheit hinter einer urbanen Legende: dem Massenbegräbnis von Millionen von „E.T. The Extra-Terrestrial“-Spielkassetten für Atari 2600, die – ob bescheidener Qualität und falsch eingeschätzter Nachfrage – letztendlich in der Wüste verbuddelt wurden. Zum Launch gibt es den spaßigen Streifen mit einem Rabatt von 40% für 4,79 Euro anstelle der üblichen 7,99 Euro. Sean Keegan, der Produzent  von „AVGN“ dazu: „Steam ist natürlich die perfekte Plattform für einen Film über das schlechteste Videospiel aller Zeiten und wir sind sehr stolz, unser Projekt dort veröffentlichen zu können.“ Keegan, der zusammen mit Rolfe und Co-Autor und Regisseur Kevin Finn arbeitet, hat den Film komplett über Crowdfunding finanziert und dabei auf die Unterstützung der weltweiten „AVGN“-Fans zählen können, die dieses Projekt bereits seit 2012 begleiten und damals die zweitgrößte Summe aufgebracht haben, die zu diesem Zeitpunkt je bei einer Film-Crowdfunding-Aktion zusammengekommen ist.

 

The ABCs Of Death 2

„The ABCs Of Death 2“
(Capelight)

In den Siebzigern waberte mit „Gesichter des Todes“ ein pseudodokumentarisches Ungetüm durch die Reihen der Horrorfans. Das widerliche und kunstlose Machwerk stöpselte über weite Strecken authentische Todesarten wie Tierschlachtungen, Hinrichtungen, Morde und Kriegsszenen aneinander, präsentiert von dem fiktiven Pathologen Dr. Francis B. Gröss. Obwohl dieses voyeuristische Ausschlachten keinerlei Eigenwert besaß, erreichte es doch binnen kürzester Zeit Kultstatus – zumal der Film in einigen Ländern verboten wurde.

The ABC Of Death“ ist zwar kaum damit zu vergleichen, thematisiert aber auch die unterschiedlichsten Arten des Todes und avancierte blitzschnell zum Geheimtipp unter Kennern. In Deutschland mussten aus rechtlichen Gründen einige Episoden entfernt werden, weshalb der erste Teil als „22 Ways To Die“ auf den Markt kam – andernorts hatte das Todes-Alphabet ebenfalls mit Zensurproblemen zu kämpfen. Nun haben die Erfinder des Erstlings einen zweiten Teil veröffentlicht, der den ersten sogar noch in den Schatten stellt. Nach wie vor galt die Devise: 26 Regisseure bekamen einen Buchstaben des Alphabets zugewiesen und durften dann ein dazu passendes Wort auswählen und darüber einen Kurzfilm mit tödlichem Ausgang drehen.

Wie bei „Gesichter des Todes“ geht es hier zwar immer wieder um unterschiedliche Formen des Ablebens, diese wurden jedoch in skurrile, lyncheske, spaßige, unheimliche und sogar gesellschaftskritische Bahnen gelenkt. Auch die Stilmittel standen den Filmemachern frei, so dass es Zeichentrickbeiträge als auch Stop-Motion-Animationen gibt; der Spielfilm hat jedoch deutlich die Nase vorne.

Jeder einzelne Buchstabe ist somit ein vollkommen neues Erlebnis, das mal befremdlich, mal ekelhaft oder mal erheiternd ist. Robert Morgans „Deloused“ ist ein surrealer Ritt in eine beängstigende Cronenberg-Lynch-Dimension, ein bildgewordener Alptraum, der mit einem flauen Gefühl im Magen zurücklässt. Dagegen ist „Equilibrium“ von Alejandro Brugués reinste Freude. Auf einer Insel hausen zwei Überlebende. Als eines Tages eine fremde Schönheit angespült wird, kommt es zum Zwist zwischen den beiden Herren der Schöpfung. Die Lösung des Problems ist aber so naheliegend wie tödlich … Was der Konsum von Drogen mit einem anstellen kann, zeigt Robert Boocheck in seinem „Masticate“ und zwinkert dabei genüsslich mit dem Auge. In einer schönen neuen Welt ist für Andersartige und Nicht-Schöne kein Platz. Das zeigt der beeindruckende Beitrag „Utopia„, während „Wish“ Kinderträume real werden lässt – aber vorher kräftig mit Scheiße beschmiert.

The ABC Of Death 2“ ist eine gelungene Fortsetzung und eine erfrischend vielgesichtige Anthologie des Schreckens, die Trash-Fetischisten und Kunstliebhabern gleichermaßen ans Herzlein gelegt werden kann.

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The Walking Dead

Heikle Hetzjagd

Ein Beißer kommt selten alleine. Das wissen Kenner der Fernsehserie bzw. der Comic-Vorlage „The Walking Dead“ schon seit Ewigkeiten. Und so wird die Suche nach Utensilien zum erfolgreichen Überleben meist zu einem Wettrennen gegen Horden wankender Zombies. Bei der Brettspielvariante von „The Walking Dead“ aus dem Hause Kosmos müssen sich bis zu vier Spieler durch die Post-Apokalypse schlagen.

The Walking Dead“ kann zwar als Solovariante, zu zweit und zu dritt problemlos angegangen werden, wirklich empfehlenswert und spaßig ist es jedoch nur in der vollen Vier-Mann-Besetzung. Diese kann auf zwei unterschiedliche Arten bestritten werden, entweder im dynamischen Alle-Gegen-Alle-Wettstreit oder aber als kompetitive Team-Variante.

Im regulären Vier-Spieler-Gewusel sucht sich zu Beginn jeder Überlebende einen der sechs tragenden Serien-Charaktere aus, die jeweils mit einer Spezialfähigkeit gesegnet sind. Der junge Asiate Glenn darf einmal im Spiel einen abgelegten Ausrüstungsgegenstand wieder an sich bringen, Ex-Cop Rick darf einen versiebten Angriffswurf mit Bonus wiederholen und seine verblichene Angetraute Lori darf eine noch lebende Spielfigur ein Feld weit ziehen. Alle vier Überlebenden starten in der Mitte des Spielplans mit fünf Ausrüstungskarten auf der Hand. Hierzu gehören solch illustre Gegenstände wie Baseballschläger, Schrotflinten, aber auch die Abkürzung oder die Beeilung!-Karte.

Walking Dead-Inhalt

Nun müssen alle Spieler versuchen in beliebiger Reihenfolge die vier Eckfelder Polizeistation, Kaufhaus, Seuchenkontrollzentrum und Verlassener Parkplatz aufzusuchen und dann schleunigst zurück zum Camp in der Mitte zu gelangen. Wer an der Reihe ist, würfelt zuerst seine Bewegungsweite mit einem W6 aus und muss dann exakt so viele Felder über die in vier Regionen eingeteilte Karte laufen. Meistens landet der arme Filmheld auf einem Feld, das das Ziehen einer Begegnungskarte mit sich bringt. Aus 40 Karten wird die oberste vom gemischten Stapel gezogen. Mit viel Glück handelt es sich nur um Verlassene Straßen – in der Regel gibt es hier aber Beißer en masse, die mit Hilfe der eigenen Ausrüstung und einem Würfelwurf bezwungen werden müssen. Gelingt der Angriffswurf winken eventuell schicke Belohnungen (wie neue Ausrüstungskarten), misslingt er allerdings, verliert der arme Recke eines der seltenen Verbündetenplättchen (von denen zu Beginn jeder Überlebende zwei sein Eigen nennen darf). Beim Erreichen der Eckfelder müssen Rick und Co. sogar zwei Begegnungen nacheinander überstehen. Ist dies allerdings erledigt, winkt ein ordentlicher und spielentscheidender Bonus: im Kaufhaus lockt ein zusätzliches Verbündetenplättchen, bei der Polizei gibt es eine Angriffshilfe von +1, der Parkplatz bringt einen Bewegungspunkt mehr und bei der Seuchenzentrale hagelt es neue Ausrüstung.

Walking Dead-RückseiteDer eigentliche Clou von „The Walking Dead“ ist jedoch das Dahinscheiden eines Mitspielers. Hat der Überlebende nämlich keine Verbündetenplättchen mehr und erleidet erneut Schaden, verwandelt er sich und wird zum Beißer. Ab sofort darf er auf der Karte als Untoter herumflitzen, kann besondere Abkürzungen nutzen und darf mit den extrem mächtigen Beißer-Karten um sich werfen. Sein Ziel ist es nun, die anderen Überlebenden gekonnt um die Ecke zu bringen. Sollte er von seinen noch lebenden Mitstreitern aus den Latschen gepustet werden, steht er immer wieder als anderer Untoter auf.

Besonders interessant wird es aber erst, wenn der zweite Überlebende das Zeitliche segnet, denn dann wird das Spiel zum Team-Kampf. Die beiden Überlebenden agieren kooperativ und können sich gegenseitig den Rücken freihalten. Ihr Ziel ist es nach wie vor die vier Plättchen der Eckfelder einzusacken und zum Camp zurückzukehren. Es genügt aber, wenn einer von beiden diese schwierige Aufgabe meistert. Das Zombie-Team gewinnt, wenn alle Überlebenden Matsch sind.

Bei der bereits erwähnten Team-Variante beginnt das Spiel bereits mit zwei Überlebenden und zwei Beißern, die gegeneinander antreten.

The Walking Dead“ bietet keine innovativen Ideen, Tiefgang oder clevere Spielmechanismen, macht aber gerade als No-Brainer ordentlich Spaß. Taktische Entscheidungen sind zwar möglich und nötig, doch das Glück beim Würfeln und Ziehen der Karten herrscht überall vor und kann jede noch so gute Strategie zunichte machen. Dennoch ist es äußerst unterhaltsam, sich als Untote und Überlebende gegenseitig mit üblen Karten zu traktieren, vor allem dann, wenn das anfängliche Einzelspielergerangel zum Team-Spiel mutiert.

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Game Of Thrones ist frei

GoT_Staffel_5Die fünfte Staffel für alle

Es ist vorbei! Der Bezahlsender Sky hat nicht mehr die alleinigen Rechte für die Ausstrahlung der neuesten Staffel von „Game Of Thrones“. Ab sofort können Freunde von George R.R. Martins Fantasyepos „Das Lied von Eis und Feuer“ die gleichermaßen beliebte wie erfolgreiche TV-Umsetzung über iTunes, Amazon Instant Video und Wuaki.tv schauen. Jede Woche steht eine neue Episode in Original- und synchronisierter Version zum Download bereit. Der gesamte Staffelpass für die HD-Version kostet bei iTunes beispielsweise 28,99 Euro, eine einzelne Folge 2,99 Euro.

„Game Of Thrones: Die komplette fünfte Staffel“ soll darüber hinaus noch eine Reihe digitaler Specials bieten, darunter eine Einführung in Dorne, die Gifte von Westeros,
Kommentare der Darsteller, einen Kommentar von George R.R. Martin und eine Episode der Serie „A Day in the Life“. HBO verkündet zum Inhalt feierlich:

„In der fünften Staffel steuern viele packende Erzählstränge unentrinnbar auf ihr blutiges Ende hin. Als Reaktion auf die zahlreichen schockierenden Todesfälle in der vierten Staffel herrscht zu Anfang der neuen Staffel ein Machtvakuum, das die Hauptfiguren in Westeros und Essos neu zu füllen bemüht sind. In der Schwarzen Festung muss Jon Schnee die Forderungen der Nachtwache gegen die Ansprüche des frisch eingetroffenen Stannis Baratheon abwägen. Unterdessen bemüht sich Cercei, ihre Herrschaft über Königsmund zu erhalten; Jaime begibt sich auf eine geheime Mission; Arya such einen alten Freund auf; Tyrion ist auf der Flucht und findet eine neue Bestimmung; und Daenerys muss feststellen, dass ihre unsichere Vormachtstellung in der Stadt Meereen große Opfer erfordert.“

Blackguards Bundle

Blackguards 2 Blackguards 1Doppelt gemoppelt

Wer auf klassische Rundentaktik steht, ist bei „Blackguards“ nicht schlecht aufgehoben. Wer darüber hinaus auch noch „Das Schwarze Auge“-Rollenspieler ist, fühlt sich in dem in Aventurien angesiedelten Setting gleich doppelt wohl.

Noch bis zum 29. April um 18:00 Uhr gibt es das Doppelpaket aus „Blackguards 1“ und „Blackguards 2“ inklusive dem Download-Content „Untold Legends“ mit über 105 Stunden Gesamtspielzeit bei Steam zum Killerpreis von 12,50 Euro. Das ist viel zocken, knobeln und kämpfen für wenig Geld.

Interstellar

Interstellar
(Warner Home Video)

Die Erde ist zu einem wüsten und kargen Ort geworden. Nachdem alle natürlichen Ressourcen erfolgreich geplündert und die Natur nach ökonomischen Maßstäben effizient ausgebeutet wurde, verhungern die Menschen in Massen. Der tote Boden gibt nur noch Mais her und die Erträge reichen nur für die Wenigsten aus. Durch die geschädigte Biosphäre vermehren sich außerdem auch Pilze und Schädlinge und machen das Überleben zusätzlich schwieriger.

Der idealistische Farmer Cooper weiß um den Niedergang seiner Spezies. Die gewaltigen Sandstürme werden nicht nur häufiger, sondern auch heftiger und über kurz oder lang wird auch sein Landgut nichts mehr abwerfen – oder schlichtweg von den Staubmassen verschlungen. Dennoch gibt er die Hoffnung nicht auf und kämpft für seine junge Tochter Murphy und seinen Sohn Tom.

Als es auf dem Hof zu ungewöhnlichen magnetischen Anomalien kommt, entschlüsselt er mit seiner begabten Tochter aus den unheimlichen Sandanhäufungen ein paar Koordinaten. Kurzerhand macht sich das Vater-Tochter-Gespann auf den Weg und findet dort eine versteckte Forschungsstation der NASA. Seit der Mensch sein Augenmerk auf einen einigermaßen gefüllten Bauch und nicht mehr auf Luxusgüter und Wissenschaft richtet, muss die Organisation im Geheimen operieren. Cooper erfährt, dass bereits vor zehn Jahren zwölf tollkühne Astronauten durch ein Wurmloch in der Nähe des Saturn geschickt wurden, um dort in einer anderen Galaxis nach bewohnbaren Planeten zu suchen. Cooper soll nun ein Raumschiff ins All steuern, um die erfolgversprechendsten Neuwelten anzusteuern und neuen Lebensraum für die Menschheit zu sichern. Plan A sieht vor, die Erdenbevölkerung auf diese schöne neue Welt umzusiedeln. Sollte der Transfer jedoch nicht gelingen, hat das Raumvehikel für Plan B eine Batterie von DNS an Bord, um vor Ort eine neue Kolonie zu gründen.

Interstellar-5Schweren Herzens lässt Cooper seine Familie zurück und tritt die Reise ins Unbekannte an, in der Hoffnung seine Lieben in einigen Jahren nachholen zu können. Allerdings kommt alles anders als geplant. Schon beim ersten potentiell bewohnbaren Planeten gibt es erhebliche Komplikationen und das Team verliert nicht nur einen Wissenschaftler, sondern auch wichtige Zeit; denn die wenigen auf dem Planeten verbrachten Stunden entsprechen mehr als zwei verstrichenen Dekaden auf der Erde. Coopers Kinder sind also längst Erwachsene, vielleicht auch schon verhungert oder vom Sand begraben? Außerdem bleibt nur noch ausreichend Treibstoff, um nach dem ersten Fehlschlag einen weiteren Planeten anzusteuern. Und auch dort erwartet die verbleibende Crew eine unschöne Überraschung …

Interstellar“ lebt von einer bewegenden und dichten Inszenierung, die trotz knapp drei Stunden Spielzeit keine Minute Langeweile aufkommen lässt – und das, obwohl der Film einen äußerst ruhigen Tonfall anschlägt. Eine dichte Atmosphäre trägt den Streifen auch weit über die Grenzen der bekannten Realität hinaus, vorbei an Relativitätstheorie und Quantenphysik. Und obgleich dieses spekulativen Freiflugs, der die Grenzen des Vorstellbaren auslotet und sich nicht um physikalische Beweisbarkeiten kümmert, gelingt dem Regisseur Christopher Nolan („Inception„, „The Dark Knight„) ein kleines, aber feines Science-Fiction-Kunstwerk ganz im Stile von Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum„. Nicht ganz unbeteiligt an den eindrucksvollen Momenten und faszinierenden Szenarien ist Klangkünstler Hans Zimmer, der dem Epos einen würdigen Soundtrack zur Seite stellt, der immer wieder für Gänsehaut sorgt. „Interstellar“ zieht seine beeindruckende Kraft darüber hinaus aus dem stetigen Wechselspiel zwischen Resignation und Hoffnung, wird dabei getragen von einer ansehnlichen wie überzeugenden Schauspielerriege. Faszinierend!

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Call Of Duty: Black Ops III

COD: Black Ops III-PackshotKrieg in der Zukunft

Die Ballergemeinde hat lange darauf gewartet: der Reveal-Trailer von „Call Of Duty: Black Ops III“ ist endlich da! Wie der Vorgänger spielt auch der dritte „Black Ops“-Teil in der mehr oder weniger nahen Zukunft, geht aber offensichtlich noch einige Schritte weiter als Numero 2. Scheinbar haben sich die Entwickler bei Treyarch das aktuelle „Advanced Warfare“ genauer angeschaut und vielleicht auch den ein oder anderen Blick auf den Infanterie-Kampf von „Titanfall“ geworfen.

„‚Call of Duty: Black Ops III‘ spielt in einer düsteren Zukunft, in der eine neue Generation von Black Ops Soldaten entsteht und die Grenzen zwischen unserer eigenen Menschlichkeit und innovativer Militärrobotik verwischen“, lässt Publisher Activision stolz verlautbaren. Wer schnellstmöglich über die futuristischen Schlachtfelder fegen möchte, sollte sich den Titel gleich hier vorbestellen, denn dadurch erhält man Zugang zur Multiplayer-Beta.

Der neue Black Friday soll übrigens der 6. November sein. ein bisschen Geduld ist also noch gefragt …

Outcast – Die letzten Tempelritter

 

Outcast – Die letzten Tempelritter
(Universum)

Nicolas Cage ist zwar nicht mehr jung, aber so wie es scheint, braucht er das Geld – und zwar dringend. Zuletzt konnte man ihn in dem peinlich schlechten und christlich-versülzten Apokalypsen-Thriller „Left Behind“ bewundern, der den einst würdigen Schauspieler in biblischem Ausmaß in die Hölle des schlechten Geschmacks hinabschleuderte.

Und weil sich Onkel Cage bei seinem Auftritt als „Der letzte Tempelritter“ (2011) vermutlich bereits an heilige Kriege gewöhnt hatte, durfte er einmal mehr in „Outcast“ ins Morgenland stapfen, um im Namen des einzig wahren Gottes ein paar Heiden zu vermöbeln. Dort fallen den Ungläubigen nach liebevollem Schwerteinsatz nicht nur einige Köpfe ab, sondern Mister Cage auch von seinem Glauben. Warum es den tugendhaften Ritter nach all dem Töten dann ins ferne China verschlägt ist so abstrus wie egal. Die Handlung trägt sowieso erst einmal sein ehemaliger Schützling Jacob – gespielt von Star Wars-Nasenbär Hayden Christensen –, der auch irgendwie in China angekommen ist und dort den Königsgeschwistern Lian und Zhao aus der Patsche helfen muss. Deren älterer Bruder ist nämlich ein ausgebufftes Schlitzohr, das sogar über familiäre Leichen geht, um den Thron erklimmen zu können. Da die Hochkultur der Chinesen offenbar nicht imstande ist, die innenpolitischen Probleme selbst zu lösen, wird der öde Ritter Jacob zum Retter in der Not und gemeinsam mit seinen zwei Schützlingen dümpelt er fürderhin durch ein beklopptes wie löchriges Drehbuch. Schon nach kurzer Zeit schlafen dem Zuschauer nicht nur die Gesichtszüge ein, es könnten sich auch erste Sabberfäden der Langeweile aus dem offen Mund abseilen … Lustig und gleichermaßen peinlich wird es erst, als der gute alte Nicolas als einäugiger Bandit Gallain erneut aus dem Cast-Ärmel gezaubert wird und mit fürchterlichem Overacting das Ruder an sich reißt. Es scheint, der einst Oscar-nominierte Mime spiele um sein Leben und so hüpft, kämpft, brüllt und jammert sich Nicolas Cage um Kopf und Kragen. Ein paar Kämpfe später ist dann in jeder Hinsicht endlich Ruhe und „Outcast“ ist überstanden.

Dazwischen gibt es noch einen Haufen nicht weiter nennenswerter Actioneinlagen – sowohl vermeintlich wilde Verfolgungsjagden als auch nicht hochspannende Kampfszenen. Da diese zusätzlich noch mit einer Wackelkamera Deluxe eingefangen wurden, wird dem Betrachter kein Hochgefühl, sondern allerhöchstens Übelkeit beschert.

Trash-Fans und Hartgesottene Cage-Fetischisten könnten dennoch ihren Gefallen an „Outcast“ finden und dürften die Bierindustrie parallel dazu um ein paar Euro reicher machen (denn ohne Alkohol lässt sich das Machwerk nur schwer ertragen). Alle anderen sollten stattdessen lieber zum Zahnarzt gehen oder die Wohnung mit einer Zahnbürste putzen, das ist unterhaltsamer.

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Super Mario Kopfweh

Realistic_Mario-Brick_BlockIt’s-a me, Mario!

Wie schafft es ein einfacher, kleiner Klempner mit Übergewicht und alberner Kleidung eigentlich mit seiner weichen Rübe Steinblöcke zu zertrümmern? In Videospielen geht zum Glück alles! Aber was wäre, wenn Mario und sein grünlicher Sidekick Luigi keine virtuellen Titanschädel hätten, sondern der brutalen Realität ins finstere Auge sehen müssten?

Pete Holmes und seine Crew zeigen uns, wie es den beiden Jump ’n‘ Run-Heroen im wirklichen Leben ergehen könnte … Nichts für schwache Nerven und Hardcore-Fanboys!

Control

Kontrolle und Verlust

Und immer wieder ist ein Buch der Anfang aller Dinge. So auch bei dem grandiosen Regiedebüt des Erfolgsfotografen Anton Corbijn über das Leben des Joy Division Sängers Ian Curtis, dessen innere Qual Ausdruck in einem frühen Suizid fand. Denn in der biographischen Erzählung „Touching From A Distance“ berichtet Curtis‘ Ehefrau Deborah aus ihrer ganz persönlichen Sicht über das Leben ihres Mannes und brachte den Produzenten Orian Williams damit bereits 1997 mit der Geschichte des eigenwilligen Musikers in Kontakt – und legte somit den Grundstein für das emotionale filmische Zeitdokument „Control„, das bereits im Rahmen der Filmfestivals in Cannes, Edinburgh, Köln und Hamburg ausgezeichnet und von der European Film Academy als Europäische Entdeckung 2007 nominiert wurde.

Die Stunde der Geburt

Es gab schon vor dem Auftreten von Orian Williams erste Pläne für eine Verfilmung des Buches von Deborah Curtis, doch diese konnten niemals realisiert werden. Das aufrichtige Interesse an der Existenz ihres verstorbenen Mannes und seinem Werdegang überzeugte Deborah Curtis letztendlich doch, diese Verantwortung in die Hände von Orian Williams zu legen, der wiederum viel Herzblut in dieses Projekt investierte: „Ich wollte sicher gehen, dass der Film alle Aspekte von Ians Leben umfasst“, erinnert er sich. Aus diesem Grund wollte man auch andere Sichtweisen über Ian Curtis zu Tage bringen und andere Augenzeugen zu Rate ziehen; natürlich gehören hier auch seine Joy Division-Mitstreiter Bernard Summer, Peter Hook und Stephen Morris dazu, die sich nach seinem Selbstmord in New Order umbenennen sollten. Doch auch die Rolle und Sichtweise von Ian Curtis‘ Geliebter Annik Honoré sollte beleuchtet werden, die letztendlich am Scheitern der Curtis-Ehe beteiligt war. „Ian stand total auf Annik, und wir wollten Anniks Leben unbedingt in unserem Film unterbringen – auch wenn es in ‚Touching From A Distance‘ fast nicht erwähnt wird – und rüberbringen, dass sie eine große Rolle in der Story spielt“.

Einen Drehbuchautoren fand man in Matt Greenhaigh, der selbst Verbindungen zum Geburtsort von Ian Curtis hat und damit in gewisser Weise eine unverblümte Glaubwürdigkeit garantierte. „Mir fällt kein besserer Ausdruck ein, aber Ian ist ein Gott in Manchester. Tatsächlich an einer Bio über ihn mitarbeiten zu dürfen, ist vermutlich der Traum jedes jungen Menschen hier, der auch nur im Entferntesten etwas mit Pop zu tun hat. Da sind viele Menschen, denen man gerecht werden muss, und viele Menschen, die die Szene wie ihre eigene Westentasche kennen“, kommentierte er auf der ersten Pressekonferenz zu „Control„.

Als grandiose Wahl für den Regiestuhl erwies sich Starfotograf Anton Corbijn, der mit diesem Streifen das erste Mal die Fäden eines Filmes in die eigenen Hände nahm und mit einfühlsamen Bildern in ausdrucksstarkem Schwarz-Weiß ein bewegendes Meisterwerk erschuf. „Die richtige Atmosphäre ist Ausschlag gebend gewisse Szenen glaubwürdig zu machen. Mit Anton als Regisseur an Bord war gewährleistet, dass der Film gut werden würde“, blickt Orian Williams selbstbewusst zurück.

Lebenslauf

Es war ein trostloses Dasein in einer Zeit voller Widersprüche und Gegensätze. Der Kalte Krieg durchflutete jeden Bereich des täglichen Lebens, Formationen wie die Sex Pistols stellten sich offen gegen die Scheinmoral und das doktrinäre Wertesystem eines machthungrigen Staates. Schon mit 15 Jahren ist sich der pubertierende Ian Curtis sicher, dass er anders sein will, nicht blind mitlaufen und in der Masse mitschwimmen möchte. Zwischen David Bowie und den Sex Pistols erwächst in ihm der Traum von einem Leben abseits einengender Dogmen, von einem Leben als freier Musiker. Als er jedoch die junge Deborah kennenlernt und mit Rezitationen aus Goethes „Werther“ beeindruckt, dauert es nicht lange, bis die beiden zum Altar schreiten und sich das Ja-Wort geben. Doch schon bald bemerkt Deborah, dass sie in Ian einen eigenbrötlerischen Menschen gefunden hat, der sich ihr immer wieder entzieht und sich in eine andere Welt flüchtet.

Auf einem Konzert der Sex Pistols lernt er jedoch seine zukünftigen musikalischen Mitstreiter kennen und gründet mit diesen kurz darauf die Band Warsaw. Der Freigeist der Punkbewegung glüht in ihm auf und sein zurückhaltendes aber charismatisches Wesen scheint auf der Bühne Wunder zu bewirken. Nach einer Umbenennung in Joy Division nehmen die Vier ihre erste Single auf und veröffentlichen diese auf eigene Faust. Es beginnt ein scheinbar glanzvoller Aufstieg. Doch nach einem eher erfolglosen Konzert in London erliegt Ian das erste Mal einem epileptischen Anfall und wird dadurch mit seinem eigenen unabwendbaren Schicksal konfrontiert. In dem Song „She’s Lost Control“ verarbeitet er die Angst vor seiner Krankheit. Er kapselt sich noch mehr von seiner Frau ab und beginnt einen Absturz in tiefste Depressionen, die schließlich dazu führen, dass er seinen Job verliert – doch seine Band hält ihn weiterhin am Leben.

Obwohl er sich mit seiner Frau ein Kind wünscht, führt die Geburt seiner Tochter Natalie zu einer weiteren Entfremdung und Ian entgleitet seiner Frau noch mehr – direkt in die Arme der belgischen Journalistin Annik Honoré – und seine eigene Existenz weitet sich zusehends zu einem gewaltigen Abgrund aus. Ein Kampf den er nicht gewinnt, denn sein Leben entzieht sich mehr und mehr seiner Kontrolle …

Die Begegnung

Es waren Joy Division, die den jungen und ambitionierten Fotografen Anton Corbijn dazu brachten nach England zu ziehen und er war es wiederum, der das berühmte Foto der Band an einer U-Bahn-Station machte. Diese erste Begegnung mit Ian Curtis wirkt auf gewisse Weise auch nach vielen Jahren noch fort: „Ich habe Ian ein- oder zweimal getroffen“, lässt der Bildkünstler seine Gedanken in die Vergangenheit schweifen. „Der erste Fotoshoot in der U-Bahn-Haltestelle war sehr kurz, fünf oder zehn Minuten vielleicht. Mein Englisch war damals noch sehr schlecht – ich bin Holländer. Ich weiß noch, dass ich mich ihnen vorstellen wollte und sie sich geweigert haben, mir die Hand zu schütteln. Nachdem wir die Fotos gemacht hatten, schüttelten sie mir die Hand. Also war da schon etwas, das sie mochten, bevor sie die entwickelten Fotos sahen. Ich schickte ihnen Abzüge der Fotos, und sie gefielen ihnen. Damit standen sie allerdings alleine da. Niemand mochte die Fotos, weil niemand gerne die Hinterköpfe von Menschen ansieht. Niemand veröffentlichte sie. Die Band dagegen benutzte eines der Fotos für eine ihrer Single-Veröffentlichungen. Dann fragte ihr Manager Rob Gretton mich, ob ich nach Manchester kommen wollte, um sie in der freien Zeit ihres Videodrehs für ‚Love Will Tear Us Apart‘ noch einmal zu fotografieren. Also traf ich sie noch einmal, konnte mich aber immer noch nicht richtig mit ihnen unterhalten, weil mein Englisch immer noch nicht so gut war. Außerdem war ich wahnsinnig schüchtern. Es ist übrigens auch interessant, dass ich wegen meines schlechten Englisch überhaupt nicht verstand, worüber Ian Curtis in seinen Liedern sang. Aber mir war klar, dass es um schwerwiegende Dinge ging, einfach wegen der Art, wie Ian sie vortrug. Es fühlte sich so an, als ginge es um etwas. Das war auch einer der Gründe gewesen, warum ich nach England gezogen war. Die wenigen Male, die ich Fotos von Leuten und Bands in England gemacht hatte, fühlte sich das essenzieller an als in Holland. Bei Musikern in Holland hatte man immer das Gefühl, es ginge um ein subventioniertes Hobby. In England schien es eher um eine Flucht vor einem gewissen Leben zu gehen.“

Das Spiegelbild

Dieses Aufeinandertreffen und das Wissen um die eigenwillige Aura von Ian Curtis machte die Besetzung der Hauptrolle zu einem bedeutenden Unterfangen für das Gelingen des Filmes: „Das hat mir richtig Angst gemacht“, sinniert Anton Corbijn und fährt fort, „man fängt immer mit Schauspielern an, die sich bereits einen Namen gemacht haben, glaube ich. Dann haben wir Castings in London und im Norden des Landes veranstaltet. Und ich sah mir Probeaufnahmen auf Video an. Auf einem dieser Bänder entdeckte ich Sam Riley. Er hatte etwas, das mich an meine Zeit mit Joy Division erinnerte. Als ich Ende der Siebzigerjahre nach England kam, gab es diese blutjungen Musiker, die kein Geld hatten, die schäbig angezogen waren und herumstanden und eine Zigarette nach der anderen rauchten. Sam Riley ist genau so ein Typ. Er war dürr, hatte kein Geld und stand herum und rauchte genauso, wie ich es damals gesehen hatte. Ich hatte sofort das Gefühl, dass er absolut der richtige Typ für unseren Film war. Natürlich machte mich diese Wahl ungeheuer nervös, weil ich wusste, dass er über keinerlei Erfahrung verfügte. Aber unerfahrene Leute haben etwas wunderbar Ehrliches und Wahrhaftiges an sich. Was Sam macht, ist glaubhaft. Er hat sehr hart gearbeitet und steckte alles in seine Rolle.“

Ästhetik in Grau

Die Frage an Anton Corbijn, ob er von Anfang an plante „Control“ in Schwarzweiß aufzunehmen, führt ihn auf die Spuren der Vergangenheit zurück: „Nein. Viele Menschen glauben, dass ich meine Fotos nur in Schwarzweiß aufnehme, aber das stimmt überhaupt nicht. Ich mache viele Farbfotos. Aber meine Erinnerung an Joy Division ist in hohem Maße schwarzweiß. Wenn man sich das Bildmaterial ansieht, dass es von Joy Division gibt, dann würde ich sagen, dass 99 Prozent davon schwarzweiß ist. Das liegt sicherlich daran, dass Ende der Siebziger- und Anfang der Achtzigerjahre alle relevanten Musikmagazine in England in Schwarzweiß gedruckt wurden. Eine Band musste schon einen großen Hit gelandet haben, um in einer wichtigeren Publikation mit einem Farbfoto bedacht zu werden. Aber eine Band wie Joy Division hatte keine Hits, damals zumindest noch nicht. Außerdem waren alle ihre Plattencover schwarzweiß. Und sie kleideten sich ausschließlich in Grautönen. Ich fand, dass das die richtige Art und Weise war, an Joy Division zu denken.“

Ein kurzer Blick in ein bewegtes Leben

15. Juli 1956: Ian Kevin Curtis wird im Manchester Hospital geboren.
17. April 1974: Curtis verlobt sich mit Deborah Woodruff.
23. August 1975: Curtis und Woodruff heiraten.
20. Juli 1976: Die Sex Pistols spielen in der Manchester Lesser Free Trade Hall. Die Basis für die Gründung von Joy Division wird gelegt.
29. Mai 1977: Unter dem Namen Warsaw spielt die Band ihr erstes Konzert.
18. Juli 1977: Warsaw nehmen ihr erstes Demo auf.
25. Januar 1978: Erster Auftritt unter dem Namen Joy Division in der Pips Disco in Manchester.
Mai 1978: Rob Gretton wird Manager von Joy Divsion.
20. September 1978: Joy Division erreichen erstmals ein größeres Publikum, als sie „Shadowplay“ in Tony Wilsons TV-Show „Granada Reports“ spielen.
27. Dezember 1978: Auf der Heimkehr nach einem Auftritt in Lonson hat Ian Curtis seinen ersten verifizierten epileptischen Anfall.
16. April 1979: Ian wird Vater. Im selben Monat nehmen Joy Division ihr erstes Album „Unknown Pleasures“ auf.
9./10. November 1979: Anton Corbijn besucht das Joy Division-Konzert im Londoner Rainbow Theatre und nimmt Kontakt mit der Band auf. Am nächsten Tag fotografiert er sie zum ersten Mal.
April 1980: Anton wird eingeladen, die Band beim Dreh ihres Videos zu „Love Will Tear Us Apart“ in Manchester zu fotografieren.
18. Mai 1980: Ian Curtis begeht Selbstmord.

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