New Retro Arcade

NewRetroArcadeV2_4Die Spielhalle daheim

Es flimmerte und blinkte, es piepste und dudelte und in der Luft lag das Odeur adrenalingeschwängerten Pubertätsschweißes – die Arcade-Spielhalle war ein wundervoller Mikrokosmos, ein Refugium. Hier wuchs sie heran, die zweite Generation der Geeks, behütet und sicher.

Ein klein wenig dieses Gefühls bringt „New Retro Arcade“ zurück – leider bisher nur auf Windows-Mühlen. Mithilfe der Unreal Engine 4 darf man sich virtuell in die funkelnde Welt einer Retro-Spielhalle aufmachen. Es ist alles da, Filmposter, Kassettenrecorder mit Tapes, ein Gameboy, ein Super Nintendo und natürlich tonnenweise Spielautomaten. Wer vom Daddeln genug hat, kann gerne auch ein paar Dartpfeile werfen oder beim Bowling eine ruhige Kugel schieben.

Das Repertoire an Spielen kann problemlos durch neue ROMs erweitert werden, denn „New Retro Arcade“ fungiert als MAME-, SNES-, NES-, Genesis- und Gameboy-Emulations-Fron-End. Wenn jetzt noch Atari, Sega, Neo Geo, CD-i und andere Perlen der Vergangenheit eingebaut werden, ziehen wir dort definitiv ein. Wer mitkommen mag, kann sich die Software hier ziehen.

Dragonheart 3: Der Fluch des Druiden

Dragonheart 3: Der Fluch des Druiden
(Universal Pictures)

Das Fantasy-Genre gehörte in den 90ern nicht unbedingt zu den Kassenschlagern und dümpelte eher ungeliebt vor sich hin. Dennoch wagte sich Regisseur Rob Cohen 1996 an einen Ritterfilm mit Fantasy-Anleihen in Form des Drachen Draco. Dennis Quaid war damals noch gezwungen, den geschuppten Freund zu opfern, um dem niederträchtigen König Einon den Garaus zu machen. Vier Jahre später folgte eine kaum nennenswerte Fortsetzung und nun ein dritter Teil. Der Hadrianswall hat schon ein paar Jahre auf dem steinigen Buckel und wird von korrupten Truppen bewacht, die dem im Süden lebenden Volk den letzten Heller aus den Rippen leiern. Gareth wollte ursprünglich einer der angesehenen Ritter werden, muss sein Glück nun aber gezwungenermaßen im feindlichen Norden versuchen, dem Land der „wilden Heiden“. Als er einen Kometen vom Himmel stürzen sieht, wittert er fette Beute, findet stattdessen jedoch den Drachen Drago. Der geht mit ihm ein Bündnis ein, da der junge Knappe seinem Nachwuchs das Leben gerettet hat. Fürderhin kämpfen sie gemeinsam gegen einen bösen Druiden, der sein Volk in den Krieg führt und nur Hass und Tod kennt. Zum Glück bekommt das ungleiche Duo noch Unterstützung aus den keltischen Reihen … „Dragonheart 3“ wird leider von einem schwachen und lückenhaften Drehbuch im Keim erstickt. Die Story wirkt konstruiert, die Charaktere sind eindimensional und der Drache hat das Charisma eines geruchlosen Fürzchens.

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Elfen: Der Kristall der Blauelfen

J.L. Istin/Kyko Duarte/Saito
„Elfen: Der Kristall der Blauelfen“ (1)
(Splitter)

Der Comic-Spezialist Splitter hat mit der Fantasy-Saga „Elfen“ eine interessante Reihe in petto, die bereits einige Ableger hervorgebracht hat. Und obwohl die einzelnen Bände in sich abgeschlossene Geschichten erzählen, lohnt es sich dennoch beim ersten Band anzufangen und dem gesamten Zyklus zu folgen. Schon optisch macht der Hardcoverband einiges her, denn die Zeichnungen von Kyko Duarte lassen in Zusammenspiel mit der Kolorierung von Saito über alle 54 Seiten hinweg staunen. Die Handlungsträger wurden zudem detailreich und mit viel Charaktertiefe eingefangen. Die Szenerien sind atmosphärisch und beflügeln die Fantasie des Lesers – hinter allem scheint sich eine interessante Geschichte zu verbergen und mit jeder Seite möchte man tiefer in die Abenteuer eintauchen. Die Story selbst ist pointiert und bietet einige kecke Überraschungen.

Die attraktive Blauelfe Lanawyn und ihr treuer Menschengefährte Turin finden die Hafenstadt Ennlya entvölkert vor. Die stolzen Blauelfen wurden allesamt abgeschlachtet. Ein einzelner Yrlanischer Dolch am Ort des Geschehens weist auf den verfeindeten König Rinn und sein Volk als Täter hin. Um einen Krieg zu vermeiden, machen sich die beiden auf eine lange Reise, die nicht ganz so verläuft wie geplant …

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Retro-Chaos mit Pacapong

PacapongPongende Pac-Invaders

Was haben „Pac-Man“, „Pong“ und „Space Invaders“ gemeinsam? Ja, wir haben in unserer Kindheit oder Jugend stunden-, tage- und wochenlang unsere Zeit damit verdaddelt. Aber jetzt können alle drei Klassiker auf einmal genossen werden … und das hat nichts mit bewusstseinserweiternden Substanzen zu tun.

In „Pacapong“ könnt ihr mit einem Pongschläger einen Pac-Man-Ball durch ein entsprechendes Labyrinth mit Pillen und Geistern schießen. Einmal abgefeuert, könnt ihr den kleinen gelben Mampfer noch leicht durch die Gänge steuern – letzten Endes eiert er aber direkt auf die andere Seite des Spielfeldes zu. Dort muss der Gegenspieler versuchen, den kleinen Fresser wieder zurückzubefördern. Das wäre ja alles viel zu einfach, wären da nicht noch ein paar Space Invaders, die sich von oben auf den eigenen Schläger herabstürzen. Diese müssen mit den eingesammelten Pillen beschossen werden, um den eigenen Exitus zu verhindern. Um das Chaos perfekt zu machen, schaut zwischendurch auch noch mal Donkey Kong vorbei und wirft mit Fässern – was auch sonst? – um sich. Alles natürlich in schickem Retro-Look und -Soundgewand.

Das Spiel könnt ihr für Linux, Mac OSX und Windows hier herunterladen.

Joy Division auf Teletubbies

TeletubbiesTinky-Winky in der „Atmosphere“

Egal ob Tinky-Winky, Dipsy, Laa-Laa oder Po, die vier knallbunten Antennenviecher aus dem Kleinkinderprogramm sind für nicht-alkoholisierte Erwachsene laut jüngster Forschungen nicht länger als 5 Minuten zu ertragen, ohne den eigenen IQ zu gefährden.

Werden den Teletubbies aber die Farben entzogen und ein paar schicke Filter darübergelegt, kann der hirnzersetzende Effekt aufgehoben werden. Kombiniert man die neu gewonnenen Schwarz-Weiß-Bilder jetzt noch mit einem Post-Punk-Klassiker, kann sogar Kunst daraus entstehen. Aber ganz egal wie: Joy Divisions „Atmosphere“ kriegt durch die Verteletubbiesierung einen ganz eigenen Charme …

Die Boxtrolls

Die Boxtrolls
(Universal Pictures)

Das lauschige Städtchen Cheesebridge hat ein Problem: Im Untergrund hausen die gefürchteten Boxtrolle, hässliche Geschöpfe, die in Kisten stecken und nachts durch die Straßen schleichen, um kleine Kinder zu entführen und dann in ihren Höhlen zu verspeisen. Zumindest behauptet das der hässliche Boxtroll-Kammerjäger Archibald Snatcher mit seinen drei Spießgesellen. Sollte er es nämlich schaffen, die Trolle auszurotten, wird er in den Rang der Herrschenden aufsteigen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, denn „leider“ sind die Boxtrolle überhaupt keine Monster, sondern haben vor einigen Jahren lediglich einen menschlichen Jungen in ihre Reihen aufgenommen, dessen Leben in Gefahr war. Und dieser, Egg genannt, wagt sich eines Nachts auf die Oberwelt, um dem Aussterben seiner Familie entgegenzuwirken. Durch einen Zufall lernt er dabei die neugierige Tochter des Bürgermeisters kennen, und gemeinsam kommen die beiden hinter ein gewaltiges Komplott. Die 3D-Stop-Motion-Spezialisten von Laika („Coraline„, „Paranorman„) haben ein einzigartiges, düsteres und faszinierendes modernes Märchen geschaffen, das vor ausgefallenen Ideen und britischem Humor nur so strotzt. Herausragend sind vor allen Dingen die skurrilen und expressiven Figuren, fernab von Kitsch und Schönheit. Action und Albernheiten, Grusel und Groteskes reichen sich hier in harmonischer Abstimmung die Hand.

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Apokalypsen-Arnie

MaggieDie Endzeit naht

Als Conan oder Terminator machte Arnold Schwarzenegger stets eine gute Figur. Auch wenn er dem „Predator“ im Dschungel die Alien-Fresse polierte oder als „Last Action Hero“ ironisch ein ganzes Genre bloßstellte, war er immer eine Art durchtrainierter Bud Spencer Hollywoods.

Mit „Maggie“ wagt sich Arnie an eine Independent-Produktion heran, die den taffen Superhelden erstmals auch von einer verletzlichen Seite zeigt. Das post-apokalyptische Horror-Drama scheint auf den ersten Blick lose an den PlayStation-Klassiker „The Last Of Us“ und an das eindringliche Endzeit-Drama „The Road“ angelehnt zu sein. Der liebende Vater Wade (Arnie) versucht seine infizierte Tochter Maggie (Abigail Breslin) bis zuletzt zu beschützen. Sie hat sich einen tödlichen Virus eingefangen, der sie langsam in einen kannibalistischen Zombie verwandelt. Da muss sogar der hartgesottene „I’ll be back“-Recke ein paar Tränen vergießen …

Der Schatz der Tempelritter

Jordan Mechner/LeUyen Pham/Alex Puvilland
„Der Schatz der Tempelritter – Erstes Buch: Salomons Diebe“
(Carlsen)

Tempelritter Martin ist gerade erst (1307 n. Chr.) aus Akkon nach Paris zurückgekehrt, da sucht ihn schon eine alte Liebschaft heim. Als er daraufhin zu tief in die Flasche schaut, entkommt er mit seinen beiden Freunden durch trunkenen Zufall nur knapp der königlich angeordneten Verhaftung seines ganzen Ordens. Seine Flucht vor der weltlichen Obrigkeit verläuft jedoch nicht so glatt wie gewollt und so muss er erst einige Zeit in dunklen Verließen sitzen, bis ihm ein Ausbruch gelingt. Im darauffolgenden Frühjahr gerät er an Bruder Dominik und seinen etwas ruppigen Haufen von Tunichtguten, die ihm ein bedeutendes Geheimnis anvertrauen: Es gibt einen wertvollen Templerschatz, den der Orden noch rechtzeitig vor der politischen Verfolgung in Sicherheit bringen konnte – und nur Dominik und seine Mannen kennen den Ort. Dummerweise sind auch die Schergen des französischen Königs dem Gold auf der Spur und es kommt zu einem unschönen Zusammentreffen. Jordan Mechner erzählt in diesem historischen Comic eine humorvolle wie historisch fundierte Abenteuergeschichte, die von ihren lebendigen Protagonisten, einem spannenden Plot und einer schicken Kulisse lebt.

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The Dragons Of Camelot

Die Ritter der Rafeltunte

Angenommen es hätte tatsächlich irgendwann einen historischen König Artus gegeben, so würde er sich bei diesem Machwerk nicht nur im Grabe umdrehen, er würde vermutlich die eigene Tafelrunde vollkotzen. Zwar spielt der Mythenkönig in „The Dragons Of Camelot“ nur eine kleine Nebenrolle, denn er darf sich zu Beginn in die ewigen Jagdgründe verdrücken, aber sein Erbe wird hier konsequent dilettantisch durch den Dünnpfiff gezogen.

Das beginnt schon beim vor Klischees triefenden Cover. Vor einer gigantischen Burg kämpfen ein paar schwer berüstete Ritter, während ein riesiger Drache seinen flammenden Odem auf das Schlachtfeld speit. Sieht schick aus, ist es aber nicht. Denn die getragenen Panzerungen gab es zu Zeiten des Tafelrunden-Idealherrschers noch überhaupt nicht – vom wehrhaften Bauwerk im Hintergrund ganz zu schweigen. Um so viel Blödsinn wieder wett zu machen, haben die Verantwortlichen aber groß auf die Verpackung geschrieben: „Ein Fantasy-Spektakel vom Regisseur von Schwarzeneggers ‚Phantom Kommando'“. Oha, der stumpfe und überdies blöde Actionmurks aus dem Jahre 1985 soll hier als ruhmreicher Kaufanreiz dienen? Stellt sich nur die Frage, warum „Meisterfilmemacher“ Mark L. Lester in all den Jahren kaum Erwähnung fand? „The Dragons Of Camelot“ ist der Beweis, dass er vielleicht lieber Wurstwasser destillieren oder Kuchen mit Furunkelcreme backen sollte – beides wäre allemal erfreulicher als dieser öde Mythenmurks.

Doch zurück nach Camelot: Dort macht König Artus gerade den Abgang auf dem Sterbebett. Sein Nachfolger soll der verbannte Lancelot werden. Der junge Galahad wird auf die Queste geschickt, den gefallen Ritter und eigenen Erzeuger in einer Person ausfindig zu machen. Doch bevor es so weit kommt, lässt die böse Morgain ihren neuen Verbündeten auf die versammelte Trauerrunde los: einen Drachen. Der vertreibt die etwa zehn Statisten, denen die Angst glaubwürdig ins Gesicht geschrieben steht … nicht. Die böse Le Fay-Zaubertante hat das Warten auf die Macht von Greyskull (oder so) endgültig satt und greift mit ihrem schlagkräftigen Heer – von etwa fünf Mann – Camelot an, das ebenfalls nur von einer Handvoll Komparsen verteidigt wird. Bei dem äußerst lahmarschigen Gefecht geht nicht nur das berühmte Schwert Excalibur zu Bruch, auch die Herrin der Burg, Lady Guinevere, wird gefangen genommen. Galahad kann aber fliehen, leider, denn sonst wäre das Trauerspiel hier schon beendet; und so beginnt eine lustige Odyssee durch Britannien. Ganz zufällig sind die ersten Räuber, die ihn überfallen wollen, Ritter Parzifal und ein paar andere Ex-Tafelrundler. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, weitere Krieger aufzugabeln, ein paar Pixeldrachen zu enthaupten oder aufzuschlitzen, das olle Made-in-China-Excalibur wieder zu reparieren und sätzeweise Stuss von sich zu geben.

Selbstverständlich muss auch noch der alte Zauberzausel Merlin irgendwo eingebaut werden. Der hockt nämlich seit etlichen Jahren völlig vergessen genau in jenem Turm, in den auch Guinevere geworfen wird. Durch die jüngsten Ereignisse und das gute Zureden der Herrscherin kommt der weise Magier endlich auf die Idee, sich mal zu befreien und sülzt ein paar alberne Reime vor sich hin, die selbst die gute alte „Das Schwarze Auge“-Lyrik („Flim Flam Funkel, bring Licht ins dunkel“) in den Schatten stellt.

Für Trash-Liebhaber mag das alles verlockend klingen, aber leider ist es das nicht. Selbst ein Popcorn-Einlauf oder zig Promille können „The Dragons Of Camelot“ nicht zu einem unterhaltsamen Streifen machen.

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Verlosung: Wrong Turn 6

Wrong Turn 6 - Last Resort - Unrated (Blu-ray)_2DPMutanten im Unterholz

Der Horrorfilm lehrt uns schon seit Dekaden, dass insbesondere amerikanische Wälder ihre unschönen Nebenwirkungen haben können. Im Falle der „Wrong Turn„-Reihe sind diese ziemlich hässlich und tödlich. Durch Generationen von Inzest zurechtmutiert, hüpfen ein paar echt widerliche Burschen durch den Backwood und slashen vergnüglich vor sich hin.

Im sechsten Teil, „Wrong Turn 6 – Last Resort„, erbt der junge Danny unverhofft ein uraltes Anwesen irgendwo in den Hügeln von West Virginia. Gemeinsam mit seinen dynamischen und erfolgreichen Yuppie-Freunden fährt er zu dem schicken aber heruntergekommenen Herrenhaus, um sich seiner Vergangenheit zu stellen. Und die ist gar nicht mal so rosig … Es dauert nicht lange, da hüpfen die entstellten und entarteten „Stars“ der Reihe, Three Finger, Saw Tooth und Co., durch das Bild und begehen ein blutiges Gemetzel. In bester „Wrong Turn„- und Slasher-Manier spritzt aber nicht nur das Blut in rauen Mengen, sondern auch eher lendenorientierte Körpersäfte – mit nackter Haut wird ebenso wenig gespart wie mit glibbrigen Innereien.

Constantin Film hat uns zwei DVDs und zwei Blu-rays spendiert, die wir unter allen interessierten Volljährigen verlosen. Ihr müsst euch nur unten eintragen und hinter euren Nachnamen in Klammern „DVD“ oder „BD“ schreiben, damit wir euch das Wunsch-Format zusenden können – sofern ihr am 03. April gezogen werdet.

Danke für’s zahlreiche Mitmachen! Die Verlosung ist vorbei.