Dead Space

Dead SpaceIm Weltraum hört dich niemand schreien

Eigentlich begann alles mit einer gewöhnlichen Reparaturmission. Denn um das riesige Abbau-Schiff USG Ishimura, das in den fernen Weiten des Weltalls wertvolle Substanzen fördert, ist es mit einem Male verdächtig still geworden. Aus diesem Grund ist der Auftrag von Ingenieur Issac Clarke und seiner Crew, die Kommunikationseinrichtungen der Raumstation wieder instand zu setzen und dann Feierabend zu machen. Doch in Electronic Arts nervenzerreißendem Horror-Action-Abenteuer „Dead Space“ kommt natürlich alles anders, als geplant.

Denn schon beim Andocken an die Ishimura gibt es die ersten Probleme und die Lage verbessert sich im weiteren Verlauf der Geschehnisse nicht wirklich. Vielmehr dauert es nicht lange, bis die Reparatureinheit erste Tote findet und damit in eine Hölle unvorstellbaren Ausmaßes gerät. Mit einem Mal stürzen sich abscheuliche Monstren aus den Lüftungsschächten und attackieren die Mannschaft und der eigentlich friedliche Einsatz wird zu einem grausamen Kampf ums nackte Überleben.

Dabei kombiniert „Dead Space“ auf gelungene Weise Elemente aus Filmen wie „The Thing„, der „Aliens„-Reihe oder „Event Horizon“ mit Spielehits a la „Resident Evil“ oder „Bioshock„, erschafft sich aber dennoch einen eigenständigen und packenden Kosmos. Dieser überzeugt vor allen Dingen mit einer unvorstellbar dichten Atmosphäre, die ab dem ersten Spielmoment fesselt. Dolby Digital 5.1-Ton vorausgesetzt, zaubern die Spieledesigner ein beängstigendes und bestechendes Klangerlebnis, das nicht nur Spannung, sondern tatsächliche Furcht verbreitet. Da surren Generatoren, knarzen die metallenen Bordwände, schlagen freihängende Kabel gegen Metall und überall aus dem Dunkel dringen beängstigende Geräusche. Mal schreien Menschen, dann hört man ein Trippeln – Zeit zum Ausruhen und Durchschnaufen gibt es nicht. Dazu kommt die atemberaubende grafische Darstellung des Settings, die keinerlei Wünsche offen lässt. Obwohl einige Teile der Ishimura öfters durchlaufen werden müssen, bleibt repetitive Ödnis vollkommen aus. Immer wieder erfreuen neue Raumdesigns und Abschnitte das Auge, besser gesagt, beängstigen die Seele. Denn auch hier herrscht allzeit eine bedrückende Stimmung – der Tod lauert überall.

Davon künden etliche grausam verstümmelte Leichen oder Teile selbiger. Wände und Böden triefen vom roten Lebenssaft und man wird immer wieder Zeuge von grässlichen Geschehnissen, wie dem schockierenden Selbstmord eines Besatzungsmitgliedes der Ishimura, der seinem ausweglosen Schicksal selbst ein Ende bereitet. Denn tötet er sich nicht selbst, wird er Opfer einer widerwärtigen Spezies, die das gesamte Schiff überrannt hat. Schlimmer noch, diese Monstren verleiben sich menschliche Opfer ein und wandeln sie in abnorme Ungetüme um, die ein wenig an Carpenters „Ding aus einer anderen Welt“ erinnern. Humane Züge sind bei den kriechenden, taumelnden oder mit Wänden verwachsenen Schrecken noch vage zu erkennen, doch ihr einziges Bestreben ist der Tod unseres Alter Egos. Zum Glück gibt es da an Bord noch einige Waffen, mit denen man den Viechern zu Leibe rücken kann, wobei man dabei nicht einfach kopflos ballern darf, sondern chirurgisch präzise deren Gliedmaßen abtrennen muss, denn nur so kann man die Bestien wirklich stoppen. Somit ist ein ruhiges Händchen gefragt und ein kühler Kopf zugleich, denn die grotesken Gegner treten nicht immer alleine auf.

Neben der atemberaubenden Grusel-Action haben die Entwickler vor allem aber auch eine packende Story ersonnen, die glaubwürdig präsentiert wird. Kleine, selten wirklich anspruchsvolle, Rätseleinlagen sorgen für etwas Abwechslung. Auch die Idee sämtliche Waffensysteme und Rüstungen aufwerten zu können, ermöglicht immer wieder neue Herangehensweisen im Spiel. Zudem gibt es die Möglichkeit über sogenannte Stase-Module kurzfristig die Zeit zu verlangsamen, was besonders knifflige Situationen besser lösbar macht. Gut gelungen sind auch die Abschnitte in völliger Schwerelosigkeit, als auch immer wieder Bereiche, in denen keine Luftversorgung zur Verfügung steht – da ist Schnelligkeit gefragt.

Die Kombination aus alledem macht „Dead Space“ zu einem der besten Spiele des Jahres 2008 und vor allem auch zu einem der herausragendsten Horror-Spielerlebnisse für PC, Xbox360 und PS3 aller Zeiten!

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The Heart Is Deceitful Above All Things

913GPjaefjL._SL1500_Abgründe des Lebens

Es gibt Filme, die schlichtweg unterhalten wollen und solche, die sich wie ein Bohrer in die eigene Psyche fräsen und für immer Spuren hinterlassen. Asia Argento ist mit „The Heart Is Deceitful Above All Things“ ein feinfühliges Werk gelungen, das alles andere als unterhaltsam ist, sondern sich mit seiner tiefgründigen psychischen Grausamkeit geradewegs in die Magengrube bohrt. Und niemand geringeres als Marilyn Manson persönlich gibt sich in diesem grandiosen Drama die Ehre.

Der siebenjährige Jeremiah hat ein glückliches Leben bei seinen Pflegeeltern verbracht – eine Existenz ohne Kummer, Entbehrungen oder Sorgen. Doch mit einem Mal taucht seine leibliche Mutter auf und entreißt ihn dieser harmonischen Eintracht. Aber seine Gebärerin ist alles andere als eine stabile Persönlichkeit: sie ist in keinster Form in der Lage ihr Leben unter Kontrolle zu bringen, was ihre massive Drogensucht nicht wirklich begünstigt. Und so beginnt für den Jungen ein Martyrium, ein abgründiger Untergang in eine Hölle, die keine Liebe und Sicherheit kennt. In kurzer Zeit wird er mit der Dunkelheit des Seins konfrontiert und in immer neuen Kapiteln seines Abstiegs mit anderen Facetten des Unmenschlichen konfrontiert: Alkohol, Gewalt, Drogen, sexueller Missbrauch …

Während seine Mutter fortwährend zerbricht, überlebt Jeremiah jede Peinigung und scheint sogar daran zu wachsen. Es entsteht nach kurzer Zeit eine befremdliche Liebe-Hass-Beziehung zwischen Mutter und Sohn, eine schmerzliche Abhängigkeit, die die Schicksale der beiden unzertrennlich miteinander verklebt.

Asia Argento hat dabei nicht nur das Drehbuch verfasst, sondern übernimmt auch den Regiestuhl und die Hauptrolle der fragilen Sarah. In einzelnen Abschnitten, gleich einzelner Episoden, erzählt sie die tragische Geschichte der beiden Protagonisten, setzt den Jungen immer neuen Qualen aus. Eigens für die Rolle des Trailer-Trash Jackson hat Marilyn Manson auf seine oberflächlichen Schock-Allüren verzichtet und tritt ungeschminkt und sogar überzeugend in seiner Rolle auf – eine weitere destruktive Beziehung für den jungen Jeremiah …

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Rob Zombie’s Halloween

Das maskierte Böse

51n1Fo1cWpLBei Horror-Fans löst der Name Haddonfield gleich eine ganze Reihe von Assoziationen aus, denn dieses amerikanische Kleinstädchen wurde von Kult-Regisseur John Carpenter bereits 1978 zum Schauplatz für einen der erfolgreichsten Slasher-Klassiker auserkoren. Denn hier suchte der bösartige Massenmetzger Michael Myers das erste Mal seine Opfer heim, in und an „Halloween“. Und am 25.10.2007 startet das Remake aus Rob Zombies Feder nach einem äußerst erfolgreichen Einschlag an den amerikanischen Kinokassen auch hierzulande.

Bereits mit den blutigen Horror-Spektakeln „Haus der 1000 Leichen“ und „The Devil’s Rejects“ konnte sich der White Zombie-Frontmann auch im Filmsektor einen Namen machen und dies bescherte ihm den Auftrag, dem „Halloween“-Original neues Leben einzuhauchen. Anfangs lehnte der Rockmusiker das Projekt dankend ab, denn in der Regel hält Rob nicht viel von Remakes. „Aber dann habe ich erkannt, dass wir Dracula immer noch als Stummfilm sehen würden, wenn er nicht neu verfilmt worden wäre“, erinnert sich Rob. Und so nahm er sich das Originaldrehbuch von John Carpenter vor und versuchte dort eine zweite Ebene zu finden, um dem Streifen ein neues Gesicht zu verpassen. „Es gibt zahlreiche Dinge, von denen dir erzählt wird, die du aber nie zu Gesicht bekommst“, erklärt der Rockmusiker, „und so dachte ich, könnte ich genau da einsteigen und all das Zeug zeigen und weiter darauf aufbauen.“

So erzählt zwar auch Rob die Geschichte des psychopathischen Massenmörders Mike, der nach seinem Ausbruch aus der geschlossenen Irrenanstalt an Halloween seine verschlafene Heimatstadt aufsucht, um mit seiner Vergangenheit auf grausame Art aufzuräumen, aber dies mit zeitgemäßen und deutlich blutigeren Darstellungen. Und passend zu Halloween wandelt das maskierte Böse erneut durch die Straßen Haddonfields …

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Pan’s Labyrinth

51UtgNizINLDie Perversion der Unschuld

Das Genre des phantastischen Films hat in den letzten Jahren einen unerwarteten Beliebtheitsgrad erreicht und weiß mittlerweile nicht mehr nur noch Minderheiten zu begeistern, sondern ganze Völkerscharen in die Kinosäle zu locken. Auf solch kommerziell erfolgreichen Trends schwimmen dann auch weniger erfreuliche Ableger – beispielsweise Verfilmungen trivialen Fantasymülls halbwüchsiger Autoren – mit, die hier den schnellen Euro wittern und das öffentliche Interesse ausnutzen wollen.

Antithetisch zu solch kunst- und qualitätsloser Massenware, hat sich der mexikanische Erfolgsregisseur Guillermo del Toro einem märchenhaften Thema zugewandt, dass auch ohne epische Drachenritte und kitschigen Heldenmut auskommt, sondern vielmehr mit einer atemberaubenden Bildästhetik, einer zauberhaften Erzählweise und einer intelligenten Geschichte zu faszinieren weiß. „Pan’s Labyrinth“ ist eine feinfühlige Fabel, eine metaphorische Verschmelzung einer grausamen Realität und einer magischen Anderswelt.

Erzählt wird die berührende Geschichte der kleinen Ofélia, die mit ihrer hochschwangeren Mutter zum Stiefvater in eine ländliche Gegend Nordspaniens zieht. Der Stiefvater, Capitan Vidal, hat dort 1994, also kurz nach dem Sieg von Francos faschistischen Truppen, den Auftrag übernommen, die republikanischen Rebellen zu bekämpfen. Schon kurz nach Ofélias Eintreffen in ihrer neuen Heimat kristallisiert sich Vidal als unberechenbarer, brutaler Unmensch heraus, eine Verkörperung des faschistischen Machtapparates, der das Mädchen in eine geheimnisvolle Fantasiewelt flüchten lässt, bevölkert von wundersamen, schaurigen und mythischen Fabelwesen. In ihrem neu erschaffenen Kosmos findet das Mädchen nicht nur Zuflucht, sondern wird mit Ängsten und Träumen konfrontiert, die ihr helfen, den Schrecken der Realität zu trotzen.

Guillermo del Toro, dem Kinopublikum bereits durch international gefeierte Filme, wie „Cronos“ (1993), „The Devil’s Backbone“ (2001), „Blade II“ (2002) und „Hellboy“ (2004), bekannt, hatte die Idee zu diesem Streifen ursprünglich schon vor vielen Jahren: „In seinen Ursprüngen ähnelt das Drehbuch von ‚Pan’s Labyrinth‚ meiner allerersten Version von ‚The Devil’s Backbone‚. Aus dem Drehbuch wäre auch mein erster Film geworden, wenn ich es damals geschafft hätte, die dafür nötige Finanzierung zu beschaffen. Auch wenn Ähnlichkeiten geblieben sind, ist die neue Version von ‚Pan’s Labyrinth‚ trotzdem sehr anders ausgefallen, denn meine sentimentale Seite hat letztendlich die Oberhand behalten. ‚Pan’s Labyrinth‚ spielt nach dem Bürgerkrieg in der Franco-Ära und befasst sich daher mit dem Faschismus, genauer gesagt, mit dessen Wesen. ‚Pan’s Labyrinth‚ erzählt diese Geschichte jedoch nicht direkt, sondern auf mittelbare, verschlüsselte Art, denn ich liebe Filme, die zum Nachdenken anregen. Für mich repräsentiert Faschismus den ultimativen Horror; aus diesem Grunde ist er das ideale Thema, um ein Märchen für Erwachsene zu erzählen. Denn Faschismus ist vor allem eine Perversion der Unschuld, und daher auch der Kindheit. Für mich repräsentiert der Faschismus so etwas wie den Tod der Seele, denn er zwingt dazu, qualvolle Entscheidungen zu treffen, die unauslöschliche Narben tief im Innersten derer zurücklassen, die ihn durchlebt haben. Daher ist das wirkliche ‚Monster’ in diesem Film Capitan Vidal, gespielt von Sergi López, ein sehr reales Monster, verglichen mit denen, die im Labyrinth lauern. Faschismus verzehrt einen, Zentimeter für Zentimeter; nicht unbedingt physisch, aber ganz sicher auf geistiger Ebene. Diese Sichtweise lag zwar schon ‚The Devil’s Backbone‚ zugrunde; aber ich glaube, in ‚Pan’s Labyrinth‚ habe ich sie besser umgesetzt, denn dieser Film ist noch dunkler, viel komplexer und metaphorischer.“

Seine Ideen bezieht der Mexikaner nicht etwa aus anderen Filmen oder orientiert sich an irgendwelchen Trends, sondern an zeitloser Literatur und Kunst. So standen einige reale Gemälde Pate für die skurrilen Kreaturen des pan’schen Zauberreichs: „Ich war immer schon sehr beeinflusst von dem spanischen Maler Goya, besonders von seinen schwarzen Bildern, die für mich seine beeindruckendsten sind. Das Gemälde von Saturn, der seinen Sohn verschlingt, war zum Beispiel eine der wichtigsten Inspirationen für Pale Man, eine der Hauptfiguren innerhalb des Labyrinths. Für die Atmosphäre als Ganzes habe ich mich dieses Mal jedoch stark von den Arbeiten des Illustrators Arthur Rackham leiten lassen. Ich habe versucht, mich in die Perversität und die sehr sexuellen Inhalte seiner Werke einzufühlen. Die Geschichten aller Märchen handeln entweder von der Rückkehr in den Mutterleib – den Himmel, das Zuhause – oder davon, in die Welt hinauszugehen und seinen persönlichen Dämonen entgegen zu treten. Wir sind alle Kinder, die durch ihre eigene Fabel wandern.“

Sein Mut einen eigenständigen, tiefgründigen Film zu schaffen, eine vielschichtige, bildreiche Story zu realisieren, jenseits marktwirtschaftlicher Interessen, wurde bisher nicht nur von zahlreichen Zuschauern, sondern auch von einer Reihe an Jurys mit Lob und Auszeichnungen belohnt. Bereits Anfang des Jahres wurde „Pan’s Labyrinth“ von der National Society of Film Critics in New York zum Best Picture 2006 gewählt. Neben weiteren Auszeichnungen durch die Filmkritiker in San Fransisco, Washington DC und New York, ist „Pan’s Labyrinth“ auch von der British Academy of Film and Television Arts als Bester nicht-englischsprachiger Film nominiert worden. Eine ganz besondere Ehre sind für del Toro die insgesamt vierzehn Nominierungen für die spanischen Goya-Awards, u.a. als Bester Film und Bester Regisseur. Und auch Hollywood weiß das Werk zu schätzen, das in Los Angeles von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für den Oscar in sechs Kategorien nominiert wurde.

Ein Erfolg der beweist, dass auch in unserer schnelllebigen und oberflächlichen Ära, noch Qualität vor Quantität steht, noch immer Kreativität mehr zählt, als Konsumorientiertheit, kurzum es noch immer einen Platz für wahre Kunst und innere Schönheit gibt.

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Pandorum

PandorumDunkle Unendlichkeit

Das Weltall. Schon immer Teil menschlicher Visionen und Träume. Eine unvorstellbare Unendlichkeit voll schillernder Geheimnisse. Doch die unendlichen Weiten nähren auch unsere Urängste vor dem Unbekannten, vor einer finsteren Bedrohung, vor einem namenlosen Schrecken. Am 1. Oktober wird der düstere Science-Fiction-Thriller „Pandorum“ die deutschen Kinosäle zum Zittern bringen und dem Kinopublikum das Fürchten lehren.

Ein zartes und warmes Idyll, eine wohlige und vertraute Zweisamkeit wird mit einem Male durch ein bitteres Erwachen zerfetzt. Da ist nur noch Leere und Isolation in einer grauenhaften, kalten Dunkelheit. Die Schlafkammern des Raumschiffs speien die beiden Astronauten Payton (Dennis Quaid) und Bower (Ben Foster) wie zwei Neugeborene aus, in eine bittere Endzeit, in ein hoffnungsloses Nichts. Ihre Erinnerungen sind verblasst und ihre Identität verschwommen. Auf Paytons Frage, „Wo ist der Rest der Crew?“, kann der jüngere Bower nur niedergeschlagen entgegnen: „Außer uns ist keiner mehr da!“ Sie scheinen die einzigen Überlebenden zu sein, irgendwo 500 Millionen Meilen von der Erde entfernt im gähnenden Nichts des Universums. Was ist aus der Welt geworden, die noch immer in ihren fahlen Erinnerungen umherspukt. Was ist mit der Menschheit geschehen?
Auf sich alleine gestellt, entscheiden die Beiden sich aufzuteilen. Denn ihre hoffnungslose Lage wird noch dadurch verschlimmert, dass die Energieversorgung des Raumschiffs vor einem Zusammenbruch steht und den zwei Kosmonauten nicht mehr viel Zeit bleibt. Um dem Tod in der Dunkelheit des Alls zu entgehen, quält sich Bower durch die beklemmend engen Luftschächte des Raumboliden, um die Kommandobrücke ausfindig zu machen, während Payton vor Ort bleibt und wenigstens über Funk mit ihm kommunizieren kann.

Das großartig inszenierte Setting verströmt einen bitteren Odem klaustrophobischer Pein. Erinnerungen an „Alien“ oder „Event Horizon“ werden wach, wenn ein hochtechnisiertes Raumgefährt zu einem Ort des Schreckens und der Angst wird. Die furchtbare Geräuschkulisse und die bedrückende Ungewissheit sorgen für einen abgründigen Nervenkitzel, der sich nach und nach steigert. Denn bald müssen Payton und Bower herausfinden, dass sie hier nicht alleine sind und es entwickelt sich ein fulminantes Katz- und Mausspiel, dessen Ausgang wie ein Damoklesschwert über dem Schicksal der gesamten menschlichen Rasse schwebt.
Die erste Klappe für den Zukunftsthriller aus dem Hause Constantin fiel bereits im August letzten Jahres und konnte sich eines 40 Millionen Dollar-Budgets erfreuen. Auf dem Regiestuhl findet sich Christian Alvart, der gemeinsam mit Travis Milloy auch die Idee zu „Pandorum“ entwickelte und mit ihm gemeinsam das Drehbuch verfasste. Durch den erfolgreichen deutschen Thriller „Antikörper“ aus dem Jahre 2005 konnte sich Alvart einen Namen machen. So drehte er fast zeitgleich neben diesem Science Fiction-Projekt auch einen weiteren Thriller namens „Fall 39“, der Mitte Oktober in den Kinos anlaufen wird. Gemeinsam mit dem renommierten Produzententrio aus Robert Kulzer, Jeremy Bolt und Paul W. S. Anderson, die schon die „Resident Evil„-Trilogie oder „The Dark“ realisieren konnten, verpflichtete man Hollywood-Star Dennis Quaid, der auch in der apokalyptischen Klimakatastrophe „The Day After Tomorrow“ zu sehen war, und Newcomer Ben Foster. Gemeinsam taumeln die Beiden einer ungewissen Zukunft entgegen. Zum Glück gibt es noch die taffe Wissenschaftlerin Nadia, die gelernt hat, wie man unter den gegebenen harten Bedingungen überleben kann. Sie wird von der Wahlberlinerin Antje Traue verkörpert, die mit „Pandorum“ ihr internationales Debüt als harte Actionheldin hinlegt. Der Martial-Arts-Weltmeister Cung Le und Newcomer Cam Gigandet aus dem kitschigen Vampirmurks „Twilight – Biss zum Morgengrauen“ vervollständigen die Crew und laden zu einem düsteren paranoiden Horrortrip ein.

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Hellboy – Die goldene Armee

Hellboy: Die Goldene ArmeeAuge um Auge, Zahn um Zahn

Das Gute ist zumeist edelmütig, gepflegt, heldenhaft und von leuchtender Gestalt – nicht aber Hellboy. Der mürrische und sarkastische Comicheld erblickte erstmals 1994 die Papierseiten eines Dark Horse Comics und schaffte es schnell eine ausgewählte und stets wachsende Anhängerschaft um sich zu scharen. Mehr Dämon als Ritter, mehr Krawallmacher als Heroe, ist das rote Ungetüm mit den abgesägten Teufelshörnern immer wieder die einzige Waffe, um den Kräften der Finsternis Einhalt zu gebieten – oder ihnen vielmehr die Fresse zu polieren. So auch im zweiten Filmableger „Hellboy – Die goldene Armee„.

Bereits vor vier Jahren ließ Meisterregisseur Guillermo del Toro („Pan’s Labyrinth„) den roten Brocken das erste Mal auf die Kinoleinwände los und verhalf der Kreatur zu ungeahntem Ruhm. Dabei begann dessen Hingabe zu dem Brachialungetüm schon viel früher, denn als Comicliebhaber verfolgte del Toro jeden Schritt Hellboys. Sein Schöpfer, Mike Mignola, suchte dabei schon Anfang der Neunziger Jahre nach einem Helden ganz nach seinem Geschmack, irgendwo zwischen Mystery und Horror. Seinem expressiven aber auch reduzierten Zeichenstil entsprang schließlich die Kreatur Hellboy, die in kurzen Adaptionen von Legenden, Sagen und Mythen ebenso gegen das Böse bestehen musste, wie in klassischen Horrorgeschichten. Aber im Gegensatz zu seinen Kollegen ist Hellboy ein zumeist wenig engagierter Zeitgenosse, der mit Sarkasmus und seinem mächtigen Hammerarm seinen Feinden ordentlich den Hintern versohlt. Denn obwohl er in den Flammen der Hölle geboren wurde, kam er als Kleinkind auf die Erde und entrann nur knapp der gierigen Hand der Nazis. „Ich war schon immer ein Fan von Mike Mignola“, erklärt del Toro seine Hingabe. „Ich mag die düstere und grüblerische Atmosphäre in seinen Arbeiten. Als ich 1997 ‚Mimic‚ drehte, freute ich mich immer auf meine Besuche im Comic-Laden, um nach weiteren ‚Hellboy‚-Ausgaben zu stöbern. Damals hatte ich das Gefühl, dass sich diese Geschichten in eine Richtung entwickeln, die für einen Film taugen.“ Dabei wollte der Filmemacher den Helden genauso ungewöhnlich erscheinen lassen, wie es der Autor in den Comics vorgab: „Er ist wie ein Handwerker, ein Klempner oder Elektriker, der mit seinem Werkzeugkasten kommt, nach dem Leck fragt und es sofort repariert. Allerdings ist er ein abgestumpfter, widerwilliger Ermittler. Seine Methode besteht darin, das Monster grün und blau zu prügeln.“

So schlug und maulte sich der rote Kraftprotz erstmals 2004 in die Herzen des erstaunten und begeisterten Kinopublikums. „Hellboy ist nicht der traditionelle Superheld“, erläutert Produzent Mike Richardson den Erfolg. „Die Figur trägt ein Horn und einen Schwanz und sieht aus wie der Teufel – auch wenn er sein Horn abschleift, um so menschlich wie möglich zu erscheinen. Er ist ein Held von unten, der einer von uns sein möchte.“
Doch das Böse ist bekanntlich immer und überall, weshalb der Teufelskerl nicht viel Zeit hat, um sein Leben gemeinsam mit seiner feuerbeherrschenden Freundin Liz und den Katzen zu genießen. Denn seine Eigenschaft als Kämpfer für die geheime B.U.A.P., die Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen, bringt ihn ein weiteres Mal in die missliche Lage, einem Schurken das Handwerk legen zu müssen. Denn der unbarmherzige Prinz Nuada hat den Waffenstillstand zwischen der Menschheit und den Söhnen der Erde satt und will jene Horde aus Kreaturen zum Leben erwecken, die als Goldene Armee berühmtberüchtigt ist. Sein Ziel ist es dabei alle Kreaturen der magischen Welt zu befreien, wozu er sich einer Reihe von Verbündeten bedient. Um dieses Unterfangen wörtlich zu zerschlagen rückt auch Hellboy nicht alleine an, sondern nimmt die wahrlich feurige Liz, den Tiefsee-Empathen Abe und den Protoplasma-Seher Johann mit. Es entbrennt ein actiongeladenes, humorvolles und düsteres Gefecht zwischen Gut und Böse – Auge um Auge, Zahn um Zahn.

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Der Meister von Eis und Feuer liest in Hamburg

Mr. Martin in HamburgMeister Martin kommt nach Deutschland

Das Schicksal von Westeros liegt auf Eis. Seit Monaten warten die Fans von „Game of Thrones“ bzw. „Das Lied von Eis und Feuer“ auf den nächsten Band des gewaltigen Fantasy-Epos. Jetzt kündigt sich endlich ein Feuer am Ende des Tunnels an, denn George R.R. Martin, der bärtige Geek und Autor, wird am 21. Juni 2015 beim „Harbourfront Festival“ im Congress Center Hamburg vor rund 3.000 Leseratten aus der bisher unveröffentlichten Fortsetzung vorlesen. Und als wäre dieser kleine Einblick in die Weiterführung der turbulenten Geschehnisse nicht schon orgiastisch genug, gibt es noch eine Diskussion mit dem Literaturkritiker Denis Scheck dazu. Der wird Onkel Martin zu den Besonderheiten seiner Werke, seinem Leben und Schaffen und seinen Plänen befragen.

Wer Teil dieses einmaligen Ereignisses sein möchte, der kann sich ab sofort schon mal ein Ticket in den drei Preisklassen 29 €, 19 € und 14 € unter www.harbourfront-hamburg.com/tickets sichern.

 

 

Das Waisenhaus

Geister der Vergangenheit

91DjRchda7L._SL1500_Das Waisenhaus“ gehört zu den erfolgreichsten Filmen der iberischen Halbinsel und wurde mit Auszeichnungen geradezu überhäuft – und das zu Recht. Denn obwohl dieser Mystery-Thriller mit einem Gruselmoment nach dem anderen aufwartet und gänzlich ohne bombastische Spezialeffekte blankes Entsetzen erzeugt, ist er doch voller emotionaler Anmut und anspruchsvoller Tiefgründigkeit. Nicht verwunderlich, denn Guillermo del Toro, bekannt durch namhafte Erfolge wie „Pan’s Labyrinth„, „Blade 2“ oder „Hellboy“ zeichnet sich für die Produktion des Streifens verantwortlich, der nun auf DVD und Bluray Einzug ins gemütliche Heimkino hält.

Dabei griff der spanische Filmschaffende auf einen alten Freund zurück, der mit „Das Waisenhaus“ sein überaus gelungenes Spielfilmdebüt ablegt. „Ich verfolge schon seit einigen Jahren die Arbeit von Juan Antonio Bayona“, erklärt del Toro, „sein Talent schrie geradezu danach, ihn bei einem abendfüllenden Spielfilm Regie führen zu lassen. Und angesichts des fertigen Films kann ich nur sagen, dass sich die Mühe gelohnt hat.“ Auch Bayona selbst ist zufrieden mit seinem Erstling und war vom ersten Moment an, als er das Drehbuch in die Finger bekam, begeistert von dem Projekt: „Es war einfach die Vielzahl der Möglichkeiten, die mir das Drehbuch bot – deswegen wollte ich diesen Film machen. Ich konnte Zeit und Raum manipulieren, wie ich wollte, um Einstellungen zu bekommen, die eine unmittelbare Wirkung auf den Zuschauer haben. Aber was den Film dann wirklich zum Leben erweckt, sind die Dinge, die über die Grenzen des Genres hinausgehen: all das, was unter der Oberfläche liegt, die Wahrhaftigkeit der Darstellung, wie sehr man als Filmemacher emotional an dem beteiligt ist, was man erzählt.“

Und eben dieses Grenzüberschreitende macht „Das Waisenhaus“ zu einem außergewöhnlichen cineastischen Kleinod, wie der Regisseur weiter erklärt: „Am Anfang findet der Zuschauer noch alle Elemente eines klassischen Gruselfilms vor. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, umso mehr entfernen wir uns vom Genre. Die Auflösung ist am Ende erstaunlich simpel, dadurch aber umso entsetzlicher. Wir wollten die Geschichte möglichst klar erzählen, z. B. nicht zu viele Charaktere auf einmal einführen. Das gilt auch für den Sound: Wir haben viel mit Stille gearbeitet. Die furchterregendsten Szenen am Ende sind weder mit Musik noch mit Soundeffekten unterlegt. Für mich ist Stille das gruseligste Element überhaupt beim Sounddesign.“
So entführen del Toro und Bayona ihre Zuschauer in ein altes Waisenhaus am Meer. Nach 30 Jahren kehrt Laura mit ihrem Ehemann Carlos und ihrem Sohn Simón dorthin zurück, um ein Heim für behindert Kinder einzurichten. Doch der kleine Simón fürchtet das einsame Gemäuer und beginnt bald mit unsichtbaren Freunden zu reden und zu spielen. Die Eltern halten dies anfänglich noch für normal, doch der Umgang mit seinen Spielkameraden wird immer beängstigender. Bis der Junge eines Tages schließlich verschwindet und die Eltern in tiefe Verzweiflung stürzt. Gibt es für alles eine natürlich Erklärung oder haben Geister den Knaben in ihr Reich mitgenommen? Eine nervliche Zerreisprobe für die Eltern – und für den Zuschauer zugleich!

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Coraline

Coraline im Albtraumland

51VCQjvEEKLNeil Gaiman ist ein genialer Poet, ein großartiger Geschichtenerzähler und ein Quell fantastischer Ideen. Seine Arbeiten als Roman- oder Comicautor beflügeln seit Jahren gleichwohl etliche Künstler und Leser. Nun wurde auch sein märchenhaft-gruseliges Kinderbuch für Erwachsene, „Coraline„, mit der schöpferischen Energie von Henry Selick befruchtet – doch das ist noch lange nicht alles im gaimanschen Kosmos.

Tatsächlich erschien der Roman erstmals im Jahre 2002, in einer Zeit, in der gerade pure „Harry Potter„-Manie herrschte. Dennoch konnte das Buch eine unglaubliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen und schoss geradewegs auf die Bestsellerliste der New York Times. Tatsächlich rollte damit eine unglaubliche Erfolgswelle für „Coraline“ an, denn bis heute wurde das außergewöhnliche Kinderbuch in 30 Sprachen übersetzt, verkaufte sich dabei über neun Millionen Mal und erhielt unzählige Ehrungen und Auszeichnungen. „Coraline“ existiert mittlerweile als Kurzfilm, Marionetten-Show, Theaterdarbietung, Musical und nicht zuletzt – dank dem Genius von Henry Selick, dem Regisseur von „Nightmare before Christmas“ – nun auch als traumhafter Stop-Motion-Film in moderner 3D-Technologie. Selbstverständlich geht dieser auch mit einem entsprechenden Videospiel (Koch Media) einher, das die sagenhaften Bilder und Figuren des Kinofilms aufgreift und zu einem unterhaltsamen Kinderabenteuer für Playstation 2, Wii und Nintendo DS verbindet. Doch dem nicht genug, erschien auch eine Comic-Adaption über den Panini-Verlag aus der Zeichenfeder von P. Craig Russell, die auf einfühlsame Art und Weise in ruhigen und realistischen Bildern nahe am Original erzählt wird.

Und das alles, obwohl Gaimans damaliger Verleger kopfschüttelnd zu den ersten beiden Kapiteln meinte: „Neil, das ist das Beste, das du jemals geschrieben hast und es ist absolut unveröffentlichbar.“ Die Begründung war, dass „Coraline“ eine Horrorgeschichte für Kinder sei, die aber zugleich Erwachsene ansprechen sollte – einen Markt konnte man sich dafür nicht vorstellen. Dennoch ließ Gaiman nicht locker und arbeitete in Etappen über Jahre an seiner Idee der kleinen Coraline weiter. Dabei war es ursprünglich seine kleine Tochter Holly, die den Autoren auf diese wundervolle Geschichte brachte. „Wenn sie aus der Schule nach Hause kam, sah sie mich immer sitzen und schreiben“, erinnert sich Gaiman. „Also kletterte sie auf meinen Schoß und diktierte mir kleine Geschichten; darin ging es oft um kleine Mädchen, die Holly hießen und deren Mütter von bösen Hexen, die genau wie die Mütter aussahen, entführt wurden. Ich dachte mir: Also gut, ich werde so ein Buch für sie finden. Ich habe danach gesucht, aber es gab nichts auch nur annähernd Ähnliches. Also nahm ich mir vor, ein solches Buch zu schreiben, und begann.“

Die kleine Coraline hätte so gerne ein wenig mehr Aufmerksamkeit ihrer Eltern, ganz zu schweigen von mehr Spannung und Abenteuer. Auf einer ihrer Erkundungsreise entdeckt sie in der neuen Wohnung eine eigenartige Tür, die ganz wie bei „Alice im Wunderland“ in eine andere Welt führt. Dort gibt es all das, was sie auch in der Realität findet, nur ist es schöner, bunter, süßer und spannender. Alles scheint sich dort nur um „Coraline“ zu drehen und das ganze Leben gleicht einer endlosen Zirkusvorstellung. Auch ihre Eltern kümmern sich mehr um das Mädchen – wenn da nicht schwarze Knöpfe anstelle ihrer Augen wären. Nach einer Weile muss sie feststellen dass dieser Ort nichts Gutes verspricht und muss um das Überleben ihrer eigenen Eltern als auch ihr eigenes kämpfen. „Ich wollte ein Buch darüber schreiben, was es bedeutet, mutig zu sein: Tapferkeit heißt, vollkommen verängstigt zu sein und dennoch das zu tun, was man tun muss, trotz aller Ängste und Schwierigkeiten. Außerdem wollte ich zum Ausdruck bringen, dass manchmal die Menschen, die man liebt, einem vielleicht nicht die ganze Aufmerksamkeit schenken, die man braucht – und dass die Menschen, die uns beachten, uns vielleicht nicht immer auf die gesündeste Weise lieben.“

Henry Selick hatte sich schon 18 Monate vor Veröffentlichung des Buches in die tapfere Coraline und ihr unheimliches Abenteuer verliebt, als Gaiman ihm das Manuskript über seinen Agenten zuschicken ließ. Selick dazu: „Als ich das Manuskript las, war ich beeindruckt davon, wie die zwei Welten einander gegenübergestellt werden: die Welt, in der wir alle leben, und die andere, in der das Gras stets grüner ist. Damit kann sich jeder Mensch identifizieren. Genau wie Stephen King spielt Neil auch mit der Phantasie in modernen Zeiten in unserem Leben. Er spaltet das gewöhnliche Dasein und findet Magie darin. Mir hat ‚Coraline‚ sehr gefallen, und ich hoffe, dass sie auch den Kindern, die sie im Kino sehen werden, aus verschiedenen Gründen ans Herz wachsen wird. Denn sie ist mutig, erfindungsreich und über die Maßen neugierig. Wenn sie etwas Interessantes sieht, muss sie einfach mehr darüber erfahren. Besonders gelungen fand ich, dass dieses ‚Das-Gras-ist-grüner‘-Szenario plötzlich Furcht einflößend wird. Dass Coraline – als Durchschnittsmädchen – sich dem Bösen entgegenstellt und siegreich daraus hervorgeht, das bedeutet wirklich etwas. Neil lädt den Leser dazu ein, an Coralines Abenteuer teilzunehmen – und genau das Gleiche wollte ich dem Kinopublikum bieten.“

www.neilgaiman.com

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Meteor-Horror – Hexenkarussell (5)

Hexenkarussell Folge 5Meteor-Horror
Hexenkarussell“ (5)
(Meteor/Edel)
Während die Hörspiele aus dem Hause Europa in aller Munde und vor allem in aller CD-Spieler sind, gelten die Serien von Meteor eher noch als Geheimtipp – und das obwohl die Reihe „Sieben Siegel“ von Kai Meyer bereits 2002 zum besten Hörspiel auserkoren wurde. Aus dem selben Studio stammt die Horror-Staffel, die in jeder Folge neue Charaktere vor wechselnden Schauplätzen präsentiert. Mit dem fünften Teil, dem „Hexenkarussell„, wird die Geschichte grausamer Ritualmorde erzählt, denen zwei Journalisten auf die Schliche kommen. Bald führen die Spuren zu der geheimnisvollen Hexe Mara und von da an beginnt ein Höllentrip für die beiden. Mit etwa 55 Minuten Spielzeit kann man diese CD in aller Ruhe als kleinen Horror-Happen zwischendurch genießen. Von der Aufmachung her orientiert man sich sehr stark an den schon bekannten Horror-Spektakeln und deren Inhalten. Rein sprachlich wird recht tief in die Metapherkiste gegriffen, recht deutlich von herumfliegenden Innereien gesprochen und versucht jegliches Klischee des Genres einzusetzen – dann und wann wird auch mal eine kleine Brise Erotik eingestreut. Während nicht alle Sprecher für wirkliche Begeisterungsstürme sorgen können, wirken auch einige Dialoge sehr gestellt und künstlich. Auch der Spannungsbogen kann nicht so richtig überzeugen, und was eigentlich als überraschendes Ende gedacht ist, zeichnet sich schon viel zu früh deutlich ab. Dennoch macht das „Hexenkarussell“ Spaß, wenngleich an vielen Stellen Verbesserungen nötig wären. Somit bleibt diese Folge nur etwas für Hörspielfanatiker, aber schon in der nächsten Ausgabe werden wir sehen, dass Meteor es besser kann.

Bewertung:

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