Choral des Todes

Choral des Todes
(Senator)

91Q8oOUFvNL._SL1500_Zu einer Aufführung von „Choral des Todes“ in den Lichtspielhäusern kam es nie, obwohl der Film für einen Kinostart großspurig angekündigt wurde Eine (so kurzfristige) Absetzung ist selten ein gutes Zeichen; und das, wo die Vorlage von Jean-Christophe Grangé zu den besten Romanen des französischen Thrillerspezialisten gehört und „Die purpurnen Flüsse“ locker in den Schatten stellt. Ein rätselhafter Todesfall in einer Pariser Kirche ruft den pensionierten Kommissar Kasdan (Gérard Depardieu) auf den Plan. Ist das Opfer tatsächlich durch tödliche Klänge aus dem Leben getönt worden? Und was haben Naziärzte, Erziehungslager und Verbrechen an der Menschlichkeit damit zu tun? Der alternde Kasdan-Kauz wird kurz darauf von einem psychisch angeschlagenen Interpol-Agenten unterstützt, und gemeinsam nehmen sie sich den folgenden Mystery-Morden an. Dem Film gelingt es immer wieder eine dichte und beklemmende Atmosphäre aufzubauen, zu erschrecken und zu fesseln. Doch leider bleibt das Drehbuch weit hinter dieser Qualität zurück. Die Romanhandlung ist ungeschickt auf die Leinwand übertragen worden und Abstriche wurden an den ungünstigsten Stellen gemacht. So stolpert der Zuschauer durch ein immer wirreres und stellenweise auch unlogisch wirkendes Storygerüst. Lediglich die beiden Protagonisten und die immer wieder heraufbeschworene Dunkelheit machen „Choral des Todes“ letzten Endes noch brauchbar.

Bewertung:

tentakel_6v10

Crossed: Badlands (4)

Garth Ennis/Jamie Delano/Jacen Burrows/Leandro Rizzo
„Crossed: Badlands“ (4)
(Avatar/Panini)
Crossed42008 erleuchtete Garth Ennis den Comickosmos mit einem neuen Meisterwerk … vielmehr besudelte er ihn genießerisch mit Blut, Gedärmen, Schweinskram und exzessiver Brutalität. Seine bittere Endzeitvision „Crossed“ bediente sich des üblichen Zombie-Survival-Horrors, katapultierte dieses jedoch in eine neue Dimension des Schreckens. Seine wandelnden Ungeheuer waren keine torkelnden Moderhaufen, sondern agile Infizierte, Gefirmte genannt, die nur noch Morden, Vergewaltigen und die Erfüllung fleischlicher Perversionen im Kopf hatten. Der typische Zombiewahnsinn erscheint fast wie ein buntes Kindermärchen im Vergleich zur skrupellosen Apokalypse des irischen Comickünstlers. Nachdem er die Reihe in andere Hände legte, kehrt er nun mit der grandiosen Episode „Badlands“ zurück, die von Jacen Burrows („Wormwood„) visuell umgesetzt wurde. Ein kleiner und zusammengewürfelter Tross Überlebender kämpft sich durch die schottischen Highlands, da hier die wenigsten Gefirmten überleben können. Gezeichnet von den schrecklichen Ereignissen des Weltuntergangs, hat jeder der Gruppenmitglieder sein Traumabündel zu tragen. Heldenmut ist passé, es geht nur noch darum, den nächsten Tag zu erleben – auch wenn man dafür Menschen zurücklassen muss … Ähnlich finster und niederschmetternd ist auch die zweite Episode „Homo Superior“ aus Jamie Delanos Feder, die leider optisch nicht immer überzeugen kann, dafür aber haarsträubendes Grauen verbreitet. Sex und Gewalt lagen noch nie so nah und widerlich beisammen – großartig!

Bewertung:

tentakel_8v10